Beiträge von Hakendran

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    Hab eigentlich niemanden angesprochen und explizit darauf hingewiesen dass es sich um meine persönliche Meinung handelt 😉

    Na da gehe ich dochmal von aus, dass es sich um Deine persönliche Meinung handelt. Das sollte doch wohl selbst verständlich sein wenn man hier was schreibt, dass muss man doch nicht extra betonen ;)

    Und wie Du schon mal selbst geschrieben hast, dies ist ein Forum zum Meinungsaustausch und jeder kann seine Meinung äußern. Nur sollte man dann auch andere Meinungen gelten lassen. Ist ja der Sinn eines Austausches.

    Ich denke das eigene Kind zu 100 % unterstützen sollte für Eltern selbstverständlich sein. Das bedeutet aber nicht, jeden Weg mitzugehen, den das Kind will. Schließlich ist man derjenige mit der größeren Lebenserfahrung, kann Perspektiven und machbare Dinge -hoffentlich- besser einschätzen als ein Kind. Sein Kind 100 % zu unterstützen kann auch bedeuten, unbequem zu sein. Mal ganz unabhängig vom Fußball, bei meinen beiden Kindern (mittlerweile 21 und 25 Jahre alt) ging es nie um Sport, sondern um andere Dinge (Studienabruch, welchen Ausbildungsweg etc.).


    Bei Dir ist es doch aktuell so, dass etwas, was Du willst, zu 100 % Deckungsgleich mit dem ist was Dein Sohn will. Ist doch auch schön. Dann ist es einfach zu handeln. Und vielleicht klappt es ja auch. Aber Du solltest nicht unterstellen, das jemand sein Kind nicht ausreichend unterstützt, wenn man einige Optionen kritischer sieht wie einige Schreiber hier und da als Elternteil nicht mitgeht. Das liest sich jedenfalls so.


    Ihr habt ja noch einen langen Weg vor Euch, da kommt ja vielleicht auch irgendwann der Punkt wo Eure Wünsche nicht mehr deckungsgleich sind. Dann wird es erst interessant mit der Zusicherung von 100 % Unterstützung.

    Ich habe etwas mit der Antwort gewartet, um die Ergebnisse des letzten Spieltags abzuwarten: der "Supersturm" hat erneut zugeschlagen und auch den nächsten Gegner - deutlich höher in der Tabelle als wir - genauso hoch zweistellig deklassiert. Es geht also nicht um "falsche Einstellung" meines Teams oder "vielleicht andere Spieler", wie teilweise gemutmaßt, sondern die Mannschaft hat sich tatsächlich komplett verändert. Sie hat in den beiden Spielen dreimal so viel Tore geschossen wie in der ganzen ersten Saisonhälfte. Ohne neue Spieler! Sie haben es nach den Angaben des gegnerischen Trainers die ganze Winterpause bis zum Erbrechen geübt und haben jetzt den Bogen raus. Wenn ich ihn am Sonntag sehe, werde ich ihn bitten, mir ein paar der Übungen zu verraten. D


    Ich gebe es zu, ich bin Laie und als Vater in die Trainerrolle reingerutscht. Und ich weiß, dass Ferndiagnosen schwierig sind. Ich brauche jetzt aber ein paar konkrete Ideen, was Ihr in dieser Situation bei der Aufstellung oder der Taktik machen würdet. Wir spielen übrigens in einer Sonderliga mit verkürztem Großfeld und 9 Spielern (also 1:8). Meine Mannschaft ist die klassische Breitensport-Mannschaft: ein paar Gute, viel Durchschnitt und ein paar Schwache.

    Wie ist das nächste Spiel gegen diese Truppe denn gelaufen ?

    Ich hatte nichts mehr geschrieben, da in der Tat ja nichts dazu gesagt wird, warum es plötzlich immer so hoch ausgeht. Außer dass die in der Winterpause viel Angriff geübt hätten. Aber das ist ja auch keine Info mit der man viel anfangen kann und wie dann immer offenbar mit Leichtigkeit immer wieder die klaren Dinger für den Gegner entstehen.

