Beiträge von Coach1976

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    Für das Ergebnis spielt das System in dem Alter i.d.R. keine Rolle., da Stimme ich zu.

    Für die Entwicklung der Spieler macht es trotzdem Sinn eine Grundordnung zu benennen um Orientierung zu geben.

    Bei Absolut gleichwertigen Teams in Bezug auf die Einzelspieler, kann das System auch mal einen Beitrag zum Ausgang des Spiels leisten. Das kommt aber vernachlässigbar selten vor...

    Ich stimme Dir im Punkt, dass es relativ egal ist welche Grundaufstellung man spielt weitestgehend zu, wobei ich es spätestens in der älteren E gar nicht schlecht finde in 3 Linien aufzustellen (egal ob Tannenbaum, 2-3-1, 3-1-2, 2-2-2) um den Kids langsam ein Gefühl für die Staffelung zu geben. Natürlich ist es am besten sie entwickeln das Gefühl wann sie wo stehen bzw. wohin laufen müssen selbst, aber eine kleine Orientierungshilfe durch die Grundaufstellung schadet m.E. nicht.

    3-3 ist für mich in der F und jüngeren E optimal, weil dann die Aufgabendifferenzierung geringer ist (alle verteidigen, alle greifen an, die einen sind aber eher defensiver und die anderen eher offensiver orientiert.)

    Rotation ist trotzdem das A und O in dieser Altersklasse, weil die Kinder im Spiel (und auch wenn wir idealistischen Kindertrainer hier im Forum es nicht hören wollen: für die Kinder macht es einen Unterschied, ob ein Spiel oder Training ist...) lernen sollen und müssen, wie sich das Spiel aus verschiedenen Perspektiven anfühlt. Hinten hat man das Spiel vor sich, dafür aber wenig Absicherung wenn man mal einen Fehler macht. Vorne agiert man oft mit dem Rücken zum Tor, kann aber in viele Aktionen mutiger und Risikofreudiger gehen, weil es eine Absicherung für Ballverluste gibt...
    Wo ich vollumfänglich Deiner Meinung bin ist Funino und Coaching.
    Immer nur kicken lassen ohne Coaching bringt langfristig nichts, da sich auch gewisse eigentlich ungünstige Handlungen einschleifen,, weil sie aktuell z.B. aufgrund körperlicher Vorteile halt funktionieren.
    Ich bin in F und E immer ganz gut damit gefahren, dass ein Trainer 2 Kleinfelder betreut hat.
    1 Feld wurde für 5-10 Minuten gecoacht und das andere konnte frei spielen...

    Gleiches normalerweise auch bei Rondos etc.

    Dementsprechend waren ca. 95 Prozent der Trainingszeit durch Spielformen abgedeckt und die Kinder konnten ca. 50% davon frei kicken und die anderen 50% wurden sie ab und zu durch Trainerhinweise "unterbrochen", "gestört" oder "bereichert". Je nach dem wie es der einzelne empfunden hat.

    Dass es "Tannenbaum" (1-3-2-1) noch gibt... Kenne ich noch aus der F-Jugend und E-Jugend Anfang der 1990er... 🤣


    Vielleicht kommen Libero und Vorstopper auch wieder...


    Unabhängig vom System, würdet ihr eure Kinder auf allen Positionen eures Systems spielen lassen?

    Bis inklusive E-Jugend ist totale Rotation für mich absolute Pflicht.

    Beim Torwart habe ich in der E ausnahmen gemacht, weil wirklich nur zwei Jungs ins Tor wollten und die auch nur wenig Lust hatten draußen zu spielen. Dementsprechend haben sich die beiden abgewechselt.

    Im Training war aber jede Position für jeden Pflicht. d.h. jeder Feldspieler "musste" auch mal ins Tor (egal ob Spiel oder Torschusstraining) und die Torhüter haben auch mal komplette Feldspieler-Trainings absolviert ohne einmal dabei im Tor gestanden zu haben.

    In der E-Jugend gab es in der Regel aber schon eine Startaufstellung, in der die Spieler (je nach Gegnerstärke) zunächst die Position gespielt haben, auf der sie am stärksten waren und der Mannschaft am meisten helfen konnten.
    In engen Spielen fiel die Rotation dann auch weniger ausgeprägt aus, während bei den meisten Spielen, die früh in unsere Richtung gekippt sind relativ früh die Positionen getauscht wurden.

    Auf den ersten Blick scheint Euer Verein / Fußballabteilung ja vieles richtig zu machen.

