Beiträge von EifelMoselHunsrueck

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    Wenn die Vereine bei uns besseres Training anbieten würden, käme es auf so eine frühe Auswahl von Spielern durch den Verband vielleicht weniger an. Werf ich mal so als Gedanken ein. Außerdem wird m.E. Talent überbewertet. Zumal es in der Phase, in der die Auswahl von Spielern stattfindet schwer erkennbar ist, ob jemand höher talentiert ist oder eben durch gutes und schon längeres Training einfach weiter ist in seiner Entwicklung.


    Ich habe im Laufe der Saison ja meinen Kader verkleinert weil einige Kiddies nicht mehr wollten. Hab ich in einem anderen Thema schon mal erwähnt warum und weshalb.

    Seit ich aber einen Kader habe der fokussiert und leidenschaftlich arbeitet geht die Lernkurve immer steiler nach oben.


    Talent macht es einem einfacher, aber es gehört immer Fokus und harte Arbeit der Spieler dazu um besser werden zu können.

    Und das diese harte Arbeit Spaß macht gehört zu unserem Job im Jugendfußball.


    Ein Junge beispielsweise, etwas pummelig, hat mir immer leid getan. Er war immer im Training, hat immer alles gegeben war aber absolut überfordert und auch technisch schnell am Limit. Aber so ein toller Charakter.

    Der geht seit dem Winter regelmäßig mit seinem Papa neben dem Training noch laufen. Ist dadurch schmaler geworden, hat einen kleinen Schuss nach oben gemacht und arbeitet jetzt, da zwei Störenfriede weg sind die ihn immer mit abgelenkt haben, besser mit.

    Seit ein paar Wochen trifft er jede Woche und hat auch technisch einen riesigen Sprung gemacht.

    Das war kein naturgegebenes Talent sondern harte Arbeit für ihn.

    Wenn es normal ist, dass es in einem Team entscheidende Spieler gibt, ist es doch wohl auch normal, wenn ich als Gegner diesen Spieler unter besonderes Augenmerk nehme und die Kids halt auch mal darauf hinweise, dass der eben nicht so viel Entfaltungsmöglichkeit bekommen darf wie der Blümchenpflücker, der ohnehin nicht an den Ball kommt oder falls er den bekommt, den Ball nicht weiter verarbeiten kann. Ich würde nie anweisen, dem auf die Füße zu treten oder ihn irgendwie körperlich anzugehen aber der Hinweis, dass der prioritär zu decken ist, gehört für mich schon dazu. Ggf. auch mal umstellen, damit der Gegenspieler eben leistungsmäßig passt.


    So sehe ich das auch.

    Am letzten Wochenende hatten wir Rückspiel gegen einen Gegner gegen den wir im Hinspiel 5:3 verloren haben. 5 Tore von ein und derselben Spielerin.

    Der habe ich einem meiner Verteidiger auf die Füße gestellt. Gute alte Manndeckung sozusagen was ich normalerweise nicht spielen lasse. Es war im Hinspiel aber wirklich auffällig das ohne die nichts geht.

    5:2 gewonnen, ein Sonntagsschuss und ein Handsiebenmeter als Gegentore.

    Das Mädel war nach 15 Minuten schon komplett gefrustet weil mein Verteidiger (der erst im Januar mit Fußball angefangen hat) sie die ganze Zeit fair bearbeitet hat.

    Ich bin aktuell viel unterwegs und schaue mir verschiedene Vereine, Trainings in allen Altersschichten und auch Auswahltrainings an.

    Da war ich auch letztens bei einem Auswahltraining für eine "Fußballklasse" (5. Klasse ab dem kommenden Schuljahr), Anwesend auch der DFB-Stützpunktleiter der Region.

    Rund 35 Kinder waren da, 13 kommen in die Klasse. Es gab 4 Stationen (Dribbeln und Torschuss, Sprint, Funino und eine Übung im Viereck mit Außenspielern) die von verschiedenen Personen (DFB-Stützpunktleiter, DFB-Trainer, Rektor der Schule und Sportlehrer der Schule der früher in der 2. Liga gespielt hat) begleitet wurden. Zum Abschluss ein Spiel.