    Außer tief stehen und tief gestaffelt dann halt nur bis zur Mittellinie Fußball spielen fällt mir da nicht ein. Und 'Beton anrühren' und sich aufs intensive Verteidigen beschränken, na ja das ergibt sich gegen deutlich überlegene Mannschaften aus der Situation heraus dann meistens sowieso von alleine.


    Ist das zweite Spiel denn besser gewesen und woran hat es womöglich gelegen, dass es besser gelaufen ist ? Würde mich echt interessieren.

    Implizites Coachen durch Fragen nach den Spielen oder in Trainingspausen kann auch helfen.


    Zum Beispiel:

    Wir haben oft den Ball verloren. Wodurch könnte das passiert sein? ... Was wollt ihr anders machen / ausprobieren? ...

    Nicht nur bei den ganz jungen, auch bei älteren Jahrgängen macht es meiner Meinung nach extrem Sinn einfach mal zu fragen, was habt ihr für einen Eindruck wie wir auf dem Platz stehen ? wie kommt ihr zurecht ?

    Die Spieler sind ja schließlich da draußen und sollen es regeln, da kann man auch durchaus mal nachfragen. Einer muss natürlich am Ende die Vorgaben machen, aber die Spieler in den Entscheidunsprozess mitnehmen kann echt Berge versetzen.

    Und ich bin fasziniert davon, dass Du einen Beitrag reinstellst, mit dem der Threadersteller nun so gar nichts anfangen kann. In unseren Beiträgen kann er zumindest gucken, ob es seine Situation womöglich trifft und er was davon mitnehmen kann. Wenn nicht, dann eben nicht.


    Im übrigen sind einige Rahmendaten (C-Jugend, Kreisebene, Gegner hat im Winter viel Angriffsspiel geübt und hat angeblich plötzlich einen Wundersturm, der kaum aufzuhalten ist) genannt. Aus denen könnte man schließen (muss natürlich nicht so sein) dass zuviel aus dem Profibereich auf den Breitensport übertragen werden soll, insbesondere das flexible Kettenverhalten einer ganzen Mannschaft, was aufgrund der Rahmenbedingungen schlichtweg nicht möglich ist und man schlecht gestaffelt und sortiert auf dem Platz steht und es dem Gegner unnötig leicht macht, immer wieder durchzukommen.


    Ob das richtig ist oder nicht, mag der Threadersteller für sich selbst rausfinden. Oder mehr Daten liefern. Dein Kommentar ist schlicht überflüssig.

    Hattet Ihr / der Gegner in beiden Spielen jeweils dieselben Spieler auf dem Platz?

    Genau das kann ich mir auch nicht vorstellen. Selbst mit bestem Training schlägt nicht eine Mannschaft eine eben noch ebenbürtige andere Mannschaft zweistellig.



    Ich halte es für einen Trugschluss, dass die Viererkette zwangsläufig mehr defensive Stabilität gewährleistet, nur weil nominell ein Spieler mehr auf der letzten Linie agieren soll.

    Exakt, tatsächlich ist diese Annahme (defensive Stabilität da einer mehr hinten) der völlig falsche Grundgedanke bei Installation einer Viererkette. Die Kettenbildung ist zum ballorientierten Verteidigen eingeführt worden, d.h. in Ballnähe soll Überzahl erzeugt werden und der jeweils ballführende Spieler mit Ball bekommt soviel Gegnerdruck, dass er nichts Gefährliches mit dem Ball unternehmen kann. Keinen Pass in gefährliche Räume, kein Dribbling um gefährliche Meter zu machen. Er soll im Prinzip nur in ungefährliche Räume seitlich/nach hinten spielen können, wo die eigene Kette dann sofort wieder Überzahl in Ballnähe erzeugt.


    Damit ist die Kettenbildung ein Instrument, mit dem vorne (auf Ballhöhe) verteidigt wird. Schon da sollen gefährliche Aktionen des Gegners unterbunden werden. Die Anfälligkeiten der 'hinteren' Kette bzw. letzten Kette werden in Kauf genommen, da sich insgesamt das ballorientierte und nicht mehr mannorientierte Spiel als erfolgreicher gezeigt hat. Auf einer Ebene allerdings wo dies mit sehr viel Zeitaufwand trainiert werden kann.


