Beiträge von Das_Huhn

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    in der D-Jugend würde ich mich nicht beschweren.


    Bei uns werden schon Bambinis abgeworben.
    Aktuelle Krönung, Junge Jg.2010 -
    bei uns kannst du gleich F-Jugend spielen ........


    Ich büße gerade einen leistungsstarken Spieler innerhalb des eigenen Vereins ein, weil dessen Eltern ihn nur unter der Bedingung weiter im Verein lassen, dass er ab sofort E1 statt laut seines Alters E3 spielt. Und der Abteilungsleiter Jugend hat ja gesagt. Begründung: "Solche Talente brauchen wir später in der 1. Mannschaft. Ist der einmal weg, kommt er nie wieder."


    Wäre doch eigentlich ein schönes neues Thema. Gehört Dein Sohn zu diesen 4 Top-Spielern?


    Nein, mein Sohn schlägt sich wacker und hat viel Spaß beim Spiel, hat aber nicht das Talent zum Spitzenspieler. Er spielt pro Spiel (40 Minuten) ca. 20 Minuten und liegt im Leistungsmittelfeld.


    Ich habe früher selbst Landesliga gespielt (Torwart, auch Handball) und lehne Leistungssport für meine Kinder wegen des Körperverschleißes komplett ab. Ich freue mich, dass mein Sohn durch Fußball und Karate in seiner Bewegungskoordination gefördert wird, gesellschaftlich wichtige Dinge wie Agieren im Team, Umgang mit Niederlagen etc. lernt und mittlerweile ein richtiger Athlet ist.


    Genau darin liegt ja ein Teil der Problematik: Talentförderung und Breitensport unter einen Hut zu bringen und weder die einen Eltern/Kinder noch die anderen zu verärgern. Das ist manchmal ein schwieriger Spagat.

    Ihr spielt also ergebnisorientierten Fussball, da es bei euch offiziell Meisterschaften gibt?
    Ansonsten sorgst du ja anscheinend für eine ausreichende Gesamtspielszeit für alle. Wenn es also nur darum ginge, dass alle Kinder gleich viel Spielen, hast du eine Lösung.
    Den Top 4 geht es also nicht um die eigentlichen Spielzeiten, sondern darum bei "wichtigen" Spielen dabei zu sein.
    Zusammengefasst also wieder der ergebnisorientierte Ansatz/Antrieb (ob durch Kind oder Eltern lasse ich mal offen)


    Unabhängig davon: Abwerben von U9 geht eigentlich gar nicht. Habt ihr ein NLZ im Umfeld Welche Perspektive bietet ihr den potentiell betroffenen Kindern in der E und D Jugend?


    Zum Thema ergebnisorientierter Fußball: Im Sommer wird ein großer Pokal im K.O.-System ausgespielt (bei Interesse einfach nach "Landrat Tritthart Pokal" googeln), im Winter ein weiterer mit 4 aufeinander folgenden Ausscheidungsrunden (6 Mannschaften in einer Gruppe, die beiden besten kommen weiter). Alles offizielle DFB-Turniere, auch für die F-Jugend.
    Über das Jahr finden Spiele in gesetzten Gruppen statt, wobei im Frühjahr die Gruppen neu nach Stärke gesetzt werden. Da gibt es keine offiziellen Tabellen, aber natürlich sind die Kids stolz, wenn sie in die Gruppe mit starken Mannschaften gesetzt werden. Da gratuliert dann der Abteilungsleiter schon mal zum Einzug in die Championsleague. So ist halt die Realität.


    Der ergebnisorientierte Ansatz wird also durchaus auch auf Verbands- und Vereinsebene gepflegt. Und auf der Sportseite der Regionalzeitung sieht man die strahlenden Sieger mit Pokal.


    Scouts der regionalen Erfolgsvereine sind hier in der Gegend bereits bei großen G-Jugend-Turnieren zu sehen. Vor 3 Wochen sind Verantwortliche hinter den Kulissen auf den Vater meines F-Jugend-Torwarts zugegangen, um ihn abzuwerben. Der hat mir das glücklicherweise sofort mitgeteilt und wir haben über den Abteilungsleiter etwas interveniert.
    Oft sind es aber die Eltern, die den Wechseldruck ausüben. Zwei Spieler der kommenden F3 wechseln zu Greuther Fürth, einer meiner Spieler macht Probetraining bei Kaderschmieden der Greuther, ein finanzkräftiger lokaler Verein hat ab der E-Jugend alle Trainer eines anderen Vereins abgeworben und die bringen Schlüsselspieler im Schlepptau mit.


