Beiträge von let1612

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    Wie komme ich zu dem Gedankensprung? Weil es um Schiedsrichterentscheidungen ging und wie man Regeln durchsetzen kann. Auch Erziehung spielt hier eine Rolle. Ich gebe euch Recht, dass ich den Gedankengang nicht gut kommuniziert habe.


    Regeländerungen im Kinderfußball, die aus meiner Sicht im 7:7 ohne weiteres umsetzbar wären:

    - der Torwart muss in der Pause gewechselt werden

    - je nach Spieleranzahl gibt es eine Wechselpause nach x Minuten, in der die Auswechselspieler eingewechselt werden müssen (z.B. 2 Auswechselspieler in der F-Jugend (Spielzeit 20 min.) -> nach 5, 10 und 15 min. müssen 2 Spieler gleichmäßig gewechselt werden)

    - Tore zählen nur, wenn alle Kinder in der gegnerischen Hälfte sind

    Problematischer wird es:

    - in der eigenen Hälfte muss ein Spieler min. 2 Ballkontakte machen sonst gibt es Freistoß für den Gegner

    - bei 3 Toren Vorsprung darf der "Torjäger" kein Tor mehr erzielen (nachdem ich dies bei Turnieren in Fußballcamps mache, weiß ich, dass es die Kinder akzeptieren und umsetzen können und meistens enststeht dadurch mehr Teamgeist und Stolz auf die Tore)


    Bei vernünftigen Trainern und Spielern bräuchte man für diese Regeln noch nicht einmal einen Schiedsrichter.

    Das mit den Jugendspielern als Jugendtrainer einsetzen, wird bei uns im Verein gerade auch gemacht. Die Jugendspieler erhalten dann 25 €/Monat - genauso wie der hauptverantwortliche Trainer im Kleinfeldbereich. Allerdings setzen wir auf B- und A-Jugendliche und nicht auf C-Jugendliche (ist mir persönlich auch etwas zu früh).

    Eine Frage, die mich auch beschäftigt ist, warum werden heute so viele Co-Trainer benötigt? Egal ob NLZ oder Dorfverein die Co-Trainer boomen. Früher ging das mit weniger Menschen und in der Schule betreut auch ein Lehrer meistens >20 Kinder.

    SG-Nr8 : meines Erachtens nach schreiben wir von unterschiedlichen Dingen. Du bist beim Spielaufbau und ich beim Ball wegschießen nach einer Schiedsrichterentscheidung und da kann ich doch beim Fußball wie beim Handball (Basketball) den Ball liegen lassen. Beim Fußball wird der noch oft weggeschossen oder weggeworfen.

    SG-Nr8 : auch wenn ihr mich jetzt für verrückt erklärt, aber ich kann mir Capoeira auch mit Ball vorstellen ;)

    Die Äpfel und Birnen sind wohl Ball wegschießen und wegwerfen? Kann ich meinen Fuß nicht so kontrollieren wie meine Hand? Ansonsten verstehe ich das nicht.

    Warum sollte etwas, dass im Handball geht, beim Fußball nicht gehen?

    Mal ein ganz einfaches Beispiel: Ball wegschießen (gibt es im Handball und Basketball nicht - nur im Fußball).


    Und Manndeckung finde ich auch eine interessante Idee: gibt mehr 1 gegen 1 - Schwerpunkt im unteren Bereich ;)


    Beim Schiedrichter-Thema würde ich beim Volleyball schauen (hat Goodie hier mal geschrieben): keine Schiedsrichter -> kein Spielbetrieb (Geldstrafe schreckt heute niemand mehr ab). Und zwar von oben nach unten: zuerst die 1. Mannschaft, dann die 2., die AH, A-Jugend usw.

