Beiträge von Das_Huhn

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    Ich habe keine Scheuklappen auf, davon war ich schon immer, und bin es noch heute, weit entfernt.
    Das fehlen des Schiedsrichters ist nur dort ein Problem, wo Trainer den Wettkampfgedanken nicht loslassen können. Der Wettkampf im Kinderfußball gehört den Kindern und sonst niemanden. Dass Kinder den Wettkampf lieben und jedes Spiel gewinnen wollen, steht dabei außer Frage. Sie sollen es nur fair tun und darauf muss ein Kindertrainer achten.


    Dass die FPL Kritik ausgesetzt ist, ist ganz normal. Es ist aber nicht so, dass bei der FPL etwas schief läuft. Es läuft etwas schief, bei den Menschen (Trainer, Eltern, Vereinsverantwortliche) die für den Kinderfußball verantwortlich sind.


    Ich habe vor Jahren mal versucht meine Sichtweise zum Thema in einem Brief zusammen zu fassen. Sichtweise Ralf Klohr


    Ich kenne und meine Trainerkollegen kennen deinen Brief und haben das auch schon einige Male drüber diskutiert.


    Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum kindgerechter Fußball den fairen Wettbewerb um Platzierungen, der das Herz jeden Fußballspiels ist, ausschließen soll. Kinder messen sich in der Schule ("Der Peter hat heute eine 3 bekommen, ich eine 2."), im Sport (Beispiel: Gürtelprüfungen im Karate) und im Spiel. Und gerade im Fußball wollen wir das unterbinden? Was für ein Unsinn! Und ja, auch die Kinder mögen spannende Wettkämpfe um Platzierungen, weil dies das Salz in der Suppe beim Fußball ist. Wie oft fragen mich die Kinder im Turnier: "Können wir noch Erster werden?"


    Halten wir also fest: Der Wettbewerbsgedanke ist bei den Kindern wie bei den Eltern verankert. Und das ist nichts Schlechtes, SO LANGE DIE KINDER ALS KINDER BEHANDELT WERDEN! Das beinhaltet auch, dass der Trainer Wert darauf legt, dass alle Kinder ihre Einsatzzeiten bekommen und dass Kinder nach Niederlagen wieder aufgebaut werden. Dabei hilft z.B. schon das obligatorische 8m-Schießen nach dem Spiel, weil da ein Treffer die Niederlage schon wieder ein wenig vergessen macht.


    Ich sehe selbst um mich herum, dass primär leistungsorientiert arbeitende Vereine anders mit den Kindern umgehen. Das ist aus meiner Sicht immer noch kindgerecht, aber halt ergebnisorientierter. Und genau da sind wir beim Thema Schiedsrichter. Es mag ein blöder Vergleich sein, aber wenn alle Menschen nett wären, bräuchten wir auch keine Polizei. Sind sie aber nicht. Und wenn die Jungs dann im Training gesagt bekommen: "Lass dich ruhig mal vorm Tor fallen. Du guckst doch auch Bundesliga.", dann wird es eng mit dem Spiel ohne Schiri, weil die außerhalb des Platzes stehenden Trainer auch nicht genau gesehen haben, ob es nun ein 8m war oder nicht.


    70% der Fairplay-Ligaspiele liefen komplett entspannt ab, weil wir "Dorfmannschaften" zwar auch gern gewinnen, sich aber die Trainer untereinander kennen und wir alles ruhig geregelt bekommen. 30% der Spiele waren anstrengend bis grenzwertig, besonders wenn es gegen ambitionierte Vereine ging, weil die Kinder einer der beiden Mannschaften sich von der anderen betrogen fühlten. Und dann wurde es teils richtig ruppig auf dem Platz.


    Mein früherer Trainerkollege hat es im vorigen Jahr kopfschüttelnd auf den Punkt gebracht: "In der Fairplay-Liga lernen Kinder, dass der Stärkere und Lautere gewinnt." Jetzt kannst du natürlich wieder dagegenhalten: Das müssen die Trainer unterbinden. Tun aber nicht alle und teils bekommen die Kinder nach dem Spiel noch vom Vater erklärt, dass der komische Typ doch nie hätte vorbeikommen dürfen. Den grätscht man um ...


    Wir können uns alle die heile Welt wünschen, Realität wird sie deshalb trotzdem nicht. Und deshalb werden wir weiter Schiris und Polizisten brauchen, ersteres auch im Kinderfußball.

