Erfahrungswerte
Idee: Angriffspressing aus dem 4-3-3 mit Balleroberung im gegnerischen zentralen defensiven Mittelfeld (idealerweise, aber nicht ausschließlich)
Umsetzung:
U12:
Gewählte Formation 2-5-1 oder 2-3-3 (für das Großfeld werden dann lediglich noch 2 AV hinzugefügt, die meisten Laufwege und Spielfeldaufteilung bleiben gleich)
Gute, auffassungsschnelle Mannschaft
Einteilung des Spielfeldes in 4 Kästchen (vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts)
Der U12 erklärt: Wir gehen mit allen Spielern immer in das Kästchen, in dem der Ball ist (gegen den Ball)
Trainingszeit für Manschaftstaktik/Pressing aufgewandt: Null (viel zu schade in dem Alter)
Aber viele SSG (3v3, 4v4, 5v5) mit den vier "Kästchen" aufgebaut und das Team dazu gebracht, gegen den Ball ins Kästchen zu gehen. Das hat sich ins Spiel automatisch übertragen, sehr erfolgreich was Ergebnisse betrifft, auch durchaus ansehnlich. Dadurch, dass wir in dem SPielfeldviertel, in dem der Ball war, immer mehr Spieler hatten als der Gegner, haben wir irgendwie den Ball erobert, auch wenn es nicht genau vorgegeben war, wer wen anläuft.
"Gegenpressing" ist steter Bestandteil des Trainings in Spielformen (individualtaktisch und gruppentaktisch, nicht mannschaftstaktisch)
Winterpause U12
Testspiel gegen eine sehr starke gleichaltrige Mannschaft
Das ungelenkte "wilde" Pressing hat sich gegen diese Mannschaft als ziemlich wirkungslos erwiesen, da die sich recht gut hinten raus kombiniert haben.
Experiment:
Wir haben vor den weiteren Testsspielen der Winterpause jeweils 10 Minuten an der Tafel ein gelenktes Angriffspressing erklärt (etwas zurückziehen --> ST läuft IV im Bogen an und lenkt nach Außen --> AS läuft AV an und lenkt nach Innen --> 8er und 6er pressen ins gegnerische Zentrum wo sie meist zu dritt auf zwei Gegenspieler treffen. Manchmal sogar nur einen --> Balleroberung)
Wir waren selber überrascht, wie gut das teilweise funktioniert hat - ohne eine Minute Trainingszeit dafür aufzuwenden.
U13:
Spielsystem beibehalten.
Pressingablauf beibehalten.
Vor der Saison 2-3 Trainingseinheiten zu dem Schwerpunkt gemacht (hielten wir bei 4-5 Trainingseinheiten die Woche zu diesem Zeitpunkt für vertretbar)
Das System "sitzt" und kann gespielt werden, ohne dafür andere Trainingsschwerpunkte vernachlässigt zu haben.
Erkenntnisse:
Wir schießen viel zu wenige Tore. Generelle Schwäche beim Verwerten von Chancen, aber es hat sich auch herausgestellt, dass es beim Neunerfeld mit den kleinen Toren ein NACHTEIL ist, den Ball hoch zu erobern, da dann sehr viele gegnerische Beine noch im Weg sind und der Weg zum Tor oft versperrt ist. Erfolgversprechender ist es auf diesem Feld eigentlich, sich fallen zu lassen und dann in freie Räume zu kontern.
Wir haben das System trotzdem beibehalten, da wir gerne so spielen, viel den Ball haben und sehr viel den Ball laufen lassen. Zudem haben wir jetzt schon dadurch angefangen, diagonale Verlagerungen ins Repertoire aufzunehmen (sehr bescheidende Anfänge).
U14 (nächste Saison)
Das Ziel war eigentlich immer, auf Großfeld und große Tore die Früchte des gelernten Angriffspressings zu ernten.
Das wird vermutlich eher nichts, da wir dort dann höherklassig gegen U15 Teams spielen werden und die ersten Testspiele aktuell gg momentane U14 und U15-Teams gezeigt haben, dass unser Angriffspressing oft brutal überlaufen wird. Vermutlich Umstellung auf ein Mittelfeldpressing.
FAZIT
Ich finde schon, dass man das altersgerecht verpackt und wenn man dafür nicht andere Schwerpunkte vernachlässigt, schon früh umsetzen kann und sollte. Im Prinzip so wie @let1612 gesagt hat, schon ab den Kleinsten.