Beiträge von golfstrom

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    Problem in Dorfvereinen ist häufig, dass die guten Spieler wissen, dass ohne ihnen die Spiele nicht gewonnen werden können.

    Dementsprechend werden sie teilweise unbewusst anders behandelt als die schlechten Spieler und agieren dementsprechend arrogant und herrisch über die schlechten Spieler.


    Es gibt zwei Möglichkeiten der Sache Herr zu werden.

    1. Die Unruhestifter sofort aus dem Training herausnehmen und mit ihnen zusammen einen Termin mit ihren Eltern machen. Die Spieler zudem nicht für die Spiele/Turniere nominieren.


    2. Auf Gruppendynamik setzen - wenn das Training sich nicht ordentlich durchführen lässt, macht die ganze Gruppe eine Strafhandlung. Bei mir waren das immer Rundenlaufen oder Burpees. Das bestraft aber auch die "lieben" Spieler. Könnte aber dazu führen, dass die Gruppe sich selber erzieht.


    Ich würde in deinem Fall Möglichkeit 1 versuchen umzusetzen.

    Innerhalb des Vereins wäre es sicherlich am sinnhaftesten, wenn dein Sohn erstmal in der E1 mittrainiert und mitspielt. Dann hat er im Training zumindest mal ein Jahr ältere und bessere Mitspieler und hat die Herausforderung sich in Trainings und Spielen mit körperlich stärkeren Kids zu messen.


    Ansonsten solltet ihr mal ein wenig auch auf die Tabellen schauen. Welche Vereine stehen ganz gut da. Das ist meist in diesen Altersklassen auch ein Indikator für vernünftiges Training, weil die Teams bis zur E-Jugend meist noch organisch wachsen. Die Wechsel kommen häufig erst später.

    Frage an die, die die Bälle ihren Kindern mitgeben:


    - Wie läuft das, wenn ein Kind seinen Ball vergisst? Oder auch ihn wiederholt vergisst?

    - Gibt es Diskussionen unter den Kindern wer jetzt gerade mit welchem Ball übt? Oder wird alle paar Minuten neu sortiert, bis jeder wieder seinen eigenen Ball

    Wenn jemand seinen Ball vergisst, dann habe ich in einem Ballsack einige wenige Ersatzbälle mit. Während des Trainings trainieren die Jungs mit allen Bällen, da wird nicht geschaut, ob ich jetzt den eigenen Ball am Fuß habe.


    Nach dem Training suchen sich die Jungs ihre Bälle

    Hey Trainer,


    klingt jetzt nach einer sehr banalen Frage, mich interessiert aber mal wie ihr das mit den Bällen in euren Kindermannschaften organisiert. Ich sage mal kleiner B-Jugend.


    Gebt ihr jedem Kind einen Ball aus, um welchen es sich kümmern muss und immer mitbringen muss? Wenn ja, kaufen die Kinder diese Bälle?

    So machen wir es nämlich. Bei uns kauft jedes Kind sich den Ball für 10,- Eigenanteil, beschriftet ihn und bringt sich den Ball zu Trainings und Spielen/Turnieren immer mit.

    Ca. 5 Bälle habe ich dann immer noch im Ballsack, falls mal jemand den Ball vergisst.

    Diese Vorgehensweise ist relativ umstritten bei uns im Verein. Die Einen finden es gut, dass das Kind die eigene Verantwortung hat, und sie sich nicht um Bälle kümmern müssen. Die anderen sind genervt, weil am Ende des Trainings immer umfangreich die Bälle gesucht werden müssen und immer wieder Kids die Bälle auch vergessen.


    Wie macht ihr es in diesen Altersklassen?

    Absolut - wie die Vorredner schon schrieben.

    Im Jugendfussball muss das Ergebnis nur das Resultat der eigenen Trainingsarbeit sein.

    Es darf nicht das Kernziel des Trainings und Spiels sein.


    Bedeutet im Klartext für die Analysen - analysiere vor allem die Situationen der eigenen Mannschaft!

    Sowohl individuell als auch die einzelnen Mannschaftsteile.

    Wie habe ich mich verhalten? Wie kann ich Situationen lösen?

    Was können wir insgesamt verbessern an unserem Spiel?

    Es darf sich also nicht an dem Gegner in der Hauptsache orientiert werden, sondern es muss in den Analysen größtenteils um das eigene Verhalten und das Verbessern von Situationen gehen.

