Sehe ich ganzanders: Ich kenne einen Trainer, der hat einen Jungen, der spielt immer Abwehr. Dessen Papa findet das auch toll. Und das Kind macht "seinen Job" - sagen "alle". Was ich sehe: einen Jungen der im alter von 7 Jahren hinten einfach abräumt - das schafft er ausschließlich nur dann, wenn der angreifende Spieler den Ball zu weit vorlegt, ansonsten wird er immer überdribbelt weil er immer volle Pulle auf den Stürmer zu rennt und leicht zu umspielen ist. Dennoch lässt man das Kind nicht das Fußballspielen umfassend erfahren /erlernen. Keine Technik, keine Dynamik, kein Ballgefühl, keine Spielintelligenz.
Aber spielt ruhig weiter schon bei den kleinsten auf Sieg und Position, wird schon für die Kreisliga reichen wenn die Kinder bis sie 20 Jahre alt sind dabei bleiben.
auf welchen Punkt von meinem Post beziehst du das? Wie ich ja geschrieben habe, finde ich stumpfe Rotation nicht sinnvoll. Wie ich auch geschrieben habe, sollten meiner Ansicht nach Grundlagen geschaffen werden (und da rede ich von ganz banalen Sachen, wie aktiv zum Ball hingehen, Ball annehmen, Ball wegspielen, in die richtige Richtung laufen --> also Richtung Ball (ja man mag es kaum glauben, ich habe auch Kinder die einfach mal mit dem Ball auf unser Tor dribbeln oder vom Ball komplett weg laufen). Davon ausgehend kann man den Kindern alle "Positionen" auf dem Spielfeld zeigen.
Aber nehmen wir doch mal deinen besagten Jungen als Beispiel. Wie du ja schon angmerkt hast, fehlen bei dem Jungen einige Grundlagen (wobei man hier sicherlich auch aufpassen muss, da es sich um 7 Jährige Kinder handelt....). Der Junge spielt häufig Abwehr, weil er dort genau ein Talent hat, dass er z.B. vorne nicht ausspielen könnte. Ich könnte natürlich nun diesen Jungen einfach wild rotieren, nur würde er dann vorne keinen Ball bekommen, hinten erfüllt er zumindest für den Moment eine Aufgabe (ob diese Aufgabe nun sinnvoll oder nicht ist ist für den Moment egal). Das heißt der Junge hat hinten das Gefühl, dass er für die Mannschaft relevant ist.
Glaubst du das hätte er ohne weitere Grundlagen auch vorne?
Wie ich schon sagte, Rotation finde ich gut, mache ich auch. Aber ich sehe die Verhätlnismäßigkeit. Ich möchte dem Kind erstmal Grundlagen vermitteln, bevor es alles spielt.
Vor einem Jahr, als ich angefangen hatte zu "trainieren", habe ich versucht den Kifu Gedanken absolut konsequent umzusetzen. Was dann passiert ist war z.b. das ein Junge, der einfach keine Spielbeteiligung hatte (weil keine Grundlagen, zu langsam, zu unmotiviert etc.), sich einfach mal während des Spiels mitten auf dem Platz hingelegt hat. Ein anderer Junge (der mittlerweile regelmäßig alle Poistionen spielt, nachdem er im Training gewisse Prinzipien gelernt hatte), hat dann einfach mal Yoga gemacht, als ihm aus mangel an Spielbeteiligung langweilig wurde (wohlbemerkt, der mangel an spielbeteiligung lag daran, dass er nicht hinterher kam).
Ich muss aber auch gestehen, dass es in meiner Mannschaft ein oder zwei Kinder gibt, die ich zu 80% auf einer bestimmten Position spielen lasse (momentan). Das sind aber auch absolute Überflieger und viel weiter entwickelt als die meisten anderen (bei diesen Kindern haben dann leider auch schon der nächste Bundesligaverein angeklopft
, aber hey wenn die ne Chance haben mal höher zu spielen, dann gönne ich denen das, ich hoffe nur die verlieren nicht den Spaß am Fußball --> siehe tausend andere Threads hier im Forum) . Nehmen wir den einen Jungen als Beispiel: Er spielt in der Regel, wenn er spielt vorne (dort aber alles, zentral, außen, links, rechts, auch mal etwas defensiver aber vor der Abwehr). Beidfüßig, wobei ich sagen würde, dass der "schwache" nicht viel schwächer ist als der starke. Sehr schnelle und gute Dribblings mit vielen Finten (im Spiel setzt er häufig, Körpertäuschung, Schussfinte, einfachen und doppelten Übersteiger, Zidane-Rolle und noch weitere ein, letztens hat er auch angefangen den Elastico zu machen, aber das hat im Spiel noch nicht 100% geklappt). Versucht häufig den Pass in den Raum (scheitert daran, dass die anderen kinder da noch nicht hinterher kommen, vor allem mit der sauberen Ballannahme). In den anderen 20%, wenn er hinten spielt, gestaltet er sehr gut den Spielaufbau, ist allerdings einen tick zu Lauffaul, wenn er mit nach vorne gelaufen ist auch wieder hinten auszuhelfen sollte (vielleicht auch einer der GRünde, warum ich ihn lieber vorne habe und DAS wäre auch einer der Gründe ihn häufiger hinten einzusetzen, dass er das lernt --> ich bin mir nicht zu schade auch meine Fehler und Verfehlungen einzusehen).
Ich denke, jeder sollte seinen Weg finden, als Trainer. Ob das DFB-Konzept für den Kifu jetzt das Non-PlusUltra ist wage ich mal zu bezweifeln. Es gibt sicherlich Punkte, die ich genauso unterschreibe. Aber die total und stumpfe Rotation gehört sicherlich nicht dazu. Einer der Gründe die dafür angeführt werden, ist dass alle Kinder mal alles spielen sollen und dabei SPaß haben. Ich habe leider schon die Erfahrung gemacht, dass ein überfordertes Kind dann ganz schnell auch den SPaß mal wieder verliert.
Das ist aber nur meine bescheidene Meinung. Ich bin wie gesagt in meinem ersten Jahr als Trainer und ich habe noch viel zu lernen. Ich habe auch schon viel falsch gemacht (aber hey ich bin auch nur ein Mensch). Aber eine Sache, die ich gelernt habe ist, dass alles ein bisschen besser läuft, wenn die Mannschaft und die Eltern und der Trainer in einer gewissen Harmonier leben. Das heißt für den TRainer, dass er vor der Mammutaufgabe steht, es allen irgendwie ein bisschen recht zu machen. Und so sehr ich diese Mannschaften auch bewundere die das können, ich glaube wenn man jede Woche mit 5-10 Toren Unterschied verliert, kann es mit dieser Harmonie auch schnell mal vorbei sein (ab und zu muss man auch mal ein Erfolgserlebnis für die Seele haben).
Viele Grüße..
P.S: Was ist falsch an der Kreisliga? Oder denkst du, dass alle Kinder die strikt nach dem hardline KiFu Konzept trainiert werden dabei bleiben bis sie erwachsen sind und dann auch Landesliga+ spielen?