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Mit dem Herrenfußball wird immer aktuell Geld verdient. Je höher eine Herrenmannschaft spielt und je besser sich die umliegenden Städte mit dieser
identifizieren können, umso mehr Zuschauer kommen auch. In dem Verein in dem ich vorher gespielt habe (1.Kreisliga und Dorfverein) und immer noch Jugendtrainer bin
da waren auf Grund des guten Klimas und der Austrahlung nach außen hin zu jedem Punktspiel 100 - 150 Zuschauer. Bei Spitzenspielen gegen höherklassige
Mannschaften meist sogar mehr als 250 Zuschauer. Bei uns jetzt in der Verbandsliga sind ca. 150 - 200 Zuschauer anwesend. Gegen Holstein Kiel I waren mehr als
400 Zuschauer da. Zusätzlich vom Dynamo Dresden noch das Funktionsteam.
Ich kann auch nur das unterschreiben, was schon zwei Vorredner von mir sagten. Seitdem ich im Vorstand arbeite, habe ich mitgekriegt, dass man im Amateurfußball sicher kein Geld verdient. es ist IMMER ein Zuschussgeschäft. Die Kosten für eine Mannschaft, wie ich sie vorhin beschrieben habe (20 Spieler, 1 Trainer, 44.000 Euro "Gehälter") summieren sich im Jahr auf ca. 80.000 Euro (Verbandsabgaben, andere Spielbetriebskosten, Trainingsanzüge, Schiri, usw.). Das ist sehr wenig, viele Mannschaften in der 5./6. Liga verfügen über niedrige fünfstellige Etats. Aber bleiben wir bei den 80.000 Euro als Rechenbeispiel und bei den 150 Zuschauern (oft werden 200 angegeben, tatsächlich sind aber nur 150 da, liest sich halt besser in der Zeitung...).
Von den 150, die da sind, zahlen 50 schon mal keinen Eintritt, da sie Jugendtrainer, Vorstandsmitglieder, Schiedsrichter, Jugendleiter anderer Vereine usw. sind.
Bleiben dir 100 zahlende Zuschauer mit sagen wir 5 € pro Spiel bei typischerweise 17 Heimspielen.
Sind 8.500 Euro im Jahr.
Die Mitgliedsbeiträge für die 1. Mannschaft zu nehmen, ist eigentlich pervers, denn ich zahle in meinem Verein doch keinen Beitrag, damit ihn sich Spieler X in die Tasche steckt. Das ist aber in vielen Vereinen trotzdem gang und gäbe.
Sagen wir mal, unser Verein hat 15.000 Euro Mitgliedsbeiträge und steckt davon 5.000 Euro in die Jugend, irgendwie müssen die ja auch spielen. Dann hat er mittlerweile 18.500 Euro zusammen, braucht aber 80.000 Euro = Eine Lücke von 61.500 Euro.
Das geht nie und nimmer auf. Selbst wenn die vierfache Zuschauerzahl käme, also 400 Zahler statt 100, dann hätten wir halt 24.000 Euro mehr, fehlen immer noch 37.000.
Es funktioniert als immer nur, wenn jemand da ist, der genug Geld reinbuttert. Von Sponsoring kann man wie gesagt nicht reden.
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Die Herrenmannschaft repräsentiert den Verein nach außen hin. Umso besser diese sind, umso mehr Kinder/Jugendliche wollen dort spielen. Es ist aus dieser Sicht also
erstmal nur logisch dort das ganze Geld reinzupumpen. Das in der Verbandsliga noch kein Geld an die Spieler fließen sollte, sollte glaube ich klar sein. Ab der Schleswig-Holstein-Liga
können kleine Beträge wie zB. Kostenerstattung geboten werden, mehr sollte da aber auch nicht laufen.
Auch hier liegst du ziemlich falsch, zumindest bei den Verhältnissen hier in Hessen. In der Verbandsliga kriegen bei uns fast alle Spieler Geld, so zwischen 150 und 600 Euro im Monat (in unserem Verein) und bis zu 1000 Euro in anderen Vereinen. Die Kinder und Jugendlichen interessiert übrigens fast überhaupt nicht, in welcher Liga die 1. Mannschaft spielt (es sei denn es ist ein Profiverein, das ist klar), hier bei uns wird geguckt, in welchen Jugendklassen die Jugendmannschaften spielen und danach wird entschieden, wo man spielen möchte. Nach der 1. Mannschaft schaut man eigentlich in der Regel nur, wenn man in der A-Jugend ist.
Einer der stärksten Vereine in der Jugend hier im Rhein-Main-Gebiet (nicht wir), spielt mit der 1. Mannschaft in der Kreisoberliga. Das ist die 8. Liga. Im Jugendbereich spielen sie überall in der Hessenliga.
Auch ich habe die Erkenntnis gemacht, dass immer mehr lokale Sponsoren gerne Geld für die Jugend geben, nicht aber für die Herrenmannschaft.
Zurück zu unserem Verein: Hier ist es jedes Jahr so, dass die Verantwortlichen der Herrenabteilung im Winter die große Panik machen, dass sie finanziell die Saison nicht zu Ende bringen können, "dann müssen wir vielleicht die Abteilung ganz zumachen", usw. Vor zwei Jahren war es fast soweit.
Wir haben daraus die Konsequenz gezogen und die Jugendabteilung eigenständig gemacht, die Beiträge für die Eltern deutlich erhöht - mit dem Resultat, dass die Senioren finanziell immer noch darben, und wir in einem Multispartenverein lt. Kassenprüfer die Abteilung mit dem meisten Geld sind.