Beiträge von WJM3

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    Aus eigener Erfahrung würde ich mir über diese Kinder nicht allzu viele Gedanken machen. Das hört sich erstmal hart an, aber wenn Du sie fragst, wie oft sie z.B. außerhalb des Trainings Fußball spielen, wird die Antwort in 9 von 10 Fällen lauten "Eigentlich gar nicht".


    Ich habe das gleiche "setup", älteren F Jugend Jahrgang, trenne in 2 Gruppen, die nicht komplett fest zugeteilt sind, da ich ca. 6-7 sehr starke, ca. 10 ordentliche und 5 weniger gute Spieler habe. Ich habe Spiele für beide Gruppen organisiert, die Wochenenden sind entsprechend gut ausgebucht, und zu den Stärkeren nehme ich dann rotierend immer so 4-5 aus der mittleren Gruppe mit. So mache ich das auch im Training. Viele Übungen sind modular aufgebaut, d.h. es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade, dann machen trotzdem alle noch die gleiche Übung, auf unterschiedlichem Niveau. Die Guten machen die Übung dann eben gegen einen Mitspieler, die Schwächeren noch gegen einen Kegel, bis der Ablauf verstanden ist.


    Eine vierte Trainingsgruppe für 2-3 Jungs, die in einem Jahr vermutlich sowieso aufhören, weil sie dann lieber Schach oder Tennis spielen? Die Arbeit kannst Du Dir m.M.n. sparen.


    Zum Vorschlag, bei der jüngeren Gruppe mitzuspielen, ist zwar ein guter Ansatz, aber ich vermute, die haben auch 20+ Kinder und die dann dem dortigen Trainer aufzubrummen, nun ja.

    Wahrscheinlich muss ich wirklich schon in Training die stärkerern miteinander und die nicht so starken miteinander trainiern lassen.

    Zu dem Schluss bin ich auch von der G Richtung F gekommen und setze das in der F1 mittlerweile recht strikt um, sowohl im Training als auch bei den Spielen (ich habe Spiele für die Stärkeren, für die Schwächeren und gemischte Spiele). man kann geteilter Meinung darüber sein (Spätzünderdiskussion, schlecht für "Team-Spirit", usw usf) aber in unserer Konstellation klappt es sehr gut und alle ziehen (mittlerweile) mit.


    Es gibt viele Trainingsübungen, die man in verschiedenen Komplexitätsstufen umsetzen kann, auch schon für die Kleinen. So haben trotzdem alle das Gefühl, eine Übung "gemeinsam" zu machen, nur sind die Teilaufgaben für die Besseren anspruchsvoller. Beispiel, Du hast 2 Kinder, einer steht mit dem Rücken zu einem Kegel, bekommt den Ball aus (variabel) z.B. 3m vom anderen Kind zugespielt, muss annehmen, um den Kegel drehen und auf ein Minitor schießen. Diese Übung ist skalierbar, d.h. statt Kegel ein anderes Kind, das erstmal nur dasteht, im nächsten Schritt auch angreifen darf und statt Minitor geht es dann auf Tor mit TW, etc. So versuche ich bei den meisten Übungen, diese Skalierbarkeit einzubauen, und wenn die Schlechteren eine Stufe geschafft haben, dann geht es weiter für sie mit dem nächsten "level". Ich mische aber bei solchen Übungen praktisch überhaupt nicht mehr die Guten mit den Schlechten, da es m.M.n. die Entwicklung der fußballbegeisterten, talentierten Kinder enorm hemmt und das für deren Motivation auch alles andere als förderlich ist.


    Zusätzliche Randnotiz: Es gab seitens der Eltern vereinzelt Aufschreie, als ich damit begonnen hatte, ihr Kind würde ja nicht besser werden, wenn es nicht mit dem Mini-Messi Fritzchen Übungen macht. Ich habe auf einem Elternabend klar gemacht, dass in diesem Alter die Kinder nicht (hauptsächlich) besser werden, wenn sie 2x 15 Minuten die Woche mit Fritzchen eine Übung machen, sondern wenn sie jeden Tag auch außerhalb des Trainings gegen einen Ball treten (und sich idealerewise auch "passiv" mit Fußball beschäftigen), sei es mit Freunden auf dem Schulhof oder Bolzplatz oder einfach nur gegen eine Hauswand ballern. Ich habe den Kindern auch 5 technische Grundübungen gezeigt (mit Variationen), die sie daheim drinnen auf ca. 3-4qm üben können, um einfach das Ballgefühl zu entwickeln/zu verbessern. Soviel Platz hat jede Wohnung. Wenn ich alle paar Trainings mal frage, wer das denn auch zuhause geübt hat (ab und zu bauen wir die auch ins Aufwärmen mit ein), sind es die Guten, die den Arm strecken. ich habe dann mal einen der Schlechteren gefragt, wieso er das denn nicht gemacht hat und er sagte, er hat daheim gar keinen Fußball ...