    Im Nachwuchs gehört immer auch dazu, dass ich an individuellen Fähigkeiten arbeite, um für die entsprechenden Situationen auch Mittel zur Verfügung zu haben.

    Das sehe ich nicht ganz so. Ein Gießkannenprinzip ist in bestimmter Höhe sicherlich sinnvoll und es sollte ein Teil des Geldes definitiv unter allen Vereinen verteilt werden. Ich halte es aber trotzdem auch für wichtig nicht alles Geld im Gießkannenprinzip zu verteilen, sondern der Ursprungsverein eines Profis sollte durchaus auch dafür belohnt werden, dass sein Junge es zum Profi geschafft hat und mit Ablösen etc. auch Summen generiert.

    Denn wie schon oben geschrieben ist es nicht reiner Zufall, dass der Junge zum Profi wurde, sondern es hat schon einen entscheidenden Anteil gegeben, damit dieser Junge überhaupt dorthin kommen konnte.

    Hier braucht man meiner Meinung nach nicht immer Regeln für.


    Im Endeffekt schützen sich die Spieler selbst. Wenn sie der Meinung sind, dass kleine Schienbeinschoner für sie ausreichen, dann müssen sie mit den Konsequenzen rechnen im Falle eines Unfalls.


    Als Trainer sollte man Kinder und Eltern darauf hinweisen und die eigene Meinung mit Argumenten vertreten. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Kinder, Jugendlichen und Eltern.


    Bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen kann man auch gern mal Bilder eines Schienbeinbruchs zeigen

    Die Jahrgänge G-Jugend bis D-Jugend sind ganz entscheidend für die spätere Entwicklung. Von daher ist es auch richtig, dass die Basisvereine Entschädigung bekommen. Schaut euch doch nur mal einen schlecht trainierten D-Jugendjahrgang und einen gut trainierte D-Jugendjahrgang an. Meist sind die Spieler beider Teams schon 4-6 Jahre im Training. Wenn du diese Teams gegeneinander spielen lassen würdest, gehen diese Duelle zumeist mit 15-20 Toren Abstand aus.

    Das hat nichts mit Zufall zu tun. Aus meiner Erfahrung heraus und bereits einigen trainierten Jahrgängen, hast du von 10 Kindern meist 1-2 sehr talentierte Kids dabei, die bei richtigem Training absolut durchstarten können. Dann hast du meist 4-5 durchschnittlich talentierte Kinder dabei, die gutes Training brauchen um sich zu guten Fußballern entwickeln zu können und du hast 3-4 Kinder dabei, die eher weniger talentiert sind und du sie selbst mit gutem Training maximal zu akzeptablen Kreisligakickern bekommst. In bestimmten Vereinen werden letztgenannte Kinder häufig gar nicht erst genommen, sie fallen quasi einem Probetraining zum Opfer, oder sie bekommen kaum Spielzeit, sodass sie den Verein wechseln oder ganz aufhören.


    Also die ersten Jahre sind absolut relevant dafür, dass die Kids überhaupt ins Raster der NLZ oder Stützpunkte kommen können und dort den Feinschliff bekommen können und sich zu Profis entwickeln können.



    Also, dass die Ausbildung bis zur D Jugend für die spätere Entwicklung nicht bedeutend ist, halte ich für schlicht falsch. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das wäre wissenschaftlich zu prüfen. Kann man natürlich mal so behaupten. Stimmt aber m.E. überhaupt nicht, dass es nicht so ist.

    Ohne gute fußballerische Grundlagen geht schon mal gar nichts. Und die werden nun mal einschließlich der allgemeinen Bewegungs-/Koordinationsfähigkeit ganz klar im Kindesalter entwickelt und vermittelt. Was dann kommt ist Feinschliff und vor allem Kraft durch körperliche Entwicklung.

    Gerade deswegen gibt es ja auch die Reform im Jugendfußball, weil man erkannt hat, dass man da nicht gut aufgestellt ist.

    Und ne, jetzt mal im Ernst. Der spätere Buli Profi wird es sowieso egal in welchem Verein er die ersten Jahre kickt. Das sehe ich komplett anders. In einem miesen Verein mit miesem Trainer hört der einfach auf und wird Handballer, Basketballer oder Leichtathlet oder sonst was.