    Interessant wäre natürlich mal zu wissen, wie sich die 23 Jugendmannschaften aufteilen und wie viele Spieler / Trainer je Team zur Verfügung stehen.

    Bei so vielen Mannschaften, sollten ja alleine die Mitgliedsbeiträge Chancen bieten die ein oder andere Trainerstelle zu finanzieren.

    Bei 30 Kindern mit 2 Trainern in der U7 hört der Spaß irgendwann für die Trainer und vermutlich auch für die Spieler auf.

    In der Altersgruppe wäre es aber noch relativ einfach die Eltern einzubeziehen.

    Je Training sind 1 bis 2 Elternteile als Betreuer eingeplant, die dann z.B. Spielformen beaufsichtigen. Da müssen sie ja gar nicht viel tun. Weder coachen, noch etwas vormachen, sondern lediglich aufpassen, dass kein Blödsinn gemacht wir, dafür sorgen, dass immer genügend Bälle bereitliegen, ggf. Schuhe binden und im Worst-Case Streit schlichten....

    Der "Trainerschlüssel" sollte bis inkl. U11 ca. 1:10 sein (bei Bambini gerne auch 1:6 oder 1:8).

    Ab der U12 genügt meiner Erfahrung nach auch 1:15 oder 1:20, hängt aber stark von der Mannschaft ab und ob Breitensport oder Leistungssport. Bei einer "vernünftigen" Breitensportmannschaft reicht 1:20 bei einer chaotischen wäre weiterhin 1:10 besser.

    Im Leistungssport wird eher 3:18-20 benötigt um gerade in dem Alter eine vernünftige Individualisierung zu gewährleisten.

    Heim-Spieltage wenn möglich Zusammenlegen und enger getaktet gestalten. kleinen Bewirtungsstand aufbauen und vorher die Eltern um Kuchenspenden bitten, Kaffee und ein paar Alkoholfreie Getränke anbieten. Damit kann man mit relativ wenig Aufwand schon ein paar Euro einnehmen. Steigern kann man das dann, wenn es Routine geworden ist, mit einem kleinen Grill und ein paar Würscht. Ja ist Wetterabhänig, mann muss sich gedanken um Einkauf und Ausschank (Tasse/Becher etc.) machen, ABER: Kleinvieh macht auch Mist.


    Turniere ausrichten sind auch eine gute Möglichkeit um höhere Beträge einzunehmen, aber vom Aufwand natürlich deutlich höher.

    Damit haben wir in letzter Zeit sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Die Heimspiele mehrerer Jugendmannschaften möglichst eng getaktet auf einen Termin legen ggf. noch als Vorprogramm für die Herrenmannschaft. Dazu einen einfachen Flyer als pdf gestalten und den stellt jeder (Eltern, Trainer, Spieler ...) bei sich in den WhatsApp-Status.

    Einfachere billigere Werbung geht nicht.

    Netter Nebeneffekt: die "Verein im Verein"-Strukturen lösen sich wieder auf, es entsteht wieder ein Miteinander über die Altersgruppen hinweg. Wichtige Voraussetzung: es braucht jemanden, der sicherstellt, dass die gemeinsamen Einnahmen gerecht verteilt und verwendet werden, weil ja durch die gemeinsame Bewirtung die oft sehr reichlich gefüllten Mannschaftskassen der einzelnen Teams verschwinden.

    Ich sehe da im Pilot in der F-Jugend ein FUNino-Spielfeld und eines mit 2 Toren und es wird von Mixed-Spielfeld und Twin-Modus gesprochen. Nur die G-Jugend spielt reines FUNino. E-Jugend hat ein 5 gegen 5 auf 2 Tore.

    Genau so ist es künftig. Bislang ist es auch sehr gut gelöst, daher finde ich nächsten Schritt geringfügig zu viel. G-Jugend spielt aktuell 3 vs 3, F-Jugend 5:5, E-Jugend 7:7. Ich gehe absolut mit, wenn die F-Jugend auch noch nicht auf die Jugendtore spielt, aber ab der E finde ich einfach, darf man "1 Ball, 2 Tore, [Zahl einfügen] Minuten" spielen. Ist ja nur meine Meinung. Training mit diversen Elementen aus Funino spielen wir sicherlich auch noch in der D-Jugend und aufwärts.

    Mich stört bei all den Bewertungen genauso wie bei den Vorgaben der Verbände das Starre System.

    G-Jugend 3:3 (ggf. auch mal 2:2) ist ideal. Warum aber nicht ab und zu auch mal 5:5, damit die Kids "richtig" Fußball spielen können.