    Ich vermute mal es geht einigen anderen auch so..

    Wir trainieren in einer normalen Schulhalle mit bis zu 16 Spielern.

    So langsam gehen mir die Ideen aus, wie man das attraktiv gestalten kann.


    Was treibt ihr so in der engen Halle?

    Ich mache öfter mal 2 gegen 2 mit Zeitdruck, d.h. in jeder Ecke stehen z.B. 3 Kids zzgl 2x TW. Das sind schon mal 14 Kinder. Die eine Seite ist die Angreiferseite, ich spiele den Ball zu Ihnen in die Hälfte und starte mit Pfiff den Counter (aktuell 20 Sekunden mit Warnpfiff nach 15 Sekunden), die verteidigende Mannschaft darf bei Balleroberung selbst einen Torversuch unternehmen. Durch das Zeitlimit ist die Standzeit der anderen überschaubar. Die Angreifer wechseln die Seite und stellen sich in je einer Ecke hinten an und sind bei der nächsten Welle die Verteidiger. Wenn es mal läuft ist da gut Bewegung drin und es macht den Jungs unglaublich viel Spaß. Kann man dann auch auf 3vs3 erweitern. Interessante Beobachtung bisher, die Guten spielen lieber 2x2, die Schwächeren lieber 3x3.

    Etwas anderes, was erstmal verrückt klingt, ist 8+1 gegen 8+1 zu spielen. Dabei muss sich das Team aber aufteilen auf die beiden Hälften und Spieler dürfen nicht in die jweeils andere Hälfte. Damit erreichst Du im Endeffekt ein 4x4 pro Hälfte, was grenzwertig noch ok ist. Man kann das auch mischen, wenn weniger Spieler da sind, also z.B. 7 Feldspieler, dann machst Du mal 3 Angreifer gegen 4 Verteidiger, oder umgekehrt oder in einer Hälfte 3x3 und die andere Hälfte 4x4. Bei dieser Übung sehe ich enorme Fortschritte beim "Halten" eines Bereiches (wir spielen F Jugend älterer Jahrgang, da erwarte ich bei den meisten keine "Positionstreue", aber zumindest müssen sie aufpassen, dass sie nicht in die falsche Hälfte rennen).

    Hier ist ein interessanter Podcast zum Thema Relative Age Effect von den Machern der Münchner Fussballschule. Relevant ab Minute 18:00. Erklärt ganz gut das Grundproblem und die Implikationen für den deutschen Fußball.


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    Persönlich bin ich durchaus vom R.A.E. betroffen, habe ich mit meiner Frau bereits im Krankenhaus gefrotzelt, dass unserer älterer Sohn seine Bundesligakarriere wohl abhaken kann, als er an Heiligabend auf die Welt kam (Termin war schon drüber und sie wollte einfach nicht mehr bis zum 1.1. warten ;) )

    Mal Spaß beiseite, ein Grundproblem, warum dieses Phänomen nicht abgestellt werden kann, ist der Fakt, dass am Ende des Tages auch im Breitensport die meisten Trainer "Erfolg" haben wollen, egal, was sie sagen (Ausnahmen bestätigen die Regel, bleiben aber Ausnahmen). Da zählt das Jetzt und Heute und nicht die Perspektive des deutschen Fußballs und die WM 2038. Und wenn der DFB top down vorgeben würde, dass ab sofort Q4 Kinder auch beim jüngeren Jahrgang mitspielen dürfen (z.B. maximal 3 Kinder), dann ginge das zu Lasten der Q3 Kinder des folgenden Jahrgangs. Die Zusammenlegung zweier Jahrgänge im Jugendbereich ist dabei auch ein großes Hindernis, meiner bescheidenen Meinung nach. Es sollten nur Jahrgangsspezifische Gruppierungen geben, also z.B. aktuell eine F2014, eine F2015 etc und dies nicht den Vereinen überlassen werden. Wenn dann ein Kind top ist, kann er/sie ja in der älteren Gruppe mitkicken, spricht ja nichts dagegen.