    Meine Meinung zu dem Thema - leider ohne wissenschaftliche Untersuchungen ;)


    Für mich ist der Grundlagenbereich folgender: G-, F- und E-Jugend (siehe auch dfb.de)

    Bolzplatz ist für mich: Kinder kommen selbstständig hin; verschiedene Altersgruppen spielen miteinander; keine Verpflichtung (nur Gruppendynamik); Selbstorganisation (keine Erwachsenen)


    G-Jugend: waren früher und heute nicht auf dem Bolzplatz (haben sich die Ballkontakte höchstens im Hinterhof oder Garten geholt - teilweise alleine gegen die Mauer); werden von den Eltern gefahren/gebracht; sollen möglichst viele Bewegungserfahrungen machen

    -> 1x Fußballtraining + Verein bzw. Eltern sind gefordert andere Sportarten anzubieten (3-4x Fußballtraining ist mir zu einseitig für Kopf und Körper - täglich Sport ist gut)


    F-Jugend: ab dem Schulalter dürfen die Kinder meistens selbstständig zum Sportplatz/Bolzplatz (Fahrrad); Kinder mit gutem Selbstvertrauen gehen zum Bolzplatz (früher wahrscheinlich weniger als heute, weil man früher hier zu den Kleinen zählte und viele Große da waren. Müsste man mal die Straßenfußballer fragen, ab wann sie angefangen haben. In meiner Jugend war das eher ab E-Jugend-Alter); weiterhin sollen viele Bewegungserfahrungen gemacht werden

    -> 1x Training + 1x Spiel + Verein bzw. Eltern sind gefordert andere Sportarten anzubieten (3-4x Fußballtraining veranlasst die Kinder sich über Fußball zu definieren und lässt mir zu wenig Spielraum für andere Sportarten/Aktivitäten - täglich Sport ist gut und möglich)


    E-Jugend: früher meistens Beginn der Bolzplatzkarriere; heute großes Thema Schulwechsel; Ausprobieren von Sportarten wird schon verpöhnt; Lernen über Vorbilder (Ältere) wird stärker; das Kind weiß schon einigermaßen, was es will

    -> 2x Training + 1x Spiel + Verein bzw. Eltern sind gefordert eine (zwei) weitere Sportarten anzubieten (Training mit gleichaltrigen Kindern verhindert den Bolzplatzvorteil "Lernen von den Älteren" - täglich Sport wird schwieriger (z.B. Musik, Kommunion, Schule))


    Übrigens waren früher die schlechten Fußballer auch nicht auf dem Bolzplatz - oder sie mussten größer werden bzw. sich durch ungeliebte Rollen (z.B. Torwart) durchkämpfen. Auch da gab es eine "Leistungsauslese".


    Möglichkeiten für einen altersübergreifenden Bolz - und da wären auch noch D-Jugendliche dabei ;-):

    - das Spiel der 1. Mannschaft

    - Sonntagsbrunch im Vereinsheim

    => Verein wächst auch enger zusammen


    Bei "Nicht Bolzplatz" sondern "Training" denke ich eher an ein "Leistungstraining im Verein" für 2. Jahr F-Jugend bis 2. Jahr D-Jugend nach - das würde mir als Trainer Spaß machen - und den Kindern sicherlich auch. Ob es dem Verein gut täte (Neid), weiß ich allerdings nicht.

    kleiner Einschub zum Stellenwert der Ausbildung im G, F und E-Jugendbereich aus der Jugendordnung des BFV:

    "Die Höhe der (Anmerkung von mir: Ausbildungs-)Entschädigung bemisst sich bei Spielern der älteren D-Junioren bis zu den jüngeren A-Junioren nach dem Grundbetrag sowie einem Betrag pro angefangenem Spieljahr (Spieljahre in den Altersklassen der G-, F-und E-Junioren werden nicht berücksichtigt) in welchem der Spieler dem abgebenden Verein angehört hat." Quelle: bfv.de


    Und so wird hier im Kreis auch gehandelt. Man ist Stolz darauf das Norweger Modell in der A-Jugend im Modellbetrieb einzuführen, reduziert aber gleichzeitig die Mannschaften in der F-Jugendstaffel. Damit wird wieder mit Vor- und Rückrunde gespielt und Tabellen ermöglicht, wenn auch nicht gewünscht. Und warum? Damit die Fahrzeiten kürzer werden - in 20 min. waren wir auf jedem Sportplatz. Auf die Nachfrage nach Funino bekommt man dann eine gute Präsentation lieblos (negativ) vorgetragen.

