Beiträge von Chris

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    Ich hab von Mädchenfußball nicht viel Ahnung, die Voraussetzungen sind doch etwas anders als bei den Jungs. Ein Jungenteam ist in der Regel vom Ehrgeiz am Sport getrieben und will gewinnen. Viele Mädchenteams sind anscheinend nur beim Fußball, weil die Freundin da ist. Keine Ahnung, wie das da mit dem Siegeswillen ist.


    Wer 0:32 verliert, ist a) deutlich schwächer als der Gegner und b) unmotiviert.


    a) kann man verbessern durch Training, aber nur wenn b) nicht mehr stimmt...

    Was du da so schreibst, klingt alles recht sympathisch und man ist geneigt, sich auf deine Seite zu schlagen. Vielleicht wäre es aber auch umgekehrt, wenn der andere hier schreiben würde.


    Das Problem liegt ja ganz wo anders. Mich wundert es immer wieder, wieso es Trainerteams gibt, die in eine Saison gehen, ohne vorher in einem Grundsatzgespräch geklärt zu haben, wer wofür verantwortlich ist und ob man eine gemeinsame Philosophie hat, mit der man eine Mannschaft führen kann. Passt das nicht, sollte man von vornherein eine andere Lösung suchen.

    Ich bin seit 13 Jahren grob fahrlässig.


    Mir ist das mit den Schienbeinschonern nicht so wichtig. Manche Kleinfeldtrainer machen daraus geradezu eine Religion. Die Argumente sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen (sicherer, im Spiel trägt man sie auch und muss sich dran gewöhnen usw.). Fakt ist aber: In 13 Jahren hatte ich noch keine einzige Trainingsverletzung, die durch Schienbeinschoner anders ausgegangen wäre.


    Es gibt also wichtigere Themen.

    Ich muss noch etwas nachschieben: Vieles, was auf diesen DFB-Stützpunkten passiert, wird emotional zu hoch gehängt. Bei uns im Verein hat mindestens die Hälfte der angesprochenen Kinder nach einer Weile dort wieder aufgehört, weil ihnen das Training nicht gefallen hat, oder die Trainer, oder es zu viel wurde neben dem dreimal wöchentlichen Vereinstraining und und und. Die Stützpunkte, die ich gesehen habe, machen ein nettes Technik- und Koordinationstraining, insgesamt aber liegt das Trainingsniveau unterhalb dem, was bei uns im Verein passiert. Einfach deshalb, weil es, wie hier auch schon angemerkt wurde, nicht zielgerichtet ist. Im Verein müssen die Jungs um Startplätze kämpfen, da geht es viel mehr zur Sache. Die Einstellung bei vielen Spielern von uns zum Stützpunkt ist: "ach ja, gehen wir heute mal ein bisschen beim DFB kicken". Die Auswahl der Spieler ist bei uns ohnehin komisch: Ich hatte in der C-Jugend KEINE Spieler am Stützpunkt, obwohl wir im Kreis deutlich die beste Mannschaft hatten (höherklassig gespielt, dort eine Spitzenposition). Ich hab dann mal bei den Spielern nachgehakt, weil es mich einfach interessiert hatte: Sie wurden auch nie gefragt.


    Lustigerweise sind dann damals sechs meiner Spieler direkt in der Regionalauswahl gelandet, ohne auf dem Stützpunkt zu sein. Noch lustiger: Von den sechs Spielern waren vier bei mir keine Stammspieler - die spielen heute auch allesamt wieder in der Kreisliga (der Vater des einen hat glaube ich regelmäßig Trikots der Regionalauswahl spendiert...).


    Kurz vor Ende der Stützpunktzeit, also am Ende der C-Jugend, fehlten unserem Stützpunkt zum Vergleichsspieltag Spieler. Da die Show sowieso einen Monat später endete, kamen die meisten einfach nicht mehr. Daher bat der Stützpunkttrainer mich, ob zum anstehenden letzten Vergleichsspieltag nicht meine 6 Regionalauswahlspieler kommen könnten, sonst hätten sie keine Mannschaft. Vier davon und noch zwei Stammspieler die nicht in der Auswahl waren kamen und schossen die andereen Stützpunktmannschaften (Kleinfeld) regelrecht ab...


