Nach meinem letzten Training gestern (D-Jugend, Breitensport) bin ich vollkommen frustriert nach Hause gekommen.
Bei uns im Bundesland dürfen wir wegen der niedrigen Inzidenzen wieder normal trainieren. Insofern wäre eigentlich alles wieder gut. Aber erstes Problem: In der Corona-Zeit hat sich unser Kader deutlich verkleinert (2 melden sich gar nicht mehr, 2 andere sind in einen anderen Verein gegangen). Beim gestrigen Training waren anfangs noch 12 angemeldet, einer fiel verletzungsbedingt aus, einer kam unentschuldigt nicht, zwei wurden kurz vorher noch abgemeldet. Es blieben also 8. Da fragt man sich schon, warum man für so wenige noch Training anbietet. Aber gut.
Aufwärmen ging noch gut. Bisschen laufen gelassen, ein Aufwärmspiel. Okay. Aber danach? Ich hatte ein paar Pass-Übungen vorbereitet. Nichts Schweres, ganz im Gegenteil - eher E-Jugend-Niveau, weil ich weiß, dass ich ein paar dabei habe, die nicht viel können. Es waren wirklich simple Übungen. Einmal vormachen - und schon müsste die Übung laufen.
Und es klappte NICHTS. Selbst die Besseren bekamen kaum die einfachste Übung hin (einfaches Zupassen auf 8 Meter). Die Übungen wurde nicht verstanden, die Hälfte der Pässe auf kurze Distanzen ging sonst wohin. Angehalten. Fehler erklärt. Noch mal. Wieder ging nichts. Andere Übung - auch super einfach. Nichts klappt. Angehalten - Fehler erklärt. Nochmal. Wieder nichts. Andere Übung versucht - gleiches Ergebnis. Und nochmal: ich hatte wirklich sehr simple Übungen. Ich habe dann die letzten beiden etwas schwierigeren Übungen gar nicht mehr versucht und die Jungs zum Schluss einfach spielen lassen. Da lief dann auch nicht viel.
Man hat den Eindruck, dass in diesen letzten Monaten alles verloren gegangen ist, was sie mal gekonnt hatten. Wenn ich an die kommende Saison denke, graut mir richtig.
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Das klingt wirklich frustrierend und genau diese Vorstellung hatte ich auch für meine ersten Trainingseinheiten (ich wurde zum Glück eines besseren belehrt und es klappte super).
Geh doch mal mit einer positiven Einstellung an die Sache ran: Wenn die Jungs im Moment nur Übungen auf E-Jugend-Niveau schaffen, machen sie halt welche auf E-Jugend-Niveau. Wenn die Sachen nicht klappen, lass sie sich durch das einfachste - nämlich simple Spielformen - wieder an den Ball gewöhnen.
Denk nicht, dass sie etwas verlernt haben, sondern sieh es als Chance, ihnen die Basics nochmal zu vermitteln!
Es war und ist eine schwierige Zeit währen Lockdown und Corona und niemand hat Erfahrungen damit. Aber bislang bin ich fußballerisch durch alles gut durchgekommen, weil ich es immer als Chance gesehen habe. Ich habe mich nicht drüber aufgeregt, dass wir Fünfer-Gruppen oder sogar Partnerübungen machen mussten. Mich hat es dann richtig gereizt, mir Trainingsformen auszudenken, die erlaubt sind, Spaß machen und zum Niveau passen.
Und auch mit wenig Kindern kann man - wenn man es natürlich passend plant - tolle Sachen machen. Ich hatte in den letzten Wochen im Schnitt 18 Spieler da (von 20 im Kader). Aufgrund des langen Wochenendes waren Mittwoch nur 10 da. Ich wusste es, konnte dann entsprechende Übungen im 4+1 gegen 4+1 machen.
Was ich damit sagen will: Lass dich davon nicht runterziehen oder entmutigen. Pass dich als Trainer den Gegebenheiten (zumindest denen, die du vorhersehen kannst) an und mach das Beste daraus! Ich muss es mir auch immer wieder sagen, wenn ich wegen unmöglichen oder verspäteten Abmeldungen das Training umstellen muss: Du machst das Training für die, die kommen und nicht für die, die nicht kommen!!