Beiträge von Chris

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    Vielen Dank für den interessanten Beitrag.

    Ich hab jetzt einen Jungen, der noch mal die letzten zwei Ferienwochen wegfährt und der mich um einen "Trainingsplan" für die zwei Wochen gebeten hat, "damit ich fit bleibe".


    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er da von alleine drauf gekommen ist... Hintergrund: Wir spielen in der höchsten Liga und haben einen relativ großen Kader, ich denke, dass diese Frage von den Eltern kam. Im Gespräch mit ihm habe ich dann rausgefunden, dass er z.B. Laufen auch langweilig findet. Wenn ich ihm jetzt gar nichts mitkriege, schicken ihn die Eltern vielleicht zum Laufen... Also kriegt er von mir einen Plan, auf dem er im Hotel am Strand kicken soll, schwimmen gehen soll und Tennis spielen (hat er eh mit seinem Vater vor)...


    Ein normaler 12-Jähriger, der im Urlaub sich sportlich aktiv bewegt, auch wenn es kein Fußball ist, verliert doch keine Fitness...

    Wir reden bei der D-Jugend ja von 5-Meter-Toren. Da haben wir die Modelle mit Rollen, das kriegen sie mittlerweile zu sechst oder acht hin das Ding zu kippen und zu rollen. Tragen geht da natürlich nicht.


    Und wenn wir auf den Nebenplatz wollen, da müssen wir die Tore über eine Bande heben, dann sind es leichtere Tore ohne eingebaute Gewichte, da tragen je nach Modell 6 bis 10 oder 12 Jungs ein Tor.

    Für mich unverständlich, wenn das ab der D-Jugend noch die Trainer machen.


    Das war das erste, was wir unseren Spielern, die wir letzten Sommer als U12 übernommen hatten, beigebracht haben. Wir haben ihnen sehr deutlich gemacht, wie gefährlich das Tor ist, wo sie auf keinen Fall lang dürfen, wenn sie es über eine Barriere heben müssen (wir haben verschiedene Modelle, mit Zusatzgewichten, oder mit Rollen und integriertem Gewicht oder ganz ohne Kippsicherung). Die laufen auch ganz gerne mal unter einem schwebenden Torpfosten hindurch.


    Wir sorgen immer wieder dafür, dass das Tor tragen so ruhig und ohne Blödeln wie möglich abläuft und haben auch klargemacht, dass ein Baumeln an der Latte völlig inakzeptabel ist.


    Wenn gefährliche Momente beim Tor tragen anstehen (über die Barriere heben) überwachen wir das, aber tragen müssen sie schon selber.

    @Andre
    Ich gehe von Senioren C-Liga aus, also unterste Spielklasse.


    Aber nach den geschilderten Defiziten finde ich Andres Ansatz da richtig - es geht bei den Problemen, die offenbar vorhanden sind, nicht so sehr um die Taktik, sondern erst mal um die richtige Grundausbildung. Da würde ich ansetzen und nicht groß über Taktik reden - erst recht bei einer schlecht ausgebildeten Seniorenmannschaft.

    Es ist nicht so, dass ich mich "angegriffen" fühlte, ich wollte damit eher demonstrieren, dass man "taktisch" variieren kann, ohne die Kids zu überforden, einfach je nachdem, welchen Spielertyp man wo einsetzt, aber dann gar nicht groß über Taktik redet.


    Deinen letzten Satz finde ich gut.

    Gruppentaktische Elemente gehören bei einer starken D-Jugend dazu, sonst hast du in der Regel in den höchsten Ligen gar keine Chance zu überleben.


    Ansonsten halte ich es auch so, wie einige andere Trainer hier schon festgestellt haben - es gibt nicht dieses "eine" Konzept, das man allen Mannschaften und Spielern überstülpen kann.


    Wenn du mit der Kritik bezgl. Falsche Neun mich meintest, dann hast du nicht richtig gelesen: Ich habe geschrieben, dass man sowas steuern kann, in dem man z.B. einen Mittelfeldspieler, der sich automatisch fallen lässt, als Stürmer einsetzt. Dann spielst du quasi mit F9. Ohne dass der Junge in seinem Leben (oder zumindest nicht von uns) je davon gehört hat.

    Die Spieler bräuchten in der F-Jugend feste Positionen.

    Wo kommen eigentlich immer diese "Fachleute" her. Ich meine das ernst - wie kommen die darauf, das beurteilen zu können, dass man in der F-Jugend feste Positionen braucht.

    Ich trainiere eine relativ gute U12, die jetzt in die U13 kommt.