    Alles ganz interessant. Im Nachgang bin ich jetzt an die Liste gekommen wer es final in die Klasse geschafft hat.

    Und es ist wie immer beim DFB, ohne Vitamin B geht gar nichts.

    Ein Junge ist seit Monaten krank, konnte gar nicht am Training teilnehmen. Ist aber in der Fußballklasse weil sein Vater selber Trainer ist und gut mit den Jungs vom DFB kann. Das habe ich während dem Training schon von Eltern erzählt bekommen und weiß es inzwischen aus erster Hand.

    Ein Verein ist überproportional vertreten, ein anderer gar nicht obwohl die mMn beste Spielerin des Trainings aus diesem Verein ist.


    Und wenn bei so etwas "kleinem" wie einer Fußballklasse schon so gemauschelt wird will ich gar nicht wissen wie es mit NLZ und Stützpunkten läuft.


    Der DFB sollte einfach wieder die größten Talente fördern und nicht nach Beziehungen aussuchen.

    Bin ich jetzt ein guter Trainer weil ich versuche jeden individuell zu fördern und zu fordern oder ein schlechter Trainer weil mir 6 Kinder im Laufe der Saison abgegangen sind?

    Die Gruppenaufteilung ist definitiv sinnvoll, wenn man über einen Co Trainer oder Elternteil verfügt, das auf jeweils eine der Gruppen einen Blick hat. Aus dem Wort "wir" folgere ich, dass Du das nicht alleine gemacht hast. Abgänge sind bedauerlich, aber manchmal auch sinnvoll. Es gibt eben Kindern, zu denen passt die Sportart einfach nicht. Es ist für alle Beteiligten ein Gewinn, wenn die sich in einer anderen Disziplin versuchen.

    Außerdem gehe ich davon aus, wer sich hier im Forum betätigt, der bringt schon so viel Engagement und Hirn mit, dass er im Regelfall ein guter Trainer ist oder werden wird. Die Trainer, die es nach dem Motto machen, ich weiß wie das geht und ich habe ja früher auch Fußball gespielt und wofür brauche ich Videos, Bücher oder ein Forum, die sind hier halt nicht.


    Ich weiß von früher ganz genau wie man es NICHT macht.

    Ich hatte eine absolut beschissene (sorry, anders kann ich es nicht sagen) Ausbildung in der Jugend.

    Einmal die Woche Training, von der E bis zur B Jugend. Jedes Mal derselbe Ablauf: Passübung, Torschuss, Abschlussspiel.

    Daher will ich meine Kiddies so gut es geht fördern.


    Ja, ich habe einen sehr engagierten und zuverlässigen Co-Trainer mit dem ich sehr gut harmoniere. Um mit zwei Gruppen zu arbeiten ist das zwingend erforderlich, sonst kommt man gar nicht weiter weil man alles nur zu 50% machen kann.

    Meistens schaut er die Videos, bereitet Übungen vor und ich variiere die dann während dem Training genauer auf unsere Bedürfnisse bzw Schwerpunkte.

    Seit Januar funktioniert das alles sehr gut. Seitdem haben wir die 12er Kerntruppe und spielen kein Kick'n'Rush mehr sondern spielen den Ball hinten raus. Klar gibt das ab und an Rückschläge in der Defensive (bei Ballverlust im Vortrag), aber spielerisch sind wir allen Teams in der Rückrunde überlegen. Da wäre vor 9 Monaten nicht dran zu denken gewesen.

    Das erfordert aber auch die Mitarbeit und die Geduld von und und Eltern.

    Mein Co und ich haben es mit zwei Trainingsgruppen versucht, teilweise kamen in der E Jugend neue Kinder die noch nie gespielt haben, teilweise sind die Unterschiede in der Entwicklung einfach so groß.


    Einige spielen Doppelpass, nehmen den Ball perfekt an und beherrschen Übersteiger, andere stoppen weiter als ich schieße und spielen Pässe mit der Streuung einer Schrotflinte. So weit, so normal.