    Denn wenn Kette gespielt wird, muss die ganze Mannschaft Kette spielen. Es geht um die Herstellung von Abständen aller eigenen Feldspieler zueinander um den Druck auf den jeweils ballführenden Mann immer wieder blitzschnell herzustellen. Es ist damit eine ständige Positionsrotation innerhalb der Mannschaft erforderlich. Die Kette, das sind die Abstände aller Feldspieler einer Mannschaft zueinander, um das Spielziel (Druck auf den Ball) zu erreichen.


    Wenn man Beispielsweise die Viererkette als eigenständige Kette ansieht, die unter sich funktionieren muss und dann passt das schon, dann hat man ein starres System, das nichts mit dem Grundgedanken der Kettenbildung in einer Mannschaft zu tun hat. Vereinfacht gesagt der LV bleibt LV, ob er gerade weiter vorne oder hinten ist. Das gilt auch für alle anderen Positionen. Man kann die Kette aber nicht als positionsstarres Gebilde spielen. Dann erzeugt man durch zu weites Vorrücken bsp. des LV einen Leeraum dahinter, wo nicht einmal abgestimmt ist wie dieser Leeraum abgesichert wird. Will man diesen Leeraum nicht erzeugen, wird die 4-Kette dann eben defensiver gespielt und es passiert genau das, was in den Beiträgen oben angesprochen wurde: Man bringt sich im Mittelfeld durch das Stellen einer vom Rest der Mannschaft 'abgesonderten' 4-Kette im Mittelfeld in Unterzahl und der Gegner kann im Mittelfeld immer wieder relativ unbedrängt auf die 4'Kette zumarschieren. Dann braucht es nur einen guten Passgeber und einen schnellen Stürmer der weiß wann er gehen muss und 2 Leute können auch eine 8'er Kette aushebeln, dann ist es zu spät.


    Spielt die ganze Mannschaft Kette würde der Vorstoß der AV (um mehr Druck in Ballnähe zu generieren) z.B. durch ein Zurückfallen eines 6'ers ausgeglichen werden und die IV werden zu AV. Klingt simpel, sind aber


    LV wird Mittelfeldspieler

    RV wird Mittelfeldspieler

    linker IV wird LV

    rechter IV wird RV

    6'er wird IV


    5 Positionsentscheidungen, die blitzschnell und gleichzeitig von den Spielern getroffen werden müssen. Und dazu kommen noch 5 weitere Entscheidungen der Spieler davor, um die Gesamtkette herzustellen. Nur mal als ein Beispiel.


    Ganz ehrlich: trainierst Du nicht im leistungsorientierten Bereich und hast Trainingszeit und eine Trainingsbeteiligung im entsprechenden Bereich, dann Finger weg von dem Begriff Kette.


    Mein Rezept wäre da z.B. eine Dreierabwehr (nicht Kette nicht Kette nicht Kette) mit einem IV der ruhig hoch verteidigen darf und kein Libero alter Schule sein muss und 2 AV die mannorientiert spielen. Davor zwei 6'er, einer etwas tiefer einer etwas höher justiert. Das sollte deutlich mehr Druck abhalten als 4 Leute auf relativ einer Linie, die alles andere als eine echte Kette sind.

    Das kenne ich eher umgekehrt, im Training ein Auftreten das ich denke, die kannst Du nie in ein richtiges Spiel schicken und am Wochenende ist der Einsatz da der nötig ist für einen Wettbewerb.


    Aber der Grund für meinen Frustabbau in diesem Thread ist ein anderer. Eine Spielerin die sich unheimlich gut gemacht hat und im ersten Jahr Fußball enorme Fortschritte hinbekommen hat schreibt mir heute, dass sie nicht mehr spielen darf oder will. Oder beides. Kann ich noch nicht so richtig deuten. Muss und will sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Sie ist wohl in der Schule etwas abgesackt. Vermutlich nicht wegen Fußball, so aufwendig wird der bei uns nicht betrieben. Aber bei schlechten Noten gibt es halt immer die Eltern die dann den Komplettstecker ziehen weil es liegt ja am Fußball, ab jetzt wird vermutlich alles besser. Ach man. So schade, die war wichtig auf und neben dem Platz. Echt frustig gerade.

