Beiträge von Dirk Coerverfan

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich bin selten persönlich geworden aber wenn ich Sir Alex Kommentare lese werde ich traurig.
    Seine Kommentare bestätigen mich immer wieder, dass diese Art von Trainern an Breitensportkindern u. erst recht nichts an NLZ zu suchen haben.


    Sorry Uwe, du darfst es gerne löschen.
    Aber ich werde es nicht zurück nehmen. Denn was ich für die Fußballleher an den NLZ geschrieben habe, bestätigt Sir Alex immer wieder.
    Pädagogisch Verantworliche Leiter eines NLZ hätten ihn schon längst aus dem Kinder- u. Jugendbereich entfernt.


    Das war mein Trapatoni.

    Ich habe mich aus dem Kinder- u. Jugendfussball verabschiedet, weil ich mit diesem verrückten System (sorry mir fällt kein anderes Wort dazu ein)
    nicht mehr klar komme.
    Die einzige pädagogische Neuerung, die es im Kinder- u. Jugendfußball in den letzten 30 Jahren gab ist die Fairplayliga.
    Diese wird in den Landes- u. Kreisfußballverbänden leider nur halbherzig verfolgt.
    Gruselig, was sich im Kinder- u. Jugendfußball abspielt. Schreiende Trainer u. Eltern werden, trotz Fairplayliga immer mehr zur Normalität.
    Fazit: Es gibt immer noch den "Dropout" in gleicher Stärke wie 1999 (erste wissenschaftliche Studie).
    Kinder werden immer noch verbrannt und vom Fußball weg geekelt


    Talente werden von einem verfilzten DFB-Stützpunktsystem nicht wirklich gefördert.
    Wenn es Talente tatsächlich in die Nachwuchsleistungszentren schaffen, dann werden sie dort durch pädagogisch u. menschlich sehr fragwürdig agierende Trainer und Verantwortliche
    verbrannt.
    Eine Milliardenindustrie gibt für die Ausbildung seiner Zukunft nicht mal ein Almosen aus.
    Dort sind Ausbilder tätig, die, wenn es hoch kommt, selbst nur ca 300-400 Stunden ausgebildet worden sind.
    Das es diesen Trainern nicht/oder nur kaum gelingt Talent bis in den Profibereich zu bringen, ist für mich völlig nachzuvollziehen.
    Die Verantwortlichen in den NLZ und in des DFB Stützpunktsystems entspringen alle der Fußballlehrer Ausbildung des DFB.
    Das heißt dann leider auch nicht, das dort sehr viel Pädagogik unterrichtet wird. Die ausgebildeten Fußballlehrer sind zu 99,9% leidenschaftliche
    Trainer von Seniorenmannschaften, ihr oberstes persönliches Ziel ist es irgendwann einmal eine Profimannschaft zu trainieren.
    Ich kenne tatsächlich nur 2 Fußballlehrer, die leidenschaftliche Kinder- u. Jugendfußballtrainer sind.
    Auch hier das Fazit: Talente werden verbrannt. Die Trainer u. Verantworlichen müssen daran gemessen werden wieviele sie verbrennnen u. nicht daran, ob
    es mal Einer geschafft hat durch die Hölle der NLZ durchzukommen.


    Meiner Meinung nach muss der DFB hier eine neue Schulung einführen. Fußballlehrer haben nichts an den NLZs und als DFB Stützpunktkoordinatoren zu suchen(fußballfachliche,beratende Funktion ausgenommen). Es sei denn sie haben
    haben einen pädagogischen Hintergrund. (Sozialpädagoge, Sportlehrer usw.)
    Die Ausbildung dieser sehr wichtigen Personen muss vom Fußballlehrer abgekoppelt werden.


    Über mittlerweile 30 Jahre habe ich versucht, dieses System zu verbessern. Fazit: Ich bin gegen Betonwände(Köpfe) gelaufen und habe viele Blessuren davon getragen.
    Geändert habe ich nicht wirklich viel. Fußballer u. seine Funktionäre sind das konservativste, was ich mir vorstellen kann.
    Es gab mal eine kurze Phase des Umdenkens im Bereich des KiFus während der Ära von Jürgen Klinsmann und Mathias Sammer.
    Heute sind die Stühle bequemer und die Seilschaften der Verantwortlichen wieder stabiler geworden.
    Hier etwas im KiFu grundlegend zu ändern, bedarf es wieder einer Lokomotive, die ich in absehbarer Zukunft nicht sehe.