    Dann haben wir je nach Trainingsschwerpunkt das Team in zwei Gruppen geteilt. Die einen die in dem trainierten Bereich die Basics schulen bzw aufbauen mussten und eine Gruppe mit denen die schon etwas weiter sind. Man kann in etwa sagen das ein Drittel immer in der besseren Gruppe war, ein Viertel immer in der "Fördergruppe" und der Rest, je nach Schwerpunkt mal da und mal da war.

    So haben alle ihre Trainingserfolge gehabt ohne über- oder unterfordert zu sein. Und ein schnellerer Lernfortschritt war in der Zeit bei allen definitiv zu sehen.

    Das haben wir den Kindern auch kindgerecht erklärt und dachten wir hätten das gut gelöst um allen Kindern gerecht zu werden.


    Nach ein paar Wochen hatte ich aber schon die ersten Kinder und/oder Eltern bei mir warum denn ihr Kind immer in der "schlechten Gruppe" sei, der könne doch gut Fußball spielen.

    Das die Bälle blind raus kloppen oder zu Hause auf leere Tor schießen nicht unbedingt "gut Fußball spielen" ist, will dann keiner hören. Oder das es Defizite im passen oder der Ballannahme gibt an denen wir gezielt arbeiten.

    Alles muss schnell passieren, innerhalb von 2 Wochen soll ich aus einem Blümchenpflücker der kaum im Training ist einen Messi machen.


    Ich versuche wirklich jedem Kind das Training zu ermöglichen das am besten für es ist. Ich biete auch genügend Trainings an (jeden Di und Do, auch an Feiertagen und, wenn kein Spiel ist, jeden 2. Samstag) damit wirklich jeder Gelegenheit hat im Training zu lernen.

    Weil mein Kader am Anfang der Saison so groß war (auf dem Papier 21 Kinder) habe ich auch 3 Spieler aus dem älteren Jahrgang, die mir definitiv weitergeholfen hätten, in unsere D-4 abgegeben weil so alle Teams (bzgl Anzahl der Spieler) geholfen war. Und auch die Spieler haben von kleineren Trainingsgruppen profitiert. Denn ohne die 3 hätte es keine D-4 gegeben und die anderen rund 10 Spieler wären in der D-3 dazu gekommen.


    Aktuell habe ich 12 Kinder die absolut geil auf Fußball sind (Trainingsbeteiligung von 11 der 12 Spieler inzwischen im Schnitt über 85%, der 12. war lange krank) und deren Eltern die Entscheidungen von uns Trainern akzeptieren und uns unterstützen wo es geht.

    Mir fehlt aktuell nur ein wirklicher Knipser der die ganzen Chancen auch hochprozentig rein macht.

    Wenn einer von euch einen im E-Jugend-Alter übrig hat: bitte melden :D


    Bin ich jetzt ein guter Trainer weil ich versuche jeden individuell zu fördern und zu fordern oder ein schlechter Trainer weil mir 6 Kinder im Laufe der Saison abgegangen sind?

    Komischerweise sind ja viele bereit in den Fussballschulen hohe zweistellige Beträge im Monat für 4x1h Training zu bezahlen. Die Vereine sind hier viel zu günstig. Das sollte flächendeckend angepasst werden.

    Meine Rede seit langem. Die Vereine sind zu billig. Deswegen wird es auch von einigen nicht wertgeschätzt. Ein Training ausfallen zu lassen, was ca. 1 Euro kostet, fällt deutlich leichter als eins, was 5 oder 10 Euro kosten würde. Für mehr Trainervergütung würde man dann auch schnell mehr Lizentrainer bekommen. Es würde sich dann ja auch mehr lohnen, die Lizenz zu machen. oder eben das als Studentenjob zu machen, statt bei Mc Donalds oder Subway ein paar Stunden zu jobben.

    Ja ich weiß, hier sind viele der Meinung, das müsse alles aus Idealismus für quasi umsonst gemacht werden. Funktioniert aber eben nicht mehr.

    Ich bin da ganz bei dir.

    Mein Verein nimmt pro Kind 8€ im Monat. Das sind in meinem Fall 0,80€ pro Training. Das ist zu wenig. 20€ im Monat wäre mMn völlig in Ordnung.

    Klar, in unserem Fall macht es die Masse an Mitgliedern, aber was davon alles finanziert werden muss...