    Die Perspektive für Talente heißt hier in der Gegend ganz klar Greuther Fürth und FC Nürnberg, gern auch indirekt über deren verlängerte Arme zur Talentförderung wie zum Beispiel den SC Eltersdorf.

    Denkt das System einfach mal zu Ende und hört nicht dort auf wo Euer bekanntes Weltbild aufhört.
    Lass das doofe Argument Schiri-Mangel mal aussen vor und Vergleiche Fussball wie Du ihn in allen Stationen deines Lebens erlebt hast mit und ohne Schiri. Bolzplatz, Strasse, Schule, Geburtstagsparty, Schulfest, Kirchweihturnier, KiFu, Funino, etc. Wo waren Schiris? Wo nicht? Hast du irgendwo die competition vermisst?

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Auf dem Bolzplatz spielen den Kinder bunt gemischt und toben sich aus. Sobald es aber um den Wettkampf geht, Klasse 3D gegen 3E, ändert sich sehr wohl die Art der Kids zu agieren. Das Spiel wird härter, weil Parteien gegeneinander antreten. Und dann kommt gelegentlich halt der Punkt, wo eine Entscheidungsinstanz wichtig wird, weil Situationen sonst zu eskalieren drohen.

    Auf der einen Seite werden Niederlagen bewusst in Kauf genommen, um die Rotation bezubehalten und allen Kindern gleiche Spielzeiten zu ermöglichen.

    Machen wir z.B. nicht. Der Kern der Top-Spieler (4) spielt weitestgehend durch, die anderen rotieren. Weil wir die Top-Spieler sonst an andere Vereine verlieren. Und Spieler, die das Spiel erst noch lernen müssen, bekommen Einsätze in Abhängigkeit von der Spielsituation, um Überforderungen und Frust zu vermeiden.


    Um Missverständnisse zu vermeiden: Das trifft für die offiziellen Spiele und Turniere zu. Wir organisieren nebenher extra Freundschaftsspiele, bei denen vorrangig die Anfänger und weniger begabten Spieler eingesetzt werden. Das wird zuvor auch mit den anderen Trainern abgesprochen, damit die dann nicht mit ihrem A-Team anreisen.

    Der Sparkassen Cup in Niedersachsen ist für alle Vereine des äteren E-Jahrgangs Pflicht. Dadurch wird dieses Turnier zu einem der größten europaweit.
    Und es wird ohne Schiri gespielt.
    Gleichzeitig ist das auch noch Schwerpunkt der Sichtung für die niedersächsischen Stützpunkte.
    Da wird sicher ne Menge Ehrgeiz dabei sein.
    Hat jemand Erfahrungen, wie das da klappt?

    Das ist eine völlig andere Sache und bzgl. der Schiri-Situation nicht mit der FPL vergleichbar, da jedem Spiel ein offizieller Sichter des Verbands zugeteilt ist und dieser im Streitfall entscheidet. Da steht also jemand mit entsprechender Erfahrung draußen. Und zwar genau 1 Person.

    Achso. Na das erklärt so einiges. Jetzt komme ich auch mit deiner Einstellung zum Thema klar. :thumbup:
    Gruß,
    sb


    Ich mache meinen Trainerjob trotzdem mit viel Zeitaufwand und Engagement, bin aber im Gegensatz zu denjenigen, die da mit Herz und Seele dranhängen nicht erpressbar, weil niemand Druckmittel gegen mich hat.

    Zu 4)


    Jaja, der DFB fordert immer nur, das der kleine Verein etwas für den Nachwuchs macht, aber warum investiert der DFB denn nicht in die Ausbildung diverser Trainer (Vater) damit auch der DFB sicher gehen kann, das zumindest Trainer mit Lizenz vor Ort sind und die Kinder trainieren.


    Ich denke, das Problem liegt anderswo: Der DFB wäre schon willens, in die Trainerausbildung zu investieren. Da gibt es viele Möglichkeiten, inklusive DFB-Mobil etc. Es gibt aber schlicht zu wenige Interessenten. Der Trainerjob ist genau so wenig beliebt wie der des Schiris, weil er viel Zeit kostet. Frage mal Abteilungsleiter im Jugendbereich, wie schwer es ist, Interessenten zu finden.