    Die Jugendteams bis zu D für unbedeutend zu halten ist übrigens genau die Einstellung die dazu führt, dass wir im Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten da so oft schlechte Trainer haben. Gerade wieder auf einem Hallenturnier gesehen, was da so teilweise zum Fremdschämen unterwegs ist. Die dürfen da halt mal rumwerkeln. Bei der Menge an Fußballkindern, die wir haben, kommt einfach viel zu wenig raus. Und das liegt m.E. genau daran, dass die Grundausbildung in vielen Vereinen zu schlecht ist. Und das reißt dann kein Großfeldtrainer mehr raus. Der Irrtum ist ja gerade, dass man ja immer noch so viel Zeit für die Entwicklung hat. Schaut man in andere Sportarten sieht man aber, was in jungen Jahren schon möglich ist. Da hinken wir einfach hinterher. Von der Menge her müssten viel mehr Deutsche in ausländischen Profiligen kicken.

    Interessantes Thema.

    Ich habe auch gerade eine C-Jugend mit 80% jungem Jahrgang, welche gerade aus der D-Jugend hochgekommen sind und auch nur 2 wirklich erfahrenen Altjahrgängen. Also quasi eine Jungjahrgangsmannschaft.


    Ich habe deswegen bewusst dieses Team auch im Kreisspielbetrieb gemeldet, obwohl wir als Verein einen Landesklasseplatz hatten.

    Auch weil unsere Jungjahrgänge als D-Jugend eher auf gehobenen Kreisniveau gespielt hatten und nicht auf Landesspielniveau.


    Wie gehen wir es an!

    Wir spielen mit einer 4-2-3-1 Taktik.

    Sinn dieser Taktik ist eine klar strukturierte Viererkette mit einer klaren Raumaufteilung, um erstmal die Platzverhältnisse zu lernen und vor allem um sinnhaft einen Spielaufbau mittels flacher Bälle zu üben. Wir möchten so wenig wie möglich vom Torwart mit hohen Bällen eröffnen. Deswegen auch zwei zentrale Mittelfeldspieler vor der Abwehr um Anspielstationen für die Viererkette zu bieten.


    Vorne versuchen wir über 2 Flügelstürmer und einem offensiven zentralen Mittelfeldspieler die ganze Breite des Feldes zu nutzen um Angriffe vorzutragen.

    Im Training arbeiten wir viel in Spielformen. Ball halten unter Gegnerdruck, kleinere Überzahlen ausspielen, im technischen Bereich ist Ballan- und -mitnahme Trainingsschwerpunkt. Auch die Spieleröffnung unter Gegnerdruck üben wir viel.


    Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung. Es ist nach einem halben Jahr bereits eine klare Handschrift zu erkennen und die Jungs haben sich gut eingefunden auf dem Großfeld.

    Wir verändern unsere Taktik eigentlich kaum und spielen von der Formation her jedes mal identisch. Innerhalb der Formation rotieren wir durchaus mal die Positionen, wobei aber einige Spieler sich auch bereits festgespielt haben auf einzelnen Positionen.

    Dieses Thema ist eine Diskussion, die jeder Trainer von Teams in Breitensportvereinen kennt.

    Größtes Problem dabei ist häufig der Ehrgeiz der Trainer. Oder ich würde dies mal nicht als Problem darstellen, sondern als Tatsache. Viele Trainer sind ehrgeizig, opfern Freizeit für den Fußball, viele sind auch gleichzeitig Vater eines der Spieler ihres Teams.


    Dementsprechend wollen sie etwas erreichen, wollen ihre Trainingszeit nutzen um das Team zu verbessern, wollen am Wochenende dafür auch Resultate sehen. Darum geht es häufig.


    Frustrierend wird es dann, wenn die Kinder des Teams nicht so mitspielen wie der Trainer möchte.

    Was aber eben in einem Breitensportverein nicht unnormal ist.


    Da ist eben das Kind dabei, was sich einfach ein wenig mit seinen Freunden bewegen möchte, soccen möchte.

    Oder es ist das Kind dabei, wo Fußball nicht das Hauptelexier ist, der noch Handball spielt, oder Kampfsport macht oder sich einfach nur ausprobieren möchte.

    Oder es ist das Kind dabei, was erst mit 12-13 Jahren anfängt mit Fußball und eben deswegen massiven Rückstand hat gegenüber den anderen Kindern.