    Papatrainer83

    Keine Wartelisten in Berlin? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Gibt's genug Sportplätze und ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer? An diesen beiden Dingen mangelt es in Hamburg, insbesondere im Zentrum.

    sicherlich gibt es da auch Wartelisten. Aber es gibt wirklich viele Vereine und Sportplätze. Wenn man da nicht auf einen bestimmten Verein fixiert ist, findet man was. Als Problem habe ich einen späteren Einstieg in den Fußball ausgemacht. Später meint so mit 10 oder älter. Da spielen die meisten schon ne Weile und es gibt dann eben kaum Teams, die echte Anfänger aufnehmen wollen. Ich selbst musste da schon einige ablehnen, weil es einfach nicht ging. Mein Vorschlag für den Verein war. für Anfänger so ein jahrgangsgemischtes Team zu machen, wo die erst mal die Basics lernen und dann nach einem halben Jahr auf die passenden Teams verteilt werden, wenn sie einen Pass spielen können und in der Lage sind um zwei, drei Hütchen rumzudribbeln. Kam nicht an der Vorschlag.

    Einen ganz ähnlichen Vorschlag habe ich auch gemacht, der kam auch relativ gut an. Da gab es bei uns aber zwei Probleme:

    1. einen Spot auf der Platzbelegung fürs Training zu finden

    2. einen Trainer zu finden.

    Ich habe aktuell nur eine 7er Mannschaft. Da steht der TW auf Höhe Strafraumgrenze und einer (der sicherste bei hohen Bällen) sichert etwa Höhe Mittellinie ab. Die anderen 4 Feldspieler stehen vorm Tor.


    Bei einer 9er würde ich, da ich deine Spieler nicht kenne kann ich da wirklich nur meinen Kader im Geiste auf 9er übertragen, weiterhin den TW auf Höhe Strafraum positionieren, einen Spieler rund um den Mittelkreis und einen weiteren im Halbfeld auf der der Ecke abgewandten Seite. So hast du immer noch 5 Spieler die im Strafraum für Gefahr sorgen können.

    Wichtig ist mMn den fünfen klar zu machen das sie im Falle eines Ballverlustes sofort im Sprint nach hinten müssen.

    Das kommt, ehrlich gesagt, ganz darauf an. Reden wir hier vom Senioren oder Junioren-Fußball?


    Senioren:

    In einer der unteren Kreisklassen wo es um nix geht eher nicht. Das kenne ich das man da manchmal froh ist überhaupt 11 Leute zusammen zu bekommen.

    Wenn es in der B-Klasse oder weiter oben wirklich um Punkte für den Auf- oder gegen den Abstieg geht, dann ja. Bei einem Duell im Mittelfeld wo es kurz vor Saisonende um nix mehr geht, eher nein.


    Junioren:

    Auch hier würde ich einen Unterschied zwischen Kreis- und Leistungsklasse machen. Und auch wie offen damit umgegangen wird.

    Hatte gerade am WE ein Beispiel. Eine E-Jugend in der Kreisklasse kam zu uns und der Trainer kam direkt zu mir und meinte er hätte einen Stammspieler ihrer E1 dabei weil von seinem 17er Kader nur 7 für den Tag zugesagt haben. Das ist für mich in Ordnung und das würde ich nie melden.


    Klar kann man da auf die Regeln pochen, aber gerade im Amateursport sollte man da wo es möglich ist und man selbst keinen direkten Nachteil davon hat vielleicht mal ein Auge zudrücken.

    Da sind wir zwei einer Meinung.

    Mir ging es oben in erster Linie um den ballführenden Spieler. War vielleicht nicht deutlich genug von mir.
    In Game Coaching ist ein wichtiger Punkt, in dem Alter (E, F tlw D Jugend) sehe ich das beim Ballträger aber eher als nicht förderlich an da die Kiddies am Ball ihre eigenen Erfahrungen zur Situationslösung finden sollen.

    Ich sehe weder meinen noch irgendeinen anderen Ansatz als den einzig wahren an. Einfach auch weil überall die Gegebenheiten andere sind.

    Leistungsstand, Alter, Liga, etc.


    Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen das zu viel reinrufen die Kinder im E und F Jugendbereich mehr verwirrt als das es wirklich hilft.

    "XY steht frei", "Schuß", "hintenrum" sind Sachen die mache ich einfach nicht mehr weil die Kinder ihre Entscheidungen selber treffen sollen.

    Klar korrigiere ich falsches Stellungsspiel, weise darauf hin das da eventuell einer im roten Trikot zu wenig steht oder möchte mehr Bewegung der Spieler ohne Ball sehen.

    Aber den Ballführenden lasse ich weitestgehend in Ruhe.

    Auch werden gute Zweikämpfe oder Dribbligs gelobt oder es wird aufgemuntert wenn ein Schuß am Tor vorbei ging oder ein Zweikampf verloren wurde.


    Ein Guardiola ruft auch keinem zu wem er zu passen hat, er schickt die Spieler in die Räume und auf die Positionen die er sich vorstellt.

    Ich bin wirklich begeistert von dem Forum hier, so viele unterschiedliche Ansätze und Sichten auf die Dinge.

    Herrlich was man hier alles mitnehmen kann.

    ich bin hier in der Diskussion Basti81 näher als Malikinho, verstehe aber auch seine Sicht auf die Dinge.


    Ich bin jetzt in meinem 3. Jahr als Trainer. Fast 2 Jahre F-Jugend und jetzt im ersten Jahr E-Jugend. Habe den Basis-Coach und mache im Sommer meinen C-Schein.

    Habe ich zu Beginn noch versucht relativ viel Einfluss von außen zu nehmen (man könnte auch böse sagen ich habe mich da zu wichtig genommen) habe ich das schnell zurückgeschraubt und rufe jetzt fast nur noch zum pushen ins Spiel. Ab und an rufe ich mir einen Spieler ran für Kleinigkeiten oder spreche die dann in der HZ oder nach dem Spiel an.

    Ich verbiete meinen Kiddies kaum etwas. Ausnahmen sind vor dem eigenen Tor Dribblings und Querspielen.


    Ab dem Mittelfeld dürfen sie dribbeln wie sie wollen, schießen, passen, whatever


    Im Training versuche ich Ihnen zu zeigen welche Optionen sie haben um bestimmte Situationen zu lösen, im Spiel lasse ich sie ihre Entscheidungen treffen.

    Wenn sie zum TW zurück spielen, okay. Wenn sie den Ball ablaufen, auch okay. Wenn sie am 16er einfach mal drauf zimmern, auch okay.

    Auch die Verteidiger dürfen natürlich mit nach vorne, aber einer muss absichern. Auch die Wahl wer das macht lasse ich Ihnen.


    Drei Punkte sind mir persönlich sehr wichtig um die Spieler weiter zu bringen:

    1. Die Kommunikation auf dem Platz unter den Spielern.

    2. Das sie das Spiel und das Spielfeld im Auge haben. Das sie also, wenn sie den Ball bekommen, schon wissen wo steht der nächste Gegner und wo meine Mitspieler und so eine bessere Entscheidung treffen können.

    3. Der Einsatz muss stimmen. Wenn Schüsse oder Pässe mal sonstwohin gehen ist mir das relativ egal, aber der Wille und Einsatz muss da sein sein bestes geben und auch lernen zu wollen.


    Natürlich möchte ich gewinnen, die Kiddies aber genauso. Solange diese drei Punkte umgesetzt werden sehe ich aber auch in Niederlagen keinen Beinbruch sondern einen Lerneffekt.

    Wir haben in den letzten Wochen ein 0-3 in ein 3-3 verwandelt, andersherum aber auch nach einem 3-0 noch 3-5 verloren.

    Aus beidem haben die Kiddies wichtige Dinge mitgenommen. Nie aufgeben und nie nachlassen.


    Ich hatte einige Ego-Dribbler zu Beginn der Saison. Nach viel Arbeit treffen sie aber immer bessere Entscheidungen und das Glanzstück bisher war ein 13-0 letzte Woche mit 6 verschiedenen Torschützen.

    Da waren Dribblings, Fernschüsse und echt tolle Ballstafetten dabei.