    F-Jugend: 5:5: warum nicht auch hier ab und zu 3:3 aber auch mal 7:7

    E-Jugend: 7:7, aber genauso mal 5:5 und 9:9.

    Die Variabilität aus verschiedenen Spielformen und Herausforderungen macht den intelligenten flexiblen Spieler.

    Die Starrheit des Systems kommt leider wieder aus dem erwachsenen Wettbewerbsgedanken, dass in einer Saison jedes Spiel gegen jeden Gegner die gleichen Rahmenbedingungen haben muss, damit man im Hintergrund dich wieder die imaginäre Tabelle basteln kann.

    In dem Zusammenhang gefällt mir die Differenzierung von let1612 zwischen Wettkampf und Wettbewerb.

    Die Kinder sollen jedes Wochenende einen neuen Wettkampf (am besten unter neuen Rahmenbedingungen) austragen und den auch gerne gewinnen wollen. Von mir aus könnten es auch zwei Wettkämpfe an einem Tag in unterschiedlichen Spielformen sein.

    Ein Wettbewerb, der sich über eine Saison zieht ist unterhalb der C-Jugend nicht erforderlich.

    Bei allem was man den Verbänden vorwerfen kann, muss ich sie hier eindeutig in Schutz nehmen. Die würden an der Schraube nämlich deutlich schneller drehen als die Vereine und die meisten Trainer.

    Mir fällt da ein Beispiel ein, als ich noch U8 oder U9 Trainer war.

    Der Gegner des Nachbarvereins ruft an um ein Spiel abzusagen, weil er nur 7 Spieler, also keinen Ersatzspieler hat.

    Mein Angebot 5 gegen 5 zu spielen oder noch lieber ihm 3-4 Spieler aus meinem Team (gerne auch von den stärkeren Spielern) bei seiner Mannschaft spielen zu lassen hat er abgelehnt, weil das Spiel dann ja eh nicht zählen würde und für die Verbandsrunde nicht relevant wäre.

    Wir haben für unsere Jungs kurzfristig ein Mannschaftsinternes Turnier im 5gg5 organisiert und am Ende ein "Abschlussspiel" mit 10 gegen 10 oder 11 gegen 11 (bin mir nicht mehr ganz sicher) gemacht. Es war sportlich und zwischenmenschlich die wertvollste Veranstaltung der ganzen Saison.

    Euer Verein scheint entweder viel zu viele Mitglieder zu haben und/oder im Geld zu schwimmen.

    Als Vorstand / Abteilungsleitung wäre ich für eine Initiative wie diese einfach nur dankbar.

    Ich könnt daraus 3 Veranstaltungen mit je ca. 30-40 Kindergartenkindern inkl. Eltern und Geschwistern machen.

    Das Potential dadurch neue Mitglieder zu gewinnen ist riesig und nicht zu vergessen die schönen Möglichkeiten Einnahmen durch Kaffee, Kuchen, Getränke etc. zu verdienen (ggf. noch eine Spendenbox für die Jugendabteilung oder einen guten Zweck aufstellen).

    Bei den Aktivitäten würde ich mich unter den Abteilungen absprechen und versuchen, so wenig Überschneidungen zu haben.

    Die Stationen je Abteilung müssen nicht zwingend alle sportartspezifisch sein, sondern Freude an den im Verein angebotenen Bewegungsangeboten vermitteln. Allerdings sollte je Abteilung schon mindestens eine Übung dabei sein, die den Kern der Sportart vermittelt . - Torschuss oder Minispiel beim Fußball, Sprint, Staffel oder Ballwurf bei Leichtathletik und beim Turnen vielleicht eine Matte und ein Gerät, an dem man mit Hilfestellung Übungen machen kann

    Der Wettkampf sollte sich nah am Fußball orientieren und in der G- und F-Jugend gar nicht als solcher stattfinden. Ligabetrieb Funino halte ich für falsch und keinen Ligabetrieb in der E halte ich auch für falsch. Die Kinder, deren Mannschaft nicht Meister wird, verkraften das ab der E sicherlich. Man darf auch mal verlieren. Der Ligabetrieb im Kinderfußball sorgt auch - richtig angegangen - für letztlich etwa gleichstarke Teams in der jeweiligen Staffel.

    Vermutlich ist in der G das Wort "Wettkampf" einfach schon falsch gewählt.
    Wenn man einfach mal akzeptiert, dass G und auch jünger F keinen Wettkampf im herkömmlichen Sinn brauchen, dann stellt sich die Frage ob dort Funino die geeignete Spielform ist gar nicht mehr.

