Beiträge von Hakendran

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    Viele Mannschaften sind bei Freundschaftsspielen gerne bereit mal in der Woche zu spielen statt ein Training zu machen. Da habe ich zumindest gute Erfahrungen mit gemacht, bin jetzt diese Saison im Spielbetrieb mit einer C-Mädchen und letztes Jahr haben wir nur Training und Freundschaftsspiele gemacht.

    Das hat ganz gut geklappt, wäre natürlich gut wenn man passende Gegner in der Nähe hat, in der Woche kann man gerade mit jüngeren ja nicht weite Fahrtzeiten in Kauf nehmen.


    Finde ich für den Einstieg ideal, gerade bei Freundschaftsspielen kann man auch viel absprechen von wegen Spielzeit für Jüngere oder Anfänger oder so, manche Trainer sind froh auch mal ein Spiel zu haben wo es nicht um Punkte geht und ganz bewusst mehr Spielzeit verteilt wird ohne Tabellendruck und die sonst übliche Punktspielhektik.

    Interessant ist doch, das ausgerechnet gegen den stärksten Gegner Spanien in keiner Phase geschwommen wurde, das war ein Spiel gegen Ball und Gegner aus einem Guß mit klaren Aufgaben und Zuständigkeiten, die auch körperlich stark von Anfang bis Ende durchgezogen wurden.

    Das man gleichzeitig gegen deutlich schwächere Mannschaften in Phasen des Spiels ins Schwimmen kommt, während man vorher klar dominiert hat (schöner Spruch von Hamann: Wir haben Costa Rica 20 Minuten lang aussehen lassen wie Brasilien) zeigt meines Erachtens, dass keine klare Strategie vorlag wenn der Gegener sein Spiel ändert. Oder dass man keine Strategie zum 'Verwalten' des eigenen Vorsprungs hat, was ja auch mal nötig ist.

    Wie auch immer, gerade diese immer wieder auftretenen Schwimm-Phasen gegen schwache Gegner belegt meiner Meinung nach, dass die Mannschaftsleistung nicht die Reife und Qualität hatte, um in so einem Turnier weit zu kommen. Ob es jetzt mehr am taktischen Vorgaben oder an der Umsetzung durch die Spieler liegt, das kann man ohne Hintergründe zu kennen nicht wirklich wissen.

    Jup. Gegen Costa Rica muss Füllkrug auf jeden Fall von Anfang an spielen. Die werden nicht übermäßig offensiv sein, für so ein Spiel ist ein Stoßstürmer Pflicht. Gegen Spanien sehe ich das ein bischen anders, da war klar das viel Laufarbeit und Ordnung im Pressing notwendig sein wird, da hat sicherlich Müller Vorteile.

    Und Kimmich sollte unser Außenverteidigerproblem auf rechts lösen, sehe ich auch so. Im Mittelfeld gibt es genügend Alternativen, Gündegan und Goretzka auf Doppelsechs und Müller im offensiven MF statt ganz vorne, auch ein Götze sitzt ja noch auf der Bank. Und damit wäre Kimmich auch weg von den Standarts.......

    Endlich mal wieder ein Spiel bei einem großen Turnier gegen eine der 'heißesten' aktuellen Mannschaften auf gefühlter Augenhöhe. Lange her.


    Da hatte man tatsächlich gestern endlich WM-Fieber wie in Zeiten vor 2018............


    Finde die Mannschaft hat es wirklich gut gemacht, auch alle Personalentscheidung mit Aufstellung und Wechseln schlüssig und wirksam. Von Perfektion ist die Abwehr sicherlich immer noch entfernt, aber das hat schon Spaß gemacht zu schauen wie sie die Monsteraufgabe gegen Spanien angegangen sind. Hut ab vor Trainer und Mannschaft, der Dreifachwechsel nach dem Gegentreffer kam sicherlich auch nicht spontan, das war eine geplante Alternative wenn es so kommt, da bin ich ziemlich sicher.


    Und plötzlich haben wir eine Mannschaft gesehen, wo ich sage das wäre sehr schade, wenn sie in den K.O. Spielen nicht vertreten wäre. Und vor ein paar Beiträgen habe ich genau das Gegenteil geschrieben. Fußball ist schon geil.

    Das eine sind die vergebenen Chancen vorne, das andere ist die wackelige Situation defensiv.


    Selbst wenn eine der Chancen genutzt worden wäre und die 3 Punkte eingefahren worden wären, dann hat die Mannschaft angesichts der unglaubliche schlechten Abstimmung und Verfassung bei der Defensivarbeit nichts in späteren K.O. Runden einer WM zu suchen.


