Ein Junior der im KIFU das Rotieren gelernt hat, kann ab einem gewissen Alter (schätze ab älteren Jg D - Jugend) sehr wohl auf einmal etwas dagegen haben. Es geht nicht um die Gewohnheit und die Routine sondern ums "Denken"
Ein C - Junior der nun mal trotz Rotation, einfach immer noch nicht so gut verteidigen kann wie sein Mitspieler, wird sich früher oder später fragen, ob es richtig ist, wenn er Verteidiger spielt.
Nanu... wir reden hier über Spekulationen. Es kann sein, muss aber alles nicht unbedingt sein. Ich sehe im psychologischen Bereich einfach etwas komplexere Zusammenhänge. Daher ist für mich das Thema Rotation lediglich in der F/E - Jugend ein MUSS! In andere Teams muss man einfach zu erst abwägen wie das Team eingestellt ist und wie einverstanden die Kids resp. Jugendlichen damit währen.
Fakt ist; dass der Trainerkollege da ein Problem hat. Ob er das mit dem Rotieren machen kann, weiss er schlussendlich am Besten.
Ich hatte ja letztes Jahr eine Mannschaft, die ja sehr ähnlich aufgestiegen ist. Die meisten Probleme waren auch in diesem Team nicht technischer oder taktischer Natur sondern rein psychologisch.
Da möchte ich noch unterstreichen; diese Junioren wurden gemäss Plan ausgebildet und hatten trotzdem Erfolg... soviel zum Thema weiter Oben. Das einzige was war ist; die meisten Jungs hatten entweder Talent oder ein sehr hohes Verbesserungspotential.
Meine Erfahrung im Groben
Mein Team war ja auch krass unterfordert. Ich bin der Meinung, dass Rotation zur totalen Rebellion geführt hätte insbesondere bei Niederlagen. Da bin ich mir Tod - Sicher! Muss aber klar sagen; Das Team hatte besondere Charaktere... man hatte eigentlich genügend Probleme, so dass man ans Rotieren gar nicht drüber nachdachte.
Spiele gegen stärkere Gegner hatten wir auch inkl. Auswahlteams, die wir dann ebenfalls geschlagen hatten... Niederlagen trafen einfach zu wenig ein und das Team war extrem selbstbewusst. Am Anfang waren einzelne Spieler sogar fast arrogant. Dies verbesserte sich erst nach viele... sehr viele Gespräche und zum Teil auch Strafen.
In der Frühlingssaison holte das Team nach dem klaren Aufstieg der Herbstsaison, lediglich 12 Punkte in 10 Spielen und waren dann im Mittelfeld. Viele Top - Spieler verloren den Faden und wurden regelrecht zu Probleme...
Was hätte die Lösung sein können?
Heute frage ich mich, ob wir mit einem schwächeren und jüngeren Team für die Frühlingsrunde evtl. mehr Punkte hätten machen können, ob man die Trainings hätte sinnvoller gestalten können und ob man etwas mehr Ruhe im Team hätte bringen können. Ich bin der Ueberzeugung, dass ich die Besten 2 - 3 Spieler nach dem Aufstieg, ins B1 hätte geben sollen und dafür evtl. ein paar Spieler vom C2 hätten holen sollen (junge Jg die für die neue Saison hätten fürs C1 in Frage kommen können). Nach dem Aufstieg hatten nämlich genau die besseren Spieler, keine Ziele mehr vor Augen. Sie gaben sich zufrieden.
Die Konsequenz könnt Ihr Euch selbst zeichnen... was macht ein Spieler ohne Ziel im Training? Wie verhält es sich im Spiel? Wie verhält sich so ein Spieler mit den Mitspielern etc. etc. dies könnt Ihr Euch alle selbst vorstellen.
Evtl. könnte da also tatsächlich eine Lösung sein, die Besten Spieler ende Vorrunde durch neue Ziele zu motivieren. Ich wiederhole das Wort "Könnte". Also währe es vermutlich sinnvoll, wenn unser Trainerkollege, die 2-3 Besten Spieler ins B1 geben würde um dann evtl. 2 - 3 C2 - Spieler zu holen.
Solche Sachen sind aber immer schwer zu erkennen und einzuschätzen. Im Nachhinein ist man in der Regel aber schleuer...
Gruss
TRPietro