    Und dann gibt es noch die Kinder im Breitensportverein, wo die Eltern kaum Interesse haben am Sport ihres Kindes. Wo es jedes zweite Wochenende zur 200km entfernt wohnenden Oma geht, wo Wochenende lieber ausgeschlafen werden möchte als um 8:00 Uhr am Platz zu sein oder eben in der Familie noch weitere 4-5 Kinder vorhanden sind.


    Auf alle diese Kinder kann man treffen in einem Breitensportverein. Und es die gottverdammte Pflicht des Trainers auch diese Kinder nicht auszuschließen vom Sport!

    Natürlich kann ich Bedingungen wie eine Trainingsteilnahme für eine Spielnominierung aufstellen, gerade wenn ich genügend andere Kinder habe, die diese Bedingungen auch erfüllen. Das sollte aber nur für Punktspiele gelten!

    Organisiert Freundschaftsspiele auf niedrigerem Niveau, bietet alternative Spielformen usw. an!

    Seid kreativ, um auch Kinder mitzunehmen, die vielleicht nicht den Ehrgeiz haben wie der Trainer, aber trotzdem Sport machen möchten!

    Es darf nicht sein, dass unsere Breitensportvereine Kinder ausschließen, die nicht den Ehrgeiz haben fast schon leistungsorientierten Sport zu machen.

    Dann verlieren wir diese Kinder ganz vom Sport!

    Manchmal sind es auch nur Phasen der Unregelmäßigkeit.

    Breitensportvereine haben die Pflicht auch diesen Kindern eine Plattform zu bieten!

    Wem das als Trainer zu lasch ist, oder wer sich darauf nicht einstellen möchte, der sollte zu einem leistungsorientierten Verein wechseln!

    Ich war letztes Wochenende als zuschauender Papa auf einem U16-Hallenturnier (Spielstärke stark).

    Gewonnen hat ein Team mit einem konsequent mitspielenden, technisch starkem Torwart.

    Bei so wenigen Feldspielern war das wirklich effizient und beeindruckend!

    Wohl dem, der solche Leute ausbildet!

    Bei einem Hallenturnier gibt es ja auch nichts sinnvolleres als den Torwart mitspielen zu lassen.


    Du kannst ihn andribbeln lassen, solange bis ein Gegenspieler angreift, und dann kommt der präzise und schnelle Pass zum freigewordenen Spieler. So bekommst du wunderbar eine Spieleröffnung in der Halle hin. Wird der Torwart nicht angegriffen, sucht er den Abschluss. Das kommt aber eher selten vor, zumeist wird der Torwart spätestens an der Mittellinie angegriffen.


    Manche Teams setzen in der Halle sogar Feldspieler als Torwart ein.


    Ansonsten um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen, würde ich in der G-E-Jugend noch gar nicht groß Torwärte festspielen oder speziell ausbilden. Lasst die Kinder sich ausprobieren, rotiert auf der Torwartposition und lasst auf keinen Fall in dieser Altersklasse bestimmte Spieler nur auf der Torwartposition.


    Das Spezialisieren sollte dann ab der D-Jugend beginnen. Dort wird sich auch bereits herauskristallisiert haben, wer gerne im Tor spielt und wer überhaupt nicht gerne im Tor spielt. Wichtig ist aber immer, dass eure Torhüter weiter ausgebildet werden in Feldspielerübungen.

    Um es kurz zu halten: Es gibt die klassischen Breitensport Mannschaften bzw Vereine und dann noch die Leistungsorientierten Mannschaften bzw Vereine.

    Die Spieler bzw deren Eltern sollten diesbezüglich bei der Anmeldung aufgeklärt werden.

    Dementsprechend gilt entweder das Leistungsprinzip oder die Spielzeit wird gleichmäßig aufgeteilt.

    Das ist sicherlich richtig.


    Aber du hast eben in den Breitensportvereinen auch enorme Leistungsgefälle und auch dort haben die Kinder und Jugendliche einen gewissen Ehrgeiz Spiele gewinnen zu wollen.

    Und das zu moderieren ist eben die große Kunst und die Grundlage dieses Chats hier.

    Die besseren Spieler in einem Breitensportverein sind nicht immer gut genug um in einer leistungsorientierten Mannschaft Fuß zu fassen. Sie wollen auch mitunter den Druck eines leistungsorientierten Vereins nicht.

