Beiträge von Chris

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    Man kann auch heiliger als heilig sein...


    Beispiele, warum ich diese Regelung in Ausnahmefällen auch mal breche:


    2 Mannschaften haben knappe Spieleranzahlen, anstatt dass sie in Unterzahl spielen, spielt halt ein Kind doppelt, wird dafür vielleicht in einem Spiel früher rausgenommen.


    Ein Spieler kommt in einem Spiel am Vormittag nur 20 Minuten zum Zug, warum soll er nicht der in anderen Mannschaft am Nachmittag, die wenig Kinder hat, noch mal aushelfen können?


    Anderes Beispiel: Mit meiner B1 hatten wir an einem Sonntagnachmittag ein Testspiel gegen einen guten Gegner (Erster in der Gruppenliga ausgemacht), da kam dann die kurzfristige Anfrage eines Testspiels eines absoluten Spitzengegners für Sonntagvormittag, Marke "Die Chance, gegen die zu spielen, kommt so schnell nicht wieder". Es stand für mich außer Zweifel, dass wir gegen das Spitzenteam spielen. Also hätten wir den anderen absagen können, für die war es aber auch ein wichtiges Spiel gegen uns. Resultat war, dass ich halt beide Spiele durchgezogen habe, da hat fast die ganze Mannschaft doppelt gespielt. Das war grenzwertig, ging aber erstaunlicherweise sogar mit zwei Siegen auf, wobei das zweite Spiel mit Routine und Cleverness runtergespielt wurde - da war ich allerdings schon ein wenig beeindruckt.


    Mir ist klar, dass diese Regel vor allem ein Schutz der Kinder ist und auch dazu dient, dass nicht der eine überragende E-Jugendspieler in allen drei E-Jugenden des Vereins eingesetzt wird, um zu gewinnen. Doch wie bei fast allen Regeln gibt es auch sinnvolle Ausnahmen.

    Oft ist es leider wirklich so, dass dich alleine das Trainieren mit besseren Spielern deutlich weiter bringt. Man guckt sich Dinge ab, nicht zu vergessen die ganzen Spielformen und Trainingsspiele, in denen man sich allein vom Laufaufwand her anders behaupten muss als gegen die alten Mitspieler usw usw usw


    Richtig ist, dass die Trainingsqualität nicht oft automatisch dadurch besser ist, dass der Verein größer ist. Durch die guten Mitspieler sieht es aber so aus (Fortschritte stellen sich ein). In der Regel spielen größere Vereine ja oft auch gegen bessere Gegner.

    Ich muss auch ein Lob loswerden, fand den Bericht schön geschrieben (und finde es gut, dass auf die Nennung der jeweiligen Mannschaften verzichtet wurde) und finde es super, dass ihr diesen Ausflug unternommen habt.


    Deutlich wird auch - und das ist auch gut so - dass es im Profiverein oft ähnliche Probleme wie anderswo gibt: Beim Training wird auch nur mit Wasser gekocht und die Spieler verstehen schon mal eine Übung nicht so, wie der Trainer will, was diesen dann schon leicht nervt (hatte ich letzte Woche :-D)

    Wir haben uns abgetrennt, um glaubwürdig zu zeigen, dass das "Mehr" an Geld auch wirklich an die Jugend geht und nicht über verschlungene Pfade doch in die 1. Mannschaft wandert. Ich glaube nicht, dass die Eltern den Weg sonst mitgegangen wären.


    Bei den Senioren gab es schon etwas Widerstand, aber da wir a) die Eltern auf unserer Seite hatten b) den Hauptvorstand auf unserer Seite hatten c) sie extrem mit sich selbst beschäftigt waren, ging das dann insgesamt relativ widerstandslos ab.


    Soweit ich weiß, wird dort mit offenen Karten gespielt. Nichtsdestotrotz gehe ich auch davon aus, dass sich die Kinder, die von der Selektion bedroht sind, dessen sehr wohl bewusst sind und dass das bestimmt nicht angenehm für sie ist. Zumindest für einige von ihnen. Andere mögen sich anders, d.h. i.d.R. falsch einschätzen und sich daher im Zustand einer Art 'blissful Ignorance', wie der Engländer sagt, befinden. Und wiederum andere mögen die Zeit einfach genießen und den Selektionsdruck ausblenden können. Da sind Kinder vermutlich sehr verschieden.


