Obwohl wir ansonsten in unserer F1 relativ konsequent mit Positionsrotation spielen, haben wir praktisch einen festen Torwart. Ab und zu spielt der Junge auch mal eine Halbzeit im Feld, aber meistens steht er im Tor, weil er dort gerne spielen möchte. Der Grund dafür ist aber nicht, dass er sich dafür berufen fühlt oder dort überragend gut ist, sondern dass ihm auf dem Feld die fußballerischen Mittel fehlen und er auch nicht wirklich gerne viel läuft. Da der Bewegungsdrang bei den anderen Spielern sehr ausgeprägt ist, ist keiner so richtig scharf darauf im Tor zu spielen, außer hier und da mal eine Halbzeit. So hat unser Torwart dort seine Nische gefunden und sich "eingerichtet". Wenn er einen guten Tag hat, ist er auch ganz brauchbar auf der Position. Deshalb haben wir ihn in die F1 mitgenommen, was wir hinsichtlich seines fußballerischen Vermögens auf dem Platz ansonsten nicht getan hätten. In den letzten Wochen wirkt er aber mehr und mehr teilnahmslos und wenig engagiert. Vor allem in den Spielen steht er oft nur da und schaut den Bällen nach. Unsere Mannschaft ist zum Glück stark genug, das zu kompensieren, so dass es immerhin keine Meckereien gegen den Torwart gibt, zumindest noch nicht. Wir bemühen uns im Training sehr, ihn zu motivieren und ihm Dinge beizubringen. Meistens kümmert sich meine Kollege 20 bis 30 min. nur um den Torwart, während ich den Rest bei Laune halte. Danach reihen wir ihn dann in die Trainingseinheiten der Feldspieler ein, damit er auch fußballerisch weiter kommt. So langsam sind wir aber mit unserem Latein am Ende. Wir möchten den Jungen aber auch nicht ich die F2 geben, obwohl dort Spieler wären, die fußballerisch besser sind, weil wir glauben, dass er dann komplett "einknickt". Was würdet Ihr tun?
Torwartproblem
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Deshalb bin ich der Meinung, dass der Torwart nicht schlechter spielen darf, als das schwächste Glied der Kette. Grund hierfür ist das Vorhaben, dass er auch als Spieler mal in der Abwehr oder für die Motivation auch mal im Sturm steht. Dementgegen gestehe ich, dass beispielsweise der Trainersohn meines damaligen Trainerkollegen hier rein fußballerisch nicht in die Gruppe paßte. Er verstolperte fiele Bälle, war antrittsschwach, ....einfach mit Abstand schlechter als das schwächste Glied der Kette. So kam es, dass auch er sich fest ins Tor stellte und zwar seit der F. Das war von uns Trainern so nicht korrekt, denn wenn meine heutige Denkweise so korrekt ist, hätte dieser Junge besser in der F, E oder D 2 oder 3 gespielt und zwar als Torwart und als Spieler und fertig. Sein Vater hätte dann dort trainiert, wo sein Sohn leistungsmäßig hingepaßt hätte.
Auf der anderen Seite könnte man hier aber auch sagen, dass der Junge/unser Torwart rein von seinem Leistungsvermögen als Torwart durchaus in die Mannschaft paßte. Für ihn war es der Traum der Torwart in der ersten Mannschaft zu sein.
Nur stelle ich den Verdacht in den Raum, dass er heute vielleicht noch um längen besser im Tor gewesen wäre, wenn er all die Zeit bis zur C oder B Jugend in einer der hinteren Mannschaften gewesen wäre, denn dann hätte er als Torwart auch Spielpraxis erhalten, was so als TW der jeweils ersten Jugendmannschaft selten (mal auf einem Turnier) der Fall war. Das war übrigens ein Grund mit, warum ich Sichtungstrainings begleitet von mehreren unabhängigen Trainern einführen wollte. Unser Torwart wäre als Spieler beäugt worden und so auf jeden Fall in einen andere Mannschaft gekommen, ...mit seinem Vater
. Ich würde es heute anders machen!Was ist aber, wenn man nur eine Mannschaft hat?
Ganz einfach, ....Du mußt Dir im klaren sein, dass du eine F trainierst, ....und damit sind wir irgendwie wieder beim Thema....es bedeutet, dass der junge aus dem Tor muß, um auch mal zu spielen. Zudem würde ich beim Training kaum einen Torwart verwenden. Bei mir stand in der F und E das Tor meist unbesetzt da, weil der Torwart gerade wegen seiner schwächen jede Übung wie ein Spieler mitmachen mußte. Damit würde ich zudem in deinem Fall beginnen, falls das nicht der Fall ist. Das wäre für mich bald noch wichtiger, als das der Torwart auch mal als Spieler aufläuft. Lass ihn doch im Abschlussspiel mal aus dem Tor und stell ihn da als STürmer auf und sag deiner Mannschaft, dass die ersten 5 oder 10 Minuten nur ein Tor zählt, wenn der festgelegte Stürmer eines geschossen hat. In der Gegnermannschaft darf auch nur der schwächste Spieler eins schießen. Nach den 5 oder 10 Minuten unter Auflage dieser Regel, nimmst du die Regel wieder raus.
