Beiträge von Chris

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Die Übungen sind prinzipiell ok, wobei ich hinten wie gesagt niemals (!) bei der Umstellung auf ballorientiertes Spiel mit einer Dreierkette arbeiten würde. Das ist ein absoluter Albtraum. Immer wenn ich Dreierkette gespielt habe, habe ich Kopfschmerzen gekriegt beim Zusehen, wie viele wahnsinnig große Lücken da entstehen - und das war mit Mannschaften, die seit drei Jahren ballorientiert gespielt haben.


    Du gehst es aber viel zu schnell an. Was du den Spielern abverlangst würde ich frühestens nach 4-5 Einheiten sehen wollen.
    Wie haben die Spieler die Umstellung denn generell angenommen? Wissbegierig? Erfreut? Ablehnend? Das spielt natürlich auch eine große Rolle.


    Als erstes musst du ihnen beibringen, dass sie gemeinsam agieren und nicht mehr jeder für sich. Die Orientierung an den Nebenspielern ist entscheidend. Stell eine Viererkette in eine flache Ausgangsposition, etwa acht Meter zwischen die einzelnen Spieler. Stell ihnen genau gegenüber, etwa 8 Meter entfernt, 4 Gegenspieler mit einem Ball. Die Gegenspieler passen sich den Ball ganz, ganz langsam, nur auf deine Anweisung, immer eine Station weiter, hin und her. Die "Kette" muss nun lernen, dass sie mit angemessenem Tempo den Spieler stellt und wenn er querspielt eben nicht quer dem Ball hinterherläuft, sondern sich wieder fallen lassen.
    [WIR BRAUCHEN ZEICHNUNGSMÖGLICHKEITEN IM FORUM!]
    Für mich ist das immer der allererste Schritt. Draufgehen - Fallenlassen. Draufgehen - Fallenlassen in die Formation. Achte darauf, dass die Spieler nur teilaktiv angreifen und korrigiere, wenn sie zu schnell oder zu langsam draufgehen und vor allem, wenn sie sich zu langsam wieder in die Formation fallenlassen. Diese Übung kannst du in mehreren Gruppen durchführen. Geh dann dazu über, dass die Spieler von sich aus den Ball schneller laufen lassen können und dass sie auch mal 2 oder 3 Stationen nach links/rechts spielen dürfen. Dann Aufgabenwechsel.


    Der nächste Schritt ist es, die Angreifer mit Ball über die gesamte Breite des Feldes zu verteilen. Wieder dürfen sie den Ball nur eine Station immer in eine vorgegebene Richtung spielen., lassen den Ball ganz langsam hin und her wandern. Du erklärst je nach Stellung des Balles, wie die Kette nun verschiebt, welche Formationen (Sichel, Dreieck) eingenommen werden und warum und korrigierst, wenn jemand schlecht steht und verschiebt. Um das ganz klar auszudrücken: Das ist extrem langsam und führt vor allem am Anfang dazu, dass der Ball eine einzige Station wandert, dann sofort wieder eingefroren wird und 15-20 Sekunden geredet. Dann wieder eine Station. Einfrieren. Reden. Wenn es einigermaßen läuft, gibt den Ball frei, gib aber vor, dass er nach wie vor nur eine Station von links nach rechts durchwandern darf, während die Kette verschiebt, draufgeht, fallenlässt usw. Friere das Spiel ein, wenn dir etwas nicht zusagt und korrigiere es. Der nächste Schritt besteht darin, dass du den Angreifern nun erlaubst, frei mit dem Ball zu spielen, also auch mal 2 oder gar 3 Stationen, den Ball gerade wieder zurückprallen zu lassen an den Spielern, von dem man ihn bekommen hat usw.. Die Kette schiebt, du wirst hier wieder etwas mehr eingreifen müssen, da das Tempo nun deutlich höher wird, als vorher und die Lücken größer sind.