    Nur Freundschaftsspiele? Bekommt man denn da überhaupt ein paar zusammen? Bei uns in der Liga ist, sobald die Saison angefangen hat, fast jedes Wochenende Spiel, da bleibt kaum Zeit für FS.

    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Freundschaftsspiele in der Woche statt Training abzumachen. Da findet man i.d.R. schon Gegener, die das auch als Abwechslung zum Trainingsalltag sehen, gerade wenn die Saison schon etwas läuft. Wir sind derzeit in der 1. Kreisklasse unterwegs, hatten Samstag unser erstes Punktspiel und haben gleich gestern ein Freunschaftsspiel gegen einen benachbarten Kreisligisten gemacht. Der Trainer ist froh über ein Spielangebot, das er den Spielern machen kann die in den Punktspielen nicht so viel Spielzeit bekommen. An Wochenenden würde nichts gehen an Freundschaftsspielen, das kann man knicken.


    Ich wüsste auch nicht, dass man als nicht angemeldete Mannschaft keine Freundschaftsspiele abmachen kann. Ob die gemeldet werden, ist doch nicht so wichtig meiner Kenntnis nach. Hauptsache alle Spieler sind im Verein Mitglied und darüber abgesichert, so zumindest die Aussage unseres Vorstandes. Wir haben in Vorbereitung auf unsere erste Punktrunde auch ein halbes Jahr nur Freundschaftsspiele gemacht. Wir waren nicht im Spielbetrieb als Mannschaft gemeldet, aber alle Spieler Mitglied im Verein.


    Auf Dauer kann man aber glaube ich auch keine Mannschaft beisammen halten, die nicht im Spielbetrieb gemeldet ist. Das Auf- und Ab im Spielbetrieb gegen verschieden starke Mannschaften schweißt doch am Ende auch zusammen. Ausschließlich Freundschaftsspiele dürften meiner Meinung nach zu wenig sein, um ein dauerhaftes Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.


    Obschon es für die Spieler in dem Augenblick, wo das Spiel läuft, glaube ich völlig egal ist ob da gerade ein Freundschafts- oder Punktspiel ist. Die Latte an Emotionen unterscheidet sich meiner Meinung nach da nicht (ich habe C-Mädchen)

    Also im Breitensport würde ich auch immer nach Neigungen und Wünsche der Spieler gehen, damit die Lust auf Fußball so groß wie möglich ist und bleibt.

    Ich habe in der Hinrunde durchgehend eine Torfrau gehabt, die das gut macht. Sie möchte trotzdem auch im Feld spielen. In der Rückrunde werden wir Tor-Rotation betreiben mit drei Spielerinnen. Die anderen beiden machen es auch gut, sind aber die deutlich besseren Feldspieler. Vor allem Läuferisch ist es nicht unproblematisch, weil die bisherige einzige Torfrau auch etwas stabiler ist. Aber dennoch ziehen wir das so durch. Breitensport besteht immer auch aus Kompromissen und darf kein reiner Ergebnissport sein. So schwer es auch fällt als Trainer. Erstes Ziel musser immer sein die Spieler 'durchzubringen' nach oben in den Erwachsenenbereich.

    Hey,


    waren 10 Mädchen. C-Jugend.


    Hatte wegen der Kälte schon 2 normale und 2 'Seitgalopp' Läufe vorgeschaltet und mir aus dem Programm dann folgendes rausgesucht:

    - Laufen und auf Kommando rechts/links auf einem Bein ausbalancieren, danach noch mit Ball in der Hand (schwieriger auszubalancieren als mit freien Armen)

    - mit Ball dribbeln und und auf rechts/links ausbalancieren (wobei einige erst immer noch den Ball stoppen wollten, da mussten die sich dran gewöhnen das der Ball so zu führen ist dass man problemlos in den Stand kommt und der Ball noch in der Nähe sein sollte....auch für ne konzentrierte Dribbelübung gar nicht schlecht, noch ein Effekt)