    José-Mourinho : du sprichst die Grundmotive nach McClelland an. Dort wird unter Leistung allerdings auch Erfolg, Fortschritt, Kreativität, Abwechslung, Neugier oder Fantasie verstanden - das ist nicht immer effizient. So mancher Fortschritt außerhalb des Sports wurde durch Misserfolg entdeckt.

    D. Kurz zählt folgende Motive in Bezug auf Sport auf:

    Bewegungsmotiv, ästhetischer Reiz, Gesundheitsmotiv, Leistungsmotiv, Spielmotiv, Anschlussmotiv


    Auch ich bin der Meinung, dass es Leistung mit Spaß/Freude gibt und nicht nur mit Blut/Tränen/Disziplin. Ich habe mein Problem mit dem Wort "Effizienz" und "beste Lösung/Option" im Kinderfußball (ja, nicht nur dort) - und E-Jugend war hier der Ausgangspunkt. Und da ist es mir egal, ob es sich um Trainingsmethoden, -didaktik oder das Fußballspiel an sich handelt.


    Aus meiner Sicht wird im Fußball das Leistungsmotiv (auch hier in diesem Thread - mit wenigen Ausnahmen) zu viel beachtet und die anderen vernachlässigt - und das ist ein Grund für den Drop out in der Jugend.


    Ich nehme mich da übrigens selbst nicht raus, deshalb liebe ich die "Selbsthilfegruppe" hier auch ( Andre: so leicht machst du hier keine 2 Lager auf ;))

    Beispiel für Effizienz :

    - Ich kann eine Flanke "emotionslos" ins Tor köpfen (effizient: ein Kontakt und Tor mit z.B. geringer Verletzungsgefahr)

    - Ich kann die Flanke "überlegt" mit der Brust annehmen und mit der Innenseite ins Tor schieben (effektiv: 2 Kontakte)

    - Ich kann einen Seitfallzieher machen und der Ball geht vorbei - Spaß und Freude am Spiel und der Bewegung - ich würde mich über den Versuch freuen.

    Oder anders ausgedrückt: Tore und Ergebnisse sind für mich keine Garantie für Spaß und Freude am Fußball Spiel - sonst dürfte es aus meiner Sicht auch keine Diskussion über die Dominanz der Bayern in der Liga geben.


    Vielleicht könnte man die Schwerpunkte auch

    - sei außergewöhnliche

    - sei umständlich

    - sei kreativ

    - sei du selbst

    - sei ...

    nennen.

    „Ich war ein bewegliches Kind und wenn ein Ball dabei war,

    egal was für einer, war ich glücklich.

    Ich habe immer wieder Spaß gehabt, neue Sachen auszu-

    probieren... Wir haben ständig 1 gegen 1 gespielt, ich wollte

    immer nur dribbeln und habe mir keine Gedanken über das

    Spiel gemacht...

    Ich hatte in der Kindheit und Jugend kaum Interesse daran,

    taktische Dinge zu lernen, z.B. einen Doppelpass zu

    spielen...”

    Quelle und Auflösung

    Freue mich über einige "Einzeltitel" meiner Spieler (2010er) bei diversen Ferien-Fußballschulen. Mal sehen, ob die individuelle Ausbildung irgendwann auch zu mehr Mannschaftserfolgen führt.

    Sir Alex : aus meiner Sicht gibt es keine "beste" Option im Fußball. Wir haben noch nicht einmal Zeitdruck (wie z.B. beim Basketball oder Handball).


    Und mir kommt bei der ganzen Effizienz Diskussion der Spaß am Fußball spielen zu kurz.


    Noch dazu staune ich, was E-Jugendliche bei euch schon alles können und wissen - da bin ich richtig neidisch. Ich sehe und erlebe das so nicht.