Beiträge von Kala

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    Ausgehend von der Beobachtung, dass ich insbesondere bei Spielen, zu viel coache, habe ich mir für die Zeit nach der Corona-Pause zum Vorsatz genommen, genauer zu beobachten und erst dann mit gezielten Coachinghinweisen die Kinder zu unterstützen. Dabei ist mit wichtig, dass den Kindern noch Möglichkeiten zur eigenen Entscheidung bleiben.

    Ein aus meiner Sicht gelungenes Beispiel war der Hinweis im letzten Training: „Ich sehe x Anspielstationen.“ (Ausgangssituation war der Torwart, der den Ball ins Spiel bringen sollte)


    statt: „XY ist frei“ oder „Lauft euch frei.“

    So gleicht der Torwart seine Wahrnehmung mit dem Hinweis ab und sucht nach freien Anspielstationen und auch die Mitspieler müssen überprüfen, ob sie zu den anspielbaren Spielern gehören oder sich aus dem Deckungsschatten lösen müssen.

    Schön fand ich auch die Idee mit kindgerechten Codewörtern, welche hier vor Kurzem mal angesprochen wurde. Das Beispiel war hier die „Wespe“ als Hinweis, nicht locker zu lassen.


    Habt ihr noch andere bewährte (indivdualtaktische) Coachinghinweise oder -strategien für Kleinfeldmannschaften?

    bin etwas skeptisch bei nur kicken lassen. Als Trainer sicherlich die einfachste Form der Trainingsgestaltung. Mannschaft einteilen. Tore sind aufgebaut und los geht es für 90 Minuten. Kannst du uns mehr erzählen, welche Lerneffekte du festgestellt hast?

    Was ich bei uns beobachten konnte war:


    - das Leistungsgefälle ist nicht mehr so stark (einige Kinder haben einen großen Sprung gemacht)

    - die Ballbehandlung (v.a. das Dribbeln) hat sich verbessert

    - die Kinder haben unglaublich viel Lust, Fußball zu spielen


    Ob dies alles eine Folge des freien Spieltrainings ist oder dadurch bedingt ist, dass die Kinder statt bisher einmal nun zweimal spielen/trainieren, lässt sich halt leider nicht valide feststellen. Auch kann es sein, dass die Kinder auch so einen solchen Entwicklungssprung gemacht hätten.


    Zwei weitere Aspekte halte ich noch für wichtig:


    - durch ständig neue Teamkonstellationen (wir wechseln während der Einheit immer wieder) sind die Kinder immer in ganz neuen Rollen und müssen sich anders verhalten (z.B. ein Spieler, der selten die Initiative ergreift, muss dies bei einer entsprechenden Teamzusammensetzung tun)

    - obwohl unser Training ein "freies" Bolzen im 3 gegen 3 ist, steuern wir immer wieder durch Feldformen, Torpositionen, unterschiedliche Bälle oder Provokationsregeln (z.B. Torerzielung nur wenn alle über der Mittellinie)

    Wir haben seit dieser Saison in der F einen sogenannten „Fußball-3-Bolz“ als zweite Trainingseinheit installiert. Inhalt sind verschiedenen FUNino-Variationen mit Auf- und Abstiegs-Festival-Modus. Dazu legen wir an diesem Trainingstag unsere beiden F-Jugend-Jahrgänge zusammen. (eigentlich trainieren die jahrgangsgerecht für sich).


    Die Resonanz ist groß und den Kindern macht es Spaß...

    Nachdem ich in der G-Jugend noch ohne Positionen gespielt habe, haben wir in unserer ersten F-Halbrunde (Jg. 2013) erstmals mit einer 2-3-1 Aufteilung gespielt. Da ich jedoch möchte, dass die Kinder nicht auf irgendeiner Position “geparkt” werden (z.B. abwartender Verteidiger oder Stürmer), habe ich von Beginn an auf ein konsequentes Rotieren der Positionen bei jedem Wechsel gesetzt (immer eine oder zwei Positionen weiter bei jedem Wechsel/abhängig von der Anzahl der Auswechselspieler, Wechsel ca. alle 5 Minuten). Zeitweise hat dies sehr gut funktioniert (in kürzester Zeit hatten sie die drauf, wohin sie wechseln müssen), an anderen Tagen ging mit der Rotation aber auch die Ordnung verloren.