    Du kannst aber auch nicht immer nur nach dem Motto aufstellen, dass alle gleichmäßig spielen.

    In der Regel wird auch in einem Breitensportverein nach Leistung aufgestellt. Weil eben auch dort ein sportlicher Ehrgeiz in den Teams vorhanden ist und man sich Ziele setzt etwas erreichen zu wollen. Wettkampf eben.


    Es ist immer leicht gesagt, dass die Ausbildung im Vordergrund stehen soll.

    Den Kinder und Jugendlichen ist die Ausbildung in der Regel "scheißegal". Sie spielen Fußball, weil sie daran Spaß haben, weil sie mit ihren Freunden zusammen sein wollen und jetzt kommt es, weil sie Wettkämpfe spielen wollen. Sich messen wollen mit anderen!

    Siege einfahren möchten, Erfolgserlebnisse sammeln wollen - auch im Breitensportverein.

    Dort eben nur auf sportlich niedrigerem Niveau.

    Eine leistungsorientierte Mannschaft zu betreuen ist relativ einfach in diesem Punkt. Die besten und erfolgsversprechenden Spieler stehen auf dem Feld und die Spieler, welche weniger spielen verlassen in der Regel irgendwann diese leistungsorientierte Mannschaft und probieren sich woanders aus oder gehen wieder zurück in ihren Breitensportverein, wo sie in der Regel ja auch herkommen.

    Dein Thema kennt jeder, der in Breitensportvereinen Kinder trainiert. Ich habe 10 Jahre im E- und D-Jugend-Bereich Kinder trainiert.


    Gerade in der Halle können diese Diskussionen schnell entstehen, wenn du zu viele Kinder mitnimmst.

    Das hat damit zu tun, dass die Halle sowieso nicht effektive Einsatzzeiten im Verhältnis zur Wartezeit bietet.

    Das bedeutet, die Kinder sitzen so schon allgemein meist 1 Stunde rum und spielen dann maximal 10 Minuten.

    Eltern sind teilweise 6-8 Stunden in der Halle und wenn ihr Kind nur sehr kurz oder gar nicht spielt, dann empfinden sie diesen wertvollen Wochenendtag als verschwendet.


    Deswegen nehme ich in der Halle wirklich maximal 3 Wechsler mit und versuche die Teams homogen zusammenzustellen.

    Ich habe dann immer schwächer besetzte Hallenturniere eingestreut, um den schwächeren Spielern diese Turniere zu geben und dort dann schonmal stärkere Spieler nicht mitzunehmen.

    Die Hallenkreismeisterschaften habe ich meist nur mit den besten Spielern bestritten, zumindest die Endrunden.

    Insgesamt mit einer Mixtur aus schwächeren Turnieren und stärkeren Turnieren, wo du dann eben die schwächeren und stärkeren Spieler jeweils mitnimmst aber insgesamt über den Winter hinweg allen Spielern etwa gleichviel Einsatzzeiten bietest, hast du normalerweise auch keine Diskussionen bei Kindern und Eltern und alle Kinder können sich entsprechend ihrem Niveau mit anderen Kids messen.

    Was du heutzutage im Kinderfussball auch häufig hast ist eine Rechtfertigungspflicht.

    Das bedeutet, dass an jeder Stelle Qualität und gute Kommunikation gefordert wird.

    Früher haben die Eltern die Kids beim Fussball abgegeben und das war es. Es war relativ egal, wie dann im Endeffekt trainiert wurde usw.

    Die Trainerrolle ist deutlich komplexer geworden. Eine gute Kommunikation mit den mittlerweile sehr anspruchsvollen Eltern wird fast vorausgesetzt. Dazu kommen ehrgeizige, meist Väter, die selber mal Fussball gespielt haben, aber natürlich aus beruflichen Gründen keine Zeit für das Trainerdasein haben aber große Ansprüche für das Training ihrer Kinder haben.

    Also es wird deutlich mehr Trainingsqualität erwartet und starke kommunikative Fähigkeiten werden erwartet.

    Wenn Kinder hektisch und nervös unter Gegnerdruck werden hat das meist eine der Beiden oder gar alle beide der folgenden Ursachen:

    1. häufigster Grund - technische Unsicherheit.

