Beiträge von SG-Nr8

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    Ersatzbank

    Das ist ein legitimes Ziel das du verfolgst. Wenn eure 1. Mannschaft attraktiv genug ist und die Vereinsstrukturen gewährleisten, dass alle dieses Ziel verfolgen, dann sehe ich auch keine Argumente die dagegen sprechen.


    Ich möchte aber zwei Beispiele aufzeigen wo es, aufgrund der Gegebenheiten, nicht oder nur sehr schwer ist dieses Ziel zu verfolgen.


    1. Aus meiner eigenen Jugend. Dorfverein. Mit mehr als 20 Spielern aus meinem Jahrgang bis zur A-Jugend zusammen gespielt.

    In den Herrenmannschaften sind danach nur 6 angekommen. 2 davon bei der ersten. Der größte Teil ist Ausbildungs-/Berufsbedingt weggezogen, mich eingeschlossen. Einige wenige haben von sich aufgehört, 2. sind zu deutlich höher spielenden Vereinen gewechselt.


    2. Aktueller Verein. Erste Mannschaft spielt in der Bezirksliga. Sie besteht zu 100% aus Auswärtigen (vorwiegend Studenten) die keine der eigenen Jugendmannschaften durchlaufen haben. Es herrscht ein kommen und gehen. Nach zwei bis spätestens drei Jahren sind alle Spieler wieder weg. Dies trifft auch z. T. auf die zweite Mannschaft zu.

    Viele unserer Junioren verlassen in der A-Jugend oder so gar früher ab, da sie die 1. Mannschaft nicht als Perspektive betrachten. Ich finde auch nicht zu unrecht, wenn bspw. von einem jungen Trainerkollegen höre das er zu einem anderen Verein gewechselt ist, da er keine Chance bekam sich in der ersten Mannschaft zu beweisen. Trotz langjähriger Vereinsmitgliedschaft in diversen U-Mannschaften wurde ihm dieser Weg versperrt.

    Ein Umdenken wurde erneut vor wenigen Wochen bei einer Sitzung der Fußballabteilung gefordert und von allen unterstützt. Am lautesten vom Vorstand. Ob und wann dies tatsächlich passiert oder ob es nur Lippenbekenntnisse sind wird die Zukunft zeigen.


    Du magst jetzt vielleicht verstehen, dass meine Ziele oder die von Goodie nichts mit Ignoranz in Richtung der Herrenmannschaften zu tun hat. Ich passe mich den Gegebenheiten an und setze die 1. Mannschaft sicherlich nicht als Ziel. Ich würde denjenigen die besonders ehrgeizig und talentiert sind, wahrscheinlich auch schon frühzeitig zu einem Wechsel in einen höher spielenden Verein empfehlen.


    Das Ziel ist mit Spaß dem Fußball treu bleiben. In welcher Mannschaft oder in welcher Liga spielt für mich allerdings eine sehr untergeordnete Rolle.



    EDIT:

    - Positive Erfahrungen und Erlebnisse schaffen, auch abseits des Spiels! (Hierdurch entsteht in meinen Augen ein großer Teil der Vereinsbindung)

    Top Argument Torsten. :thumbup: Das haben leider viele Vereine völlig aus den Augen verloren.

    Ja, dann steht der Ballführende aber entweder frei vorm Tor und muss keinen Pass spielen, weil er selbst abschließen kann; oder es befinden sich noch weitere Gegenspieler zwischen ihm und dem Tor und es kann von einer Überzahlsituation nicht die Rede sein.

    Verstehe, dadurch das sich keiner anbietet enstehen auch keine Überzahlsituationen. Da hast du recht.

    Ob dies aber der richtige Weg ist, das glaube ich eher nicht, den dieses Verhalten bei eigenem Ballbesitz...


    Naja, also jedenfalls sind bei uns normalerweise alle relativ dicht um den Ball herum.

    ...würde ich versuchen so schnell wie möglich durch Spielformen zu korrigieren.

    Nicht unter der Prämisse ein Passspiel zu ermöglichen, sondern um den eigenen ballführenden Spieler die Lauf- und Dribbelwege nicht zusätzlich zuzustellen.

    Ersatzbank

    Ich formuliere mal so, dass was geschrieben steht oder was gesagt wird im und vom Verein, das deckt sich in weiten Teilen mit meinen eigenen Ansichten.

    Jedoch wie letzten Endes vom Verein gehandelt wird, da gibt es doch schon deutliche Unterschiede.


