Ja, und diesen Behauptungen würde ich gerne widersprechen. Ich, als Befürworter der Jahrgangstrennung, sehe zwar auch die soziale Komponente, doch die hängt für mich ganz entscheidend mit der Ausbildung zusammen.
Soziale Ausbildung durch Jahrgangstrennung = Junior darf wählen wo es spielt. Junior lernt, dass Kompromisse immer möglich sind, was in der realen Welt nicht so ist, Junior lernt nicht um etwas zu kämpfen, Junior hat Spass an Kollegen und Team.
Soziale Ausbildung durch Ausbildungstrennung = Junior und insbesondere die Eltern lernen, dass der Verein die höhere Instanz ist. Junior und Eltern lernen Kompromisse zu schätzen (falls es welche gibt), weil diese wie in der realen Welt, seltenheiten sind, Ehrgeizige Junioren können bei guter Ausbildung mit der Zeit auch höherklassig spielen, Junior hat Spass an Forderung und Team.
Ich glaube, dass gute Spieler in ihren Jahrgängen eine größere Chance zur Entwicklung haben, wenn sie dort Führungsspieler werden und Selbstvertrauen tanken, als wenn sie in die ältere 1er Mannschaft gehen und unter ferner liefen spielen.
Führungsspieler kann man auch in Leistungsgetrennte Manschaften werden... man muss einfach zu den besseren gehören und vor allem; man muss Charakter haben. Diese Chance ist vermutlich durch beide Konzepte in etwa gleich. Eine grössere Chance durch Jahrgangstrennung ist einfach falsch... dies kann sein muss aber nicht. Viel eher sehe ich da Risiken wie; gute Spieler werden überheblich, denken dass Sie tun können was sie wollen etc. Dies ist meistens ein Zeichen von Unterfoderung und Ziellosigkeit... solche Spieler müssen gefordert werden und dies ist im Gegensatz zur Jahrgangstrennung in der Leistungstrennung der Fall.
Fussball ist oft Kopfsache, gerade bei Kindern: Was traue ich mir zu, wie ist meine Stellung innerhalb der Mannschaft, braucht man mich, kann ich überhaupt Fussball spielen etc.?
Kann mir in keiner KIFU Mannschaft erinnern, dass ein Junior so dachte. Die Kids denken im F- und E - Alter vorwiegend positiv... dies ist wieder eine falsche Bemerkung, die nur ein Anfängertrainer glauben würde. Ein Kind denkt; raus gehen und spielen... ob es gewinnt oder nicht ist nicht programmiert, auch dann wenn es alles gibt. Nach dem Spiel ist ein Kind bei einer Niederlage ca. 10 (maximum) Minuten etwas traurig... danach ist wieder frisch und fröhlich und kann sogar weiter springen. Einem Kind ist es sch... egal ob es gebraucht wird, ob es XYZ Stellung im Team hat etc. Sorry... dies ist einfach falsch. Haltet Euch bitte an den Fakten.
Ich widerspreche auch TRPietro und Karl, die genau das sagen, was koeppchen im zweiten Absatz schreibt. Außerdem finde ich auch nicht, dass bei solchen Entscheidungen zwischen großem und kleinem Klub unterschieden werden kann.
In fast jedem Dortklub kann es innerhalb eines Jahrganges zwei Mannschaften geben, dann steht man vor so einem Problem.
koeppchen hat in seinem Posting lediglich die zwei Konzepte kurz zusammengefasst und bestätigt was wir meinten bis auf einem Punkt mit dem fehlenden Spassfaktor im Ausbildungskonzept was wiederrum nicht stimmt.
Aber Andre hat eigentlich den Kompromiss angesprochen, den ich sehr gut finde.
Da sind wir uns einig. Für eine F - Jugend hat Andre die passende Lösung geschrieben. Es hängt aber von der Vereinsorganisation in Bezug zum Trainingsbetrieb ab.
Ergänzend dazu, hier meine Ideen, die ich aus dieser angeregten Diskussionen im Augenblick ziehe.
- Jahrgänge trennen bis einschließlich D.
- Ausschließliches Augenmerk auf Freude, Grundlagen Ausbildung, Selbstvertrauen und Freundschaften richten.