    Wir hatten in der Saison 2021/22 als reiner 2014er Jahrgang (damals "F2") gegen den Nachbardorfverein gespielt, und zwar nicht mal in der höchstmöglichen Liga. Die haben uns sprichwörtlich auseinander genommen. Da ich mich schon länger mit dem Thema R.A.E. bechäftige, habe ich mir damals den Spaß gemacht, mal auf den Spielberichtsbogen zu schauen. Beim Gegner waren von etwa 12 Kindern 7 oder 8 im Q1 2013 geboren, der Rest war irgendwann 2013 und ein oder zwei 2014er. Ziehe ich wieder meinen älteren Sohn zum Vergleich heran, reden wir über einen Altersunterschied von fast 2 Jahren, alles "by design". Dies darf einfach nicht den Vereinen überlassen werden, hier eine Lösung zu finden ("spielt halt nur Freundschaftsspiele", "die anderen hätten höher melden sollen", etc.).


    Solange die Doppeljahrgangssituation nicht geändert wird und auch Trainer nicht in irgendeiner Form "inzentiviert" werden, lieber nach der Taube auf dem Dach als dem Spatz in der Hand zu streben, wird sich das m.M.n. auch nicht ändern können, schon gar nicht flächendeckend.

    Das scheint von Verband zu Verband wirklich unterschiedlich gehandhabt zu werden.


    Unsere G-Junioren (2016 und 2017) spielen Ligabetrieb und sind bei 3x3 funino Spielfestiavals unter sich (CL-Modus). Unsere Bambini (2018) nehmen noch nicht an einem Spielbetrieb teil, sie werden vermutlich 2-3 Freundschaftsspiele gegen andere Bambini-Mannschaften Ende der Saison machen (sobald alle soweit verstanden haben, dass es nicht egal ist, in welches der 4 Tore man schießen sollte ;) ).

    alphatester


    Alles richtig gemacht! Kommunikation ist der Schlüssel. Wenn Euer aktueller Verein auf Breitensport ausgelegt und Dein Sohn gut genung ist, in einem "Ausbildungsverein" aufgenommen zu werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis so etwas (Wechsel) passiert. Den Club frühzeitig zu informieren und die Runde zu Ende zu spielen (statt nur beim neuen Verein zu trainieren) ist eine vernünftige Lösung.


    Ich trainiere eine F1 im Breitensport (und meine Bemühungen, hier mehr Zug in den Verein zu bekommen sind noch nicht richtig gefruchtet), d.h. die 2-3 wirklich Guten werden uns unter normalen Umständen früher oder später verlassen. Was ich tun kann, ist, dafür Sorge zu tragen, dass sie nicht gehen, weil wir ein schlechtes Training anbieten, weil wir die Jungs nicht ausreichend fördern, usw. Aber es ist utopisch, davon auszugehen, dass wir solche Kinder bis in die C/B-Jugend im Verein halten können, so wie wir aufgestellt sind. Je früher man sich damit abfindet, desto besser wird man damit umgehen können, wenn der Tag X kommt.

    Daher trenne ich ja in 2 Mannschaften. Ich trainiere alle zusammen, teils mit gemeinsamen Übungen, teils mit getrennten Übungen und bei den Spielen sind dann eine Kerngruppe bei den Guten (7 Jungs) zzgl. ca. 4-5 Kinder aus der "mittleren" Gruppe und bei den Spielen der weniger Guten sind es ca. 5 Gesetzte zzgl auch wieder 7-8 aus der "mittleren" Gruppe. Ich habe also keine feste Zuteilung in 11 Team A und 11 Team B, sondern eher 7 in Team A, 5 in Team B und 10 dazwischen, die da und dort zum Einsatz kommen. Hoffe, das war verständlich erklärt.

    3 Mannschaften könnte ich organisatorisch nicht stemmen und ist bei 22 Kindern denke ich auch nciht zwingend notwendig. Wenn ich pro Spieltag bei den Guten 12 dabei habe und bei den wenier Guten dann 14, bekommen alle ausreichend Spielzeit,

    Wir spielen im SWFV. Ich finde das völlig ok mit der "Kreisliga", ist ja auch egal, wie die heißt, im Wesentlichen kann man sich daran orientieren, ob man in einer spielstärkere Liga spielen möchte und man wird auch nicht dazu gezwungen. Wir haben einige Teams im Umkreis, die eine extrem leistungsorientierte Herangehensweise im Jugendbereich haben. Ich könnte endlos Anekdoten erzählen, aber erspare Euch das.


