Das ist das schwierige, so aus einer Minderheit heraus. Und im Fall des Threaderöffners als Gegenposition zu einem "alten Hasen", der zur Zeit der Eltern Top-Spieler in der ersten Mannschaft des Vereins war.
Ich hatte es einfach das Konzept von Rotation und gleichen Spielanteilen durchzusetzen, Kinder ziehen voll mit, Eltern und Verein stellen sich nicht in den Weg. Und vor allem die Eltern sind nach der ersten Rasensaison und jetzt 6 Hallenturnieren sehr angetan, erstens vom Zusammenhalt in der Mannschaft, zweitens von der Leistung.
Es geht bei Bambinis nicht um den Sieg, aber wenn man eine starke Truppe formiert hat, zeigt sich das automatisch auch in den Ergebnissen. In den letzten 20 Spielen unserer G sind 2 Niederlagen enthalten. Und beide gehören zu der Sorte, die ich schon mal angesprochen habe, dampfwalzenartige F-Jugendbambinis haben sich, Rammfaust voran, den Weg freigeschoben, die jeweils anderen Trainer sahen keinen Bedarf einzugreifen. Das haken wir aber ab und nehmen einfach nur den Spaß am Kicken mit.
Ansonsten sind wir wirklich schwer zu knacken und auch schwer am Tore schießen zu hindern. Aber nicht weil wir Stars hätten, sondern weil ausnahmlos jeder aus dem 13er Kader aufs Feld stehen kann und in der Lage ist, einen Angreifer abzulaufen und (fair!) unschädlich zu machen. Ebenso hat jeder einen Drang zum Tor entwickelt und nutzt entsprechende Chancen. Auffallend dribbelstark sind auch nur zwei oder drei Kinder, die es schaffen ein paar Gegner stehen zu lassen und dann noch ein Tor zu erzielen. Aber soweit ich das überblicke, hat fast jeder ungefähr diese Anzahl an "auffälligen" Spielern. Ich meine aber Vorteile zu haben, weil die nur für die B-Note sorgen, ich kann sie auch komplett rausnehmen ohne das Spiel umzukippen. Der Endstand fällt wohl etwas niedriger aus.
Aber es sind die gleichen Jungs wie überall. Nur ist keiner dabei, der ständig auf die Bank verbannt und einmal, weil zu Hause die Eltern zuschauen, aufs Feld gestellt wird mit dem Kommentar, hinten aufpassen wenn der Gegner kommt. Der hat nämlich im Moment wenn er auf das Feld kommt schon verloren. Seine Erfahrung und sein Selbstvertrauen ragen nicht mal über die Grashalme des Platzes hinaus. Drüben kommen zwei ausgebuffte, turniererfahrene Altbambinis an den Ball, seifen den armen Tropf für ne halbe Sekunde ein und versenken die Kugel. Das Sahnehäubchen ist dann, wenn der zitternde Bub wieder runtergenommen wird mit dem Kommentar "Siehste, das ist noch nix für dich..." Mehrfach live gesehen...
Aber wie verbohrten Trainerkollegen, Vereinsoberen und verbissenen Eltern erklären, dass er das noch zwei oder drei Turniere so erleben muss? Es dann aber auch erst schaffen wird, hier und da mal nen Ball wegzuspitzen, und noch zwei drei weitere Turniere braucht bis er das Zweikampfverhältnis langsam in seine Richtung kippen kann? Bis dahin sind zig Spiele verloren...
Ich bin davon überzeugt, dass ich diese vorteilhafte Vorgehensweise alleinstehend nicht durchziehen könnte. Von daher habe ich auch nicht den Supertipp für @Greenhorn76 . Man ist gegen beratungsresistente Vereinsleute und Eltern einfach machtlos. Letztere wechseln wohl im Zweifel den Verein. Ersteren ist ihre Einfältigkeit weder peinlich noch sehen sie sie ein.
Vielleicht mit dem guten Gedankengang von @Andre argumentieren. Hinten stehen bleiben, darauf warten Bälle wegzudreschen, ist museumsreif. Heute schießen die Boatengs, Hummels und Lahms Tore, mit Kopf und Fuß. Warum sollst du dann solch Abwehrpfosten "ausbilden"?
Rick