    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es für die Kinder i.d.R. die Hölle ist, wenn sie dort nicht übernommen werden. Oft rechnen sie tatsächlich nicht damit, auch wenn sie nur Auswechselspieler sind. Gerade die Eintracht tauscht oft und gerne - da sind von der U14 vor etwa drei Jahren, die damals Regionalmeister wurde ohne Punktverlust, gleich mal die Hälfte der Spieler ausgetauscht worden...

    Zitat

    Mit dem Herrenfußball wird immer aktuell Geld verdient. Je höher eine Herrenmannschaft spielt und je besser sich die umliegenden Städte mit dieser
    identifizieren können, umso mehr Zuschauer kommen auch. In dem Verein in dem ich vorher gespielt habe (1.Kreisliga und Dorfverein) und immer noch Jugendtrainer bin
    da waren auf Grund des guten Klimas und der Austrahlung nach außen hin zu jedem Punktspiel 100 - 150 Zuschauer. Bei Spitzenspielen gegen höherklassige
    Mannschaften meist sogar mehr als 250 Zuschauer. Bei uns jetzt in der Verbandsliga sind ca. 150 - 200 Zuschauer anwesend. Gegen Holstein Kiel I waren mehr als
    400 Zuschauer da. Zusätzlich vom Dynamo Dresden noch das Funktionsteam.


    Ich kann auch nur das unterschreiben, was schon zwei Vorredner von mir sagten. Seitdem ich im Vorstand arbeite, habe ich mitgekriegt, dass man im Amateurfußball sicher kein Geld verdient. es ist IMMER ein Zuschussgeschäft. Die Kosten für eine Mannschaft, wie ich sie vorhin beschrieben habe (20 Spieler, 1 Trainer, 44.000 Euro "Gehälter") summieren sich im Jahr auf ca. 80.000 Euro (Verbandsabgaben, andere Spielbetriebskosten, Trainingsanzüge, Schiri, usw.). Das ist sehr wenig, viele Mannschaften in der 5./6. Liga verfügen über niedrige fünfstellige Etats. Aber bleiben wir bei den 80.000 Euro als Rechenbeispiel und bei den 150 Zuschauern (oft werden 200 angegeben, tatsächlich sind aber nur 150 da, liest sich halt besser in der Zeitung...).


    Von den 150, die da sind, zahlen 50 schon mal keinen Eintritt, da sie Jugendtrainer, Vorstandsmitglieder, Schiedsrichter, Jugendleiter anderer Vereine usw. sind.
    Bleiben dir 100 zahlende Zuschauer mit sagen wir 5 € pro Spiel bei typischerweise 17 Heimspielen.
    Sind 8.500 Euro im Jahr.


    Die Mitgliedsbeiträge für die 1. Mannschaft zu nehmen, ist eigentlich pervers, denn ich zahle in meinem Verein doch keinen Beitrag, damit ihn sich Spieler X in die Tasche steckt. Das ist aber in vielen Vereinen trotzdem gang und gäbe.


    Sagen wir mal, unser Verein hat 15.000 Euro Mitgliedsbeiträge und steckt davon 5.000 Euro in die Jugend, irgendwie müssen die ja auch spielen. Dann hat er mittlerweile 18.500 Euro zusammen, braucht aber 80.000 Euro = Eine Lücke von 61.500 Euro.


    Das geht nie und nimmer auf. Selbst wenn die vierfache Zuschauerzahl käme, also 400 Zahler statt 100, dann hätten wir halt 24.000 Euro mehr, fehlen immer noch 37.000.


    Es funktioniert als immer nur, wenn jemand da ist, der genug Geld reinbuttert. Von Sponsoring kann man wie gesagt nicht reden.


    Zitat

    Die Herrenmannschaft repräsentiert den Verein nach außen hin. Umso besser diese sind, umso mehr Kinder/Jugendliche wollen dort spielen. Es ist aus dieser Sicht also
    erstmal nur logisch dort das ganze Geld reinzupumpen. Das in der Verbandsliga noch kein Geld an die Spieler fließen sollte, sollte glaube ich klar sein. Ab der Schleswig-Holstein-Liga
    können kleine Beträge wie zB. Kostenerstattung geboten werden, mehr sollte da aber auch nicht laufen.