    Wir kommen vom Thema ab, und eigentlich wollte ich zu diesem Thema auch gar nichts mehr schreiben.

    Vielleicht aber noch ein kleines Zitat von einem meiner Spielerväter, der mich netterweise bei einer Trainingseinheit vertreten hatte als ich auf Fortbildung war...

    Zitat

    UFF!

    Eigentlich müsstet ihr Trainer dafür Schmerzensgeld bekommen für das was ihr euch Woche für Woche antut.

    Goodie , Ersatzbank


    Ich glaube ihr redet an einander vorbei, denn eigentlich wollt ihr das gleiche. Den Spaß am Fußball der Kinder steigern und bestmöglich ausbilden. Die Faktoren die letztlich darüber entscheiden ob ein Kind in 10 oder 20 Jahren noch Fußball spielt und auf welcher Leistungsebene sind unzählig und wir können nur einen Bruchteil davon beeinflussen.


    Natürlich würde man sich freuen wenn ein ehemaliger Spieler sehr weit oben bei einem Verein anheuert oder lebenslang selbst dem Verein treu bleibt.

    Ich persönlich würde mich jedoch mehr freuen, wenn meine heutigen Paules auch im Erwachsenenalter noch über das Fußballfeld laufen. Völlig egal ob es sich dabei um die 4. Herren aus der 7. Kreisklasse handelt und auch unabhängig vom Verein.


    Ist dies ein realistisches Ziel? Ich glaube eher nein, hoffen darf man aber trotzdem.

    Nein, das ist "im Regelfall" nicht so, jedenfalls bei uns nicht. Der Gegenspieler ist ja normalerweise nicht einfach weg, nur weil ein Kind den Ball gegen ihn behaupten kann.

    Wenn der Gegenspieler aber sich nicht mehr zwischen Ballführenden und dem Ziel (das Tor) des Ballführenden befindet, dann wird er nicht mehr in die Situation eingerechnet.

    Wenn der Ballführende jedoch zu langsam agiert, so verstreicht die Überzahlsituation natürlich ungenutzt.


    Unsere Kinder sind aber sehr engagiert bei der Sache und deshalb meistens hinter dem Ball. Das heißt, sie müssen selber erstmal nach vorne laufen und normalerweise bleiben ihre Gegenspieler währenddessen nicht stehen.

    Warum sind sie (alle?) bei eigenem Ballbesitz hinter dem Ball? Und was hat das mit engagiert sein zu tun?


    WEnn es aber so extrem ausgelegt wird, das in der F nur noch eine absolute Rudelbildung passiert, dann halte ich das für mehr als kontraproduktiv.

    Ich sehe das nicht ganz so kritisch. Lieber es bewegen sich alle, als dass sich keiner bewegt.

    Gegen Mannschaften die es schaffen den Ball schnell auf die andere Seite zu bringen, sieht man aber sicherlich nicht gut aus.

    In einer F-Jugend finde ich es aber noch nicht so tragisch.

    Zumal deine Ansichten und deine Grundhaltung mit der des Vereins doch sowieso die selben sind, sonst wärst du doch nicht dort.

    Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber als Vatertrainer der eher unfreiwillig rein gezogen wurde, gibt es sicherlich auch heute noch sehr viele Ansichten die ich nicht mit meinem Verein teile.

    auf jede Frage als Antwort "Passen."

    Das nervt. Die denken gar nicht nach.

    Frag doch wohin sie passen wollen... ^^

    luibo

    Eine berechtigte Frage. Bin auch auf Powerzwergenpapas Antwort gespannt.



    Ich gebe zu, ich bin sehr zwiegespalten ob "Dribbler oder Passmaschine".

    Im besten Fall beides, von klein auf.

    Natürlich bin ich mir bewusst, dass der Schwerpunkt in jüngeren Jahren vollends auf dem Dribbling und der Ballführung liegen sollte.

    Ich weiß auch, dass ein Passspiel nicht gefordert werden sollte, da mitunter die Kinder, aufgrund von unzureichender Entwicklung, dieses nicht durchführen können.

    Jedoch muss man auch bedenken, dass sobald wir ein Kind permanent für seine Dribblings loben und weiterhin ausschließlich zu diesen animieren, so werden alle seine Mitspieler zu Statisten degradiert.

    Was beim Funinio vielleicht noch teilweise verschmerzbar wäre, stellt sich beim 7vs7 als deutliches ziemliches Problem dar.

    Letzten Endes ist Fußball halt Mannschaftssport.

