1. Technik kann vor allem im jungen Alter trainiert werden, Taktik lässt sich jederzeit vermitteln.
Daraus ergibt sich das jede taktische Erklärung Zeit raubt für die Vermittlung von Techniken.
Stimmt das? Wie oft verkuppelt man Taktik in technische Uebungen? Bei jedem 1:1 wird bereits Taktik trainiert. Da lernt man eine Seite zu prvozieren, auf die Beine der Verteidiger zu achten etc. Im Abwehrverhalten lernt man zu tackeln, denn Gegner nach Aussen zu steuern etc.
2. Der für mich wichtigste Punkt. Taktische Erklärungen bergen die Gefahr, die Kinder einzuschränken. Sie orientieren sich an den Vorgaben des Trainers und entwickeln keine eigene Spielidee. (Vgl. Handlungsanweisungen durch den Trainer) Auch die Entfernung vom so oft propagierten Straßenfußball ist hier sehr stark.
Kinder brauchen in diesem Alter vermutlich keine genaueren Erklärungen. Ich lass diese einfach spielen. In der Regel machen es diese gar nicht mal so schlecht... insbesondere wenn diese am Anfang einen dummen Fehler am anderen machen (diese lernen durch Fehler extrem schnell).
3. Die Kinder verstehen die meisten taktischen Erklärungen noch gar nicht. Jede Taktische Vorgabe hat seine Ausnahmen, dies können die Kinder nicht erkennen und setzen somit die Vorgaben nicht situationsangepasst um.
Am Anfang (wo ich noch gar nicht verstanden hatte um was es geht) erteilte ich oft und gerne taktische Aufgaben. Insbesondere im Bereich der Raumdeckung... wenn ich so nachdenke, bin ich jetzt gerade etwas erstaunt, wie gut es diese eigentlich gemacht haben. Vermutlich liegts daran, dass Kinder oft tendieren sich dem Raum zu nähern wo der Ball ist und somit von natur aus, eine gute Raumdeckung spielen.
4. Welches sind grundlegende Taktik formen? Versuche ich mit den Kindern zu erarbeiten, wie wir uns bei ballbesitz Verhalten, muss ich auch vermitteln wie wir uns verhalten wenn wir nicht den Ball haben.
Im Training viel mir aber vor allem in den Abschlussspielen immer wieder auf, dass sich die Kinder an einem Ort anbieten, das Spielfeld nicht groß machen und somit kein gutes Spiel zustande kommen kann.
Einfache taktische Varianten reichen. Von 1:1 bis 4:4 ist einiges möglich. Wenn Du zB. Passspiel übst, wirst Du sicher auch mal etwas spielerisches und weniger drillhaftes anbieten. So gibts doch Uebungen wie das 3:1 mit der Schaffung des Dreiecks (aus dem Schatten des Gegners frei laufen). Es gibt viele Möglichkeiten.
1. Er meinte, dass wir nicht erst in der C-Junioren anfangen können den Jugendlichen zu erklären die sie das Spiel bei eigenem groß machen müssen und bei gegnerischem Ballbesitz eng.
Darum gibts auch D - Junioren. Da kann und muss man auch TE - TA trainieren. Raumdeckung oder 3er Kette sollte kein Fremdwort mehr sein.
2. Auch in den DVDs der Münchner Fußballschule werden taktische Erklärungen propagiert. Aber lediglich durch Spiele. Hier würde ich doch deutlich hinterfragen, ob dies möglich ist. Wir spielen sehr viel im 3:3 auf 4 Tore. Ohne dazugehörige Erklärung würden die Kinder nie auf die Idee kommen das Spiel breit anzulegen.
Doch doch... die kommen garantiert drauf. Aller spätestens nach 3 - 4x üben a 10 - 15 min. Ansonsten kann man dieses Spiel durch genaue Aufgaben und Rahmenbedingungen so steuern.
3. Auch beim DFB steht die Vermittlung von Taktischen Grundformen im Konzept. Daraufhin habe ich eingelenkt und in der Kreismeisterschaft versucht zu vermitteln, wie wir uns bei eigenem Ballbesitz verhalten. Mir war es bei den Erklärungen, welche ich teils durch offene Fragen versucht habe, aber auch durch zeichnerische und verbale Erklärungen, wichtig dass die Kinder meine Vorgaben verstehen. Das Endprodukt war die größte Katastrophe meiner noch jungen Trainerkarriere. Wir spielten schlechter denn je. Das erste Mal schied bei uns eine E1 in der Vorrunde der Kreismeisterschaft aus. Die Kinder trauten sich nicht hinter der Mittellinie anzubieten. Daher versuchte ich immer wieder zu korrigieren. Ich hatte mir nach dem Gespräch mit dem LFV vorgenommen, die taktischen Inhalte zu erklären, aber nicht auf ihre Einhaltung zu pochen. Im Endeffekt muss ich zugeben, dass ich mich auf genau diese Korrektur fokussiert habe. Nachdem die Kinder sich dann aufgrund meiner Angriffe in Briete und Tiefe anboten, fehlten ihnen Freilaufbewegungen um den Ball zu erlangen. Durch die große Grundaufstellung, wurden wir natürlich anfälliger für Angriffe und verloren somit viele Spiel haus hoch.
Beim Spiel erklären = zu spät.
Man muss die Faktoren trainieren und üben. Es geht auch TE - TA. Am Spiel kann man nicht mehr viel ändern (ausser Motivation und Einsatzfreude = Psychologie).
Kurz; Egal welche technische Elemente Du tranierst. Du wirst immer (oder oft) etwas taktisches oder konditionelles drin haben. Alleine das Schlussspiel 4:4 ist taktisch.
Man kommt um Taktik gar nicht drum herum, denn sobald man etwas spielerisch übt, sind bereits taktische Elemente vorhanden.
Das Schwergewicht bleibt aber ganz klar die Technik, wobei die Kids auch mal spielerisch trainiert werden sollten und somit taktische Elemente mit einfliessen, was aber kein Weltuntergang ist, solange man nicht akribisch auf taktisches Verhalten pocht.