    Der nächste Schritt besteht im Agieren als Mannschaftsverbund. Besetz deine Mannschaft in Ausgangsstellung so auf das Feld, wie du es dir ungefähr vorstellst. Positionen können auch doppelt und dreifach besetzt sein, diese Spieler sollen dann quasi hauteng aneinander laufen. Über das Spielfeld verteilt sind 6-12 verschiedenfarbige Hütchen (ich habe z.B. mit großen und kleinen Hütchen gearbeitet). Der Trainer ruft dann die Farbe eines Hütchens, z.B. "rot klein" oder "gelb groß", dies ist jeweils die Position des Balles mit Gegner. Je nachdem soll sich die gesamte Mannschaft bewegen und verschieben und die richtigen Positionen einnehmen. Langsam anfangen, einfrieren, erklären wer wieso falsch steht. Zwei bis drei Meter können hier oft entscheidend sein.


    Stell eine Viererkette 22 Meter vor das Tor. Fang bevorzugt mit den vier an, die bis jetzt den besten Eindruck gemacht haben. Lass 5 oder 6 Offensivspieler im Wechsel angreifen, freies Spiel mit Abseits. Wechsele alle 5 Minuten oder alle 10 Minuten die vier Spieler, die in der Kette sind. Du wirst Ketten haben, die die kompletten 5 oder 10 Minuten lang kein Tor fangen. Frage die Spieler, ob sie vorher erwartet hätten, dass bei so und so vielen Angriffen (10 oder 20) in Überzahl (5:4 oder 6:4) kein einziges Tor/nur eines fallen würde. Frag sie, ob sie denken, dass mit Libero nicht mehr Tore gefallen wären.


    Je besser deine Kette wird, desto mehr Spieler kannst du in die Überzahl stecken. Im vorletzten Training habe ich meine "Start-Zehn" (ohne Torwart) für das kommende Testspiel gegen den "Rest" antreten lassen. Der Rest wurde im System 4-1, also Viererkette und ein Sechser, aufgestellt, der Torwart ging ganz normal ins Tor der Fünfer-Mannschaft. Wir reden also von 10:5+1. Ein Tor der zehn Spieler ist einen Punkt wert, ein Überdribbeln der Mittellinie der Fünfermannschaft ist ebenfalls einen Punkt wert. In ca. 20 Minuten siegte die Fünfermannschaft mit 2:0. Allerdings war das Offensivspiel des Zehnerteams auch nicht besonders gut.


    Als Spielform bietet sich auch gut an, dass man 4:4 auf einem relativ breiten Feld spielen lässt und jeder Mannschaft zwei kleine Hütchentore außen auf ihrer Grundlinie hinstellt.


    Ich weiß, dass einige dieser Übungen eher trocken sind. Ich versuche das wie folgt zu verkaufen: Den Spielern erkläre ich, dass der gesamte professionelle und mittlerweile auch höherklassige Fußball auf diesen Grundlagen basiert. Dass sie nie höherklassig spielen können, wenn sie das nicht verstehen. Dass sie, wenn sie es richtig verstehen, mehr Ahnung von Fußball haben, als 90 % der Erwachsenen (das zieht meistens :D). Und last not least: Dass sie bei mir nicht spielen werden, wenn sie das nicht umsetzen können. Das kriegen auch 12-Jährige ohne Zweifel von mir gesagt: Wer das will, kann es auch! Wer es nicht will, ist hier in der falschen Mannschaft.

    Genau wie Dido schreibt ist es :)


    Sieh das 2er-Jahr als Ausbildungsjahr. Spiel 4-4-2 mit einer flachen 4 im Mittelfeld. Lass dich nicht durch Rückschläge entmutigen. In der Rückrunde spätestens wirst du große Vorteile im Spiel deiner Mannschaft erkennen.


    Wenn ein Liberosystem 3-5-2 ballorientiert gespielt wird, ist es sogar noch besser mit Seitenwechseln aufzureißen. Es ist aber vor allem das, was ich einer eher schwächeren jahrgangsjungen C-Jugend nicht unbedingt zutraue: Konsequent und effektiv über Außen zu spielen und die Seiten zu wechseln.