    Sicherlich ist die Forderung des Trainers nach einem Abspiel nicht richtig.

    Unabhängig davon, dass ich die Situationen nicht gesehen habe und darum auch nicht beurteilen kann, hätte ich als Trainer bei beiden nachgefragt ob es nicht auch andere Lösungen für die Situation gegeben hätte.

    Damit meine ich nicht zwangsläufig das Abspiel, sondern ob sie ihre Entscheidungen bewusst getroffen haben, indem sie auch den Blick vom Ball nahmen um sich ihrer Möglichkeiten zu prüfen.

    maider187

    Zuerst mal Danke für deine Ausführliche Antwort.


    Eventuell haben wir genau an dem Punkt aneinander vorbeigesprochen.


    Einigen deiner Aussagen würde ich eine gewisse Polemik nicht absprechen.

    Mit deinen nachfolgenden Erläuterungen revidierst du einiges davon und ich stimme mit dir in einigen Teilen sicherlich überein.


    Einer von dir ausgeführten und, meiner Meinung nach auch, sachlichen Aussage wie dieser...

    Es gibt einige Übungen um diese Entsprechende Ausführung zu Korrigieren bzw. kann man leicht aufzeigen was nicht passt. Der Spieler erfährt es ja am eigene Leib das es nicht gepasst hat. (Überspitzt)

    ...kann man sicherlich mehr entnehmen als der vorangehenden...

    das passiert genau einmal und kein zweites mal weil er eine Lösung findet, angehalten wird, oder aufgezeigt bekommt das es nimmer vorkommt.

    onkel1978


    Es gibt sicherlich Beispiele für allerlei Arten von Motivation der Lizenztrainern.


    Diejenigen die die B-Lizenz und höher besitzen, haben diese möglicherweise erworben um auch im Leistungsbereich den Fuß in die Tür bei manchen Vereinen zu bekommen. Die höhere Bezahlung folgt dann sicherlich auch irgendwann.

    So zumindest meine Annahme.


    Rein des Geldes wegen macht es kaum jemand, da Aufwand und Ertrag eher selten passen.

    Ersatzbank

    Ich bin per se nicht gegen ein Leistungsorientiertes einteilen.

    Wen ich als Verein diesen weg einschlage, dann muss ich ihn gnadenlos durchziehen. Vor allem transparent!

    Wenn du den falschen die alleinige Entscheidungsgewalt gibst, passiert es dann, das für manche Spieler die Kriterien nicht mehr gelten.

    Da wird plötzlich ein "Fred" zum nächsten Messi erklärt...


    ...zufälliger weise nach dem Freds Vater sich gerade dazu bereit erklärt hat einen neuen Satz Trikots zu sponsern.

    Bezahlte unlizenzierte wird es sicherlich auch geben, wenn auch nur selten.

    Wer als lizenzierter Trainer ehrenamtlich, also für 0€ arbeitet macht, bei aller Liebe, irgendwas falsch.

    Daher bin ich jetzt einfach mal davon ausgegangen: lizenzierter Trainer = bezahlter Trainer

    Wieso diese Schlussfolgerung?

    Es gibt doch sicherlich auch lizenzierte Trainer die es, aufgrund einer hohen Vereinsidentifikation, unentgeltlich machen.

    Also bei uns ist es NORMAL dass Kinder einen Jahrgang höher spielen MÜSSEN, weil wir nur eine gemischte Jugend stellen können. Sind wir wohl die Ausnahme oder?

    Jein.

    Sicherlich gibt es genügend Mannschaften/Vereine denen es ähnlich ergeht.

    Ist sicherlich davon abhängig wie groß das Einzugsgebiet des Vereins ist.

    wie lange willst warten 2-3 Monate?

    Ich persönlich sehe da kein Problem drin es über diesen Zeitraum zu versuchen.

    Im Normalfall hat der Spieler doch mindestens ein genauso gutes Training und genauso viel Spielzeit bekommen wie in der vorherigen Mannschaft.

    Wenn jedoch der Spieler oder seine Eltern auf mich zukommen und mir mitteilen, dass das Kind sich bei mir nicht wohlfühlt weil es sich überfordert fühlt oder mit dem Umfeld nicht klar kommt, dann würde ich natürlich einem Wechselwunsch nachkommen.


    ja das kann ich weil ich ja die Kinder aus der höheren Mannschaft zuvor trainieret habe.

    Meine Hochachtung an dich war völlig ernst gemeint und ironiefrei.