    Also mein Fazit: Das mit den Stützpunkten und Auswahlmaßnahmen wird etwas zu hoch gehängt. Einfach ein wenig gelassener damit umgehen :)

    Ich hab mittlerweile einige Spieler trainiert, die in der Bundesliga oder 2. Bundesliga angekommen sind (nur zur Klarstellung: Bei keinem davon trage ich dafür die Verantwortung).


    Daher kann ich ganz gut vergleichen, wie dieser oder jene Spieler als 13/14-Jähriger vom Talent her war. Es gibt zwei Kategorien: Die überragenden Talente, wo ziemlich klar war, dass sie später mal Profi werden und die damaligen "Mitläufer", die nicht talentierter waren, als einige der Spieler die ich heute in einem kleineren Club trainiere.


    Ich denke ab einem gewissen Alter - eben 13/14, kann und sollte ein Jugendlicher die Wahrheit vertragen. Wenn ich also von Spielern gefragt werde, ob sie das Zeug zum Profi haben, kriegen sie eine Einschätzung. Ich sage ihnen, wenn sie talentiert sind, in der Regel, dass sie nicht vergleichbar sind mit dem Spieler X, bei dem schon als Kind "klar war", dass er Profi wird, aber ähnlich talentiert seien wie Profi Y (der dann auch etwas weniger bekannter ist). Dann bekommen sie aber von mir vorgerechnet - ähnlich wie bei Andre - wie viele Plätze es in den drei deutschen Profiligen gibt und wie viele Jugendspieler allein bei uns im Bezirk pro Jahr in den Seniorenbereich kommen.


    Mein fazit lautete meist (stark abgekürzt): "Du bist nicht schlechter als Profi Y im gleichen Alter, aber deine Chance ist trotzdem minimal. Du musst alles dafür tun, auf vieles verzichten, verletzungsfrei bleiben und schlicht auch ganz viel Glück haben. Dann ist die Chance maximal ein Prozent."


    das öffnet den meisten schon die Augen...

    Der Artikel ist toll.


    Aber was man nicht vergessen darf: All diese Beispiele sind trotzdem weit überdurchschnittliche Spieler gewesen: "Junioren-Nationalspieler", "Zweitligaspieler", "Oberligaspieler" (als das noch die dritte (!) Liga war)...


    Nach wie vor mein Fazit: Ohne dritt- bis viertklassige Spielerkarriere als Minimum wird das nichts!

    Ich finde diese Regel eigentlich Schwachsinn und bin froh, dass es in Hessen nicht so stark bestraft wird. Wir haben die Lage normal nicht, da wir eine relativ große Jugendabteilung haben. Aber wie ist es mit den Dorfvereinen, die mit Ach und Krach ihre Mannschaften zum Spiel zusammenkriegen. Ist es da so schlimm, wenn sich der C-Jugendliche noch bei der A-Jugend mit auf die Bank setzt, damit die 12 Mann haben?

    Ist alles von Verband zu Verband ein wenig anders.
    Bei uns auch: Ein Spiel pro Tag, nicht pro 24 Stunden. Soll heißen: Samstag 15 Uhr C-Jugend und Sonntag 9 Uhr D-Jugend oder 11 Uhr B-Jugend wäre möglich.


    Bei uns gibts auf keinen Fall Punktabzug, sondern nur eine relativ milde Geldstrafe (10 Euro + Verwaltunggebühr =~ 25 Euro), daher machen wir das, wenn es nötig ist.


    Versicherung: Die kann sich darauf nur berufen, wenn ein Zusammenhang zwischen der Verletzung und einem weiteren Spiel kausal herstellbar ist. Das dürfte in der Regel schwierig sein.

    Generell eine schwierige Kiste. In dem hier beschriebenen Fall allerdings gar nicht. Man muss schon immer Leistungsklasse und Rahmenbedingungen betrachten. Hier geht es um eine C-Jugend in der Kreisklasse (!!!), die sich D-Jugendspieler ausleihen muss (!!!) und sich dann noch den Irrsinn leistet, eigene Spieler (mehr als einen!) auf der Bank versauern zu lassen.