    @let1612#
    Respekt vor den Gedanken, die Du dir gemacht hast.
    Da können sich viele Herrentrainer eine Scheibe von abschneiden. Für diesen Bereich richtig, richtig gut.
    Allerdings ist Dein Link das Krassete, was ich aus dem F-Jugendbereich bisher gelesen habe.
    Da haben wir beide völlig unterschiedliche Ansichten.
    Kinderfußball ist kein Erwachsenenfußball.
    Ich würde mir wünschen, das Du den Text in meinem Avatar einmal ließt.
    Eventuell könntest Du in diesem Forum nach "Helikopter Eltern/Trainer"; "Schachfigurenfußball" oder auch auf Google nach diesen Begriffen suchen.

    Wer das Jonglieren in sein Sichtungstraining einbaut, sollte überdenken ob er der geeignete Kinder- u. Jugendtrainer ist.
    Jonglieren sagt nichts aber auch gar nichts über das Talent aus.
    Es ist verschwendete Trainingszeit.


    Niemand ist jemals ein besserer Fußballer geworden nur weil er den Ball 100 x hoch halten konnte.
    Ist das Jonglieren spielnah, bzw. ist es im Spiel gefragt?

    @JJH
    Dein Sohn kommt jetzt in die E-Jugend
    Sobald er Fußballspielen will gib ihm die Möglickeit dazu. Allerdings nur wenn er es will (sogenannte intrinsische Motivation). Für mich hört sich das bei deinem Sohn so an.
    Für mich in diesem Alter eine ganz klare Regel: "Viel hilft Viel" oder "Übung macht den Meister"
    Trainingsschwerpunkt ist in diesen Alterstufen ganz klar das Dribbling.


    Du beschreibst einen Umstand, der in der F- und in der E-Jugend völlig normal ist. Die Jungs haben noch andere Körperproportionen als wir Erwachsenen,
    deshalb kommen sie beim Tempodribbling immer wieder ins Stolpern und fliegen in den Kurven aus der Bahn.
    Sein Kopf ist im Verhältnis so schwer als wenn Du einem Erwachsenen noch einen 5-10 kg schweren Gürtel um die Schultern binden würdest.
    Versuch es mal, dann verstehst Du, dass er nicht anders kann.


    Die Trainer/Du können deine Jungen unterstützen in dem sie ihn vielfältige koordinative Aufgaben stellen.
    Vor allem sollten Ryhtmus, Gleichgewicht, Reaktion, Orientierung, und Kopplungsfähigkeit angesprochen werden.


    Die Sprintübung bergab ist schon sehr gut für Schnelligkeitstraining (Overspeed). Ich bin mir aber nicht sicher ob es in dieser Alterstufe etwas bringt.
    Außerdem darf es nicht so häufig durchgeführt werden. Wer keine Ahnung davon hat, sollte es nicht unbedingt mit Kindern machen.


    Enge Ballführung kann man, meines Erachtens, nur über extrem viele Ballkontakte und Dribblings trainieren.
    Hier kannst Du auf Youtube mal nach "Coerver" oder "coerver dribbling" googlen.

    Pflichtlektüre für jeden Kindertrainer:
    leider noch nicht im Coachshop.de erhältlich daher der amazon link:


    http://www.amazon.de/Die-Raumdeckung-Fussball-Kreativit%C3%A4t-Theoretische/dp/3937049193/ref=sr_1_1/278-5682484-8303456?s=books&ie=UTF8&qid=1462087245&sr=1-1&keywords=mazzali+simone+die+raumdeckung+im+fussball


    Taktik ist so einfach. Da sollte man schon mit 8 jährigen anfangen, sonst lernen sie es nie.