    Die Kinder sind neu beim Fußball und ihnen fehlen noch die grundsätzlichen Lösungen einen Gegnerdruck zu erwidern.

    Lösungen:

    - 1 gegen 1-Übungen helfen, dass sich Kinder durch Dribbeln lösen können - das sollte bei den F-Kids favorisiert trainiert werden

    - das grundsätzliche Abschirmen des Balls kann auch in kleinen 1 gegen 1-Übungsformen nicht früh genug angefangen werden zu üben

    - Passübungen und Passschleifen werden zwar verpönt heutzutage, sind aber meiner Meinung nach gut geeignet um relativ schnell den Kids eine gewisse Passsicherheit anzutrainieren. Mit dieser können sie den Ball schnell weitergeben.

    2. Druck durch Trainer und Eltern - Nervosität

    Häufig werden durch Eltern und Trainer große Druckmomente aufgebaut und die Wertigkeit der Spiele künstlich hochgespielt selbst bei den F-Kindern

    Lösungen:

    - als Trainer den Kindern Spaß am Spiel vermitteln, Mut und Neugier sollten die hauptsächlichen Merkmale sein mit denen Kinder in den Kleinfeldaltersklassen in die Spiele gehen. Je mehr Druck aufgebaut wird von Seiten der Eltern und Trainer, desto weniger trauen sich Kinder zu und desto mehr Angst haben Kinder Fehler zu machen. Fehler gehören aber in diesen Altersklassen absolut dazu. Die Kinder müssen Erfahrungen sammeln, was gut funktioniert und was nicht - Erfahrungen werden am besten durch ausprobieren gesammelt.

    Ja, gerade technische Mängel bekommst du mit Passstaffetten oder Dribbelübungen am besten schnell verbessert. Allerdings eben auch nur, wenn du genug Trainer hast, die bei den Übungen dabei sind. Häufig fällt im Breitensportbereich die Spannung in der Übung sofort ab, sobald du als Trainer der Gruppe den Rücken zu drehst. Du brauchst dann an jeder Übungsform idealerweise einen Trainer der die Spannung in der Übung hochhält und vor allem auch coacht und Fehlverhalten anspricht und korrigiert.

    Beim Spiel:

    - Ich stelle meine stärksten Spieler gerne zentral auf. Also in der Linie Innenverteidiger, zentrales Mittelfeld. Im Sturm und auf den Außen können die Spieler nicht so viel kaputt machen.

    - Ich motiviere vor den Spielen immer positiv. Ich ich sage vorher immer, dass ein Sieg drin ist. Die Jungs müssen an den Sieg glauben, dann ist auch mehr drin.

    Absolut. Das ist der sinnvollste Weg, wenn du auf Kleinfeld erstmal eine Grundstabilität haben möchtest. Innenverteidiger und zentrales Mittelfeld, dort wird das "Haus" aufgebaut, dort ist das "Fundament" des Spielaufbaus.

    das hat nicht funktioniert. Manche hat das sogar eher eingeschüchtert.

    Hast du einen Tipp, wie ich dieses Feuer auch ins Training bringen kann? Geht das über Übungsformen oder ist das reine "Trainermentalität"?

    Was helfen könnte wäre die Einführung einer "Trainingsliga".
    Also die Sieger der Abschlussspiele oder auch Spielformen und die Teilnahme am Training werden durch Punkte belohnt und die Jungs in einer Liga aufgelistet.
    Wer die meisten Punkte hat, oder die Top3 am Ende der Hinrunde und Rückrunde, bekommen eine Belohnung von dir. Aber das muss etwas Lohneswertes sein. Meine Erfahrung aus meinen Teams - dadurch bekommst du von ganz alleine schon deutlich mehr Feuer in die Spielformen und mehr Biss in die Aktionen.

    Ansonsten hilft auch ein motivierendes und emotionales Coaching. Ich bin bspw. in den Trainings deutlich emotionaler und intensiver im Coaching als in den Spielen. Bei vielen Trainern ist es genau umgekehrt - das kommt davon, weil sie durch intensives Coaching in den Spielen bestimmte Mängel des Teams versuchen auszugleichen.
    Sei richtig dabei in den Trainings. Feuere die Jungs an auch in den Trainingsspielen, lobe sie intensiv wenn ihnen was gelingt.

    Positive Emotionalität schadet garantiert nicht.