    @Praios
    Super! Du hast es auf den Punkt gebracht!
    Du sprichst „vor allem die Politik“ an. Hier ist aus meiner Sicht das Grundproblem. Der Sport wird zwar gefördert, ist aber in der Ausübung autonom organisiert. Jeder Verband macht also was er will (für richtig hält/so gut er es kann). Nach meinen Recherchen (ich war persönlich in zwei Ministerien) weiß man sehr wohl, dass der ehrenamtlich organisierte Sport nicht kindgerecht gestaltet ist. Man kann aber nichts ändern, sagt man, weil der Sport nun mal autonom organisiert ist. Tut zwar weh, ist aber so!



    Was die deutsche Politik fördert und anstrebt zeigt die noch aktuelle Entwicklung. Beispiel „So ändert sich die Sportförderung in Deutschland“ Man versucht immer mehr Qualität/Effizienz in den Spitzensport zu bekommen und kümmert sich nicht um die Breite und schon gar nicht um unsere Kinder.


    Kann es sein, dass du dich hier, vor allem bzgl. des Breitensports, etwas verrannt hast? Ich bin Trainer einer U10 und wenn ich mir den Umgang der großen Mehrzahl der Trainer mit den Kindern anschaue, bin ich sehr zufrieden (und die Kinder sind es offensichtlich auch). Ich habe keineswegs den Eindruck, dass die Kinder nicht vernünftig ausgebildet und gefördert werden. Da läuft unter uns "Hobbytrainern" sicher einiges nicht optimal, aber trotzdem gut. Und KInder, die Potential haben, finden meist problemlos ihren Weg zu den "guten" Vereinen und Leistungszentren.


    Auf der anderen Seite solltest auch du mal die Scheuklappen abnehmen und bzgl. der vielgepriesenen Fairplay-Liga die mittlerweile objektiv vorliegenden Fehlentwicklungen korrigieren helfen. Das Spiel ohne Schiedsrichter funktioniert mehr schlecht als recht, weil der Wettbewerbsgedanke halt nicht auszumerzen, sondern inherenter Bestandteil des Fußball ist und (leider) eine signifikante Zahl der Trainer ihre Mannschaften darauf trimmen, das Fehlen der Schiedsrichter zu ihrem Vorteil zu nutzen. Zur Meinung der Trainer in meinem Umfeld hatte ich mich ja bereits im Sommer geäußert: Fairplayliga,wie ist euer Fazit?


    Zum Thema NLZ: Ich habe zwar auch mal Landesliga gespielt (lang, lang ist's her), kenne aber nicht die Nachwuchsausbildung in NLZs des DFB. Ich weiß allerdings, wie Nachwuchsförderung z.B. im Schach läuft. Das ist ein hartes Brot für Kinder, die es hier bis nach oben schaffen wollen. Viel Training, wenig Zeit, viel Wettkampf. Ich sehe den Punkt, dass die pädagogische Ausbildung der Trainer stark verbesserungsfähig ist (wie übrigens auch in anderen Sportarten). Die Härte der Ausbildung, auch der Wettkampf, ist aber eine der Grundlagen der Förderung hin zum Spitzensport. Das wissen die Eltern hoffentlich, wenn sie ihre Kinder in NLZ des DFB oder in Förderzentren anderer Sportarten schicken. Ich würde das meinen Kindern nicht antun, was aber mit der Grundproblematik des Leistungssports zusammenhängt und nicht auflösbar ist.


    Trainereltern stellen keine Forderungen, bzw. sie werden nicht erfüllt, sondern sie gehorchen unter Androhung sonst andere Elterntrainer ausgetauscht zu werden oder aber die Mannschaft des Kindes aufzulösen.

    Das ist eine sehr gewagte These. Ich bin selbst Elterntrainer, wie eigentlich alle mir bekannte Jugendtrainer der (vielen) umliegenden Vereine. Und die Jugendleiter rollen uns verbal durchaus den roten Teppich aus, damit wir diese Arbeit machen, weil sich halt kein Ersatz finden würde. Voriges Jahr wurden mehr als 40 Eltern angesprochen, ob sie Interesse an einem Traineramt hätten. Gemeldet hat sich 1.


    Und bzgl. der Drohung, die Mannschaft aufzulösen: Da zucken die Eltern bestenfalls mit den Schultern. Tenor: "Dann wechseln wir halt den Verein oder unser Sohn macht Karate." Karate beliebig durch Schwimmen, Handball, etc. ersetzen.