    Die Problematik ist selbstverschuldet, da ich aus sehr persönlichen Gründen keine Kinder "ablehnen" will. Dadurch wuchs das Team auf 22 an, unsere F2 (nur JG 2015) hat auch 20 Kinder, die E2 (nur JG 2013) ebenso, wobei die ja jetzt schon das Problem mit den 14 Spielern pro Spieltag hat. Wir möchten daher nächste Saison 3x E Jugend stellen, Herausforderung sind bei uns aber nicht die Kinder, sondern Trainer zu finden.


    Das mit der Spielzeit ist ja der Plan. Als ich noch alle zu den Ligaspielen in der Hinrunde mitgenommen hatte, war ich mehr mit der Stoppuhr beschäftigt als mit dem eigentlichen Spiel, nur damit bloß jeder gleich viel Spielzeit hat. Wir unterschätzen aber dabei den bereits vorhandenen Ehrgeiz insbesondere bei den stärkeren Spielern. Die werden von sich aus nicht zu einem Mitspieler spielen, wo sie davon ausgehen müssen, dass im besten Fall der Ball im Aus landet, im schlimmsten Fall der Gegner die Kugel bekommt und es hinten klingelt, das kann extrem demotivierend bzw. frustrierend auch schon für Kinder in diesem Alter sein. Dieses Mischkonzept funktioniert für uns einfach nicht. Was bringt es wenn klein Fritzchen mit offenem Mund seinem Kollegen Paulchen zuschaut, wie der einen Ball erobert, Richtung Tor marschiert und selbst abzieht, und das 4x12 Minuten lang ohne selbst an den Ball gekommen zu sein (mal überspitzt beschrieben). Wir reden über 8-/9-jährige Kinder, ich will niemanden "zwingen", abzuspielen, sondern eher den Mut auch fördern, ins 1:1 zu gehen und den Willen zu zeigen, ein Tor schießen zu wollen. Wenn nur unsere Spielstärksten auf dem Platz sind, ist das schon sehr ansehnlich, die spielen dann auch schon sehr oft miteinander, aber eben nicht, wenn ich mische.


    Die Mehrbelastung nehme ich in Kauf, ich bin praktisch jedes Wochenende mit der einen oder der anderen Mannschaft auf einem Spiel bis Mitte Juli. Die Gegner der F1b habe ich bewusst ausgesucht, das sind z.B. F2 Mannschaften von anderen Teams oder eben die schwächeren Spieler von guten Mannschaften, deren Coaches ich kenne und wir das vorher so absprechen. Die Hinzunahme eines sehr Guten, um ihn an das Thema Führungsrolle heranzuführen, kann ich erst nach der Rückrunde abschließend bewerten, aber ich denke, es ist auch gut für die Motivation der nicht so Guten, wenn einer der "Stars" dabei ist, auch wenn bei diesen Spielen dessen Aufgabe nicht ist, im Alleingang die Tore zu schießen.


    Mein Ziel ist es letztlich, allen Kindern möglichst viel Spielzeit zu geben auf einem Niveau, das Ihrem Können einigermaßen entspricht. So erhoffe ich mir, dass alle motiviert bleiben und wir tatsächlich 3 E Mannschaften in 23/24 stellen, denn sobald die Jungs auf die weiterführenden Schulen kommen, brechen viele weg, da unsere Gemeinde nur eine Realschule + hat, auf die vielleicht eine Handvoll Kinder gehen wird (wenn überhaupt), der Rest geht auf die umliegenden Gymnasien und IGSen. Und wenn ich ehrlich bin, mein ultimatives Ziel ist es, die wirklich Guten so lange wie möglich im Verein zu halten, auch wenn das sehr schwer ist (Schulwechsel zur 5. klasse, Abwerbungsversuche umliegender hyperleistungsorientierter Teams, etc.), d.h. diese müssen auch gezielter gefördert werden, das fängt im Training an und hört bei den Spieltagen auf.