    Analysiere für dich in der ersten Saisonhälfte, ob ihr im Mittelfeldzentrum in Unterzahl kommt, weil ihr dort nur zwei Spieler habt und der Gegner meist drei (3-5-2 mit Libero). Falls das bei euch wirklich der entscheidende Punkt ist, denke im Winter oder im Sommer 2012 über eine Umstellung zu einem 4-2-3-1 nach.


    Egal ob du 4-4-2 durchziehst oder im Winter auf 4-2-3-1 umstellst: Im Sommer 2012 müsstest du deutliche Fortschritte und Vorteile gegenüber einer gleichstarken Mannschaft mit Libero haben.

    Die Trainingseinheiten auf Trainingonline und die Übungen dort sind grundsätzlich sehr gut.
    Wer sich nur danach richtet, macht mehr richtig als falsch und ein besseres Training als 70 oder 80 % der Trainer, die ich kenne und im Trainingsbetrieb beobachtet habe.


    Wie andere clevere Geister schon erwähnten: Die wahre Kunst besteht aber darin, einen für sein Team individuellen Trainingsplan zu erstellen, zu periodisieren und eben auch in der Umsetzung und Korrektur auf dem Platz.

    Ein Liberosystem hebelst du vor allem über außen auf, hinterlaufen auf dem Flügel, die Flügel überladen, oder zum Beispiel wenn du beide Stürmer über die rechte Seite kommen lässt und dann links das Mittelfeld außen überlädst mit LM und LV und nem 6er oder 10er noch dazu gibt es da ne MENGE Platz, weil beide Manndecker ja auf der eigenen linken und deiner rechten Seite stehen. Hab ich mal gemacht, das war ein Riesenspaß.


    Da klafften wahre Krater auf der gegnerischen Seite. Ich habe dazu meinem einen Stürmer (habe damals noch 4-4-2 gespielt) noch gesagt, er solle sich doch bitte immer auf den Libero stellen. Der hat dann den Manndecker mitgezogen und dadurch zwei Mann gebunden. Das sah ungefähr so aus:
    g= Gegner


    ..................................................ST/gLIB/gMD................................ST2/gMD


    ...LV......gRM/LM..............10er......gVOS....................
    .............................6er........................................................


    Der andere Trainer hat es einfach nicht kapiert, dass seine rechte Abwehrseit permanent zerrissen wurde. Das Spiel - wir hatten eine körperliche schwache C2, er eine körperlich starke und auch fußballerisch ordentliche C1, ging 5:1 für uns aus.

    Ein flaches 4-4-2 ist genau das wie es klingt. Viererkette Abwehr. Klatsch. Viererkette Mittelfeld. Klatsch. Zwei Stürmer davor. Wenn du es schaffst, dass die Jungs diese Formation so einnehmen bei Ballverlust und sich noch dazu zum Ball verschieben, hast du eine Menge erreicht.


    Das wirst du normal in fünf Wochen nicht schaffen. Das ist aber auch kein Problem, das schaffe ich mit meiner Mannschaft genauso wenig. Du legst in den Wochen eine vernünftige Grundlage, richtig lernen tun sie es dann in den 11 folgenden Monaten. Immer wieder Feintuning vornehmen. Das ist grundsätzlich nichts, was man mal 4 oder 5 Wochen trainiert und dann funktioniert es. Selbst Nationalmannschaften und große Vereinsmannschaften trainieren das regelmäßig unter der Saison immer und immer wieder, genauso in Trainingseinheiten bei WM oder EM.


    Beim 4-2-3-1 in der D-Jugend habe ich ihnen kurz die Vorzüge des Systems gegenüber dem 4-4-2 erklärt, aber auch, dass ich es für sie eigentlich noch für zu kompliziert halte und wir es daher nur sehr, sehr wenig trainieren werden. Ich habe gesagt, ich bin glücklich, wenn sie eine Viererkette hinkriegen, sich ungefähr zum Ball verschieben und die Sechser tiefer stehen als die Dreierkette. Das hat ordentlich, aber nicht besonders gut geklappt.