    Japan hat eine solide Mannschaft, klar, aber stellt doch keine Weltklasse dar. Sie haben ihr Heil zunächst in der Defensive gesucht und erst offensiver gespielt, als sie irgendwann mussten. Und prompt geht ein Schwimmen der Deutschen Mannschaft los, das ich wirklich unfassbar und gruselig finde. Null Souveränität, nie das Gefühl das die Lage im Griff ist, schwer zu begreifen das Ganze. Denn das jeder einzelne Spieler seine Qualitäten hat, ist doch auch klar. Sonst würden sie in ihren Vereinen nicht dort spielen, wo sie spielen.

    Oder führt das Ausbildungssystem dazu, dass niemand mehr echte Führung übernimmt ? Ist es ein Kopfproblem von Spielern, die in Leistungszentren groß werden und dort lernen, wenig Widerstand zu bieten um keinen Ärger zu bekommen und ausgemustert zu werden ? Werden zuwenig Führungsspieler groß ? An der rein fachlichen Ausbildung, am Wissen um taktisches Verhalten auf dem Platz etc. kann es ja eigentlich nicht liegen, aber irgendwo muss ein Fehler im System sein, das geht ja schon ein paar Jahre das keine defensive Stabilität mehr hergestellt wird und bessert sich nicht.

    Hey, danke für die Rückmeldung.


    Ich kann das alles nachvollziehen. Muss auch dazu sagen, dass ich absoluter Breitensporttrainer in einem Dorfverein bin und den Trainer auch größtenteils alleine machen muss ohne verlässlichen Co.

    Die Situation wäre schon sofort eine andere, wenn regelmäßig ein 2. Trainer mit im Training wäre um separat trainieren zu können, also z.B. auch Spieler 'rausziehen' für postitionsspezifisches während der Rest 'normal' trainiert.

    Ist daher auch ein sehr subjektiver Blickwinkel meinerseits auf die Diskussion, von der Sache her wäre ist natürlich wünschenswert da gezielter arbeiten zu können.

    Bei uns gibt es einen Jungen, der hat in der D-Jugend Torwart gespielt und ist jetzt Leistungsträger beim Tabellenführer einer Mannschaft in der Landesliga (3.Liga in der Altersklasse)...als Feldspieler.


    Sorry, aber selbstverständlich setzt sich die Ausbildung auch im Wettkampf fort. Wer keine Fehler macht, wird auch kein besserer Fußballer. Das gilt fürs Spiel genauso wie fürs Training.

    2. Ich gebe Dir Recht, im Training lernst Du, das Gelernte wird dann im Spiel angewendet, Du machst Fehler, und daraus lernst Du weiter. Für wichtig halte ich aber das Dir erst das Grundgerüst der Position beigebracht wird, im Training, bevor Du es spielst. ... Das man eben nicht jeden Spieler beliebig auf die Position bringt und dieser dann die Position fremd spielt. Wie gesagt ab D oder so und mit einem gewissen Leistungsanspruch

    Also da muss ich echt mal fragen: Argumentierst Du als Trainer, bist Du auch als Trainer tätig oder argumentierst Du als Vater ?


    Jeden Spieler im unteren Jugendbereich ab D voll ausgebildet erst dann auf den Platz zu bringen, wenn er die Basics der jeweiligen Position im Training vermittelt bekommen hat, damit gravierende Fehler ausgeschlossen sind ? Also da dürfen vermutlich 90 % aller Jugendspieler nicht auf den Platz am Wochenende. Eher niedrig angesetzt. Und wie soll das auch gehen angesichts der Trainingsbedingungen im 'normalen' Jugendbereich hinsichtlich der Trainingsbeteiligung, unterschiedlichen Motivationen der Spieler etc. ? Oder Du sprichst ausschließlich vom Leistungsbereich, würde ich mal so ab Landesliga oberhalb der Bezirksligen ansetzen. Aber das kann ja in der D noch gar nicht sein.


    Im Jugendbereich wird gelernt, sowohl im Training als auch im Spiel. Damit muss man im Jugendbereich leben können, sonst sollte man sich keine Jugendspiele anschauen und erst Recht kein Trainer im Jugendbereich sein.


    Ich habe z.B. am Wochenende ein Spiel 0:1 verloren durch einen klassischen Anfängerfehler (Außenverteidiger klärt nach innen). Der Außenverteidiger ist Späteinsteiger, erst im Sommer angefangen und ansonsten top motiviert bei Trainingsteilnahmen, Einsatz auf dem Platz und ist für diese kurze Zeit schon wirklich gut im Spiel gegen den Mann. In der Hektik kommt es aber schon mal zu so einem Fauxpax. Ist doch wunderbar, dass er aus dieser Erfahrung lernen kann, dass er so nicht klären sollte. Diese einschneidende Erfahrung mit dem daraus folgenden Lernprozess kann er doch im Training gar nicht machen, grau ist alle Theorie.