    Die mir bekannten Elterntrainer treten alle samt gegenüber den Jugendleitern freundlich/höflich (denn der macht auch sehr viel Arbeit für den Verein), aber sehr bestimmt auf. Da hat keiner Angst vor dem Verlust des Traineramts. Im Gegenteil: Die meisten würden sich über eine Ablösung nach 1-2 Saisons freuen (obwohl sie ihre Arbeit gut machen).

    Hier eine interessante Besprechung dazu:
    http://www.deutschlandradiokul…ml?dram:article_id=365623


    Das Buch setzt sich offensichtlich generell kritisch mit dem Thema Leistungssport zusammen. Guter Punkt. Ich habe selbst Landesliga Fußball und Handball im Tor gespielt und geschätzte 70% meiner damaligen Spielkollegen haben dauerhafte körperliche Schäden davongetragen. Ein guter Bekannter von mir und Vater eines meiner Fußballkinder ist Orthopäde. Der hat auch eine ganz klare Meinung zu Leistungssport.


    Ich glaube allerdings nicht, dass das Buch etwas bewirken wird. Ich denke auch nicht, dass die körperlichen Schäden bei Breiten- und Leistungssportler primär aus Fehlern im Jugendtraining stammen, sondern ganz allgemein aus einer körperlichen Überlastung während des gesamten Sportlerlebens.


    Ein interessanter "Augenöffner" zum Thema Leistungssport ist auch dieses Interview mit Fabian Hambüchen:
    http://www.spiegel.de/spiegel/…sse-gelegt-a-1108110.html


    Zitat:
    "SPIEGEL: Ihr Vater Wolfgang, der auch ihr Trainer ist, hat mal gesagt, dass ein Körper nach spätestens zehn Jahren Hochleistungsturnen fertig sei.
    Hambüchen: Echt? Dann bin ich ja schon lange über der Grenze. Leider merke ich das auch."


    Deshalb rate ich meinen Kindern sehr konsequent von Leistungssport ab.

    Kann man in bayern eigentlich den "Junior Coach" separat erwerben, oder auch nur im Paket mit der C Lizenz?


    Die Ausbildung zum Junior Coach richtet sich meines Wissens nach an Jugendliche ab 15 Jahre, die im Rahmen einer kostenlosen Ausbildung (Umfang 40 Stunden) das Zertifikat Junior Coach erwerben. Mit der Ausbildung zur C-Lizenz hat das, so weit ich weiß, absolut nichts zu tun. Auch nicht mit dem Erwerb von Kompetenzen im Juniorenfußball-Training, falls das jemand glauben sollte.

    Aber wetten, dass mindestens die Hälfte der Trainer dabei auf sämtliche "KiFu-Regeln" pfeift.
    Also gleiche Spielzeiten für alle , jeder geht und Tor,keine Positionen erst recht keine Festen etc


    Wer sagt, dass die Mehrheit der Jugend-Trainer diese Regeln gut und sinnvoll findet? Ich kenne in meinem Spielbezirk (Erlangen-Pegnitzgrund) keine Mannschaft, die so spielt. Und wenn ich bei Turnieren den F-Jugend-Mannschaften der großen Vereine begegne, sehe das auch nicht.


    Schon mal erzählte Anekdote vom vergangenen Jahr, als sich meine F1 die Kabine mit der F1 von Greuther Fürth teilen musste:
    Der Trainer ruft die Jungs zu sich: "Ihr wisst, wie das läuft: Rufe ich rein, heißt das Achtung. Rufe ich euren Namen, steht ihr kurz vor der Auswechslung."


    Das ist aber nicht Thema des Threads hier.

    krass. Bei uns wird dergleichen nicht mehr gespielt.

    Schade für euch. Ist immer eines der Highlights der Saison. K.O.-System hat einen ganz eigenen Charme und die Kids feiern jeden Sieg wie die Weltmeisterschaft. Meine Jungs (F1) haben es im Vorjahr bis ins Halbfinale geschafft.

    komisch, bei uns in mittelfranken werden für g und f gar keine Pokalwettbewerbe gespielt. Wegen der Ergebnisorientierung. Ist das nicht bayernweit gleich??


    Ich bin Trainer in Mittelfranken (Herzogenaurach). Hier gibt es seit Jahren ab der F-Jugend (ab F3) einen offiziellen Pokalwettbewerb:
    http://www.fupa.net/galerie/la…rt-pokal-59005/foto1.html


    Hier nochmal ein "Beweis", dass der Pokal auch für die F-Jugend offiziell vom BFV ausgerichtet wird:
    http://www.bfv.de/begegnungen.verein.do?id=00ES8GNKTO00000LVV0AG08LVUPGND5I&staffel=01KTK8L5SK000002VV0AG813VT7TM4VD-R


    Das läuft unter Kreispokal.