    Ich bin ja generell ein Verfechter des Leistungsgedankens in einer C-Jugend, aber so wie hier geht das m.E. gar nicht. Wir haben damals in der C-Jugend in der zweithöchstmöglichen Liga gespielt, und ich hatte zwei Spiele von 26, in denen ich einen Jungen gar nicht eingewechselt habe. Einmal hatte ich versehentlich 16 statt 15 dabei (geistige Umnachtung, Überblick verloren) und einer MUSSTE in den sauren Apfel beißen, einmal wusste ich nicht, wo und wie ich wechseln sollte ,da wir knapp führten und ich die anderen drei schon offensiv eingewechselt hatte... Beide Male hingen mir eine ganze Weile nach...


    Generell ist das Thema natürlich viel schwieriger. Bei unserer II. Mannschaft saßen im letzten Spiel 10 Mann auf der Bank. Da brodelt es auch gewaltig. Wer 3x nacheinander in der I. Mannschaft nicht zum Einsatz kam, ist in der Regel auch unzufrieden. Egal welches Alter, egal welche Spielklasse. Ich nehme dir, TRPietro, übrigens nicht ab, dass deine C-Junioren da alle mit einverstanden sind, wenn der Schwächere dem Resultat geopfert wird. Wenn du das glaubst, hörst du nicht richtig in deine Truppe hinein. Die, die geopfert werden, sind ganz bestimmt nicht zufrieden. Sie sind vielleicht ruhig, aber sicher nicht zufrieden.


    Mache ich es besser? Nicht wirklich. Ich trainiere zurzeit die A1 und wir haben uns gemeinsam das Ziel gesetzt, so weit oben wie möglich zu landen, mit allen Konsequenzen. Da wirkt aber a) ein Stück Gruppendruck mit und b) ist natürlich jeder der Hoffnung, dass er nicht derjenige sein wird, auf dessen Kosten das Ganze stattfinden wird. Ich habe angekündigt, die A1 als Vorbereitung auf die Senioren durchzuziehen, bei denen es ganz normal ist, dass Spieler auf der Bank schmoren während des Spiels (s.o.). Ganz ehrlich? Das ist ein Stück weit feige und bequem von mir, weil es mir einfacher "erlaubt", für ein Resultat die Spieler nicht einzuwechseln. Beim ersten Punktspiel hatte ich 18 Mann dabei und drei nicht eingewechselt. Beim zweiten Spiel waren es 14 Mann und alle drei kamen rein. Allerdings war es auch erforderlich - ich hätte auch weniger eingewechselt, wenn ich mir ein besseres Resultat dadurch erhofft hätte. Ganz klar: Wer nicht rein kam, ist und war und wird auch in der Zukunft unzufrieden sein.


    Auf der anderen Seite: Gerade C- und B-Jugendliche fordern immer ein, erwachsener behandelt zu werden. Immer, wenn es unangenehm wird, sollen sie aber wie Kinder behandelt werden, so sagt Andre oben z.B. noch, dass ein C-Jugendlicher ja noch ein Kind wäre. Für mich nicht. Das ist ein Jugendlicher. Das stört mich generell an dieser Altersgruppe: Viel einfordern, aber sich nicht entsprechend verhalten wollen. Und zum Wechseln: In der B- und A-, manchmal auch in der C-Jugend, gibt es z.B. schon designierte Innenverteidiger. Gerade in der Innenverteidigung kommt es generell sehr schlecht, wenn diese im Spiel gut steht, das Spiel ist eng, und man wechselt. Jeder Innenverteidiger braucht eine Weile, um sich dann neu einzustellen auf Gegner und Nebenmann. Da spielt man Harakiri mit dem Resultat...

    Ich liebe Leute, die immer alles und jeden kennen und alles ganz sicher wissen. Du kennst also alle Trainer in allen Nachwuchsleistungszentren in ganz Deutschland und ihren Ausbildungsstatus?


    Ja, mein Wirken ist schon ein paar Jahre her, aber noch keine zweistellige Zahl, wenn du das denkst. Richtig ist, dass es mittlerweile Richtlinien gibt, wonach bestimmte Spielklassen nicht mehr ohne Schein drin sind.