    Wenn man dann ab dem älteren F-Jahrgang vom 5+1 über die E mit 5+1 und 6+1 weitergeht, hat man doch definitiv bessere Spielformen als heute.

    Wer ernsthaft behauptet, dass es für die Entwicklung eines 7 jährigen besser ist 7gg7 zu spielen, kann sich mit dem Thema nicht ernsthaft befasst haben, sondern lehnt neues einfach aus Prinzip ab.

    Ich bin wahrscheinlich zu nachtragend oder hänge zu sehr an meinen Prinzipien. Aber jemand, dem ich bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit vertraue und mit dem ich alle Informationen teile, forciert am Nachmittag meinen Rauswurf und grinst mir Abends beim Training ins Gesicht, als wäre nichts und verheimlicht eben wichtige Informationen vor mir und nutzt sie gegen mich. Da fällt es mir schwer, noch ein klärendes Gespräch zu organisieren, wenn jemand mir so sehr schaden will, obwohl man noch in einem engen Vertrauensverhältnis ist. Ich muss meine Mannschaft jetzt alleine trainieren - was kein Problem ist - aber mehr Aufwand und Zeitbedarf fordert. Und dann ist da jemand, der mich daran hindern will, alles sabotiert hat, dann eigenmächtig zurückgetreten ist und nun doch wieder überall auftaucht und Gerüchte verbreitet. Solche Nebenschauplätze stören meine Effizienz.

    Auch wenn das Thema natürlich brennt und es um die A-Jugend für die kommende Saison geht, würde ich es wahrscheinlich etwas defensiver formulieren. Grundsätzlich ist es aber nicht schlecht, einen Zeitpunkt zu setzen, zu dem das Thema endlich keines mehr ist, weil gelöst.

    Ich kann deinen Unmut und deine Unlust bezüglich eines Gespräches absolut verstehen, aber Dein Ärger blockiert Deine Effizienz doch deutlich mehr, als wenn Du Dir einmal Zeit nimmst das Problem aus der Welt zu schaffen.

    Dann lass das 4-Augen-Gespräch weg und steig direkt mit dem offiziellen Termin mit den zuständigen Vorständen ein. Dann wird dem Kollegen unter Zeugen noch einmal klar gemacht, was er zu tun und zu lassen hat.

    Die Trennung ist ja bereits vollzogen und er ist nicht mehr Teil des Trainerteams - grundsätzlich ist er nur noch Teil des JSG-Partners, in dessen Kreisliga C-Mannschaft er kickt. Dennoch taucht er überall auf, verdreht den Jungs wahrscheinlich den Kopf und spricht wie erwähnt auch schlecht über mich und meine Methoden vor anderen.


    Die Frage ist, wie ich mit jemandem umgehe, der ohne Funktion ist, aber so viel Unruhe reinbringt. Der Vorstand möchte sich kümmern, aber im Verlauf des Threads haben aufmerksame Leser ja schon mitbekommen, wie aktiv unser Vorstand ist. ^^

    Ich verstehe, dass Du den Vorstand mit einbeziehen möchtest, bin aber der Meinung, Du solltest das Thema auch im Zwischenmenschlichen Bereich mit dem Ex-Kollegen selbst klären.

    Vermutlich gab es ja vor der Trennung schon mal ein Gespräch.

    Ich würde an Deiner Stelle mich mal unter vier Augen mit ihm treffen (Vereinsheim oder "neutrale" Kneipe) und die ganze Situation aufarbeiten, sowohl was die Vorgeschichte als auch, was die Konsequenzen daraus betrifft.

    So wie Du den Kollegen beschreibst wirkt er sehr unreif und vermutlich wird das Gespräch nicht zum erwünschten Ergebnis führen. Aber es ist trotzdem ein Baustein, den Du nicht vernachlässigen darfst.

    Wenn sich nichts ändert würde ich an Deiner Stelle aktiv ein Gespräch mit dem Ex-Kollegen, deinem Vorstand und dem Vorstand des JSG-Partners bzw. JSG-Vorstand einfordern.

    So kann es ja auf keinen Fall weitergehen.

    Ich würde an Deiner Stelle aber mich nicht zu sehr drauf verlassen, dass andere das für dich regeln, sondern mehr den aktiven Part übernehmen. Du bist ja auch der, der am meisten "Schaden" dadurch erleidet.

