Alles anzeigenAlles anzeigenPrivate Fußballschulen mit individualisiertem Fördertraining halte ich für eine gute Ergänzung Vereinstraining und wo ein Markt ist, wird eben auch angeboten und gekauft.
Das Thema, dass Fußballschulen als Vereine auftreten, oder (ähnlich dem Red-Bull-Prinzip) Vereine "übernehmen" gibt es bei uns auch.
Teilweise muss man ehrlicherweise sagen, dass dort sportlich betrachtet bessere Arbeit geleistet wird als in vielen Breitensportvereinen und z.T. auch als in manchem Leistungsverein oder NLZ.
So lange es Vereine gibt, die diesen kommerziellen Konstrukten eine Plattform bieten um am Regelspielbetrieb teilzunehmen, sei es durch Aufnahme der Schule in den Verein, oder dadurch, dass man seine Plätze an den Verein, den die Schule selbst gegründet hat vermietet (was ja auch dem Kommerz dient), lässt sich das nicht verhindern.
Am meisten stört mich daran, dass die Vereine zum einen sehr aggressiv Spieler abwerben und teilweise größerer Versprechen machen und Hoffnungen auf die Profilaufbahn schüren, als das von NLZ-Seite passiert. Aufgrund der Leistungsdichte, die durch Ihr Angebot erzeugt wird haben sie nicht selten die Möglichkeit Leistungsvergleiche oder Testspiele mit NLZ-Teams durchzuführen, was ihre Attraktivität zusätzlich erhöht. Im Regelspielbetrieb treten sie meist gegen deutlich unterlegene Teams an, was zu sehr hohen Ergebnissen führt und dazu, dass sich die Spieler dieser Schulen noch besser fühlen und die Breitensportler noch schlechter.
Bei uns kam es dieses Jahr dazu, dass die Hälfte der Teams die Ligaspiele gegen die Fußballschule abgesagt und die dafür fällige Geldstrafe in Kauf genommen hat. Auch nicht die feine englische Art, aber auch verständlich, denn die anderen Liga-Spiele dieses Teams gingen 2-stellig aus. Auf der anderen Seite verliert die Mannschaft dann auch bei den vergleichen gegen die NLZ-Teams sehr deutlich. Da stellt sich schon auch die Frage nach Sinn und Unsinn solcher Konstrukte, weil man durch diese Mannschaft eine Pseudo-Elite generiert, die nirgends richtig reinpasst, dadurch aber das Niveau im Verbandsspielbetrieb durch den Abzug von Spielern drückt.Als Verein bleibt eigentlich nur die Chance, seine Vorzüge auf den Markt zu werfen und vielleicht auch ein bisschen von diesen Schulen lernen, was die Trainingsgestaltung betrifft. Ambitioniertes Training für die Leistungsstarken, leichteres Training für die schwächeren.
Meist wird es aber an den Ressourcen und dem zur Verfügung stehenden Personal scheitern.
Wenn ich im Breitensportverein entscheiden könnte, würde ich ebenfalls Spiele gegen solche Mannschaften vermeiden und dafür auch bezahlen, wenn es sein muss. Es macht weder für Trainer, noch für Spieler und Eltern Sinn sich die Hucke vollschießen zu lassen, wenn der Gegner komplett andere Voraussetzungen hat.
Im DFB-Pokal bekommt der Unterklassige wenigstens das Geld und das Erlebnis, wenn er gegen die Bayern spielt. Aber in dem Fall gibt es definitiv nur Verlierer.
Klar gibt es auch bei den Fussballschulen ein Unterschied.
Also wir haben hier 2 die locker mit uns NLZs mithalten können und das auch im gleichen Jahrgang.
Das vergessen nämlich auch einige wenn sie prallen mit den Ergebnissen gegen NLZs das sie häufig 1-2 Jahre älter sind.
Hi,
Köln ist natürlich eine Millionen Stadt + Einzugsgebiet. Da reichen selbst 2 NLZs, bzw mit Leverkusen 3(!) nicht aus, um alle Talente unterzubringen. Da bleibt viel Talent was sich dann eben gerne in einer JFS weiterentwickelt (welche ist in Köln die Zweite auf dem Level?). Und bis zur C Jugend bedienen sich die NLZs ja auch nur zu gerne aus diesem Spielerpool, ne😉?
In Düsseldorf ist die PSG Academy dagegen krachend gescheitert. (Was natürlich auch viel mit den Personen in Verantwortung zu tun hat) und auch die andere Ddorfer Fussballschule darbt so dahin.
Um auch was zum eigentlichen Thema zu schreiben. Verbieten wird man die FS nicht können. Solange Eltern bereit sind Geld auszugeben sowieso nicht. Regional gibt es sicher Unterschiede warum es hier weniger und dort mehr FS gibt. Und letzlich finde ich es auch eine gute Ergänzung zu den klassischen Vereinsstrukturen.
Aber den Spielbetrieb kann und sollte man so regeln, dass Breitensportvereine sich nicht gezwungen sehen, die Spiele gegen die FS garnicht erst anzutreten. Dann läuft was falsch und hängt sicher auch von den Verbänden bzw von den Verantwortlichen ab. In Köln ist es meines Wissens sehr ordentlich geregelt. Da spielt die JFS immer mit den Jungjahrgängen in einer Liga über Kreisklasse mit den Altjahrgängen ( (btw, das machen auch alle anderen Leistungsvereine die ich kenne) und der jeweilige Altjahrgang spielt im selben Jahrgang so hoch wie möglich.
In Köln ist das Jugendligensystem unterhalb der Mittelrheinliga aber auch sehr gefächert, im Gegensatz z.B. zum Niederhein. Die breite "Ligenfächerung" bietet mehr Aufteilung nach Leistungsstärke. Und jenachdem wo du @ TE wohnst, könnte eine breitere Fächerung der Ligen wieder problematisch werden?! Aber trotzdem...wenn bei euch viele Vereine damit unzufrieden sind...könnte man das nicht beim Kreis oder Verbandauschuss o.ä. mal platzieren??
Besten Gruß
