Hallo Uwe
Ich denke, dass Abwechslung im Sinne von Uebungen vom "Bekannten zum Unbekannten" und von "Einfach zu Schwer" ein muss ist im Juniorenfussball. Wenn ich von Wiederholung spreche, dann meine ich, dass innerhalb einer Uebung, immer wieder die gleichen Bewegungsabläufe kommen, mit dem Sinn der Routinierung resp. automatisierung des Bewegungsablaufs. Eine Uebung geht aber max. 20 Minuten. Ganze Trainingseinheiten wiederholte ich eigentlich nie.
Zur Frage mit dem Drop Out... warum ist das echt so? Ganz ehrlich: Ich glaube wirklich "wissen" kann es Niemand. Ich nehme mich als Beispiel mit dem Fussballtrainer. Ich war 12 Jahre tätig... jetzt habe ich aufgehört. Was ich vor 2 - 3 Jahren noch so gerne machte und auf mich wie eine Droge wirkte, vermisse ich heute kein bisschen... warum? Ich hatte schlechte Erfahrungen... und habe die Hoffnung verloren. Zusätzlich habe ich kein Spass mehr daran... dies ist das schlimmste was mir passieren konnte. Bei den Kids ist es doch gleich... diese hören auf, wenn sie kein Spass mehr daran haben. Jetzt stellt sich die Frage: "Wann hat man als Junior kein Spass mehr?"
Ich als Gegner von Bambini (G-Junioren)
Vor nicht all zu langer Zeit, konnte man mit 7 Jahre (F - Jugend) mit dem Fussball beginnen. Heute kann man bereits ab 5 anfangen, weil die meisten Vereine die Kategorie "Bambini" anbieten. Ich bin ein absoluter Gegner davon. Somit hat ein 15 jähriger im Falle, dass dieser bei den Bambinis begonnen hat, bereits 10 Jahre Fussball gespielt. Irgend wann hats man halt gesehen.
Im KIFU zu viel Fussball und zu wenig Polysportivität
Heute würde ich als F- oder E - Trainer einiges anders machen. Ich würde 50% Fussball trainieren und 50% andere Sportarten. Zb. Schwimmen, Basketball, Handball, Tanzen, Kung Fu usw. Ich würde vermutlich mit andere Vereine die andere Sportarten betreiben einen Austauschprogramm vereinbaren. Der Grund?
Weil viele Profisportlier in Ihrer Kindheit mehrere Sportarten betreiben durften und somit verschiedene Bewegungsabläufe kennen lernen durften (siehe Roger Federer.) Koordinativ ist es natürlich ein Vorteil, dass von uns Fussballtrainer krass unterschätzt wird. Dies "könnte" die Drop Out Quote evtl. verringern, weil man ja weniger Fussball spielt. Der Spassfaktor sollte sich hingegen erhöhen, weil man durch die verschiedenen Sportarten, eine gewisse Abwechslung hat. Die Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten würde sich erhöhen. Vermutlich würde die fussballerische entwicklung etwas stocken. Dies ist aber scheinbar egal. Es ist mir nämlich aufgefallen, dass viele Trainer ausserhalb Ihrer Ausbildungsziele arbeiten, weil diese einfach zu schnell vorwärts machen und dass Trainingsthema ändern... somit währe man durch weniger Traininseinheiten fast gezwungen sich an die Ausbildungsziele zu halten um an Effektivität zu gewinnen (man hätte ja noch weniger Ausbildungszeit). Viele würden jetzt bestimmt sagen: "Ja, aber somit könnte mein guter Stürmer dann ins Tanzen gehen, weil Ihm dies dann besser gefällt!" Meine Meinung ist klar... wir verlieren nur ein Spieler, wenn dieser aufhört um dann nichts zu machen. Wenn ein Junior aufhört um eine andere Sportart zu besuchen, so ist dies in meinen Augen kein Verlust. Zu mindest ethisch gesehen...
Ich könnte mir vorstellen, dass diese zwei Argumente die Drop Out Quote im C- B - Jugendbereich etwas aufhalten könnte. Bin mir aber nicht sicher. Muss es mal selbst ausprobieren. Falls Jemand Interesse an diesem Konzept hat, so kann es einer hier im Forum mit seinem Team testen... die Entwicklung, der Spassfaktor etc. würden mich dann interessieren.
Grüsse
TRPietro