    Auch hier liegst du ziemlich falsch, zumindest bei den Verhältnissen hier in Hessen. In der Verbandsliga kriegen bei uns fast alle Spieler Geld, so zwischen 150 und 600 Euro im Monat (in unserem Verein) und bis zu 1000 Euro in anderen Vereinen. Die Kinder und Jugendlichen interessiert übrigens fast überhaupt nicht, in welcher Liga die 1. Mannschaft spielt (es sei denn es ist ein Profiverein, das ist klar), hier bei uns wird geguckt, in welchen Jugendklassen die Jugendmannschaften spielen und danach wird entschieden, wo man spielen möchte. Nach der 1. Mannschaft schaut man eigentlich in der Regel nur, wenn man in der A-Jugend ist.


    Einer der stärksten Vereine in der Jugend hier im Rhein-Main-Gebiet (nicht wir), spielt mit der 1. Mannschaft in der Kreisoberliga. Das ist die 8. Liga. Im Jugendbereich spielen sie überall in der Hessenliga.


    Auch ich habe die Erkenntnis gemacht, dass immer mehr lokale Sponsoren gerne Geld für die Jugend geben, nicht aber für die Herrenmannschaft.


    Zurück zu unserem Verein: Hier ist es jedes Jahr so, dass die Verantwortlichen der Herrenabteilung im Winter die große Panik machen, dass sie finanziell die Saison nicht zu Ende bringen können, "dann müssen wir vielleicht die Abteilung ganz zumachen", usw. Vor zwei Jahren war es fast soweit.


    Wir haben daraus die Konsequenz gezogen und die Jugendabteilung eigenständig gemacht, die Beiträge für die Eltern deutlich erhöht - mit dem Resultat, dass die Senioren finanziell immer noch darben, und wir in einem Multispartenverein lt. Kassenprüfer die Abteilung mit dem meisten Geld sind.

    Ich will auch mal. Das Thema beginnt Spaß zu machen.


    Grundsätzlich hat Dobrin ziemlich Recht, er formuliert vielleicht nur ein wenig zu deutlich.


    Ich gönne Godfather seine 800 Euro. Ich bin auch nicht der Meinung, dass er sie spenden muss oder sich dafür schämen muss. Aber dass sie angebracht sind, der Meinung kann hoffentlich nicht mal er sein.


    Der Amateurfußball wird einen großen finanziellen Niedergang erleben, und das ist auch absolut gut so.


    Es gab damals Oberligaspiele (damals war das noch die 4. Liga), die konnte man sich wirklich gut ansehen, damals war unsere 1. Mannschaft ein Spitzenteam dieser Liga und hatte einen wirklich guten Trainer. Das war Fußball. Verschieben, Pressing auf gutem Niveau usw.


    Alles unterhalb diesem Niveau hat auch für mich fußballerisch nichts wirklich Interessantes mehr zu bieten. Ich gehe auch gern mal zu unseren Herren (mittlerweile 6. Liga), weil man die Leute kennt und halt doch irgendwo dran hängt, aber doch nicht, weil der Fußball da so interessant ist. Fußball in der 1. Kreisliga oder 1. Kreisklasse? Grausam.


    Ich will natürlich keinem Absprechen, dort zu spielen, das ist völlig OK und ich will es auch nicht so niedermachen wie Dobrin, aber wen soll das denn warum ernsthaft interessieren?


    Der Sponsorenwert dieser ganzen Ligen geht gegen Null. Für mein Sponsoring erhalte ich einen Gegenwert. Bei Profivereinen ist das die Tatsache, dass meine Marke bekannter wird.


    Wenn der Metzgermeister X den Dorfverein Y "sponsert", so hat er NULL Werbewert. Ja, ich weiß, dass die Leute alle aus dem Dorf kommen, trotzdem ist der Werbewert null. Er macht das also, weil er den Verein/den Vereinspräsidenten/seine Tochter/wasweißich macht - aber einen wirklichen Wert für sein Geschäft hat er nicht. Es handelt sich also um Mäzenatentum.