    WJM3 : Jetzt habe ich noch mehr ? im Kopf - weder für 4+1 noch für 3 gegen 3 braucht man mehr als 7 Spieler - v.a. wenn sie stark sind. Beim 3 gegen 3 geben die 3-4 Spieler ein weiteres Team und beim 5 gegen 5 könnte man auch 2 Mannschaften machen. Somit verstehe ich das nicht - aber ich verstehe auch nicht, wie man eine Kreisliga bei der F-Jugend installieren kann.

    Mit 11 F-Jugendlichen wird man später wahrscheinlich noch nicht mal eine 9er Mannschaft stellen und erst Recht keine 11er. Entweder da gibt es noch mehr Spieler oder die Mannschaft wird früher oder später auseinander brechen.

    Ich habe in meiner F1 22 Spieler, davon sind 18 2014 und 4 sind 2015 (einer ist sehr gut, die anderen 3 kamen nicht mehr in der F2 unter, da die auch schon 20+ kids haben, und ich hasse es, Kindern keine Chance auf Vereinsfußball zu geben oder sie auf "Wartelisten" zu setzen).

    Da ich aber bei den 22 Kindern ein extremes (!) Leistungsgefälle habe, bin ich an den Punkt gekommen, hier einfach sehr viele Spiele zu organisieren und je nach Gegner den Schwerpunkt auf die Leistungsstarken oder die (noch) nicht ganz so Guten zu legen. Denn beim Mischen ist es nun mal so, dass am Ende doch nur die Guten den Ball holen und damit was machen und die anderen dann nur staunend zusehen. Dabei lernen sie meiner Meinung nach wenig bis nichts, wobei ich zugestehe, dass es hier verschiedene Ansichten zu geben kann. Ich habe diesen Weg für mich gewählt und er funktioniert bisher.

    Zu den Spielen der Leistungsstarken nehme ich auch ein paar Ersatzspieler mit, falls sich jemand verletzt oder es wider Erwarten sehr gut geht und ich dann ein wenig wechseln kann (bei 12 Spielern habe ich beim 4+1 und beim 3x3 je 2 Ersatzspieler, die spielen jetzt schon mehr als ein paar Minuten, aber eben nicht 40-50%). Die Eltern dieser "Ersatzspieler" wissen um die reduzierte Spielzeit bei diesen Spielen. Dafür können diese Jungs auch zu den Spielen der "Schwächeren" mitgehen, wo ich auf sehr ausbalancierte Spielzeiten über alle Teilnehmer hinweg achte. Einzige Ergänzung ist noch, dass ich zu diesen Spielen der "Schwächeren" abwechselnd einen der Besten mitnehme und im Vorfeld eine klare Aufgabenstellung bespreche und mitgebe, nämlich das Spiel für die anderen zu ordnen, sie im Zweikampf zu unterstützen und ihnen die Bälle zuzuspielen, da ich denke, dass es für die Schwächeren hilfreich ist, wenn solch ein Spieler mitmacht und für die persönliche Entwicklung des Guten auch eine interessante Aufgabe ist. Da es immer nur einer ist, der da mitkommt, kann man das auch gut steuern, damit er sich dann nicht doch von der Leine losreißt und alles alleine macht.

    Ich verstehe auch andere Trainer, die versuchen dort eine Balance zu finden und z.T. sogar Testspiele ausmachen um gezielt die schwächeren Spieler durchspielen zu lassen.

    Ich mache das so, habe nach Leistung in 2 Gruppen unterteilt, wobei es keine festen Zuteilungen gibt. Es gibt bei den Starken eine Kerngruppe mit 7 Spielern (die übrigens von allen Kindern auch so gesehen wird, die Kinder haben da ein sehr gesundes Verhältnis zum Leistungsstand der jeweils Anderen), zu dieser Kerngruppe kommen dann 3-4 weitere Spieler bei den Kreisliga-Spielen dazu. Wenn wir gegen die richtig guten Gegner spielen, werden diese 3-4 weniger eingesetzt, bekommen dann aber vermehrt Spielzeit bei den Freundschaftsspielen. Die Kinder sehen das recht entspannt und nehmen das eher als "Belohnung" wahr, nach guten Trainingsleistungen und gemachten Fortschritten auch mal bei den "Besseren" dabei sein zu dürfen. Spielzeit müssen sie aber trotzdem bekommen, was wiederum für mich als Trainer mehr Spieltermine an den Wochenenden bedeutet.

    Welche Erfahrungen habt ihr mit heterogenen "Jahrgangs-Mannschaften" gemacht und wie unterteilt ihr die Kinder in Wettkämpfen?