    Das die Fragen immer wieder auftauchen ist normal. Da es immer wieder neue Trainer den Weg in dieses sehr gute Forum finden.
    Es tut mir leid, ich habe bald kein Verständnis mehr für die meisten Antworten.
    Wer steht im Mittlepunkt des Kinderfußballs-- Der Trainer oder die Kinder?



    Es soll nicht heißen, dass ich die Weisheit mit Löffenln gegessen habe. Meine Antorten sind auch immer nur Ideen,
    doch kindgerecht geht anders.

    Uups,
    der Ausbildungsordner ist für alle Lizenzen im Bereich des DFB standadisiert und die Inhalte überall gleich.


    Nein auch diese Behauptung ist falsch.
    Zum Trainer wird man niemals durch äußere Einflüsse.
    Den gesunden Menschenverstand haben die ehemaligen Profis doch nur sehr begrenzt.


    Genau diese Aussage ist ja das fatale an der jetzigen Trainerausnahme.
    Vater wird man durch die Natur.
    Deine Rolle als Vater wirst Du zu 85% (meine Theorie Begürndet durch die Sichtweise des pädagogischen Optimismus) durch Deine Erziehung u. Sozialisation erlernt haben.
    Somit ist deine Rolle ebenfalls ein Produkt von Tradion. Tradition hat sehr viele Vorteile allerdings hat sie den ganz gravierenden Nachteil, dass neue Gedanken u. Ideen sich erst langsam durchsetzen.


    So war es bis vor 10 Jahren noch gängige Theorie bei vielen Pädagogen (manche Pädagogen sind auch heute noch unbelehrbar), dass wir in einer Leistungsgesellschaft die Kinder am Besten an den Leistungsdruck gewöhnen, indem wir sie schon frühzeitig mit Druck erziehen.
    Obwohl schon in den 1960er Jahren wissenschaftlich bewiesen wurde, dass Leistungsdruck im Kinder u. Jugendbereich nichts zu suchen hat.

    @Zodiak


    Sorry Björn,
    deine obige Aussage ist völliger Schwachsinn.
    So denken leider auch die Seilschaften beim DFB und in anderen Ländern der Welt.
    Deshalb ist der Fußball ja auch so extrem konservativ.
    Fehler die die ehemaligen Profis von ihren Trainern gelernt haben (weil die es ebenfalls von ihren Trainer übernommen haben) werden wieder und wieder gemacht.
    Hier wird der Berufsstand des Fußballers, ähnlich wie im Mittelalter die Zünfte, geschützt.


    Woher weiß ein ehemaliger Profi, wie man pädagogisch arbeitet?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, wie man methodisch arbeitet?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, wie man psychologisch/mental mit idividuen richtig arbeitet?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, wie man mit Gruppen richtig arbeitet.
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, warum einige Spieler schneller lernen als andere?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, das es verschiedene Lerntypen gibt?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, dass lernen durch Druck die schlechteste Methode ist?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, etwas über erwachsenen Pädagogik?
    Wie kann sich eine ehemaliger Profi in einen Spieler hineinversetzten, der beim Lernen einer neuen Technik oder Taktik probleme hat.
    Woher weiß eine ehemaliger Profi, etwas über "PECH"
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, welche Einflüssse auf einen jungen Spieler einwirken?
    Woher weiß ein ehemaliger Profi, wie er diese Einflüsse für eine gute Entwicklung der Spieler nutzen kann?
    usw. usw.
    Hier kann ich noch ganz viele Fragen aufzählen, die in der C- und B-Lizenz gelehrt werden (solten).


    Sein breites fachliches Basiswissen ist doch extrem speziell auf das "Spielerdasein" reduziert.


    Meine Meinung:
    Trainer muss man aber von der Pike auf lernen und zwar jeder.
    Es darf keine Ausnahme geben.


    Es sei den für Sportwissenschaftler und Sportpädagogen und ähnliche Berufsgruppen

    @Sir Alex
    Kann es auch sein, dass die Trainer gar nicht so schlecht sind aber einfach nur versucht haben die Ziele einer älteren Jahrgangsstufe vorzuziehen?