    - Skate Sprünge mit und ohne Ball (da sind die dann ohne meine Anregung dazu übergegangen, gleichzeitig synchron zu springen, war auch ein netter Effekt als Teamübung der dazu gekommen ist)


    Ich wollte an sich noch ein paar Sachen mehr machen, habe aber abgebrochen da das Ziel einer Erwärmung bei der Kälte gestern sichtlich nicht erreicht wurde. Ich werde das aber auf jeden Fall wieder machen, wenn die Temperaturen hoch gehen. Hat den Mädels auch Spaß gemacht und ist mal mas anderes als eine 'Standübung'.

    Ich habe gestern auch mal aufgrund der Diskussion hier was von Fifa 11+ Kids gemacht (habe C Mädchen).


    Habe bislang eher Stabi-Übungen und 'traditionelle' laufbasierte Warmmachgeschichten Lauf-ABC etc. getrennt. Die Kombination von Warmmachen und Stabi's (z.B. links/rechts in den Stand ausbalancieren aus dem Lauf) gefällt mir eigentlich recht gut.


    Nur wärmer sollte es sein, der reine Aufwärmaspekt 'warm werden' ist da nicht so intensiv und der Tag war gestern dann dafür etwas kalt.

    Ich finde die Idee zunächst mal "Spielstunden" zu veranstalten gar nicht schlecht. Vielleicht ändert sich dadurch die Stimmung wieder und die Jungs können den Schalter umlegen.

    Finde ich auch eine gute Idee. Ansprechen, dass Du nicht bereit bist mit den gegenwärtigen Respektlosigkeiten 'richtiges' Training zu machen und dass es an Ihnen liegt, ob es sich wieder ändert.

    Dann nach Trainingsbeteiligung evlt. ein kleines 2:2 / 3:3 etc. Miniturnier vorweg, falls die Teilnehmerzahl es zulässt. Und dann 'großes' Spiel und fertig. Würde ich vielleicht in 15 Minuten Blöcken mit wechselnden Besetzungen spielen.


    Immer noch besser als viel Zeit zu investieren in Vorbereitung und sich dann über die mangelnde Motivation zu ärgern. Und ganz ehrlich, nach 15 Jahren als Trainer im Jugendbereich frage ich mich manchmal ob man im Breitensport nicht einfach im Training 'den Straßenfußball' geben soll, zumal nebenbei ja kaum einer kickt. Ist doch gar nicht das schlechteste Training, wenn man zumindest durch kleine Mannschaften in Turnierformat für jeden viele Aktionen sicher stellt.

    Ich war einige Jahre Sachbearbeiter in einem Ausländeramt. Mir ist daher aus der Arbeitspraxix bekannt, das es insbesondere bei Migration aus afrikanischen Ländern, auch in einigen ländlichen arabischen Gegenden, oft Fälle gibt, in denen Geburtsdaten nicht geklärt werden können. Das muss nicht unbedingt mit einem aktiven Verschleiern der betroffenen Familien zu tun haben. Es gibt einfach auch Gegenden auf der Welt, die kein standes- oder melderechtliches System wie wir haben und wo Geburten dann irgendwann nachregistriert werden auf Vorsprache der Familie. Da gibt es jede Menge Material drüber, die Klärung der Identität und Wertung der Kooperation der betroffenen Familien dabei ist ja eines der zentralen Themen bei der Arbeit der Ausländerämter bei der Beurteilung von Aufenthaltstiteln, die erteilt werden können. Mitunter kann eine Klärung nicht einmal bei nachvollziehbarer intensiver Mitwirkung der Betroffenen und ausländischen Behörden, deutschen Botschaften erfolgen, da gibt es hinreichend dokumentierte Fälle.