    Wir Trainer geben unser Wissen weiter, motivieren, korrigieren und loben.

    Aber im Mittelpunkt haben immer die Spieler zu stehen. Das muss uns allen klar sein.


    Ein aktuelles Negativbeispiel habe ich da auch noch:

    Vor ein paar Wochen war ich ein Spiel vom Sohn meiner Freundin gucken (E-Jugend Leistungsklasse). Die gegnerische Mannschaft hatte da einen jungen, nennen wir es mal sehr engagierten, Trainer an der Linie.

    Jeder Ballkontakt und gewonnene Zweikampf wurde von ihm wie ein Tor gefeiert bevor dann umgehend die Anweisung kam wo der Ball hin soll. Das Spiel lief auch gar nicht schlecht für die. 0-0 mit mehr Spielanteilen.

    Als er aber nach einem Spieler geschaut hat der einen Schlag auf den Fuß bekommen hat standen seine Jungs da und wussten nicht was sie mit dem Ball anfangen sollen. Die Blicke gingen alle in Richtung Trainer, verlorener Zweikampf, und Tor des Tages zum 0-1.

    Das war für mich so ein "Trainer nimmt sich zu wichtig" Moment.

    Ich bin von dem Video gerade im Bereich C- bis A-Jugend sehr enttäuscht. Vieles von dem erwähnten machen wir in Bayern bereits. Wir haben eine Meldeliga für Gruppe, Kreisklasse und Kreisliga. Und wir spielen bereits eine Herbstmeisterschaft (Winter) und Frühjahresmeisterschaft (Sommer) mit neuen Gruppen zum Frühjahr. Das funktioniert und kommt gut an.

    In der C-Jugend gibt es darüber die Bezirksoberliga, U15 Bayernliga 3 Staffeln (diese Saison je 10 Mannschaften, nächste Saison je 12 Mannschaften) und U15 Regionalliga (10 Mannschaften). (Aufstiegsregeln)

    In der B- und A-Jugend gibt es nach der Bezirksoberliga, Landesliga, Bayernliga und DFB Nachwuchsliga.

    Die meisten Mannschaften, die ich kenne, sind ab der Bezirksoberliga gescoutet und selektiert und selbst damit ist es schwer sich zu halten. Wo soll da Premium, Gold, Silber und Bronze ansetzen? Wie sollen die Wechsel spätestens ab der C-Jugend verhindern? Hat sich da mal jemand Kader der Mannschaften angeschaut? Wie viele G, F, E und D-Jugendliche spielen in den Vereinen/Mannschaften?

    Aus meiner Sicht geht die Schere in der C-Jugend auseinander, v.a. im Großfeld (in der Halle kannst du mit 5-6 Guten oftmals noch mithalten, aber auf dem Feld bist du unterlegen) - darunter D, E, F und G-Jugend passt das für mich, v.a. mit D7, E5, F3 und G2.

    Bei uns gibt es Herbstgruppen mit 6 Teams.

    Im Frühjahr wird das dann neu ausgelost, da spielen dann Teams in neuen 6er-Gruppen gegeneinander die im Herbst unter den ersten 3 gelandet sind und die die unter den letzten 3 gelandet sind. Finde ich ganz gut geregelt, ist das bei euch in Bayern auch so?

    Das kenne ich bzw mein Junior auch.

    Ich bin ihm gegenüber eher etwas strenger wodurch er eher mehr leisten muss als die anderen um zu spielen.

    Inzwischen klappt es ganz gut das er im Training und Spiel auf mich hört und wenn er was zu meckern hat macht er das danach im Auto unter vier Augen.

    Und auch ihm tut es bisher gut. In den ersten F-Jugend Trainings, als ich "nur" Papa war, dachte ich "das wird nie etwas".

    Inzwischen ist er einer meiner besten Torjäger und Zweikämpfer und, auf Wunsch meines Co-Trainers, auch Vize-Kapitän.

    Solange das funktioniert werde ich ihn begleiten, wenn es irgendwann nicht mehr klappt werde ich schweren Herzens ein anderes Team übernehmen.

    Ich kann das Argument nachvollziehen, aber nicht wirklich annehmen.