    Ich wage zu behaupten, dass ich mich taktisch ziemlich gut auskenne.


    Wir trainieren drei Mal die Woche. Dennoch war mir die Zeit viel zu schade, um mit den Jungs Gruppen- oder gar Mannschaftstaktik zu trainieren. Ausnahme: Gruppentaktisches Angriffspressing in Kleingruppen in Spielformen (3v3, 4v3, 3v4, 2v3 usw).


    Als unser Offensivpressing gegen bessere Gegner mal nicht so lief, haben wir uns die Zeit genommen, das einfach in der Zeit vor dem Spiel (Mannschaftssitzung) nach dem Umziehen für jeweils ca. 10-15 Minuten anzusprechen, wer warum wann wen anläuft und haben sogar das Anlaufen im Bogen thematisiert - und die Jungs haben es nach 3-4 Mal richtig stark umgesetzt, ohne dass wir das auf dem Platz trainiert hätten. Fand ich erstaunlich.


    Wie gesagt, in der Altersstufe waren im Training andere Sache für mich wichtiger, etwa 1v1 offensiv und defensiv, Handlungsschnelligkeit, Beidfüßigkeit etc., denn da gab und gibt es tatsächlich noch Lücken, obwohl es wie gesagt eine gute Mannschaft ist. Keine U12 muss perfekt verschieben oder die Räume verdichten, es reicht, wenn sie das Grundkonzept verstehen und versuchen, danach zu handeln.


    NACHTRAG:
    Gerade bei den D-Jugend Formationen gibt es viele verschiedene Meinungen, was auch kein Wunder ist:
    Ein Teil spielt 9:9, ein anderer 7:7. Einige mit Abseits, andere ohne. Einige Spielen von 16er zu 16er des Großfeldes, einige mit eingerückten Seitenlinien andere auf fast ein Quadrat ohne einzurücken. Das sind sehr unterschiedliche Voraussetzungen.


    Wir haben uns für ein 2-5-1 (oder 2-3-3) entschlossen, dass wir meistens mit falscher Neun spielen. Bevor jetzt jemand denkt, dass ich komplett abgehoben bin - die falsche Neun haben wir nie thematisiert, sondern stellen einfach einen Jungen in den Sturm, der eigentlich eher eine 10/8 ist, und sich als Stürmer automatisch ins Mittelfeld fallen lässt, während wir zwei weitere Achter haben, die gerne in die Spitze gehen. Wichtig ist in meinen Augen nicht so sehr die Formation, sondern Spielfreude, Dynamik und Aggressivität gegen den Ball zu fordern und zu fördern.

    Wenn ich das richtig verstanden habe - und ich bin nicht 100 % sicher, aber doch ziemlich - so ist das ein ganz normaler "Job". In dem Moment, in dem er eben einen Amateurvertrag unterschrieben hat, ist das ein Arbeitsvertrag. Also ganz normal zu versteuern, wie das Jobben beim Lidl u.ä., inklusive Arbeitgeberanteil des Vereins.


    Daher machen viele Vereine das eben gerne schwarz, bar auf die Hand, ohne Vertrag. Das ist dann halt Schwarzarbeit...

    Wir hatten jetzt schon mal ein Großfeldspiel (hatte sich so ergeben, da eine schwache C-Jugend unbedingt gegen meine 2004er spielen wollte und es mich zugegebenermaßen auch ein wenig gereizt hat).


    Da wir das Spiel dominiert und gewonnen haben, sind die Jungs weiter heiß darauf.

    Interessanter Bericht, danke.


    Die 11-Jährigen, die ich trainiere (körperlich eine eher kleine U12), würden sehr gerne auf das Großfeld spielen (nicht, dass ich das jetzt unbedingt angebracht finden würde. Will nur klarmachen, dass es auch andere Meinungen gibt).

    Darf man. Ich finde sie aber nicht dramatisch.


    Bei der A-Jugend gibt es keine Probleme mit der Feldgröße, sondern damit, dass viele U19-Spieler vorzeitig in den Seniorenbereich gezogen werden und damit der A-Jugend nicht zur Verfügung stehen, daher A-Jugend-Sterben.


    Das kann mit U18 und U17 unter der neuen Ordnung dann nicht passieren. EInen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

    Mich begeistert vor allem, dass das Zusammenspiel von U14 und U15 wegfällt. U13/U14 passt viel besser.


    U12 und U11 sowie U15 und U16 auch. Ist nicht das Ziel der Reform, aber ich finde es richtig gut.


    Was die Anzahl der A-Jugenden angeht habe ich auch meine Zweifel.