    Beim dem 4-4-2 hast du den Nachteil, dass du nur mit zwei Mann im zentralen Mittelfeld agierst. Gegenüber dem 4-2-3-1 gerätst du da ins Hintertreffen und wirst beim Aufeinandertreffen zweier in etwa gleichstarker Teams verlieren. Du kriegst mit dem flachen 4-4-2 auch Probleme gegenüber Libero-Teams, weil die normal ein 3-5-2 spielen. Du könntest natürlich mit deinem 4-4-2 die Schwachstellen des Libero-Systems perfekt ausspielen, aber ich glaube nicht, dass das eine schwache C2 hinkriegt. Vorteil des flachen 4-4-2 ist, dass die Aufgaben und das Formieren in der Viererkette hinten und im Mittelfeld fast identisch sind, du kannst die Spieler leichter schulen und austauschen.


    Wie gesagt, in dem Alter (junge C-Jugend) ist es für mich erst einmal entscheidend, dass sie überhaupt verstehen, dass sie sich bei Ballverlust als Team formieren müssen und sich an den Positionen ihrer Mitspieler orientieren und nicht mehr einfach da hinlaufen, wo sie gerade wollen. Wenn sie dann noch geschlossen verschieben, ist eine ganze Menge erreicht. Bei meiner C2 geht das gerade ziemlich gut, wir sind weiter, als ich das zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte (Etwas mehr als 1 Woche Training, 2 Testspiele) - aber das sind auch alles recht gute und motivierte Spieler und wir haben ja die letzte Rückrunde schon so gespielt und ballorientiert spielen die alle seitdem sie auf dem Großfeld sind. Allerdings müssen wir auch neun neue Spieler integrieren.


    Das System flaches 4-4-2 ist einfacher zu lernen, wenn du als grundlegende Position vorgibst, dass das Mittelfeld sich bei Ballverlust mit seinen 4 Mann auf die Mittellinie begibt und die Vierer-Abwehr etwa 10-12 Meter dahinter. Dadurch wird den Spielern deutlich, dass das recht kompakt ist. Zudem kannst du nicht so leicht ausgekontert werden, erst Recht als schwache C2. Wenn du früh draufgehen willst, dann sind die Abstände zwischen der Kette und dem Mittelfeld naturgemäß viel größer.


    wie erfolgte die Einstellung? <-- Das habe ich nicht ganz verstanden, was du wissen willst?

    Großer Verein ist sehr relativ. Ich würde uns eher als mittel bezeichnen. Große Vereine hier sind die Eintracht (trotz 2. Liga), der FSV, OFC usw.


    Edit: Ich kann übrigens auch dich sehr gut verstehen. Weniger wegen den Sperren. Aber diese Abgänge sind sehr bitter und würden mir auch sehr weh tun.


    Edit2: Es geht dabei wohl weniger unbedingt ums "Gewinnen wollen". Wenn man mit einem jungen C-Jugend-Jahrgang viele Niederlagen kassiert, motiviert man sich natürlich damit, dass man ein Aufbaujahr hat und dann nächste Saison sehen kann, was man alles dazu gewonnen hat. Wenn man dann um die "Früchte seiner Arbeit" gebracht wird, ist das sehr, sehr bitter. Ich kann mir gut vorstellen, dass genau DAS dir am meisten weh tut. Du hast schon Recht, dass ich da leicht reden kann: Denn mit großer Wahrscheinlichkeit ist es jemand wie ich, der dann deine Spieler angesprochen hat. Allerdings weiß ich nicht, ob ich einer Mannschaft, die nur 15 Spieler hat, drei oder vier wegnehmen würde/müsste. Da müssten diese Spieler schon außergewöhnliches Niveau haben.

    Das was clubfan beschreibt, ist ja genau das Sperren.


    Wenn ihr sie dann später gegen Geld freigebt, habt ihr sie trotzdem gesperrt.