    Eine offene Spielstellung einnehmen (individual Taktik) auf der ich so lange rumtrainieren muss bis Kinder sie verstehen, ist meines Erachtens nach dann kein Ziel in der D-Jugend.
    Wenn man dann noch bedenkt, dass es sich bei Stützpunktspielern um Talente handelt, die lernfähiger sein sollten als andere Spieler ihres Jahrgangs, dann ist für mich
    die Zielsetzung eindeutig verfehlt.
    Dieses Infoblatt wurde von hochrangigen DFB Ausbildern erarbeitet.


    Hier die PDF Datei dazu. http://fussballtraining.com/blaetterfunktion/info25/ (kann mann auch herunterladen=

    @Strznievski


    Ich habe mir die Fragen gestellt?
    Und sie mir mit Hilfe auch aus diesem Forum beantwortet.
    Das aber heißt nicht, dass ich den Stein der Weisen gefunden habe.
    Jeder Trainer findet natürlich auch andere Antworten.


    Diese Fragen sollte ein Kinder- und Jugendtrainer selbst stellen und natürlich auch beantworten.
    Zum Glück finden wir sehr viele Antworten auf diese Fragen in der Fachliteratur und natürlich im Internet.


    Stellt sich ein Kinder- u. Jugendtrainer diese Fragen nicht, sollte er sich in den Seniorenbereich begeben.


    @Sir Alex
    Offene Spielstellung:
    Mein Highligth der verfehlten Ausbildung an den DFB-Stützpunkten.
    Die letzte Trainerweiterbildung hatte genau dieses zum Thema.


    Demogruppe: Junger Jahrgang D-Jugend
    Trotz ständigen Einfrierens, Erklärens, Vormachen, und wieder Einfrierens haben es die Jungs nicht verstanden.


    Darauf hin fragte ich den Stützpunktkoordinator nach dem Training:
    Wie lange er die offene Spielstellung schon trainiert?
    Antwort: Zum ersten Mal mit diesem Jahrgang. Ist doch klar, dass es noch nicht klappt.
    Und Achtung jetzt kommst.
    Mit dem Jahrgang davor habe ich fast 15 Trainingseinheiten benötigt, bis sie es so einigermaßen verstanden haben.

    @Strznievski


    Dieser Schuh war überhaupt nicht für Dich gedacht. Jeder zieht sich halt den Schuh an, der ihm passt.


    Die Mutter der Dummen ist ewig schwanger. Das gilt ganz besonders für den Kinderfußball



    Meine persönliche Begründung

    Seit über 10 Jahren bilde ich die Trainer C (früher Fachübungsleiter C) nach den Ausbildungsrichtlinien des DFB aus.
    Die angehenden Trainer bekommen von uns Referenten bundesweit die gleichen Inhalte vermittelt. Dort geht es um altersgerechte Ausbildung der Kinder u. Jugendlichen,
    um ein klein wenig Pädagogik und um ein klein wenig Methodik und natürlich um die DFB Ausbildungsphilosophie. Den zukünftigen Trainern erklären wir, wie sie
    Übungen und Spielformen aufbauen, damit die Kinder Spaß und keine Wartezeiten haben. Wie sie Fehlerkorrekturen durchführen sollen/können/dürfen.
    Eigentlich eine gute Mischung für den Anfang. Was mir gut gefällt, das der DFB immer die Philosophie den Kindern anpasst.
    Der erste Ausbildungsordner war noch sehr übungslastig. Heute versuchen wir viel mehr über Spielformen als vor 10 Jahren auszubilden.


    Die ausgebildeten Trainer gehen mit großem Elan in ihre Vereine zurück und versuchen alles umzusetzen. Bis hier ist auch alles noch okay.
    Dann setzt die menschliche Trägheit ein. Meistens nach 6 bis 12 Monaten. Es werden nur noch die Übungen bzw. Spielformen durchgeführt, die gut gelingen.
    Kaum ein Trainer arbeitet nach diesem Zeitraum noch mit Ausbildungszielen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Alle 3 Jahre gehen diese Trainer dann zu einer 2 oder 3 tägigen Fortbildung. Dort werden sie noch einmal, wenn überhaupt, auf die DFB Philosophie geeicht.
    Diese Eichung wird nur von ganz wenigen Trainern überhaupt als Reflexion ihres Trainingsalltags verstanden.