- Mindestens einmal im Monat ein gemeinsames, jahrgangsübergreifendes Training, z.B. der E1 und E2, ausrichten. Mit pfiffigen Turnieren, Statistiken und einem oder zwei Trainer, die ausschließlich beobachten, um sich ein Bild über das Leistungsniveau zu machen.
Ok, super... jetzt bin ich mal gespannt. Hört bei Euch der Fussball in der D - Jugend auf? Wie soll es ab der C - Jugend bitte weiter gehen? Nimmt mich jetzt wunder... man merkt, dass viele NUR im KIFU tätig waren/ sind.
Bei uns im Verein sind mindestens 3 Spieler in meiner Mannschaft, die letztes Jahr mit stärkeren, älteren Spielern im Team waren. Dort waren sie Mitläufer, kamen in den Spielen mal zu Einsatz, mal auch nicht. Bekamen sie in den Spielen mal den Ball, haben sie ihn nach 0,8 Sekunden irgendwo hin geschossen, weil die Älteren sofort den Ball forderten und den Kleinen nichts zutrauten.
Jetzt, nur 6 Monate später spielen diese 3 Spieler in ihrem Jahrgang, was Zufall ist, da wir im Verein ja noch keine Jahrgangstrennung machen. Und es sind andere Spieler, die sich enorm (und ich meine "enorm") entwickelt haben und in wirklich allen Bereichen mit Riesenschritten weiterkommen (Technik, Dribbling, Selbstbewusstsein, Zweikampf etc.). Man könnte fast meinen sie wären befreit.[/quote]
Es klingt schlicht und einfach nach Ueberforderung... diese Spieler wurden schlicht und einfach falsch eingeteilt... ausser du hast es jetzt etwas krass umschrieben. Aber jetzt bringt ich Dir mal ein Beispiel. Ein Spieler der letzte Saison bei mir im C - Bereich spielte (Spieler = junger Jg.) in einem Team mit lediglich 6 junge Jg. in einem 20er Kader; dieser war mehr Ersatz, dh. spielte zwischen 20 - 40 Minuten aber fast nie durch. In der Rückrunde passierte es, dass dieser Junge auch mal 80 Minuten (ganzes Spiel bei uns im C) spielen konnte und begann schon mal entscheidend zu sein. Nun; in dieser Vorrunde hat dieser Spieler im gleichen Team, nun als alter Jahrgang, in 11 Spielen, 17 Tore geschossen und ist Captain... soviel zum Thema Führungspersönlichkeit... letzte Saison war dieser ein Mitläufer... aber warum diese Entwicklung (nicht nur er auch die Anderen scheinbar die geblieben sind)? Ganz einfach; Sie mussten letzte Saison lernen für den Platz zu kämpfen... sie mussten lernen dass es bessere Spieler gibt, die man durch Wille, Einsatz, Kampf und Leistung (alles das was für Euren Jg - Konzept nicht gebraucht wird) überholen kann. Kurz; Sie mussten lernen Ihr Wille und den Biss zu benutzen und darauf bin ich stolz... denn nun sind diese Kids, die letzte Saison "Mitläufer" waren, Führungsspieler und haben gelernt mit Biss durch die Welt zu gehen... diese Kids sind nun einen schritt weiter um in dieser "Leistungsgesellschaft" durch zu kommen. Sie haben gelernt um etwas zu kämpfen... nicht so wie bei Eurem Konzept, wo man ALLES um sonst erhält. Wo man machen kann was man will und dabei nichts leisten muss... Für den Spassfaktor alle andere Werte kaputt zu machen? Nein danke... dann bevorzuge ich es, wenn 1 -2 Spieler aufhören und dafür die anderen lernen mit offene Augen durch die Welt zu gehen.
Ausbildungseinteilung ist nicht nur Technik- oder Taktikbezogen. Es ist auch für die Sozialkompetenz mit abstand besser. Man lernt sich immer wieder in neue Teams einzuleben... dies macht stärker und nicht schwächer. Dafür ist ein Trainer da, um diese Kids bei der Integrierung zu helfen.
Grüsse
TRPietro