    Lernen und Entwicklung immer vor Ergebnis !

    Also ich tue mich schwer mit dem Begriff Intuition beim Fußball.


    Ich glaube auch nicht, dass z.B. ein Torgarant-Stürmer wirklich 'einen Riecher hat', wo der Ball hin kommt und wo er folglich vorher schon zu stehen hat, wenn der Torwart abklatschen lässt oder ähnliches. Da wird einfach mit Wahrscheinlichkeiten gerechnet, was könnte passieren, wo sollte ich mich hinbewegen, aber so eine Wahrscheinlichkeitsabwägung ist ja das Gegenteil einer Handlung ohne vorherige bewusste Überlegung.

    Ich glaube eher, dass es statt einer Intuiton einer besonderen Wachheit/Handlungsschnelligkeit bedarf, die es zu Fördern gilt. Auch eine besonders ausgeprägte Fähigkeit zum ständigen Scannen des Umfeldes auf dem Platz dürfte eine Rolle spielen.


    Das kann man schon beim Aufwärmen fördern, z.B. statt mit einfachem Warmlauf Parcour mit Übungen, die gleichzeitig mit der körperlichen Aktivität eine geistige Tätigkeit erfordern, wie z.B. zwei Gruppen beim Warmlaufen machen, die in einem Quadrat von z.B. 25 x 25 Metern immer wieder kreuzen müssen, immer einer von Gruppe A, dann Gruppe B usw. Nur mal ein Beispiel, wo statt einfach geradeaus mit Scannen und 'Köpfchen' gelaufen werden muss.


    Vielleicht nicht das beste Beispiel, aber dem Sinn nach immer lieber eine Übung machen, wo auch etwas überlegt und geschaut werden muss statt nur körperlich aktiv zu sein.


    Auch einfache Passübungen können hier stärker fordernd sein mit kleinen Abänderungen. Z.B. Zwei Spieler gehen durch einen Parcour und sollen sich dabei gegenseitig den Ball zupassen.Da kommt ein ganz anderer Aspekt dazu, wenn das mit 'Gegenstrom' gemacht wird. Also wenn das Paar, das eigentlich durch ist am Ende wendet und in Gegenrichtung weitermacht. Da sind dann am Ende einige Pärchen gleichzeitig im Parcour und müssen aufeinander achten


    Ich mache auch gerne vor Spielen ein Konzentrationsspiel, z.B. Trainer mit Ball in die Mitte, auf Zuruf 'Köpfen' soll der Ball gefangen werden und umgekehrt. Solche Dinge.

    In der Tat, in der Wahrnehmung von vielen -auch mitunter von eigenen Co. Trainern, das kenne ich auch- ist eben die Person der bessere Trainer, der permanent mit genauen Anweisungen Einfluss auf das Spiel nimmt und im Grunde jeden Spielzug ansagt bzw. anschreit. Da kann man nur versuchen ein dickes Fell zu haben und das an sich abperlen zu lassen.

    Auf Dauer wird sich zeigen, dass die eigenen Entscheidungen der Spieler immer wichtiger werden und dieser Weg der bessere ist (das schließt ein dosiertes gezieltes Coaching natürlich nicht aus). Schon die Vergrößerung der Spielfelder bei 9:9 und 11:11 führt dazu, dass der Trainer immer weniger Einfluss hat. Im Kleinfeld 7:7 sieht das natürlich anders aus, schade. Aber durchhalten !

    Ich trainiere im Mädchen-/Frauenbereich, da wird im Amateurbereich eh nichts gezahlt. Ich habe mal mit einem Co. vor 2 Jahren eine Bezirksligadamenmannschaft gecoacht, natürlich beide umsonst. In der Zeit wurde meinem Co. der Trainerposten bei einer Herrenkreisligamannschaft als Spielertrainer angeboten. Er hat jahrelang Bezirks- und Landesliga gespielt und ließ seine Spielerkarriere in einer 2. Herrenmannschaft ausklingen, die in der gleichen Kreisliga spielt. Das Angebot kam von einem Verein ohne große Ambitionen, nur in der Kreisliga drinbleiben wollen sie schon, standen damals unten und waren abstiegsgefährdet.

    Die haben ihm mtl. 800,- € angeboten. Da staunt der Frauentrainer.......