Hallo @Günther
Ich denke, dass ein Trainer der versucht seine Junioren richtig auszubilden und dabei beharrlich ist, genau richtig am Platz ist.
Kinder und Jugendliche wollen nähmlich gefördert werden.
Dies ist durch eine gezielte Ausbildung am Besten möglich. Wenn man klare erreichbare Ziele gibt, kann man Kinder und Jugendlich sogar noch motivieren.
Ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, die Junioren richtig zu motivieren.
Wenn man einem Junior fragt: "Warum kommst Du ins Fussballtraining?". So wird die Antwort fast zu 100% folgende sein: "Weil es Spass macht."
Warum hören die Junioren oft auf?
- Kein Spass durch Druck, Angst vor Versagen, Gefühl mangelnder Akzeptanz im Team (oder vom Trainer) etc. Also Emotionale Probleme.
- Kein Spass durch Larifari. Keine Ziele. Alles zu locker, alles egal. Jeder kann kommen und gehen wie es Ihm passt. Keine Regelung. Kurz; Keine Disziplin.
Ich nehme die Faktoren nun auseinander... kann sehr lang werden dieser Text...
1) Kein Spass durch Druck, Angst vor Versagen
Oft machen Trainer Druck ein gewissen Druck. Sehr oft sogar unbewusst... Wann fühlt sich der Junior unter Druck?
Ganz einfach; Der Junior fühlt sich unter Druck, wenn er ein Resultat erreichen muss, dass er als unerreichbar sieht. Die Folge ist, die Angst vor dem Versagen. Darum kann ich hier nur pledieren. Gibt den Junioren "Ziele"... Ja, ABER; Ziele die herausfordern. Keine Ziele die Angst machen. Angst macht kein Spass und verursacht Druck... auch dies macht kein Spass. Und unsere Aufgabe ist dafür zu sorgen, dass die Junioren Spass haben.
Ziele kann man oft auch mit dem Spieler selbst definieren.
Beispiel wie ich Ziele setze
Schritt 1:
Ziele werden hyrarchisch gesetzt. Also ist das erste Ziel, das Ziel für die Mannschaft.
Mein Ziel ist seit ca. 2 Saison immer die gleiche: "Wir wollen jede Partie spielerisch dominieren - Wir wollen jede Partie separat angehen - Wir wollen jede Partie gewinnen... und wenns nicht klappt, wollen wir aber mit der Ueberzeugung vom Platz gehen, dass Spiel mitgespielt zu haben".
Mein Ziel ist offensiv, aggressiv, mutig... aber es verursacht keine Angst. Warum nicht?
Ganz einfach: Es ist kein längerfristig messbares Ziel. Die Tabelle hat weniger Wert. Und das lebe ich auch so. Wir leben im Tag. Das Ziel ist das heutige Training oder die Partie vom Spieltag. Wenn ein Spieler zu mir kommt und nach der Tabelle fragt, kriegt er folgende Antwort: "Keine Ahnung wo wir stehen. Am Weekend spielen wir gg. XY. Wenn wir alle Spiele gewinnen, so gewinnen wir auch das Turnier. Dies ist eine mathematische Gewissheit!"
Schritt 2:
Das Ziel für jeden einzelnen Spieler. Nun kriegen alle Junioren/ Spieler einzelne Ziele. Diese werden schriftlich aufgeschrieben. Der Spieler wird für die Zielsuche miteinbezogen. Es ist NIE ein Alleingang des Trainers. Der Spieler muss zu 1000% hinter dem Ziel stehen. Aengstliche Spieler kriegen tiefere Messlatten. Selbstbewusstere Spieler entsprechend höhere Messlatten. ABER; Der Spieler muss Mitsprache haben und einverstanden sein.
Oft sind es taktische Ziele. Der Aussenverteidiger kann zB. als Ziel erhalten, dass Spiel in jedem Match X mal zu schneiden. Der Stürmer kann man messen indem er Ziele erhält wie: "beweg Dich zwischen gegnerischem Mittelfeld und Abwehr" um dort Räume zu finden. Es können 1-2 Ziele sein. Freche Spieler die eine schwere Vergangenheit haben, können menschliche Ziele kriegen. Ein klassiker währe es, so einen Spieler im Teamrat zu nominieren und auch gleich als "Pate" eines jüngeren oder schwächeren Spielers zu engagieren.