    Ich bin eigentlich absolut gegen das Sperren und die Ausbildungsentschädigung. Der Grundgedanke dahinter ist ja gut: Große Vereine sollen nicht so leicht den kleinen alle Spieler wegnehmen und bei sich dann auf der Bank versauern lassen. Da die Beträge, die man fordern kann, aber viel zu hoch sind, kommt es in der Praxis zu solchen Sachen:


    Vorletzte Saison wechselte ein C-Jugendspieler von Verein X zu uns. Warum genau weiß ich in diesem Beispiel nicht. Vielleicht wollte er das mal ausprobieren höherklassig zu spielen, vielleicht hatte er einen Freund hier usw.


    Der abgebende Verein bestand auf die volle Ausbildungsentschädigung, in diesem Fall 500 Euro. Das ist völlig absurd. Wir haben diese Saison etwa 18 Abgänge und rund 40 neue Spieler. Die Differenz sind 22 Spieler, wenn ich für jeden 500 Euro hinlegen müsste, bräuchte ich 11.000 Euro - wo sollen die herkommen? Gott sei Dank sind die meisten Vereine vernünftig, wir haben mit ihnen abkommen, dass die Spieler zwischen uns stets ohne Sperre wechseln können. Sowas bot ich auch Verein X an. Der wollte aber partout 500 Euro. Ich habe ihm damals gesagt, dass ich das nicht zahlen werde und es vermutlich dazu führt, dass der Spieler jetzt, wenn er zu uns wechselt, drei Monate kein Fußball spielen darf und dann irgendwann wieder zu Verein X wechselt und als Konsequenz von uns auch wieder gesperrt wird und dann insgesamt sechs Monate zusehen darf. Das ist ein halbes Jahr! Der Spieler musste also nach seinem Wechsel zu uns erst einmal drei Monate zuschauen.


    Es kam wie es kommen musste: Er wurde bei uns kein Stammspieler und beschloss im Juni 2011 wieder zu seinem Verein zurück zu wechseln. Es kam eine höfliche Email von Verein X, ob der Spieler denn gesperrt oder frei sein würde. Meine Antwort war, dass wir immer so mit den Verein umgehen, wie diese mit uns. Dann kam eine weitere Email, dass der Spieler leider von uns gesperrt worden sei. Daraufhin verwies ich Verein X auf unsere Gespräche im Juni 2009 und habe gefragt, wie sie sich das denn so vorstellen würden jetzt, damit der Spieler frei wird. Wir können glaube ich bis zu 250 oder 300 Euro für den Spieler jetzt verlangen. Ich glaube nicht, dass Verein X das zahlen kann, will und wird.


    Resultat: Der Spieler ist jetzt erst einmal bis 1.11.2011 gesperrt, nachdem er nach seinem Wechsel zu uns bis 1.11.2009 gesperrt war. Weil die Vereine die Chance auf Kohle sehen, weil Erwachsene sich nicht einigen können, muss ein damals 13- und jetzt 15-Jähriger also insgesamt ein halbes Jahr zuschauen. Wenn die mir jetzt Geld bieten, werde ich ihnen ein Abkommen anbieten wie mit den anderen Verein, dass zwischen uns und X Wechsel immer ohne Sperre stattfinden können. Wenn sie das nicht wollen, werde ich das Geld nehmen. Was sie nicht wissen (sollen): Wenn sie ihn jetzt so sitzen lassen würden bis 1.11. und kein Geld anbieten, dann werde ich den Spieler drei Tage vor dem ersten Punktspiel doch noch freigeben und ihnen eine freundliche Email schicken, ob sie ihr Verhalten generell vielleicht nicht einmal überdenken wollen.


    Mich nervt dieses Geschacher total an. Es ist nervenaufreibend für die betroffenen Eltern und Spieler. Es kostet die beteiligten Jugendleiter unendlich viel Zeit. Einige führen sich auf wie auf dem orientalischen Basar oder halten sich vielleicht für Uli Hoeneß. Da wird nach jedem Telefonat die Lücke um 50 Euro verschoben. Ätzend. Ich könnte Besseres mit meiner Zeit anfangen.