    Bei Wolkenbrüchen oder Gewittern wird keiner von uns mit den Kiddies auf dem Platz stehen.

    Und für alles anderen gibt es heutzutage Thermo-Sportkleidung, Regen-Sportkleidung etc. mit denen man trotz gutem Schutz immer noch beweglich ist und Fußball spielen kann.

    Da habe ich im Oktober einiges besorgt. Da kann ich die Jako-Sachen wärmstens empfehlen. Top Preis/Leistungs-Verhältnis und oftmals im Netz zu echt günstigen Tarifen zu finden.


    Im Kindergarten war mein Sohn ständig krank. Seit er vor 4 Jahren mit 6 mit dem Fussball angefangen hat und bei Wind und Wetter 3x die Woche draußen ist war er ganze 2x krank (1x Corona und 1x ne ausgewachsene Grippe).

    Das Immunsystem will auch trainiert werden und das klappt in der mit Sagrotan geputzten Bude nicht. Meine Meinung.

    Das ist schön wenn das in Köln so geht.

    Wenn mir hier die Hälfte der Spieler in den Nachbarverein abwandert weil jeder machen und spielen kann wie er will kann ich den Laden gleich zu machen.

    Was das Training angeht lasse ich mir auch nicht rein reden aber hier hätte ich keine Möglichkeit gehabt um die vom Abwandern abzubringen weil wir unsere F-Jugend nicht zu E-Jugend anmelden wie der Nachbarverein.

    Meine Erfahrung zeigt mir einfach das die besseren Spieler am Ende der F-Jugend absolut keine Lust mehr auf die kleinen Tore haben nachdem sie die 4 Jahre bei den Bambinis und in der F-Jugend hatten.


    Es muss für den ganzen DFB eine Verbindliche Vorgabe geben welcher Jahrgang wie zu spielen hat.

    Dann kommen solche Diskussionen gar nicht auf.


    Und ob Turnier oder CL-Modus interessiert natürlich kein Kind.

    Aber 11x8 Minuten für 7jährige ist zu viel.

    Und das kommt nur zustande weil es keine festen Vorgaben gibt was Turnierform, Teilnehmeranzahl oder Spielzeit gibt.



    EDIT: Und noch einmal zum Klarstellen:

    Ich war anfangs Funino-skeptisch, habe es aber in der F-Jugend als wirklich top wahrgenommen um die Kiddies beim Fussball einzuführen.

    Ich kritisiere hier zu 90% die Art der Einführung und die bundesweit unterschiedliche Handhabung.

    Wenn man das in der E-Jugend im Bezug auf Spielzeit, Feldgröße und auch Torgröße anpasst sehe ich da auch Potential das länger zu spielen.

    Aber nicht so wie es jetzt "geregelt" ist.

    Sollte, sollte, sollte...


    Dann SOLLTE das bundesweit einheitlich geregelt und nicht jeder noch so kleine Kreis sein eigenes Süppchen kochen.

    Feste Vorgaben wie das zu laufen hat.

    Ich war auch bei dem Online-Seminar vom FC Rheinland dabei, das mit Hannes Wolf.

    Sorry, aber was da für Vorstellungen herrschen wie das laufen sollte... als ob jeder Verein die gleichen Möglichkeiten und Kinder sowie Trainer ohne Ende hätte. Und alles als Richtlinien oder Vorschläge. Nix definitives oder verbindliches so das unterm Strich doch jeder machen kann wie er will.


    Ich hatte im Sommer in dem der Wechsel von F auf E Jugend von einem 20er Kader 8 Kinder mit Eltern bei mir stehen die kein Funino mehr wollten weil die F-Jugend im Nachbarort ja schon auf die großen Tore spielt. Sonst gehen sie dahin.

    Die sind nur geblieben weil in der E-Jugend der Wechsel auf die großen Tore erfolgte. Mit festen Vorgaben gäbe es so etwas nicht.


    Das man in der E-Jugend die Positionen noch durchwechseln ist richtig, Praktizieren wir auch so.


    Aber so große Turniere bis zur E-Jugend? Ganz zu schweigen dass das mit zwei Trainern (bei manchen Vereinen mit einem) organisiert werden muss, braucht man die Zeit auf dem Platz dazu.