    Würde ich so nicht sagen, meine bekannten NLZs und Leistungsvereine machen allen für die Belastungssteuerung eine Winterpause. Auch wir als Regionalligist mit Kunstrasen habem fast 1,5 Monate Pause hinter uns.

    Hängt aus meiner Sicht sehr vom Trainer ab, der die Mannschaft leitet. Ich kenne auch auf dem Niveau alles von 2 Wochen über Weihnachten bis hin zu 1,5 Monate, wie Ihr das macht.

    In den letzten Jahren ist es aber aus meiner Sicht schon eher die Regel geworden, dass, insbesondere bei Jugendmannschaften auf eine längere Winterpause verzichtet wird...und mMn ist das auch sinnvoller.

    Das hängt aber von der Intensität ab, in der die restliche Zeit verbracht wird.

    Bei Breitensport gebe ich Dir recht.

    Im NLZ wird bei uns von Mitte August bis Weihnachten 3x pro Woche trainiert und i.d.R. fast jedes Wochenende gespielt.

    Da halte ich es für gerechtfertigt, dass dann 4 Wochen Pause sind und ggf. sogar auf die Hallensaison verzichtet wird, obwohl ich im D-Jugendalter das Element Halle entwicklungsunterstützen einordnend würde.

    Constantin Ein klares "Jein". Ich denke, dass viele schwächere Spieler aufhören, weil sie nicht auf genügend Einsatzzeiten kommen und/oder zu wenig Erfolgserlebnisse (Siege) haben. Wenn dieser Aspekt eliminiert werden könnte, würde der Drop-Out schwächerer Spieler nur geringfügig niedriger sein. Während der erste Teil meiner Aussage empirisch nachgewiesen ist, handelt es sich beim zweiten lediglich um eine These.

    Ob es im Jugenfußball leichter ist, eine Spitzenmannschaft zusammen zu halten, bezweifle ich. Denn es gibt immer eine noch bessere Mannschaft, die dann diese Spieler (mit niedriger Vereinsbindung) wieder einsammelt. Das ist dann Karma :) .

    Du darfst den dritten und meiner Meinung nach wichtigsten Aspekt nicht vergessen:
    Spieler hören auf, weil sie einfach merken, dass sie nicht "gut" genug sind bzw. nicht mithalten können, bzw. Sport oder Fußball nicht ihr Ding ist.

    Der Drop-Out wird in meinen Augen zu sehr dem System zugeschrieben, das sicherlich einen sehr großen Einfluss darauf hat. Aber es ist doch nun mal so, dass Kinder verschiedene Dinge ausprobieren und da der Fußball die größte Präsenz hat, liegt es auf der Hand, dass die meisten dort auch starten.

    In meinem Heimatort gab es Fußball, Kinderchor und Feuerwehr zur Auswahl für Kinder und Jugendliche. Ich bin bei allen dreien zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingestiegen.

    Beim Fußball bin ich durchgängig dabeigeblieben inkl. Wechsel zu höherklassigen Vereinen und zurück (ohne je den einen oder anderen Schritt bereut zu haben). Bei den beiden anderen Angeboten, war nach einem 3-4 Jährigen Intermezzo wieder Schluss, weil ich merkte, dass ich dafür nicht geeignet bin (Singen ;)) oder im Rahmen des Zeitmanagements Prioritäten setzen musste.

    Keine Ahnung, was passiert wäre, wenn ich parallel zum Fußball eine andere Sportart ausgeübt hätte, bei der ich erfolgreicher gewesen, oder mich im Vergleich zu den anderen Mit- oder Gegenspielern als deutlich überlegen eingestuft hätte.

    Vielleicht hätte ich dann irgendwann den Fußball zugunsten dieses Sports aufgegeben.

    Die größten Vorteile die Futsal bringt sind sicherlich das Verbot von Grätschen und der weniger springende Ball.

    Die beiden Dinge würde ich gerne grundsätzlich verpflichtend sehen.

    Die strengeren Regeln im Futsal braucht es aus meiner Sicht nicht zwingen und gerade in jüngeren Altersklassen schränkt es die Kids eher ein.

    Die Bande ist Geschmackssache. Ich persönlich bräuchte sie nicht, aber natürlich trägt sie oft zu einer Hallentypischen Dynamik bei.

    Ich habe vor kurzem ein U17 Hallenfußballturnier mit Bundesligateams gesehen. Da wurde die Bande teilweise geschickt als Mit-Wandspieler eingesetzt, teilweise gab es aber selbst bei diesen Toptalenten wildes Bandengebolze bzw. Aktionen, in denen zum Zeitspiel der Ball in der Ecke eingeklemmt wird, was natürlich total doof ist.

