Alles anzeigenIch sehe es eigentlich ähnlich. Das 3-3 hat seine Vorteile gegen den Ball, also beim Unterbinden des gegnerischen Spiels. Das ist auf höchstem Niveau (als wenn durch Selektion viele überragende Fussballer auf dem Platz sind) der entscheidene Faktor um Spiele zu gewinnen. Man brauchst sich nur die Spiele der NLZs gegeneinander anzuschauen. Dort wird auch konsequent beim Aufbau alles zugestellt und in Manndeckung genommen. Hauptsache der Gegner kommt nicht ins Spiel. Und wenn der Ball rollt: Druck! Druck! Druck! Die spielen fast alle im 3-3.
Ich kenne eine ambitionierte Mannschaft meines Jahrgangs aus einem Nicht-NLZ-Vereins, die schon immer sehr weit und unserem Team immer "gefühlt" ein Jahr voraus waren. Für mich war das zum einen kein Problem (weil ich einige Verhaltensweisen auch nicht altergerecht empfand), aber sie waren für mich immer auch ein Vorbild, weil sie einen sehr attraktiven Fussball gespielt haben. Jetzt habe ich sie vor ein paar Wochen wieder gesehen und habe zum ersten Mal zu mir gesagt: So will ich in einem Jahr nicht spielen!
Was war anders? Sie haben sich in ihrer Spielweise mittlerweile sehr stark den NLZs angenähert. Ganz klarer Fokus auf Arbeit gegen den Ball, Druck, eng an die Gegenspieler, Pressen, Spiel des Gegners zerstören. Darunter litt aber ihr Ballbesitzspiel, wo sie immer überragend geschmeidig waren. Das Spiel bestand aus viel Stückwerk, Kampf, Einzelaktionen und ständigem Umschalten (so ein bisschen wie Leverkusen oder Leipzig). Ich habe den Trainer, den ich als Fussball-Fachmann sehr schätze, darauf angesprochen und er sagte mir, dass die Anpassung aus dem Grund stattgefunden hat, weil sie auf den großen Turnieren oft Spiele verloren haben, wo sie gleichwertig oder sogar besser als der Gegner waren. Die Ergebnisse geben dieser Anpassung übrigens recht. Sie können jetzt mit den NLZs mithalten und öfters Spiele und Turniere gewinnen.
Ich persönlich find`s schade. Man hat sich fürs Ergebnis krumm gemacht und seine Identität aufgegeben. Ich denke nach wie vor, dass im Kinder- und Jugendfussball das Spiel mit und nicht gegen den Ball an erster Stelle stehen sollte, auch wenn man dadurch mal Spiele verliert. Ist zwar jetzt ein bisschen off-topic, aber die Geschichte fiel mir gerade zu diesem Thema ein...
Vielen Dank für den interessanten Beitrag.