    Bescheuert. Ich hoffe, dass dann bei euch "ziviler Ungehorsam" herrscht!


    Bzgl. "zivilem Ungehorsam" ist Vorsicht geboten. Das funktioniert, solange man sich diesbezüglich mit den anderen Trainern einig ist. Wird man beim Verein wegen Einsatzes eines nicht berechtigten Spielerns angezählt, gibt es automatisch eine Verhandlung beim betreffenden Sportgericht mit teils heftigen finanziellen Strafen (ein Hunderter reicht da oft nicht, da neben der Strafe auch eine "Verhandlungsgebühr" anfällt, die schon mal zwischen 20 und 40 € liegt) und auch zeitlich begrenzte Ausschlüsse vom Spielbetrieb. Die verstehen da überhaupt keinen Spaß und Ärger mit dem Verein ist wegen der finanziellen Strafe auch noch vorprogrammiert

    Off Topic da anderer Landesverband aber dennoch:
    Auch mit Pass keine Sperre im Bayern da Bambini. Da bis hoch zur F-Jugend auch die Rundenspiele als Privatspiele gehandhabt werden. Somit wird zwar eine Sperre für Verbandsspielrecht im Pass eingetragen (scheint in den Abläufen nicht anders möglich zu sein), die Kinder dürfen aber dennoch eingesetzt werden und somit ohne Sperre spielen.


    Gruß
    Torsten


    Das stimmt in dieser Absolutheit so nicht. Die betreffenden Spieler sind auch in Bayern bereits ab der F-Jugend z.B. für offizielle Pokalrunden gesperrt (Outdoor als auch Halle). Da werden die Pässe genau kontrolliert.
    Und wenn Rundenspiele wie Privatspiele gehandhabt werden, frage ich mich, warum man Strafen bei verzögerter Ergebnismeldung (SpielPLUS) oder Spielabsage an den Verband zahlen muss.

    Zumindest in Bayern läuft das meines Wissens nach im gesamten Jugendbereich nach dem folgenden Muster ab:
    - Kind beim alten Verein abmelden => alter Verein schickt den Pass an den Verband
    - Kind beim neuen Verein anmelden => Falls das Kind in den vergangenen 6 Monaten an keinem Spiel für den alten Verein mehr teilgenommen hat, ist der Spieler sofort "frei" und bekommt einen neuen Pass. Anderenfalls hat der alte Verein das Anrecht auf eine Ausbildungsgebühr (alters- und Liga-abhängig ab 50 €). Oft einigen sich lokale "Dorf"-Vereine, auf solche Abgaben zu verzichten, der abgebende Verein kann aber darauf bestehen, sonst ist der Spieler zeitlich begrenzt (bis die 6 Monate vorbei sind) gesperrt.


    Und wenn das Kind zum falschen Zeitpunkt wechselt, kann es tatsächlich passieren, dass es für einige Wochen gesperrt ist.
    Beispiel aus meinem Verein: Ein F1-Spieler wechselte im September in einen anderen Verein und ist dort nun bis November gesperrt, weil das Transferfenster verpasst wurde.
    Gleiches betrifft einen Spieler, der in mein Team (U10) wechselte. Der darf aktuell auch noch nicht spielen, obwohl er bereits im September wechselte.

    Denn unter 18 Jahren darf trotz abgelegter Prüfung noch niemand unbeaufsichtigt durch einen Erwachsenen angeln gehen. Der Umgang will zwecks Vermeidung von unnötigem Streß und Schmerzen der lebenden Tiere schließlich gelernt werden, bevor man die Verantwortung übertragen kann. Denn dort, wo der Mensch in die Natur eingreift, sollte er keinen Schaden anrichten, sondern ihr Nutzen bringen.

    Im Anglerjargon nennen wir Leute wie dich Blockwart. Immer mit erhobenem Zeigerfinger rumlaufen, das Abendland in Gefahr sehen, wenn Angeln in Deutschland ähnlich simpel wie z.B. in den Niederlanden gehandhabt wird (nix Prüfung) und noch dazu wenig Ahnung.


    Erstens ist Fischereirecht Landesrecht. Eine gesetzlich Aussage bezieht sich also immer nur auf ein spezielles Bundesland.