    Noch viel Schlimmer als die obige Schilderung empfinde ich aber Folgendes:
    Die ausgebildeten Trainer in meinem Fussballkreis ( zurzeit 25 ausgebildete Trainer auf ca. 280 KiFu Mannschaften) hören meistens mit der Trainertätigkeit
    nach 4-5 Jahren auf.
    Grund: Die eigenen Kinder kommen in die Pubertät und der Trainer hat keine Kraft/Idee mehr, um sich mit seinem eigenen Zögling auseinder zu setzen.
    Es gibt natürlich noch viele andere Gründe.
    Fakt ist Standzeit eines ausgebildeten Trainers beträgt ca 4-5 Jahre.


    Wer ersetzt die Trainer?
    Sehr oft sind es ehemalige und/oder noch aktive Herrenspieler.
    Was haben diese neuen Trainer im Kopf?
    Richtig! Erwachsenenfussball der ganz alten Schule.
    Warum der ganz alten Schule?
    Weil die meisten Trainer im Seniorenbereich nicht mal einen Trainerschein gemacht haben und ihr Wissen ebenfalls von ihren
    meistens nicht ausgebildeten Trainer übernehmen.
    Das nennt man tradiertes Trainerverhalten. Also über Tradition weiter gegebenes, in diesem Fall, falsches Wissen.


    Wenn ich Glück habe, kommen sie zu uns in die Ausbildung. Wenn ich noch mehr Glück habe, übernehmen sie die Ideen des DFB
    dann habe ich maximal 10% der KiFU-Trainer unseres Fussballkreises auf die DFB Philosophie gebracht.


    Seit 10 Jahren hat sich leider nicht viel im KiFu verändert.
    Und daher ist Andre so wichtig für dieses Forum.
    Hier schauen immer wieder neue Trainer rein.
    Die Fragen der Neuen ähneln sich seit 10 Jahren in diesem Forum.
    Deshalb muss es jemanden wie Andre geben, der fast gebetsmühlenartig die Fahne des kindgerechten Fußball hochhält.


    Kinder werden sich nicht schneller entwickeln, nur weil man mit die Ausbildungsziele von höheren Ausbildungsstufen vorzieht.




    Und ja Andre ist anstrengend! Er ist anstrengend für Trainer, die immer noch nicht begriffen haben, dass Kinderfußball nichts mit Ergebisfußball zu tun hat.
    Andre hat vor einigen Jahren begriffen, dass ein Kind ein Kind ist!
    Es gibt auch nicht den goldenen Mittelweg. Es gibt nur altersgerechte Ausbildung.
    Kinderfußball ist individuelle Ausbildung und nicht für Trainer gedacht, die in der Tabelle oben stehen wollen.
    Diese Trainer gehören in den Seniorenfußball.


    Die Mutter der Dummen ist ewig schwanger. Das gilt ganz besonders für den Kinderfußball.
    Wenn jemand wissen möchte, warum diese Aussage stimmt, werde ich gerne dazu antworten.




    Fragen die ich mir zu dem eigentlichen Thema stelle:


    Wichtigste Frage für mich:
    Wie lernen Kinder?


    Daraus entstehende Fragen:


    1. Taktikschulung in der F-Jugend-- wofür?
    2. Wird das einzelne Kind dadurch besser?
    3. Wie viele Ausbildungsschwerpunkte habe ich in der F-Jugend?
    4. Welche Schwerpunkte sind in der F-Jugend überhaupt schulbar (sensible Phasen)?
    5. Wie lange brauchen F-Kinder bis sie den Schwerpunkt in der Grobform können.
    6. Kann ich alle Ausbildungsschwerpunkte, die ich unter Punkt 4 ermittelt habe und die ich mit dem Wert aus Punkt 5. mulitpiziere, mit 2x Training in der Woche abdecken. (52 x 2 = 104 TE pro Saison im Idealfall)

    @LadTorres
    Du trainierst eine D-Jugend.
    Angeblich ist es das sogenannte "goldenes Lehrnalter" für Techniktraining.
    Techniken laut DFB
    -Dribbeln
    -Passen
    -Torschuß
    -Ballan- u. Mitnahme
    -Kopfball (ab der D-Jugend)


    Jetzt eine Frage die sich viele Trainer gar nicht stellen.
    Warum unterteilt der DFB die Techniken in Kategorien?