    Ich habe auch schon Turniere erlebt, die technisch bedingt nur eine zwei seitliche und keine Hintertor-Bande oder sogar nur eine Wand an der Seite hatten und auf der anderen Seite wurde eingerollt oder eingespielt. Das war alles vollkommen in Ordnung, weil die Rahmenbedingungen in dem jeweiligen Turnier ja für alle gleich waren. Warum also bei einem Medium, das dazu dient die Schlechtwetterphase zu überbrücken Einschränkungen vornehmen, die einzelne Spielorte disqualifizieren. Wichtig ist, dass gespielt werden kann. Und nachdem es sich dabei ja um eine zeitlich begrenzte Überbrückung zum Freiluftspiel handelt, sind die Rahmenbedingungen doch gar nicht wichtig, solange sie für jedes Turnier jedem Teilnehmer rechtzeitig vernünftig kommuniziert werden.

    Ganz im Gegenteil. Die Variabilität schult die Kids doch wieder in unterschiedlichsten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen und das ist es doch was wir erreichen wollen.

    Es ist sicherlich nicht überall so, seinem persönlichen Eindruck nach ist es ungefähr die Hälfte. Die andere Hälfte mag auch in seinem Eindruck nach deiner Idee Fußball spielen.


    Mein Eindruck ist ebenfalls, dass es Spieler gibt, die weiterkommen wollen und sich mit richtig guten Gegnern messen wollen und andere sind zufrieden, wenn sie hoch gewinnen oder vielleicht auch mal verlieren, da ist eben der Ehrgeiz, eine Stufe aufzusteigen nicht da. Und beides ist auch völlig in Ordnung, man muss es als Trainer nur irgendwie unter einen Hut bringen können.

    Je größer die Spreizung der unterschiedlichen Spielertypen ist, umso schwieriger ist es allerdings das als Trainer unter einen Hut zu bringen. Deswegen spricht ja auch dort wo es möglich ist nichts gegen eine Trennung von Leistungs- und Breitensport.

    Jeder kann es da versuchen wo er sich sieht (und auch gesehen wird). Das gilt für Trainer genauso wie für Spieler.

    Für einen Spieler der Potential und Lust für mehr hat, macht es keinen Sinn seine Mitspieler, die just for fun unterwegs sind zu missionieren und vom Leistungsgedanken zu überzeugen. Er sollte sich die Gruppe suchen, die zu seinen Interessen passt oder seine Interessen an die Gruppe anpassen. (gilt im umgekehrten Fall genauso).

    Selbiges gilt für Trainer: wer Fußball Leistungsorientiert coachen will brauch Spieler mit Potential und Wille. Natürlich kann ich versuchen den Leistungswillen und auch durch mein Training das Niveau zu steigern. Man muss aber genauso erkennen, wann eine Grenze erreicht ist über die die Spieler nicht gehen wollen. Wenn der Punkt erreicht ist, muss sich der Trainer anpassen, oder sich einen Verein, Team suchen, das zu seinen Ambitionen passt.

    Fußball ist Vielschichtig und jede Schicht (Niveaustufe) benötigt die passenden Trainer und Spieler und für die, die sich nach oben oder unten verändern möchten muss eine vernünftige Durchlässigkeit gewährleistet sein.

    In meinen Augen sollten 20-25 EUR vollkommen ausreichen. Alles andere grenzt tatsächlich an Abzocke.

    Entscheidend ist natürlich, ob Hallenmiete geleistet werden muss, oder nicht.

    Ich würde zusätzlich dafür plädieren, auf Preise wie Pokale oder Medaillen zu verzichten.

    Natürlich hat man sich über die Jahre daran gewöhnt und die Kids freuen sich, auf der anderen Seite produziert man damit langfristig gesehen nur unnötigen Müll...

    Ein ständiges Argument beim Thema Nachwuchs-Ausbildung in Deutschland ist ja (frei nach Hermann Gerland und Norbert Elgert) immer wieder, dass den Jungs im NLZ zu viel abgenommen wird und die zukünftigen Profis deshalb, weil sie zu verwöhnt sind nicht mehr den absoluten Willen entwickeln können um Höchstleistungen zu erreichen.

    Nimmt man mal England als Benchmark für die aktuell beste Nachwuchsförderung im Internationalen Vergleich (zusammen mit Frankreich) dann müsste man diese Aussagen zumindest was die Rahmenbedingungen für die Ausbildung betrifft in Frage stellen.