    Und zweitens ist in meinem Bundesland (Bayern) die rechtliche Regelung die, dass ein Jugendlicher ab 14 Jahren, wenn der im Besitz des Staatlichen Fischereischeins ist und somit die Fischereiprüfungg abgelegt hat, ganz allein den Fischen nachstellen darf:
    http://www.fischerpruefung-bay…g/Wer_Fischerpruefung.htm


    Ich hoffe mal, mit den Fußballregeln kennst du dich besser aus. :D


    Grüße von einem Gewässerwart (den ersten Angelverein habe ich mit 23 geführt und die damaligen Kinder grüßen mich jetzt noch (und laden mich mittlerweile zum Bier ein)). 8o


    Interessante Story. Ohne Details zu kennen, lässt sich über die Ursache des Zerfalls nicht urteilen, aber denk mal drüber nach, was passiert wäre, wenn die Mannschaft(en) nach der Saison, als du gewechselt hast, eine Spielgemeinschaft mit einem geeigneten Verein gegründet hätten, um mehr Erfolge zu haben. Kann es sein, dass die Teams dann heute noch funktionieren würden?


    In diesem "Angelverein" (in dem ich natürlich schon lange Mitglied bin) erwarten mich übrigens neben 200 Erwachsenen auch 40 Kinder. Und die an das Thema Fischzucht, Angeln, Naturschutz etc. heranzuführen, erfordert ähnliches Fingerspitzengefühl wie der Umgang mit Kindern beim Fußball, nur eben anders.


    Ich verfolge meinen Ansatz von Jugendfußball konsequent und dränge mich damit bei niemandem auf. Im Gegenteil: Meine Familie würde sich freuen, wenn ich neben meinem zeitintensiven Job als IT-Experte mit Führungsverantwortung nicht noch so viel Zeit in den Fußball investieren würde. Ich gebe meine Aufgabe gern ab, wenn der Verein das möchte.


    Andererseits habe ich ein hervorragendes Verhältnis zu Eltern und Spielern und bin maßgeblich der Grund, warum einige Spieler noch in der Mannschaft spielen. Und ich könnte sofort bei 2-3 anderen Vereinen in die Jugendarbeit einsteigen, weil diese meine Ansätze umfänglich teilen. Allerdings habe ich das gar nicht vor. Mein Ausflug in den Jugendfußball wird noch max. 1 Jahr dauern, da ich danach die Vorstandschaft in einem anderen großen Verein (Fischerei, nicht Fußball) übernehmen werde.


    Die Eltern sind erwachsene Leute, die als Facharbeiter, Ingenieure und Unternehmer fest im Leben stehen. Woher nehmt ihr die Arroganz, die Leute "ausbilden" zu wollen? Die wissen, was sie wollen und werden euch was husten.


    Meinen Beitrag bitte von Anfang an lesen. Es haben in der Sommerpause bereits 2 Leistungsträger den Verein verlassen und ich habe 3 Familien nach Rücksprache mit dem Verein und Aussage, dass keine weiteren Abgänge zu erwarten sind überredet, weiter im Verein zu bleiben, obwohl die aufgrund der sich abzeichnenden Schwächung des Teams ihre Kinder eigentlich wechseln lassen wollten. Wir kommen uns seitens des Vereins also alle etwas an der Nase herumgeführt vor.


    Das grundlegende Problem ist, dass absehbar die besseren Spieler des verbliebenen Kaders auch noch gehen werden, wenn sich die Situation nicht ändert und das Team somit noch schwächer wird. Das wird dann nix mehr. Deshalb bin ich der Meinung, dass man solche Spielwechsel mittelfristig planen muss. Hätte ich das vor der Saison gewusst, wäre ich auf die Suche nach einer passenden Spielgemeinschaft gegangen. In der Richtung innerhalb der Saison etwas auf die Beine zu stellen, ist nahezu unmöglich. Ich hab sogar schon versucht, talentierte Flüchtlingskinder zu finden und Kontakt zu den entsprechenden Stellen aufgenommen. Leider ohne Erfolg.


    Die guten Spieler haben keinen Bock in einer schlechten Mannschaft zu spielen und ich habe keinen Bock, eine perspektivlose Mannschaft zu trainieren. So einfach ist das.

    Wie ich bereits sagte, würden diese Kinder 0 Minuten (statt 20 Minuten) spielen, weil mit ihnen Spiele verloren werden.