    Ich kann trotz sehr langer Trainer-Erfahrungen nicht bestätigen, dass gute Trainer ihr Hobby aufgeben. weil sie die Zustände im Jugendfussball als katastrophal empfinden? Sie finden stets genügend unmittelbaren Gestaltungsfreiräume, der ihre Arbeit spannend, abwechslungsreich und wertvoll erscheinen läßt.


    Allenfalls wechseln gute Trainer den Verein, um neue Herausforderungen zu suchen. Natürlich können auch private Umstände (Beruf, Familie) oder die lange Dauer der Arbeit dazu zwingen, sportlich kürzer zu treten.


    Für mich hat das Aufnehmen, das Verändern und das Beenden einer Traineraufgabe nichts mit der FPL zu tun.


    In meinem Umfeld üben geschätzte 90% der Jugendtrainer die Tätigkeit aus, weil ihre Kinder in der jeweiligen Mannschaft spielen und hören danach sofort wieder auf. Trifft auch auf mich zu. Ich mache das meinem Sohn zuliebe, weil die Mannschaft, in der auch seine Kumpels spielen, sonst auseinander fallen würde und würde ohne eine Träne im Knopfloch morgen aufhören, wenn mir etwas wirklich auf den Sack geht oder jemand anderes den Job machen will (obwohl mir die Eltern immer wieder sehr positives Feedback geben). Wir machen das nicht, weil wir leidenschaftliche Trainer sind, sondern weil sich keine anderen Leute gefunden haben, die sich jede Woche mit den Kindern auf den Platz stellen.


    Ich denke, der Verband weiß, dass er gerade im Jugendbereich auf den guten Willen der Trainer angewiesen ist. Die wenigsten Trainer, die ich kenne, sehen ihre Berufung in dieser Tätigkeit und es ist jedesmal wieder ein Theater, Ersatz für ausscheidende Leute zu finden.

    Es geht hier doch nicht um Mauscheleien oder die Qualifikation von Laienschiedsrichtern, sondern um das Spiel ohne Schiedsrichter. Es geht nicht um Fehlentscheidungen, sondern gar keine Entscheidungen, weil kein Schiri auf dem Platz steht. Und die Trainer sehen von außerhalb des Platzes genau so wenig wie der berühmte Fair Play Leiter. Außerdem wird doch kein Trainer in unklaren Situationen gegen seine Mannschaft entscheiden, wenn es um einen Pokal geht, der objektiv betrachtet die Goldene Ananas sein mag, für die Kinder aber das große Ziel ist.


    Ich sehe bei mir im Vereinsheim immer wieder Opas ihren Enkeln die alten Pokale zeigen, die sie irgendwann mal im Dorf-Cup gewonnen haben. Objektiv gesehen alles Goldene Ananas, subjektiv den Leuten viel wert. Und das soll nicht für Kinder-Pokalwettkämpfe gelten, an denen teils mehr als 40 Teams teilnehmen? Ich bitte dich ...


    Wenn es oberhalb der E-Jugend um Auf- und Abstiege geht, möchte ich sehen, wie ein Spiel ohne Schiri abläuft (wie gesagt: OHNE Schiri, es geht nicht um den Einsatz von Laien). Ich würde mich selbst als Laienschiri bezeichnen, obwohl ich vor 25 Jahren mal eine Lizenz hatte, und ich habe viele Spiele gepfiffen und sicher auch viele Fehler gemacht. Aber ich war Schiri und habe entschieden.


    Da ich glaube, dass du mit deiner Meinung, dass Sanktionen die FPL stärken würden, nicht die Meinung des Verbands widerspiegelst, will ich dazu gar keine großen Kommentare abgeben.


    Ich kann dir aber sagen, was vor meiner Haustür voriges Jahr bereits unter einer Gruppe von Trainern der F-Jugend diskutiert wurde: Abmelden der F-Jugend-Teams von der offiziellen Liga und Schaffung einer Privatliga zwischen 5-10 Vereinen, ohne FPL. Die Eltern der betreffenden Vereine hätten das weitestgehend unterstützt. Gut, dass es nicht so weit kam, aber die Verantwortlichen wissen sehr wohl, dass man die Geduld der Trainer und Eltern nicht überstrapazieren sollte. Ziele erreicht man durch Kompromissfindung und gegenseitiges Zuhören, nicht durch Zwang. Dann fliegt einem schnell der Laden um die Ohren und am Ende sind alle Verlierer.

    Alles in allem ein schwieriges Feld. Es ist viel mehr erforderlich, als mit aller Macht die FPL einzuführen. Information, Schulung, Sanktion, …uvm. Ich bin mir sicher, dass dieser Weg (mit einigen Korrekturen) der Richtige ist und auch eine Zukunft haben wird. Aber er ist steinig und schwer.