    Wir haben 20+ spielberechtigte F1 Spieler (davon sind 4 JG 2015, weil dort kein Platz mehr war). Das "Leistungsspektrum" ist auch schon in diesem Alter enorm. Wir haben allerdings keinen Aufnahmestop, d.h. wirklich jeder, der will, bekommt bei uns die Gelegenheit dazu (mit extrem wenigen Ausnahmen).

    1-2x im Jahr nehmen wir an leistungsorientierten Turnieren teil, mit einem reduzierten Kader (meist vom Turnier auch vorgegeben). Dorthin nehmen wir die unserer Meinung nach fußballerisch weiteren Kinder mit. Den Rest spielen wir im Ligabetrieb und Freundschaftsspiele, bzw. sonstige Freundschaftsturniere. Zu all diesen können alle Kinder kommen.

    Bei den "alle" Spielen (inkl. Ligabetrieb) kommen alle Kinder gleich viel zum Einsatz. Wir versuchen allerdings, in mehr oder weniger festeren Gruppen/Blöcken aufzustellen, d.h. wenn wir beispielsweise 14 Kinder dabei haben, sind die vermeintlich stärkeren 6-8 und die vermeintlich weniger Starken zusammen. Je nach Gegner spielen die "Stärkeren" dann hauptsächlich auf dem 4+1 Feld, die weniger Guten beim 3x3. Sicher nicht perfekt und die Trennung nach Gut versus weniger Gut wäre einen eigenen Thread wert, aber es funktioniert, die Eltern akzeptieren es, die Guten sind nicht frustriert, die weniger Guten spielen auch sehr viel. Bei 4x12 Minuten, 2 Feldern (4+1, 3x3) und 16 Kindern würde jedes Kind am Ende ca. 24 Minuten gespielt haben. Wenn der Gegner mitmacht, stellen wir noch ein weiteres 3x3 Feld.

    Ich habe früher andere, eher wenig beachtete Sportarten gemacht. Seit mein größerer Junge im Verein kickt, beschäftige ich mich schon recht viel mit der ganzen Thematik und kann sagen, dass es scheinbar nur beim Fußball so ist, dass Eltern eine Art Anspruchsdenken haben, dass Ihr Kind immer im Fokus stehen muss und Fußball weniger des Fußballs wegen sondern allgemein des Sports wegen gemacht wird. So wird sich beschwert, wenn ihr Kind im Training mal nicht mit der besseren Gruppe eine Übung machen darf (wir teilen nicht strikt, aber einige Kinder sind für einige Übungen schon so weit, andere eben nicht und müssen an Grundlagen arbeiten). Was aber Eltern einfach verstehen müssen, ist, dass ihr Kind m.M.n. nur bedingt besser wird, wenn es 2x die Woche eine 15 Minuteneinheit mit dem Mini-Messi Franz oder Peter macht, sondern wenn ich dann frage, ob sie eine Idee haben, wieso Franz oder Peter so gut sind, die Antwort recht oft von mir nachgereicht wird. Diese Kinder spielen auch außerhalb des Trainings ständig Fußball.

    Um noch konkreter auf die Frage einzugehen, wichtig ist eine klare Linie und die Einsicht, dass man es nie allen Recht machen können wird. Und auch, dass es oft die Eltern sind, die Problem sehen (suchen/finden), wohingegen der Filius meist völlig entspannt mit Spaß bei der Sache ist.

    ScuBac : Der Trainer der E1 ist ein Idiot. Und wenn die Jugendleitung so ein Vorgehen toleriert oder womöglich noch unterstützt, solltest Du Dir entweder einen anderen Verein suchen oder selbst als Jugendleiter kandidieren.

    Die Frage ist nur, wie viele Vereine es im Umfeld gibt, wo Spaß, Spiel, Soziales vor der Leistungsorientierung steht.


    Selbst in unserem Dorfverein, der sich ganz klar Richtung Breitensport positioniert und wir nur sehr, sehr bedingt Aufnahmestopps haben, ist dies innerhalb der (ehrenamtlich tätigen) Jugendtrainergruppe ein heißes Thema.


    Ich bin noch nicht allzu lange als (Co-)Trainer im Jugendbereich aktiv, aber es ist ganz offensichtlich, dass bei allen Bemühungen und aller Logik am Ende ein Großteil der Trainer doch das Erfolgsprinzip bewusst oder unbewusst bevorzugen, und das hin bis zur G Jugend.