    Wir haben im Verein zwei Plätze (einer davon ist durch die Stadt 5 Monate im Jahr gesperrt damit der Rasen nicht kaputt geht) und darauf trainieren und spielen 4 Herrenmannschaften, 1 Damenmannschaft und 19 Jugendmannschaften.

    Mit der F-Jugend mussten wir schon teilweise sonntags um 8 Uhr starten damit wir die 2 Stunden für so Turniere haben. Inklusive Auf und Abbau ist der Platz dann schon gerne mal 3 Stunden belegt.


    Nochmal: Funino an sich sehe ich relativ unkritisch, aber da nichts, aber auch gar nichts, einheitlich geregelt ist und die Rahmenbedingungen der Vereine sich teilweise himmelweit unterscheiden ist das, in meiner Erfahrung, bis zur E-Jugend absolut nicht praktikabel.

    So, jetzt muss ich zu Funino auch noch meinen Senf dazu geben :)


    Ich bin im Laufe des ersten F-Jugend-Jahres meines Sohnes als Co-Trainer dazu gekommen. Habe also etwa 1,75 Jahre die F-Jugend trainiert und im Funino gecoacht. Aktuell neigt sich mein erstes E-Jugend-Jahr dem Ende entgegen.


    Ich stand dem Projekt kritisch aber offen gegenüber.

    Im ersten F-Jugend-Jahr kann den Kindern nichts besseres passieren. Viele Dribblings, viele Zweikämpfe, viele Torabschlüsse.

    Auch im zweiten Jahr war die erste Hälfte sehr lehrreich, für die Kiddies wie für mich.

    Aber dann fing es schon an das es problematisch wurde. Was nicht unbedingt an der Spielform an sich sondern auch viel mit der Organisation und Kommunikation (Kreis und Vereine) zu tun hat.


    Anbei einige Frustfaktoren für mich und die Kinder (nochmal, keine generelle Kritik am Spielsystem):


    - Die Kinder werden größer, stärker, schneller. Wenn meine besten das Tor getroffen haben sind die Bazooka Tore zwei Meter nach hinten geflogen. Der Platz ist dann auch einfach zu klein.

    - Es gab Staffeln mit 6-8 Mannschaften, davon waren 3 Teams ja meine eigenen. Dann musste jede Mannschaft ein Heimturnier veranstalten, also hatte ich 3 davon binnen 12 Wochen auszurichten.

    Man hat also alle zwei Wochen 2-3 Trainingsspiele untereinander gehabt und sonst auch immer gegen die gleichen Gegner gespielt. Das fanden die Kids einfach Mist. Vor allem weil wir im 2. Jahr fast die gleichen Gegner bekommen haben...

    - Turniere mit 8 Mannschaften erfordern vier Felder, also insgesamt 16 Tore. Kosten und Aufbau aus der Hölle. Bei Auswärtsspielen bei kleineren Vereinen hatte ich immer den Kofferraum voll mit Toren und Bällen.

    - Man musste immer mindestens eine Mama oder einen Papa für die dritte Mannschaft (ggf die vierte) "einberufen"

    - Das Regelwerk war laaaaaange nicht allen Verantwortlichen klar, viele Diskussionen.



    Unter dem Strich hat Funino dafür gesorgt das auch die Blümchenpflücker ihre Spielzeit bekommen haben und das die besseren ihr gesamtes Spiel schnell verbessern konnten.

    Da ich in der E-Jugend versuche von hinten rausspielen zu lassen und eben kein Kick'n'Rush profitiere ich aktuell vom Funino da die Kiddies jetzt schon sehr ballsicher sind.

    Negativ ist bzw war es in de E-Jugend dann in die Köpfe zu bekommen das Positionen gehalten werden sollen weil sie ja 2 Jahre überall auf dem Platz sein mussten.


    Unter dem Strich in Funino für mich weder der Untergang der Fußball-Welt noch ein Allheilmittel.

    Ich finde es in der F-Jugend einen guten Einstieg in den Fußball, mit Beginn der E-Jugend sollte es aber dann aber auch abgeschlossen sein.