    Der im Ausland geborene Jugendliche wird als letzter irgendeine Schuld daran tragen, dass seine Identität nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Selbst wenn absichtlich Daten verschleiert werden - dass kommt natürlich gerade zu Anfang des Aufenthaltses in Deutschland oft vor, weil der Ausgang eines Asylverfahrens nicht absehbar ist - kann ein Kind in der Familie nichts dazu. Ich habe viele Fälle erlebt, wo Kinder dann irgendwann als Erwachsene versuchen, ihre Daten zu klären, damit endlich eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann oder eine Einbürgerung. Und des scheitert dann oft mangels Mitwirkung der zuständigen ausländischen Behörden. Es muss also nicht immer schlechter Wille unterstellt werden, und erst recht nicht der Wille später irgendwann einmal beim Fußball zu betrügen. Gibt natürlich auch Fälle, wo Jugendfußballer direkt aus Afrika geholt werden und dann beim Pass aktiv geschummelt wird, aber das ist ein anderes Thema. Ich kann da nur aus meiner Praxis über Jugendliche/junge Erwachsene sprechen, die als kleine Kinder mit der Familie nach Deutschland gekommen sind.


    Und selbst wenn, was will man machen ? Irgendwann wird halt ein Geburtsdatum als 'amtlich' festgehalten, und sei es dass es nur auf eigenen Angaben der Familie beruht. Trotzdem gilt dann das Geburtsdatum bundesweit in allen Papieren. Mitunter wird vorher noch ein Altersgutachten veranlasst, aber das wird in den seltensten Fällen so sein.


    Da kann der Fußballverband dann später nicht sagen: für uns ist das Kind älter, der muss von der B in die A Jugend oder so. Das wäre schlicht rechtswidrig. Eigentlich sollte man doch meinen, dass Fußballkenner in den NLZ's, BL-Nachwuchsabteilungen etc. in der Lage sind, rein körperliche Vorzüge aufgrund eines Entwicklungsvorsprunges rauszufiltern. Manman. Da staune ich sogar als Breitensporttrainer wie schlicht da offenbar mitunter vorgegangen wird.

    Unsere Idee war, einen (1) Spieler wieder ins Team zu holen (kein Superstar sehr nett und beliebt), der aufgrund einer Verletzung Ende letzter Saison aufgehört hat.

    Also bei der Ausgangssituation verstehe ich Bedenken oder Einwände irgendwelcher Art überhaubt nicht. Wenn jemand wg. Verletzung oder anderer Gründe aufgehört hat und man so jemanden wieder überreden kann wieder anzufangen oder es auszuprobieren dann ist das doch überhaupt kein Ding. Immer mal Spieler anzusprechen die früher dabei waren gehört für mich ohnehin zum normalen 'Geschäft', um eine Breite im Kader zu haben. Da hat auch kein Elternteil oder sonstwer mitzureden, wäre ja noch schöner. Oder kümmern die sich darum, dass der Spielbetrieb zuverlässig läuft ?

    Ich habe weniger ein Problem damit, noch in der C nur 7'er zu spielen. Anpassungen an größeren Fußball zu neunt ode elft sollte jedem Spieler bis zu einem gewissen Leistungsniveau der Klasse relativ schnell möglich sein, wenn man im Training ein bisschen was vermittelt das man in jeder Spielphase, und sei der Ball noch so weit weg, 'wach' sein sollte und seine Stellung zum Spiel immer zu überprüfen hat. Wir reden hier ja vom Breitensport, da muss man nicht in der D und C schon 11'er gespielt haben um in der B zurecht zu kommen.


    Größere Probleme sehe ich in den körperlichen Altersunterschieden. Ich glaube kaum, dass alle D Jugendlichen mit den C Gegnern zurecht kommen weil einige körperlich zu unterlegen sein werden. Einige werden es schaffen, andere nicht. Da muss man schon eine entsprechend eingeschränkte Rotation der D-Spieler einplanen und kommt die D dann noch zurecht ?

    Moin, ich habe mir als Mädchentrainer den Thread jetzt komplett noch einmal durchgeschaut. Sicherlich ist es richtig, dass in vielen Vereinen der Mädchenfußball weiterhin ein Schattendasein führt und es keine geplante Vereinstrategie gibt, sondern alles was gemacht oder nicht gemacht wird komplett am Einsatz der jeweiligen Trainer liegt. Ab einem gewissen Leistungslevel und Größe des Vereins mag das anders sein, natürlich auch bei reinen Frauenfußballvereinen.