    Das hier allerdings: "weil die meisten fußballverbände bei einer jugendmannschaft ab landesliga bzw oberliga eine C lizenz vorraussetzten" - ist für Hessen schlichtweg falsch. Wie es in anderen Verbänden ist? Keine Ahnung und keine Lust nachzuschauen. Der Verein in dem ich jetzt bin (kein NLZ) hat auch Mannschaften in der Jugendoberliga und das in allen Altersstufen auch schon gehabt. Es hat sich noch nie dort jemand für einen Scheinbesitz des Trainers interessiert.


    Wie du siehst, man kann auch problemlos in der Oberliga/Verbandsliga tätig sein, ohne einen Schein zu haben.


    "ich bin trainer in einem nlz und kann nur sagen,kein trainer ist ohne lizenz,nichtmal in der g jugend" - schön für euch, aber davon auf die Allgemeinheit zu schließen, wäre ein Fehler! Ich geb dir Brief und Siegel, dass bei den mir hier vor Ort bekannten NLZs diverse Trainer ohne Schein rumlaufen. Allerdings natürlich nicht im A- oder B-Jugendbereich, in der C-Jugend ist das aber teilweise durchaus noch drin... Die NLZs hier in Hessen sind weder besonders gut noch besonders fortschrittlich... das geht hier alles etwas langsamer...


    "jeder verein setzt eine c lizenz als minimal an." - schlichtweg eine falsche Aussage von dir! Nicht mehr, nicht weniger.


    ps: es heißt Quod erat demonstrandum :)
    +d
    Suchen wir jetzt gegenseitig vergessene Buchstaben? Ich hätte ein paar "s", "e" und "," für dich, wenn du Interessse hast?


    Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht mit dieser Demonstration menschlicher Intelligenz ("das ist purer schwachsinn") in das Forum einzusteigen und etwas besser zu recherchieren?

    Ja. Ich kann nicht für alle Bundesligisten sprechen und es ist auch schon ein paar Jahre her, aber damals war es dort so. Und heute haben dort auch nicht alle Trainer einen Schein (Wissen, keine Spekulation). Damals wurden z.B. die D1 und die C2 von Trainern trainiert, die nie zuvor eine Mannschaft trainiert hatten... geschweige denn einen Schein hatten. Bei anderen Bundesligisten war es ähnlich (man unterhält sich...), während andere, wie der VfB Stuttgart, damals schon weit voraus waren.

    Wer das fordert, hat keine Ahnung. Spieler, erst recht in der C-Jugend, müssen ihr Spiel machen, ohne dauernd von Außen korrigiert und angeleitet zu werden. Man kann hin und wieder korrigierend was hineinrufen, aber dieses hektische andauernde Hineinrufen bringt gar nichts, außer, so wie du es auch empfunden hast, die Spieler nervös zu machen.

    Soweit ich das überblicke, ist dieser Datenbank-Skandal ziemlich hochgekocht worden.


    Das einzige, was man meiner Meinung nach abrufen konnte, waren die Geburtsdaten bestimmter Personen. Wenn man im DFBnet ein Amt in seinem Verein besetzten will, z.B. A-Jugendtrainer ,oder B-Jugendbetreuer oder Stellvertr. Jugendleiter, kann man ein Dialogfeld öffnen und eine Person auswählen. Per Suchfunktion konnte man eine Weile lang auf ALLE Personen landes- oder bundesweit zugreifen, wenn man deren Vorname und Nachname eingab. Man erhielt dann eine Karteikarte, auf der sich aber nur Name, Vorname und Geburtsdatum befanden, und konnte diese Person dann einsetzen als Funktionsträger.


    Nett gemeint und wenig dramatisch in meinen Augen. Mittlerweile ist das nicht mehr möglich, man kann nur noch Personen einsetzen und einsehen, die auch dem eigenen Verein zugeordnet sind. Viel Lärm um Nichts in meinen Augen. Überall wird groß was von Datenskandal trompetet, aber nirgends konnte man lesen, welche Daten denn nun wie eigentlich zugänglich sein sollten.