    Diese Annahme ist falsch. Jugendmannschaften bestehen meist aus einem gewissen Anteil "Überflieger" und dem Rest in Form durchschnittlich bis unterdurchschnittlich begabter Spieler.
    Die meisten Jugendteams sind hinsichtlich ihrer Mitglieder aber nicht gerade fürstlich bestückt. In der Realität bedeutet dies, dass oft nicht mehr als 12 Spieler zur Verfügung stehen. Da wird ein durchschnittlich begabter Neuzugang immer gern genommen und erhält seine Einsatzzeiten.


    Nur als Beispiel: Ich habe am letzten Tag der Sommerferien ein sehr schönes Turnier mit 5 Mannschaften organisiert. Ich musste 11 Teams anschreiben, um von 4 Teams Zusagen zu erhalten. Grund: kurzfristig zu wenige Spieler verfügbar.


    Noch ein Beispiel: Mein Team besteht insgesamt aus 14 Spielern und ich hatte vorige Woche gerade mal 1 Ersatzspieler, weil der eine bei den Großeltern war, der andere in einem Sportwettkampf, einer krank, einer verletzt ...


    <p style="font-size: 13px; background-color: rgb(249, 249, 249);">Wie schon von allen anderen angemerkt wurde, ist das für die Entwicklung der verbleibenden Kinder gerade in den jüngeren Altersklassen ein positiver Effekt, weil sie sich - überspitzt formuliert - dann nicht mehr darauf beschränken können, den Überfliegern bei ihren "Künsten" zuzuschauen. Schmerzhaft ist ein solcher Wechsel für Kinder/Eltern/Trainer, denen die bloßen Ergebnisse sehr wichtig sind und die nicht daran glauben, dass eine positive Entwicklung mit den verbleibenden Kindern möglich ist. Eigentlich ein ziemlich trauriger Befund!


    Das sehe ich grundsätzlich anders. Eine jugendmannschaft funktioniert aus meiner Erfahrung nur, wenn das Team in mindestens 50% der Spiele auf dem Niveau der gegnerischen Mannschaft mithalten kann. 80% der Eltern ist es im Prinzip völlig Wurscht, welche Entwicklung ihre Kinder im Fußball machen. Die wollen, dass ihr Kinder Spaß bei der Bewegung haben und positive Erlebnisse. Und 10:0-Niederlagen sind kein positives Erlebnis und auch nicht als solches zu verkaufen.


    Die meisten Eltern ticken hier relativ einfach: Das Kind muss Spaß beim Fußball haben und wenn die Mannschaft ständig verliert, ist der Spaß schnell weg. Ich habe das Thema gestern Abend erst mit den Eltern diskutiert. Die meisten würden einen Verein bevorzugen, in dem ihr Kind leistungsbedingt nur 20 Minuten pro Spiel eingesetzt wird, gegenüber einem Verein, wo das Kind durchspielt aber keine Erfolgserlebnisse hat.


    MIt dem Jugendleiter habe ich das Thema sehr intensiv und kontrovers diskutiert. In einem Punkt sind wir uns aber einig: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft auseinanderfliegt, ist groß. Die Eltern zeigen da (aus meiner Sicht nachvollziehbar) wenig Kompromissbereitschaft. Die einzige Hoffnung ist, dass die Jungs in der Rückrunde in eine entsprechend schwache Gruppe gesetzt werden und wieder Erfolgserlebnisse haben. Leider fürchte ich, dass die meisten Wechsel bereits in der Winterpause über die Bühne gehen werden.


    Ich denke, der Verein schießt sich hier komplett ins Knie und hat im kommenden Jahr keine E1. So was muss gesteuert werden. Die Eltern haben hier im Umkreis ca. 40 Vereine zur Auswahl. Vereine, die hier nicht auf die Bedürfnisse/Ansichten der Kinder und Eltern eingehen, sind schnell raus aus dem Geschäft, da die heutigen Kinder die erwachsenen Spieler von morgen sind.

    Ich bin auch ehrlich gesagt etwas überrascht, dass ein einziger Spieler einen derart hohen Stellenwert in der Mannschaft besitzt.


    Er ist schon sehr stark. Sein Vater trainiert die C-Jugend und die Jungs sind gut. Trotzdem hält er dort im Training mit.


    Einer meiner besten Spieler hat im Sommer wegen Umzug den Verein verlassen. Seine neue Mannschaft hat seit dem er dort angefangen hat eine Tordifferenz von 43:5. In der vergangenen Saison waren sie Mittelmaß. Im Kleinfeldfußball kann 1 Spieler das Zünglein an der Waage sein.