    Man liest heraus, dass Du enttäuscht warst, wie wenig teilweise neben dem Training und den Punktspielen angeboten wurde etc. Dazu mal eine Frage: Bist Du denn bereit, Dich als Elternteil für diese Dinge zu engagieren oder hast Dich bereits eingebracht ?

    Berechtigte Frage....... Ja, ich engagiere mich schon immer in den Vereinen in denen meine Tochter spielt. Jahrelang habe ich das in ihrer Jungsmannschaft getan und auch schon in zwei der Mädchenvereinen. In der jetzigen Mannschaft z.B. bin ich für die komplette Organisation der Testspiele, Turniere, Trainingslager usw. zuständig. Außerdem filme ich jedes einzelne Spiel im Auftrag des Trainerteams zur späteren Analyse. Ach ja, die Spielberichte für die sozialen Netzwerke schreibe ich auch.

    Sehr gut ! :) Eltern die sich einbringen sind leider eher Mangelware. Wenn Deine Tochter mal Lust hat auf entspannte Jahre auf Kreisebene dann kommt rüber......

    Nein waren Damen. Aber der Unterschied zu den Herren in der Intensität in den Spielformen ist enorm. Zugegeben, Herren kenne ich nur als 'Trainingsnachbar' wenn die 1. Herren (früher Bezirks-, aktuell Landesliga) die Trainingshälfte nebenan hatten wenn ich mit den Juniorinnen auf der anderen Seite war. Aber ist auf jeden Fall ein Riesenunterschied, wie die Herren sich reinhauhen. Das sieht man bei den wenigsten Damen auf der Leistungsebene, höher als Bezirksliga habe ich nie trainiert.

    Diese Jungs lieben es sich zu messen. Das ist halt ein Unterschied zum Breitensport.

    Im Stützpunkt gibt es sowas auch.

    Im Breitensport kommen Wettkämpfe durchaus auch an und sind ein belebendes Element im Training.


    Deswegen machen wir das auch im Training. Nur sind für mich als Breitensporttrainer die Ergebnisse der Vergleiche nicht ganz so wichtig, da es bei mir nicht darum geht für eine Mannschaft aus immer neuen Kandidaten über Leistung zu qualifizieren oder nicht. Trotzdem durchaus manchmal überraschend, was man dabei sieht. Und als Anreiz doch mal die 'stärkeren' zu schlagen oder dagegen zu halten immer sinnvoll.

    Was ich aber echt nicht verstehe ist, warum die Kritik kommt bzw. kam, obwohl wir verglichen mit anderen Teams und unter Berücksichtigung dessen, was an Ergebnissen zu erwarten war, ziemlich bis sehr gut da stehen bzw. standen. Ich Frage mich sogar, ob es vielleicht sogar deswegen so ist, weil sie aufgrund der guten Ergebnisse plötzlich meinen, sie seinen zu noch höherem berufen.

    Sowas nagt natürlich. Aber so ein Phänomen ist mir auch schon begegnet. Eine Mannschaft übernommen, die seit dem Aufstieg von der Kreisliga in die Bezirksliga 3 Jahre gegen den Abstieg gespielt hat, dann - meiner Meinung nach durch eine gelungene Systemumstellung, hatte vorher schon als Juniorinnentrainer oft zugeguckt und eine sehr schlechte 4'Kettenvariation als Schwachstelle ausgemacht, da spiele ich lieber gleich 3'er Abwehr mit zwei Sechsern - im sicheren Mittelfeld gespielt und plötzlich fand ich mich in Krisensitzungen der Mannschaft wieder, angeblich zu lasches Training etc. Da fehlen einem dann echt die Worte wenn der Punktestand übern Schnitt ist. Aber war nicht zu ändern, dass einige Meinungsführer im Team die Richtung ausgerufen haben. Wenn es für das gesicherte Mittelfeld reicht, dann müsste es mit mehr Rennen im Training doch auch mal für weiter höher reichen. War nach einem Jahr dann auch Schluß, das Ehrenamt muss mir auch Spaß machen sag ich immer.