    Meine Überlegungen für die Frühjahrsrunde sind daher folgendermaßen:


    - längerer Abstand zwischen den Wechseln? (Nachteil: Auswechsler müssen länger unbeteiligt draußen bleiben, Vorteil: weniger Unruhe, da eine Wechselphase weniger)


    - positionsgetreue Wechsel? (Nachteil: jemand spielt z.B. unter Umständen längere Zeit in der Verteidigung, Vorteil: genaueres Kennenlernen einer Position)


    - aktuelles Rotationsprinzip beibehalten? (Vorteil: vielseitige Ausbildung und Spaß - jeder kann in jeder Halbzeit offensiv mitwirken, Nachteil: Gefahr, Ordnung zu verlieren)


    - andere Rotationsprinzipien?


    (Noch ein allgemeiner Hinweis: Im Training spielen wir so gut wie nur FUNino, sodass hier Positionen keine große Rolle spielen.)

    In den letzten Wochen haben sich gleich mehrere Dinge angesammelt, die alle in den Freude-Thread gehören.


    1. Nachdem ich bei uns im Verein vor ca. 4 Wochen den “Fußball-3-Bolz” für die F-Jugend ins Leben gerufen habe, wird die Beteiligung immer besser. Bester Kommentar (nachdem ich von einem der besten Spieler des älteren Jahrgangs in einer Pause eigentlich wissen wollte, ob er es anstrengend ist - er war etwas aus der Puste): “Super, super, super.”


    2. Nachdem ein Kind bei einem Spiel vor gut einer Woche krankheitsbedingt nicht mitspielen konnte, bekam ich eine selbst gemalte Karte: “Du bist der beste Trainer.”


    3. Nach unserem 1.Punktspiel bekam ich vom gegnerischen Gegner abends eine Nachricht: “Gratuliere zum Sieg und zu deinem tollen Konzept mit dem Rotieren aller Spieler auf allen Positionen. Das ist Fußballschule auf höchstem Niveau. Hut ab!”


    4. Nach 3 Spielen in unserer ersten Punktspielsaiosn haben wir zudem bisher zwei Spiele gewonnen - dabei sogar einmal als F3 gegen eine F1. Hinzu kommt, dass die Kinder total heiß auf Fußball sind und das konsequente Training mit FUNino-Elementen anscheinend Früchte trägt.

    Nachdem ich früher immer mal wieder eine Übungsform eingestreut habe, bin ich inzwischen nahezu vollkommen auf Spielformen umgestiegen. Und habe den Eindruck, dass es die Kinder weiter gebracht hat und zudem noch Spaß macht. Ich empfinde das daher in jedem Fall als richtigen Weg .
    Auffällig ist jedoch schon, dass die Kinder kaum Ideen für Finten oder unterschiedliche Bewegungsformen entwickeln. Einzig bei meinem Sohn, dem ich ab und an mal im Garten den ein oder anderen Trick zeige, ist das anders. Von daher deckt sich das etwas mit dem Hinweis von Trainero .

    Hierzu habe ich eine interessante Anmerkung, welche ich aus der Coach2-Online-Ausbildung mit Steven Turek mitgenommen habe. Hier wird immer wieder davon geredet, dass “Bilder geschaffen” werden müssen, die sozusagen als Vorstellungsmuster dienen. Hier sehe ich den einzigen Sinn von Übungen: Neue Dinge zu zeigen, die dann in einer (kurzen) Übungsphase motorisch umgesetzt werden, um diese Bewegungen ins Bewusstsein zu bringen. Weniger im Sinne eines Übungsdrills, sondern als kreatives Ausprobieren.

    https://www.bfv.de/binaries/co…ktes-fussballtraining.pdf


    Der BFV hat eine Übungssammlung für ein kontaktloses Training online gestellt. Das Problem ist nur, dass bei vielen Übungen keine 1,5-Sicherheitszone erkennbar ist, sodass sich die Spieler hier durchaus näher kommen könnten. (z.B. bei der Übung 2 die beiden Verteidiger oder auch bei der Übung 1 die Spieler blau und rot, wenn sie nah an der Linie sind). Bei den Übungen 10,11 und 12 wird zudem die 4+1-Regel verletzt (wenn der Trainer nicht selbst mitspielt)

    https://www.morgenpost.de/spor…fuer-Kinder-ausbauen.html


    Schlagzeile in Berliner Morgenpost: „Alba Berlin will Video-Angebote für Kinder ausbauen“


    Im weiteren Verlauf des Artikels dann: „Inzwischen setzen weitere Clubs auf ein Online-Trainingsprogramm für Kinder - beispielsweise starten die Telekom Baskets Bonn am Freitag ein Angebot.“


    Im Fußball gibt es zwar einige Fußballschulen, die so etwas anbieten. Und auch der ein oder andere kleine oder mittelgroße Verein macht etwas.


    Wo bleiben die Angebote der Bundesligisten? - Und zwar in so einer hervorragenden, professionellen Art und Weise wie Alba Berlin dies präsentiert.