    C-Jugend ist die Altersstufe, die ich bisher am meisten trainiert habe (ansonsten habe ich von D-Jugend bis Erwachsene alles durch).
    Diese Saison ist es eine Zweiermannschaft, die ich letzte Saison in der höchstmöglichen Liga der D-Jugend im Spätherbst übernommen habe. Ich wollte eigentlich keine Mannschaftstaktik machen und in einem flachen 4-4-2 agieren, da ich dachte, dass das das einzige System sei, das bei einer D-Jugend halbwegs angemessen ist und nicht viel Zeit mit Mannschaftstaktik verschwenden wollte. Das war in der Spielklasse ziemlich tödlich, so dass wir in der Rückrunde auf 4-2-3-1 umgestellt haben und sehr rudimentär Mannschaftstaktik, dafür aber viel Individualtaktik (1:1 offensiv wie defensiv) trainiert haben.
    Die C2 ist in meinen Augen das richtige Alter für eine richtige Einführung in ballorientierte Defensive als Mannschaft (schon in den jüngeren Jahrgängen kann man ballorientierte Übungen machen, aber nicht als Mannschaftstaktik). Somit liegt da ganz klar einer der Schwerpunkte unserer Saisonvorbereitung, was die Jungs auch erstaunlich gut umsetzen bisher.
    Mindeststandard: In den letzten Jahren hat hier im Jugendfußball ganz klar ein Umdenken eingesetzt. Selbst in den untersten Ligen spielen höchstens noch 50 % der Mannschaften mit Libero, es wird weniger. Der Mindeststandard ist in meinen Augen, dass mit einer Kette und grundsätzlich ballorientiert gespielt wird, in einem flachen 4-4-2 (einfachstes System). Das würde in vielen Vereinen schon reichen, der Rest kann langsam über die Jahre hin wachsen.
    Maximalstandard: Da sind bei einer C-Jugend vom Leistungsvermögen kaum Grenzen gesetzt. Die Grenzen ergeben sich für mich dadurch, dass ich es nach wie vor nicht vor der C-Jugend schulen würde (in der D-Jugend gibt's ja jetzt Gott sei Dank bundesweit Neunerfeld) und eine C-Jugend dann eben im ersten oder zweiten Jahr mit dieser Mannschaftstaktik spielt. Sowas ist ein unheimlich lange andauernder Lernprozess, der sich über Jahre verfestigt. Also: Vom Potenzial her gibt es kein Limit, von der Zeit her, die man das System bereits spielt, kann es nicht so gut sein, wie in einer B- oder A-Jugend.

    Wenn zwei Mannschaften taktisch gut ausgebildet sind und auf vergleichbarem Niveau agieren - das lässt sich oft schon im leicht höherklassigen Jugendfußball erkennen, gibt es aufgrund der Knappheit der Räume kaum Torchancen. Oft ist es ein gewonnenes 1:1, das die eine Lücke schafft, die durch einen anderen Spieler gestopft werden muss, der aber selber wieder eine Lücke reißt, in die dann der entscheidende Pass kommt.

    Ich bin fast ausschließlich auf elektronische Informationen umgestiegen. Terminplan auf der Website, wenn sich etwas kurzfristig ändert oder ich längere Texte schreiben muss, dann eine Email. Ich muss von jedem erwarten können, dass er sich die Infos abholt - sie werden aktuell bereitgestellt. Zettel vergammeln viel zu oft in Sporttaschen. Eine Familie hat damit etwas Probleme, die nutzt Email nicht so gern, ich werde deswg. aber nicht die Zettelwirtschaft wieder anfangen, zumal der Sohn dauernd in Facebook rumgammelt. Wie die sich organisieren ist nicht mein Problem.

    Ich finde, das Spieler überzeugt sein sollten, von dem was sie da tun.


    Ich führe zur Einführung der ballorientierten Verteidigung immer eine Theoriestunde durch. Die beinhaltet:


    - Was ist Manndeckung? So hat man es früher gemacht. Heute macht man es anders. Warum?


    - So würden wir bei der ballorientierten Verteidigung stehen. Wo ist da die Gefahr?
    Irgendeiner antwortet hundertprozentig: "Der da drüben ist ja ganz alleine und kann, wenn der Ball quer gespielt wird, alleine aufs Tor laufen". Dann erklärst du.