    Hier mal ein Einblick bei einer Projektgesellschaft, die u.a. für die Akademien von Tottenham, Liverpool, Leicester, Brighton verantwortlich war, mit imposanten Eindrücken, dass bei aller Überbezahlung der Profis ein Großteil der Wahnsinnigen Fernsehgelder auch in sinnvolle Projekte fließen kann:


    Training centre awarded Category One status - KSS (kssgroup.com)


    Als Referenz werden auch die Bolton Wanderers aktuell League One, also dritte Liga genannt.


    Im Vergleich dazu hier ein Interview mit Stefan Ruthenbeck (U19 Trainer vom 1. FC Köln) in dem u.a. die Trainingsbedingungen am Geisbockheim thematisiert werden

    1. FC Köln: Alarmierende Geißbockheim-Einblicke von Ruthenbeck | Express


    ganz so krass dürfte es nicht in allen deutschen NLZ sein, aber es ist davon auszugehen, dass die oben beschriebenen Beispiele in England keine Ausnahmen sondern die Regel sind und dass in Deutschland die meisten Trainingszentren Lichtjahre davon entfernt sind.

    Gemessen an der Qualifikation / Lizenz sowie am Volumen des Aufwandes ist eine Entschädigung von 2,50€ für einen Co-Trainer und 5,00€ für einen Cheftrainer nicht angemessen!

    Willkommen im Leistungsjugendfußball in Deutschland. Aber das Thema wurde hier und in anderen Threads schon oft genug thematisiert.

    Und ich habe durch meine Lehrgänge genug Trainer aus benachbarten NLZs oder anderen Leistungsvereinen kennengelernt, bei denen sieht es selten wirklich besser aus.

    Aber wie gesagt, dass es zu wenig ist, brauchst du mir nicht erzählen und das war oft hier auch Thema. Aber Fußball in DE muss ja für die Masse günstig bleiben und Subventionen vom DFB wird es dafür niemals geben, obwohl man auf uns für die Talente von morgen angewiesen ist...

    Ich bin mal gespannt, ob die neue "Taskforce Sport" auch den Punkt Finanzierung der Nachwuchsförderung im internationalen Vergleich ins Auge fasst.

    Die Perspektive Talentförderung- / Entwicklung im Vergleich zur internationalen Spitze ist nämlich in dem Gremium absolut unterrepräsentiert.

    Ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken.

    Klar kommt die negative Sicht von denen, die es nicht gepackt haben. Bei den wenigen, die es geschafft haben gibt es ja wenig Grund sich zu beschweren.

    Aber das System lebt nun mal von denen, die es nicht schaffen werden, es aber trotzdem probieren.

    Und da ist es schon Aufgabe der Verantwortlichen in den NLZ aber auch beim DFB zu sagen:
    Wir bieten Euch dieses "Erlebnis" Leistungsfußball. Wenn alles perfekt läuft, landet ihr in der Nationalmannschaft oder zumindest der Bundesliga. Aber die meisten von Euch werden vermutlich als technisch, taktisch und hoffentlich auch menschlich gut ausgebildete Jungs/Mädels dem Sport als ambitionierte Amateurkicker und / oder Trainer erhalten bleiben, sich aber immer an die spannende Reise durch den Jugendfußball erinnern und ihre Erfahrungen an die nächste Kicker-Generation weitergeben.

    Deswegen bin ich auch nicht deiner Meinung, dass nur die, die es unbedingt wollen, die nötige Belastbarkeit haben und von Anfang an den Eindruck erwecken das nötige Talent zu haben versuchen sollen.

    Jeder der bewegungsbegabt ist, bereit ist viel Zeit in Fußball auf hohem Niveau zu stecken, ohne dass er ein Ergebnisse in Form einer Profikarriere erwartet, soll es probieren und auch Rahmenbedingungen und Möglichkeiten bekommen es zu versuchen.

    Profi zu werden soll und muss der Traum aller jungen Kicker im Leistungsfußball sein, darf aber nicht das alternativlose Ziel sein.

    Ich würde mir viel mehr Plätze und Möglichkeiten für eine leistungsorientierte ambitionierte Fußball- (bzw. allgemein sportliche) Ausbildung an viel mehr Standorten wünschen. Dazu sind leider die meisten Vereine unabhängig von Ihrer sehr guten breitensportlichen Leistung nicht in der Lage. Hier könnten DFB und andere Verbände mit dezentraleren Konzepten ansetzen. Vielleicht wäre es wirklich sinnvoll Kooperationen von Schulen und Vereinen mit Hauptamtlichen gut ausgebildeten Trainern zu starten, die sicherstellen, dass der Spagat zwischen Schule und Leistungssport für die Kinder machbar ist und bleibt.

