Die wesentlichen Kriterien hat Violet Hammer schon angesprochen.
Was mir persönlich aber auffällt, ist, dass oftmals Kinder gesichtet werden, die nach Ansicht einer neutralen Person leistungsmäßig gar nicht geeignet sind, bei einem größeren Verein zu spielen (Profiverein). Ich habe es bereits mehrfach erlebt, dass Kinder aus meinem Verein zu einem Profiverein gewechselt sind, obwohl es bessere Spieler in dem jeweiligen Jahrgang gab. Dem Profiverein ist es egal, was mit dem Kind passiert. Der holt sich dann eben andere Spieler. Und so ist es dann auch passiert. Nach einem Jahr Frust und kaum Einsätzen sind die Kinder wieder zurückgewechselt, haben aber nie an Ihr altes Niveau angeschlossen. Hier fehlt mir auch oft das Vertrauen der Eltern, die nie nach einer reellen Einschätzung des Trainers bzw. des Heimatsvereins fragen.
Thema Sportgymnasium bzw. Leistungssportklassen. Ich halte persönlich nichts davon, wenn ein Kind nur noch einen Tagesablauf hat, der ausschließlich aus Schule und Sport besteht. Es ist nicht mehr möglich, sich mit Freunden zu treffen und auch einmal eine Ruhepause einzulegen. Für mich ist es unheimlich wichtig, gerade in jungen Jahren (10-15) auch andere Dinge, die man eben in der Kindheit tut, kennenzulernen. Wir haben zwei Spieler in unserem Verein, die vor zwei Jahren in München in eine Leistungssportklasse aufgenommen wurden. Der Tagesablauf beginnt um 6.00 Uhr mit Aufstehen und endete um 17.00 Uhr mit der Heimkehr und dann noch zweimal Training im Verein und einmal am Stützpunkt. Beide Spieler waren in den letzten beiden Jahren (D-Jugendalter) mehr verletzt, als dass sie gespielt haben. Sehr ungewöhnlich bereits in diesem Alter so eine lange Zeit pausieren zu müssen. Das war alles eine Folge der Überlastung. Nun werden sie nach diesem Schuljahr wieder in die Schule an unserem Heimatort zurückkehren, worüber ich mich sehr freue. Ein Spieler, mit dem ich vor kurzem gesprochen habe, ist allerdings sehr frustriert, weil er denkt, dass dadurch seine "Fußballkarriere" zerstört wurde. Nun gilt es für uns, die Spieler wieder aufzubauen und ihnen die Lust am Fußball wieder nahe zu bringen.