    Zwischendrin zeige ich kurze Videos, entweder aus Lehrvideos oder Profispielen.


    Bisher hat sich dieses Vorgehen für mich ausgezahlt, daher ein klares "Ja" zur Theoriestunde.

    Wenn ich mir die Reaktionen so anschaue, dann haben die meisten Trainer es satt, einfach pauschal als potenzieller Kinderschänder gesehen zu werden. Geht mir ähnlich. Statistisch gesehen sind 99,9 oder noch mehr Prozent der Trainer keine Missbraucher. Warum soll ich also mein Verhalten danach ausrichten, was 0,1 Prozent der Leute betrifft oder mit ihnen zu tun hat?


    Das was momentan passiert, ist total hektischer Aktionismus. Nicht duschen lassen. Nie in die Kabine gehen. Nie mit einem Kind alleine in einem Raum. Nie einen Spieler berühren, erweitertes Führungszeugnis vorlegen (fand selbst der Jugendleiter des Nachbarvereins, der bei der Kripo arbeitet, unnütz und unpraktikabel) usw usw. Da geistern tolle Verhaltenskodexe duch die Gegend. Hat sich die mal jemand durchgelesen? Entweder die sind total weltfremd oder total nutzlos. Der Kodex, den unser Landesverband vorgelegt hat, liest sich wie eine Ansammlung netter kleiner Ziele. Aber was bringt das? Zwei Sachen:


    1.) Man kann, wenn etwas passiert, sagen: "Wir haben doch alles getan. Wir haben einen Kodex entwickelt und ihn unterschreiben lassen". Super.


    2.) Es erhält mehrere Arbeitsstellen beim Landessportbund, die fast ausschließlich von ultrafeministisch geprägten Frauen besetzt sind.


    Bei uns im Verein geht eine ältere Dame mittlerweile auch total in diesem Thema auf. Es vergeht keine Sitzung ohne "Kindeswohlgefährdung". Es nervt. Meiner Meinung nach zäumt das alles das Pferd von der falschen Seite auf. Man kann eh keinem Trainer in den Kopf schauen. Man muss Kinder stark und selbstbewusst machen und ihnen das Gefühl geben, dass sie im Problemfall viele Ansprechpartner haben, denen sie vertrauen können.


    Ich habe beschlossen, dass ich mir kein kinder- und auch menschenfeindliches sowie absurdes Verhalten aufzwingen lasse, aufgrund des Verhaltens einer absoluten Mini-Minderheit einer bestimmten Gruppe (Sporttrainer). Und wenn dann der Tag kommt, an dem man aufgrund dieser Tatsache kein Jugendtrainer mehr sein kann, höre ich eben auf oder trainiere Erwachsene.

    Ein Jahr ist gigantisch viel Unterschied. Geh mal davon aus, dass die Kids seit dem 6. Lebensjahr spielen, sie sind jetzt 9 Jahre alt. Macht drei Jahre Fußballerfahrung. Die anderen sind 10. Das sind 33 % mehr Spiele, Trainings usw. und noch der Entwicklungsvorsprung, geistig und körperlich.


    In der Regel können nur richtig gute jüngere Mannschaften gegen ältere bestehen.

    Kurze Zusammenfassungen kann man sich bei FIFA.com von allen Spielen anschauen. Es war sehr schön anzusehen, aber man sollte es jetzt auch nicht über den grünen Klee loben. Vor zwei Jahren ist die Schweiz U17-Weltmeister geworden und man muss erst mal abwarten, was aus diesen Spielern wird.


    Zudem hat Erdal Keser schon gesagt, dass 2-3 dieser Spieler ihm erklärt hätten, im Seniorenbereich dann für die Türkei zu spielen. Welcher Wahrheitsgehalt da drinsteckt, muss man abwarten.

    Das stimmt. So in Zahlen hatte ich das noch nie betrachtet, hatte aber immer den Eindruck, dass dafür, dass angeblich "so viele" Mädchen und Frauen spielen sollen, mir das in unserer Region immer noch verdammt unterrepräsentiert erscheint. Das wäre eine Erklärung.