Wann mache ich die Zielgespräche?
Solche Gespräche mache ich zwischen November und Februar. Vor der Vorbereitung und somit in der Hallenperiode. In der Regel führe ich 4-5 Gespräche pro Training. Mit zwei Trainer gibts somit 8-10 Gespräche pro Training. Somit währe man nach 2-4 Training mit solchen Gesprächen auch durch.
2) Kein Spass durch mangelnde Akzeptanz, Respekt usw.
Im Team wo ich aktuell tätig bin, waren wir zu Beginn, zu Dritt im Trainerstab.
Der eine Trainer trainierte bereits seit mehrere Jahren, die gleichen Junioren. Nun sind es halberwachsene A-Junioren. Der andere Trainerkollege und ich, stiessen im Oktober zum Team.
Der langjährige Trainer nannte zB. denn einten Spieler "Paiaz". Bei uns heisst das so viel wie: "Idiot". Andere Spieler wurden ebenfalls nicht fair behandelt.
Nun; Dieser Paiaz hat in 7 Spiele, 6 Tore geschossen (seit ich Trainer bin). Trotzdem gehört dieser in den Augen des damaligen Mittrainers zu den Problemspielern. Ende der Geschichte; Der langjährige Trainer ist nicht mehr Trainer. Man hat Ihm Anhand eines Gesprächs, sämtliche Fakten aufgetischt, so dass er sich dann getüpft fühlte und den Rücktritt gab.
Meine Meinung (ohne arrogant sein zu wollen); Der zurückgetrettene Trainer war verbraucht im Team. Wenn der andere Trainerkollege und ich, nicht zum Team gestossen währen, hätte es der alte Trainer bestimmt fertig gebracht, dass noch X Spieler aufgehört hätten. Konsequenz währe vermutlich ein Teamrückzug gewesen.
Weiters können sich Spieler auch von Mitspielern, nicht akzeptiert werden. Wer kennt schon die kleinen streitereien im KIFU nicht?! Für uns Trainer vermutlich niedlich und harmlos... für die Kinder ist es aber ein Weltuntergang.
3) Kein Spass durch Larifari, keine Ziele etc
Viele Trainer denken, dass die Kinder und Jugendliche ins Fussball kommen um einfach immer 5-5 zu spielen. Das ist FALSCH!
Klar, am Anfang machts Spass. Mann kann doch einfach immer spielen. Tja... aber irgendwann hats man eben auch gesehen und man hört einfach auf. Man hat ja keine Ziele. Wir spielen einfach. Irgendwann wirds lasch. Jeder kommt wenn es Ihm passt. Niemand meldet sich bei Abwesenheiten mehr ab... und schon hat man den Kuchen.
4) Die Rambo Trainer und dessen altmethodisch- bewärte Methoden
Wer kennt Sie nicht? Die Trainer die Ihre Junioren runden rennen laufen?
Ja, dass ist ja sooooo wichtig. "Wir mussten gefälligst auch Runden laufen und waren immer fit." ist dessen Lieblingseinwand um nichts an deren Methoden zu ändern. Ich nenne diese Trainer, 0815 Trainer. Diese Trainer werden nie besser. Hocken regelrecht auf den alten Sch*** drauf und verstehen dann die Welt nicht, wenn die Junioren mit dem Fussball aufhören (obwohl es eigentlich nachvollziehbar ist - ich habe auch desswegen mit 17 aufgehört zu spielen -nebst Verletzungen natürlich).
Es sind nämlich die gleichen Trainer, die dann meinen: "Die Junioren sind Mämmen geworden, diese halten nichts mehr aus. Dabei ist doch Kondition in einer Vorbereitung nötig!" Also... wenn die Junioren aufhören dann ist es deren Schuld. Es ist NIE Schuld des Trainers, der Treppenläufe alla Zeman macht oder Rundenläufe als ob man Marathonläufer währen.
Tja. Die Welt könnte ja so einfach sein. Mann müsste nur denken: "Was kann ich für Trainingsanbieten die nebst allen zu erreichenden Zielen, auch Spass machen?"
Ich sehe das so. Muss jetzt aber aufhören.
Und Tschüss
TRPietro