    Das, was im Amateurfußball geleistet wird, und das, was da an Geldern verteilt wird, steht in keinem realistischen Verhältnis zueinander. Zu den Spielen unserer 1. Mannschaft kommen die gleichen 150-200 Opas, die auch schon in der Oberliga kamen und wenn es noch mal eine Stufe runtergeht, dann kommen sie immer noch.


    Wieso ist das dann wert, dass die Kicker dieser Mannschaft mehrere 100 Euro pro Monat bekommen? Das interessiert keine Sau wirklich. Von Eintrittsgeldern (Peanuts, gehen in der Regel für das SchiriGESPANN drauf) und den "Sponsoreinnahmen" kann diese Witzveranstaltung nicht bezahlt werden. Es funktioniert, weil es einen Mäzen gibt (früher waren es vier). Wenn der eine auch irgendwann keine Lust/kein Geld mehr hat, gehen die Lichter aus. Warum? Weil es einfach nicht genug Leute gibt, die das interessiert und die das refinanzieren.


    Und hier bin ich tatsächlich der Meinung: Bezahlter Amateurfußball ist die totale Scheiße. Es interessiert KEIN SCHWEIN. Wenn ich in einer 1. Mannschaft 20 Spieler habe, von denen jeder nur 200 Euro im Monat erhält und auch gerne nur 10 Monate im Jahr und einen Trainer, der 400 Euro kriegt, kosten mich "Spielergehälter" 44.000 Euro. Währenddessen darbt die Jugend mit Uraltbällen und kriegt keine Trainer, weil es an Geld fehlt, um ein bisschen Benzinkosten zu bezahlen. Und da stimmt einfach etwas nicht!


    Ich merke aber deutlich, dass die Mäzene des Amateurfußballs immer weniger werden. Es gibt deutlich weniger Geld für Amateurkicker zu verdienen und das ist richtig gut so. Ich hoffe auch, dass es eines Tages wirklich so ist, dass unterhalb der 4. Liga kein Geld mehr für Spieler fließt, da das sowieso völlig absurd ist. Eine kleine Aufwandsentschädigung für die Trainer ist angemessen.

    Bei uns hieß es auch erst, dass mit eingerückten Seitenlinien gespielt werden soll, dann wurden doch die Seitenlinien des Großfelds genommen, aus ganz pragmatischen Gründen (weniger Linien zusätzlich zu ziehen).


    Davon geht die Welt nicht unter, das hat sich nach 4-5 Spieltagen hier mittlerweile eingependelt und das Feld ist - obwohl quadratisch - ein großer Fortschritt gegenüber den alten Großfeld, sehr hohes Tempo, es geht hoch und runter, viele Spieler sind erheblich öfter am SPiel beteiligt als auf dem Großfeld.


    Es spielen fast alle guten Mannschaften ein 4-4.

    Beim Einzelgespräch fange ich immer mit etwas Positivem an. Gute Leistung des Spielers im Training oder Spiel, oder ich sage ihm, was mir an ihm gefällt.


    Das schafft eine positive Grundstimmung.
    Danach frage ich ihn, ohne dass ich etwas vorgebe, wie es ihm momentan gefällt und warum, was ihm gut gefällt und was nicht und wie er sich in der Mannschaft fühlt.


    Erst danach fange ich an, ihm zu sagen, wie ich ihn momentan sportlich sehe, was mir NICHT gefällt, wo und wie er sich verbessern kann.

    Zodiak, ich hab auch mal so gedacht wie du, aber habe sehr viele hochklassige Spiele mittlerweile live gesehen und genau beobachtet, wie sich da bewegt wird.


    a) Du möchtest nicht gleich viele Spieler wie der Gegner in deinem Strafraum haben, du möchtest definitiv mehr Spieler dort haben.


    b) In engen und gutklassigen Spielen (ich meine auch schon höheren Jugendfußball, in dem beide Mannschaften Systeme beherrschen und wenige Chancen zulassen) sind Standards sehr, sehr oft spielentscheidend. Wenn jemand in einem engen Spiel mit 1:0 in Führung geht, verändert sich das ganze Spiel dadurch, dass die führende Mannschaft nun zusätzlich auch noch mehr Räume erhält.


