Ehrlich gesagt, würde ich mir Unterstützung und Coaching durchaus wünschen. Unser kleiner Verein dümpelt aber nur so vor sich hin. Der Vorstand lässt sich bei uns nie im Training blicken. Also sind wir auf uns gestellt, wobei die meisten von uns nicht mal eine Trainerlizenz haben ("Väter-Trainer"). Es gibt auch keinen regelmäßigen Austausch der Trainer untereinander. Man sieht die anderen eher mal zufällig. Von vielen weiß ich nicht mal die Namen.
Nach nun einigen Trainingseinheiten, in denen ich einiges über mich, über die Spieler und Fußball gelernt habe, lerne ich immer noch in absolut jeder Trainingssession dazu. Ich mache mir vorher echt viele Gedanken, was und wie ich es trainieren will und überlege hinterher schon, ob das auch funktioniert hat. Ich habe drei wesentliche Dinge gelernt:
1. Egal, was passiert, es bringt nichts zu schreien. Wenn die Übung nicht funktioniert, dann liegt das regelmäßig nicht am bösen Willen der Spieler, sondern an der Übung (oder auch einfach am blöden Tag). Ich habe in den letzten 2 Jahren nur ein einziges Mal zwei Spieler nach Hause geschickt - nach entsprechenden Vorwarnungen. Wenn gar nichts funktioniert: Einfach Regel 3 anwenden.
2. Eine Übung kann nie simpel genug sein. Komplizierte Übungen, so schön sie in der Theorie sind, bringen in der Praxis im Breitenfußball wenig. Jede Übung muss sich binnen einer Minute erklären lassen.
3. Die Jungs kommen zu mir, um Fußball zu spielen. Also lass ich sie spielen - in unterschiedlichen Spielformen. Reine Lauftrainings, Krafttrainings o.ä. gibt es bei mir nicht.
Für meine Trainings hole ich mir Ideen aus vielen Quellen, gerade aus dem Internet. Manchmal sieht man auch bei einer anderen Mannschaft eine bestimmte, gute Trainingsübung und kopiert die einfach. Dann gibt es noch Bücher und DVDs.