Das gleiche könntest du im Trainingsspiel bringen, wobei ich auch hier einwenden muß, dass das nicht ganz den Zielen der F entspricht, denn es fördert ja das Passspiel, was Thema der E wäre. In diesem Fall würde es vielleicht die Motivation deines TW anregen und da würde ich das mal versuchen. Ich sehe sonst die Gefahr, dass die anderen ihn nicht anspielen würden und er auch dann nur herumstünde. Viel Glück
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Andre . Ich kann deine Meinung schon nachvollziehen, aber da ich selbst schon 10-jahre Torwart bn verstehe ich folgenden Punkt nicht: Wenn du bis zu D-Jugend den Torwart individuell nicht trainierst, wie soll sich dann irgenteiner rauskristallisieren, der für den job geeignet ist? Es ist ja eben so das die Kinder in der jungen Jahren am Meisten lernen und deshalb finde ich es durchaus sinnvoll auch schon in der F-Jugend einen mit 4-5 Spielern großen Kreis zu haben die auch mal Fang- und Torwartübungen machen. Selbstverständlich müssen die fußballerischen Fähigkeiten weiter geschult werden, aber nur in Spielen Torwartpraxis zu bekommen reicht aus meiner Sicht nicht.
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Hi Marc, ...ich habe nicht gesagt, dass ein Torwart nicht individuell geschult werden sollte. Was spricht dagegen, in einer F gelegentlich ein Torwarttraining aufzuziehen, wo man die gesamte Mannschaft beschult, oder die ganze Mannschaft ihren Torwart -der gelegentlich auch mal spielt- beschult. Zudem haben meine Ballkoordinationsübungen auch immer etwas mit einem Torwarttrainings zu tun gehabt, denn es ging immer darum, Körper und Geist zu schulen. Der Spieler -auch der Torwart- wurde gedrillt, ähnlich einem Musiker, der mit der einen Hand dieses macht und mit der anderen zeitgleich etwas anderes. Soetwas findet auch beim Jonglieren statt.
Ferner gibt es in meinem Verein auch gezieltes Torwarttraining, welches vom B Jugendtorwart regelmäßig seit dem letzten Jahr angeboten wird. Da kann jeder hin, den das Torwartdasein interessiert, es steht jedem frei. Ich persönlich hatte mir zur D ein Buch ausgeliehen (Name vergessen, ...war vom Dfb.) und einiges gelesen, ....Grundhaltung, Handhaltung, Absprung, Steps usw. und auch gezielt mal trainiert. Ansonsten war der Torwart aber im Training Spieler. So schnürt man für meine Begriffe ein komplettes Paket. Ich weiss durch diese Maßnahmen auch, dass ich allein vier wertvolle Spieler hatte (heute C), die auch ohne einen Tag Training bessere Torwarte gewesen wären, als es unser Torwart ist.
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Ich weiss durch diese Maßnahmen auch, dass ich allein vier wertvolle Spieler hatte (heute C), die auch ohne einen Tag Training bessere Torwarte gewesen wären, als es unser Torwart ist.
Das ist sowieso i.d.R. der Fall (auch bei uns). Meistens sind die guten Feldspieler auch die besseren Torhüter.
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Und deshalb sollte Torwarte, besonders im unteren Jugendbereich auch als Spieler zum Einsatz kommen, daher kommt ja diese Weisheit unter anderem.
, Gruß Andre -
Im Grunde leuchtet mir diese Positionsrotation inkl. Torhüter ja ein... Aaaaaber: Das Wichtigste in dieser Altersgruppe (naja, nicht nur in dieser) ist ja nunmal der Spaß am Fußball. Wir haben einen Jungen im Tor stehen, für den das Torwartsein das Größte überhaupt ist. Er hat früher meistens im Feld gespielt und wollte unbedingt ins Tor. Dazu kommt, dass er für diese Altersgruppe ein wirklich guter Torwart ist: Hat Mut, spielt mit, ist reaktionsschnell...
Die größte Wertschätzung, die wir ihm geben können, ist wenn beim Training sein "Torwartgott" aus der A-Jugend kommt und 1/2 Stunde mit ihm TW-Training macht.
Und wenn er Spaß dran hat und die anderen 9 nicht, spricht doch nichts dagegen, ihn vornehmlich im Tor spielen zu lassen.
Ich finde mit der Rotation auf dieser Position sollte man es nicht übertreiben. Manche Jungs brauchen es einfach nicht, dass ihnen die Bälle um die Ohren fliegen. Denen sollte man das dann auch nicht (ggf. ein 2. Mal) antun.
Anders ist das natürlich, wenn einer immer ins Tor muss, weil der Trainer meint, dass er auf dem Feld nicht zu gebrauchen ist...
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Ich weiss durch diese Maßnahmen auch, dass ich allein vier wertvolle Spieler hatte (heute C), die auch ohne einen Tag Training bessere Torwarte gewesen wären, als es unser Torwart ist.
Was ist denn das Gegenstück zu einem wertvollen Spieler...?