    Durch eure Vereinsstrukturen hast du sicherlich bei vielen Spielern die Entwicklung gesehen und kannst es besser einschätzen.


    zu 90% weil sie von der Schnelligkeit überrascht sind und sich das dann selbst nicht zutrauen. Teilweise ist halt das Kind noch nicht Mental so gefestigt das es sich dann doch zutrauet oder den Kampf schon annehmen kann und sagt das ist genau die Herausforderung die ich brauche!

    Da du weißt, dass das Kind sowohl die körperlichen als auch spielerischen Fähigkeiten besitzt, wäre es da nicht sinnvoller mit ihm zusammen am Selbstbewusstsein zu arbeiten um diese auch abzurufen.

    Wenn du ihn wieder zurück schickst, wird er im zweifel doch gar nicht mehr vor die gleichen Herausforderungen gestellt. Wie sollte er dann lernen diese zu bewältigen?


    Wen ich das erkenne ist es an mir das Kind zurückzuholen ( In Absprache mit dem anderen Trainer) und daran zu arbeiten.

    Und wenn das Kind nach 2-3 Wochen wieder deinen Erwartungen nicht erfüllt, es erneut zurückschicken?


    das passiert genau einmal und kein zweites mal weil er eine Lösung findet, angehalten wird, oder aufgezeigt bekommt das es nimmer vorkommt. Die Kinder die hochkommen haben ja den Willen jetzt erst recht und werden ja nicht ohne Grund rauf geschickt.

    Du unterstellst damit, das Kinder Fehler direkt abstellen können bzw. sofort aus diesem lernen.

    So ein Kind und Erwachsener ist mir noch nie begegnet.

    Der Vergleich zum Fußballprofi war bewusst überspitzt gewählt.


    Zumindest meiner Erfahrung nach und mein Gefühl sagt mir wenn ein Kind über mehrere Wochen die Mannschaft so dominiert das sich die restliche Mannschaft dadurch nicht weiterentwickelt, sich sogar hinter diesen Spieler in den Spielen versteckt und ihm alles machen lässt muss ich ihm die Chance geben den nächsten Schritt zu gehen.

    Da gehe ich mit.


    Wenn er aber in 2-3 Wochen keine Weiterentwicklung oder zumindest Ansätze zeigt ist es in meiner Pflicht den Jungen wieder zurückzuholen, ihm das in einem Gespräch zu erklären warum es noch nicht sein soll.

    Da gehe ich nicht konform mit dir, da ich den Zeitraum als nicht lang genug erachte um repräsentativ zu sein.


    Meine Kinder kenn das Umfeld und auch die anderen Spieler weil wir oft gemischte Trainings oder auch interne Spiel machen.

    Bleiben weiterhin die gestiegenen Anforderungen an den Spieler. Die Erfolgserlebnisse gegen die eigenen Mannschaftskollegen werden nicht mehr so häufig stattfinden. Vieles was gegen die alten Mitspieler funktioniert hat, wird jetzt vielleicht nicht mehr funktionieren.

    Die folge wäre im Zweifel ein Knacks im Selbstvertrauen. Das passiert schnell, es wieder aufzubauen bedarf hingegen Zeit.

    Von Leistungsschwankungen ganz zu schweigen.



    Ich will dir nicht absprechen, dass du im Zweifel richtig entschieden hast.

    Wenn du nach 2-3 Wochen bereits die Fähigkeiten der Spieler in einem neuen Umfeld beurteilen kannst , dann hast du meine Hochachtung.

    Ich könnte es nicht.

    Ich würde mich eher fragen warum bringt er nicht die Leistung die ich von ihm gewohnt bin?

    Habe ich ihn möglicherweise vorher falsch eingeschätzt?

    Kinder dort abholen wo sie sind und wen er noch nicht dort ist wider den Schritt zurück, ist ja kein Verbrechen! Ich schütze das Kind damit ja eigentlich.

    Da sind wir sicherlich einer Meinung.


    Gerade durch die neue Umgebung in Form von neuen Mitspielern, neuem Trainer und den höheren Anforderungen werden sicherlich viele Kinder nicht mit der Leistung überzeugen, die man sonst von Ihnen gewohnt ist.


    Selbst Fußballprofis gesteht man ein, sich die Zeit zu nehmen sich zu akklimatisieren. Zum Teil eine ganze Saison.

    Wen wir es den Kindern nicht zugestehen, dann war der Wechsel von vornherein nicht sinnvoll.