    Etwas idealistisch dargestellt bin ich auch überzeugt, dass diese Förderung einen Mehrwert für das ganze Gesellschaftssystem bringen würde, weil die so geförderten Jugendlichen / Jungen Menschen am Ende auch in der Arbeitswelt eher vornewegmarschieren würden, als sich vom Rest aushalten zu lassen.

    Coach1976 Dein Sohn ist doch im NLZ. Wie würdest du denn die Quote der Eltern bewerten, die dem Thema mit der nötigen Gelassenheit begegnen?

    im Team meines Sohnes vermutlich 90% und im restlichen NLZ ist es nicht viel anders.

    Liegt aber vermutlich daran, dass wir eher am unteren Ende der Nahrungskette stehen.

    Wenn ich die Elternschaften der großen Vereine sehe sieht das schon etwas anders aus.

    Das System müsste sich vermutlich einfach auch etwas besser "verkaufen". Stellt man nämlich das grundsätzliche Angebot, dass man mehrfach in der Woche auf sehr hohem Niveau Fußball trainieren und Spielen darf in den Vordergrund, dann wirkt das anders, als: man beginnt mit zwölf oder noch früher eine Berufsausbildung, von der man nicht weiß, ob man sie am Ende bestehen wird. (was auch das vollkommen Falsche Bild ist.)

    Ich finde übrigens, den Kindern, die auf gesellschaftlichen Druck hin oder wegen Ihrer Eltern aufs Gymnasium gehen, um sich eine gute Zukunft zu ermöglichen obwohl sie für diese Schulform nicht gemacht sind, mutet man unterm Strich psychisch deutlich mehr zu und schadet man deutlich mehr, als denen die versuchen ihr liebstes Hobby auf höchstem Niveau im NLZ auszuüben.

    Andererseits ist es auch unsere Weichspül-Methode im Bezug auf Leistungsorientierung.

    Ich glaube, das trifft auf mich durchaus zu! =)=)=) Mein Augenmerk geht immer zu den Vielen, die dem System zum Opfer fallen denn zu den Wenigen die es schaffen werden, denn die werden zumindest fürstlich entlohnt.


    Na ja, aber ich trainiere ja auch die Kurzen im Dorfverein, von daher passt es.

    Dem System zum Opfer fallen aber nur die, die mit dem einzigen Ziel da rein gehen, es bis an die Spitze zu schaffen und alles andere als Scheitern bezeichnen. Und genau an dem Punkt ist man im Sport (speziell in Deutschland, aber sicher auch anderswo) einfach komplett auf dem Holzweg, was die Einstellung betrifft.

    Ziel von Leistungs- und Spitzenförderung ist doch nicht der oder die Beste von allen zu werden, sondern aus sich selbst bei dem was man am liebsten macht und am besten kann das Beste herauszuholen.

    Dementsprechend ist der Weg das Ziel und es soll einen Freude und gerne auch Stolz bereiten solange man ihn gehen kann.

    Wenn er zu Ende geht, weil sich die Interessen ändern, oder die Luft oben eben zu dünn wird, dann hat man trotzdem mehr erreicht als viele andere, einen Erfahrungsschatz gesammelt, den einem keiner mehr nehmen kann und ist in dem was man über Jahre mit Leidenschaft betrieben hat auf alle Fälle deutlich besser als die breite Masse.

    Ich habe noch nie gehört, dass ein Schüler, der das Gymnasium abbricht dem System zum Opfer gefallen ist oder ein Medizinstudent, der "nur" Arzt und nicht Chefarzt wird.

    Das heißt ja nicht, dass man nicht das Ziel haben soll bzw. muss, seine maximale Leistungsgrenze zu erreichen und im Idealfall nach oben zu verschieben. Allein die Sichtweise, mit der viele Kids, die einfach nur den Wunsch haben so gut und so hoch wie möglich Fußball zu spielen und natürlich auch davon Träumen Profi zu werden, konfrontiert werden erzeugt Druck, hemmt Leistungsoptionen und erzeugt "Opfer des Systems".

    Lasst Doch die die Bock haben mehr für Ihre Leidenschaft zu investieren einfach Spaß haben, kicken und stolz auf das sein was sie tun.