    c) Wenn der Gegner keine kurze Ecke spielt, stehe ich mit 9 Feldspieler am und im Strafraum, einer steht ca. in der Hälfte meiner eigenen Hälfte. Das reicht in der Regel, um lange Bälle anzulaufen. Wichtig ist, dass sich deine positionierten Spieler tatsächlich zum Ball bewegen. Wenn zum Beispiel der ersten Verteidiger den Ball an die Strafraumgrenze köpft, sollten sich die dort am nächsten platzierten Spieler mit Tempo ebenfalls dorthin bewegen. Sobald der Ball aus dem Strafraum fliegt, geht es mit hohem Tempo dort raus.


    d) Damit der Ball zu deinem einen Spieler zwischen Abwehr und Angriff geklärt wird, müssest du schon ziemlich viel Glück haben. Damit er wirklich dort landet, musst du ca. 25 Meter vor deinem Tor schon 2-3 deiner Spieler platzieren. Dazu einen Stürmer ganz nach vorne. Das sind 3-4 Mann, die du rausziehen musst. Das ist zu riskant.


    e) Ich habe eine junge C-Jugend und wir haben nun vier Testspiele gegen ausnahmslos gute Gegner bestritten, teilweise sogar höherklassige Gegner als uns. Wir hatten zahlreiche Ecken gegen uns, aber keine einzige wirklich torgefährliche Situation ist entstanden (natürlich werden wir auch im Verlauf der Saison Eckballgegentore fangen, aber ich glaube an dieses System).

    Haha Paul, solche Geschichten kenne ich nur zu gut. Das Problem ist, dass man zu arrogant wirkt, wenn man immer erst überprüfen will, ob der Gegenüber die modernen Systeme überhaupt richtig versteht. Wenn mir jemand erklärt, er finde die Viererkette ja grundsätzlich gut, aber auf Abwehr zu spielen gehe in den unteren Ligen und im Jugendfußball ja nicht, weil es keine Linienrichter gibt, überlege ich immer, ob das und derjenige die Diskussion jetzt wirklich wert ist...


    Was mir in den letzten 1-2 Jahren aber wirklich aufgefallen sind, sind komische Hybrid-Systeme, von Leuten, die ein bisschen was aufschnappen im Fernsehen von "Verschieben" usw. und das dann versuchen in ihr Libero-System zu pressen. Da wird mit Libero hinter in einer Art Dreierkette gespielt, während sich die ganze Mannschaft (!) - da haben sie aufgepasst - zum Ball hin verschiebt. Die beiden "Manndecker" spielen auch raumorientiert, sie übergeben also ihre Gegner, was ja theoretisch auch geht. Ganz interessant, und erst einmal eine andere Herausforderung als das Spiel mit reinem Libero und 2 Manndeckern, aber auch gut zu knacken.


    Zurück zum Threadersteller: Du möchtest offensichtlich nicht über das System als solches diskutieren. Akzeptiere ich, aber nenn mir bitte nur in 4-5 Stichpunkten, mehr muss es nicht sein, deine Gründe, ein Liberosystem zu spielen. Dass du dazu keine Übungen findest ist einfach: Das System ist fußballerisch Steinzeit (adäquat war es vor 25 Jahren), daher wirst du dazu kaum etwas in moderner Literatur finden.


    Das was dir vorschwebt, ist schon fast eine Viererkette. RV schiebt auf den durchgebrochenen Gegner, dein VOS wäre bei der Viererkette eben der RIV, der eins nach rechts schiebt und den alten Gegner deines RIV übernimmt und dein LIB wäre ein LIV, der etwas tiefer gestaffelt absichert. Warum eine schlechte Kopie statt dem Original?

    Da stimme ich mal mit ein: Wir haben zurzeit inklusive Spiele pro Woche 6-9 Einheiten über 4 Wochen. Dann fangen die wieder mit dieser Schule an, die das Fußballtraining dauernd unterbricht =) Das ist auch mit Jugend- und Amateurteams gar kein Problem, wenn man die Schwerpunkte richtig setzt, wie Paul schon sagte.


    Beispiel: Wenn ich um 17 oder 18 Uhr ein Testspiel habe abends, was spricht dagegen, vormittags eine Einheit durchzuführen, in der ich noch mal das Verschieben übe oder mich mit Standards beschäftige oder ein spezifisches Torschuss oder Technik- oder Koordinationstraining durchführe?

    Wir brauchen die Möglichkeit zu zeichnen.