    Antwort: Damit es die es Trainer leichter haben, sich Trainingsschwerpunkte/ziele zu setzen.


    Jede der oben genannten 5 Techniken hat mindestens 3 Unterkategorien
    diese wiederum sehr viele Unter/unterkategorien.


    Beispiel: Dribbeln
    - 1) Gegner überwindendes Dribbling
    a)andribbeln Vollspanndribbling
    a1) linker Fuß
    a2) rechter Fuß
    b) andribbeln Außenspanndriblling
    b1) linker Fuß
    b2) linker Fuß
    c)......
    d)......
    usw.


    - 2) Raumüberwindendes Dribbling
    a) usw..
    - 3) Ballsicherndes Dribbling
    a) usw....


    Somit kommts du in einer Saison auf ca.25-40 Trainingsschwerpunkte
    Meine Erfahrungen in der D-Jugend bezüglich der Lerngeschwindigkeiten nach der DFB Methodik:
    Die Spieler benötigen ca. 2-5 Trainingseinheiten bis sie die Schwerpunkte altersentsprechend können.
    Wenn du jetzt richtig ausbilden willst würde es bedeuten, dass du irgendwo zwischen 50 u. 200 Trainingseinheiten benötigst
    nur um die Techniken altersgerecht zu schulen.


    Da 99,0% der Trainer nicht in der Lage ist die oben aufgeführte Gliederung überhaupt aufzustellen, geschweige denn in
    ihren meist nicht vorhandenen Ausbildungsplan unterzubringen suchen sie Gründe warum es nicht funktioniert.
    Wenn man dann auch noch bedenkt, dass das Fintentraining nur die wenigsten Trainer beherrschen, weist du auch warum hier gegen das Fintieren
    argumentiert, bzw. es als nicht ganz so wichtig angesehen, wird.
    In den höchsten Kreisen des DFB wird schon seit ca. 8 Jahren (Sammer fing damit an) darauf hingewiesen, dass das kreative Fintieren viel mehr gefördert werden muss.


    Finten gehören laut DFB
    in das Dribbeltraining
    - Unterkategorie gegnerüberwindendes Dribbling


    Da es kaum ein Verein schafft seiner D-Jugend 200 Trainingseinheiten anzubieten fallen natürlich die meisten Schwerpunkte weg.
    Das Fintentraining ist die Königsdisziplin für Kinder- u. Jugendtrainer. Leider beherrscht es kaum ein Trainer.
    Folglich lassen sie es unter dem Tisch fallen.
    Außerdem taugt es auch nichts um Siege einzufahren.
    Mit Passspiel lassen sich Siege einfahren, mit gegnerüberwindenden Dribbling nicht.
    Deshalb fassen die Nachwuchsleistungszentren dieses Thema auch nur ungerne an.


    Sorry, jetzt zu deiner Frage:
    Weniger ist mehr.
    Da du methodisch nicht erfahren bist, trainiere eine Finte als Schwerpunkt bis du da Ausbildungsziel erreicht hast.
    Das Ausbildungsziel hast Du erreicht wenn mindestens 70 % deiner Spieler die Finten im Abschlusspiel ausführen.
    Hierzu musst du immer wieder Provokationsregeln setzen. z.B. Tore zählen doppelt nach dem Ausführen einer Finte.
    Tore zählen dreifach, nach dem Auspielen eines Gegners und anschließendem Killerpass mit Torabschluss. usw. usw.


    Du wirst nie alle Kinder dazu animieren können eine Finte im Spiel auszuprobieren. Es gibt schon gewaltige Mentalitätsunterschiede.
    Erzwinge es nicht, sondern stimuliere sie.


    Du bist auf einem sehr guten Weg.


    Wenn du in der Methodik sicherer geworden bist, google mal nach "Methodische Reihe"