    Im Spitzenfußball geht die Tendenz immer mehr dazu, vier Mann auf der Linie des Torraums (Fünfer) zu stellen. Der erste Pfosten ist immer besetzt (zusätzlich!), der zweite zudem zu 90 oder 95 % ebenfalls. Das sind schon 6 von 10 Feldspielern.
    Bis hierhin ist das fast internationaler Standard momentan.


    Ab jetzt folgt meine Interpretation, mit der ich aber auch nicht 100 % glücklich bin.


    Ich stelle dann noch zwei davor, die ca. 8-11 Meter vom Tor entfernt zentral stehen.
    Einen, der die kurze Ecke unterbinden soll.
    Einen, der am 16er mittig steht.
    Und das sind dann schon auch 10 Spieler.


    Wenn klar keine kurze Ecke gespielt wird, rückt derjenige, der diese unterbinden sollte, auf die Position mittig auf den 16er, der, der dort stand, rückt 15 Meter vor ins Loch zwischen 16er und Mittellinie.


    Eigentlich ist mir das viel zu defensiv. Aber in der Regel ist es ziemlich sicher und du fängst fast nie Eckentore. Am liebsten hätte ich noch zwei Spieler, die ich links und rechts in den Ecken der eigenen Hälfte an der Mittellinie zum Kontern positionieren könnte.

    Danke für das Lob, das motiviert einen auch, sowas zu schreiben. Aber zuviel davon ist an meine Stelle gar nicht angebracht, das sind nicht meine Übungen, sondern fast genau so (teilweise ein wenig angepasst) von Arrigo Sacchi. Ich halte seine Methode, dieses Spiel zu vermitteln, immer noch für überlegen gegenüber der deutschen (die Grundidee ist die selbe, ich denke nur, dass man mit Sacchi schneller und besser ans Ziel kommt).


    Meine 13-Jährigen haben kürzlich gefragt, ob das "wieder eine Übung von dem alten Italiener mit der Glatze wäre" haha, sie haben mal 20 Minuten das Video zu sehen bekommen.


    Beim Neunerfeld mit verkürzter Breite muss ich leider passen. Ich habe keine Ahnung davon, habe noch nie ein Spiel gesehen aber lustigerweise heute morgen mit unserem D1-Trainer darüber diskutiert. Ich würde spontan wohl auch ein 3-3-2 oder 3-2-3 favorisieren. Auf dem Papier sieht das 3-2-3 als Vorstufe zu einem 4-2-3-1 oder 4-3-3 sehr reizvoll aus.

    NF: Das wäre mir alles ziemlich egal. Wenn du es richtig machst, wirst du so bessere Ergebnisse und bessere Fußballer bekommen als mit Libero. Erst recht, wenn die Spieler in der C1 ja höherklassig spielen sollen. Die Situation ist ein wenig mit meiner C2 vergleichbar, die auch gegen JSGs antreten wird, die aus mehreren Vereinen bestehen.


    Alexbonn: Haha, genau, das ist mir jetzt auch ab und zu mal aufgefallen, dass Mannschaften mit Viererketten echte Probleme gegen Liberosysteme haben, weil das keiner mehr spielt und sie nicht genau wissen, wie sie das ausspielen können. Das erinnert mich daran, dass wir das in der Vorbereitung vielleicht auch noch mal durchnehmen sollten :)

    Andre: Bei uns in Hessen haben sie aus pragmatischen Gründen entschieden, über die komplette Spielfeldbreite zu spielen auf dem Neunerfeld. Das Spielfeld ist jetzt fast quadratisch. Ich denke es wird bei den meisten "fortschrittlichen" Teams zu einem 4:4-Spielsystem führen, während sich die altmodischeren Trainer kaum vorstellen können, dass man ohne Stürmer spielt, die werden wohl in einem 3-4-1 oder 3-3-2 antreten.


    Das mit dem taktischen 1:1 dauert ein wenig, bis es richtig umgesetzt wird. Das muss man über Monate schulen, deswg. ist mir eigentlich die Zeit für Mannschaftstaktik in der D-Jugend viel zu schade. Ich fürchte fast, dass die komplette Spielfeldbreite wieder dazu führen wird, dass höherklassig in der D1 doch in Mannschaftstaktik investiert werden muss, um Spiele zu gewinnen.