    Was mich hier stört ist das Wort Sanktion. Du bist dir sicher, dass dieser Weg der richtige ist, ich (und viele mir bekannte Trainerkollegen) sind es nicht. Darum erwarte ist statt (böse gesagt) Brainwash und Sanktionen, weil die nach Verbandsmeinung offensichtlich dumme Basis sonst nichts peilt, eine sachliche Reflektion der Trainererfahrungen aus dem vergangenen Jahr und dann eine ebenso sachliche Diskussion unter Einbeziehung der Basis, wie man das Thema FPL in den kommenden Jahren gestalten möchte.


    Ich erkenne derzeit jedenfalls einen großen Meinungsunterschied zwischen erheblichen Teilen der Trainerschaft (und der Eltern) auf der einen Seite und dem Verband auf der anderen Seite, wie Jugendfußball in der Zukunft definiert sein sollte und wie er vermittelt wird.


    Es hilft niemandem, wenn der DFB jubelnd verkündet, die FPL wegen des großen Erfolgs ausweiten zu wollen und die Trainer sind verwundert die Augen reiben und fragen, von welchem Erfolg hier gesprochen wird.


    Und bzgl. der Anregung, in der FPL generell auf Pokale zu verzichten: Ich habe selten so viel Stolz bei den Zwergen erlebt wie in dem Moment, als sie ihren erkämpften Pokal einer großen Hallenmeisterschaft in die Vitrine des Sportsheims neben die Pokale der Großen stellen durften.

    Natürlich verbietet die FPL den Wettkampf zwischen den Kinder... keine Tabelle..keine Siegerehrung...keine Freudentaumel bei den Kindern...


    Hier in Mittelfranken werden, wie bereits geschrieben, sogar offizielle DFB-Pokalturniere mit K.o.-System auf Basis FPL durchgeführt. Es gibt da also sehr wohl Wettkämpfe. Genau diese schizophrene Situation erzeugt dann ja die Konflikte: Auf der einen Seite der Wille, unbedingt gewinnen/weiterkommen zu wollen und auf der anderen Seite keine Instanz, die bei Konfliktfällen fundiert entscheiden kann, sprich der Schiri. Und der zitierte Fair Play Leiter kann diese Aufgabe natürlich nicht fundiert übernehmen, weil er nicht auf den Platz darf und damit oft viel zu weit weg vom Geschehen ist, um eine sachliche Entscheidung zu fällen.


    Den Befürwortern der FPL wünsche ich mal die Situation, wenn in einem der großen Turniere mit FPL-Modus im Finale bei Spielstand 1:0 in der letzten Minute ein Spieler im Strafraum den Ball an die Hand bekommt und beide Mannschaften kompromisslos darüber streiten, ob das nun Elfmeter war oder nicht. Der Fair Play Leiter kann nichts beurteilen, weil er dreißig Meter weg stand. Genau solche Situationen haben hier schon zu Eklats vom Feinsten geführt, inklusive Schulschlägereien am kommenden Tag, weil die Verlierer sind von den anderen Kindern abgrundtief betrogen fühlten. Denn die Entscheidung, ob Strafstoß oder nicht, wurde ja letztendlich ausschließlich auf Basis der Schilderungen der Kinder gefällt.


    Was mich an der ganzen Sache immer wieder wundert ist, dass diese Problematik und das Potential, mit der FPL Beziehungen zwischen den Kindern unterschiedlicher Mannschaften zu zerstören, komplett ignoriert wird. Dann sollte man in der FPL konsequent auf jegliche Wettkämpfe verzichten. Das bekommt man aber wiederum nicht bei den Vereinen durch, deren Trainer und Jugendabteilungen Wettkämpfe als Essenz des Fußballs ansehen (womit sie ja Recht haben). Wettkampf um Pokale und Spiel ohne Schiri geht nicht zusammen.


    Der viel gehörte Slogan zur Fair Play Liga lautet ja: "Erlebnis statt Ergebnis". Das soll mal einer der FPL-Experten Kindern erklären, wenn vorn am Turnierleitertisch der große Pokal leuchtet.

    Ich würde sagen gut 4 Beiträge lassen sich als pro FPL lesen u d fordern nur den Leiter resp. Schiri.
    Aber am geilsten ist ja eigentlich der Kommentar von dem Trainer der sich mockiert, dass Kinder eine eigene Meinung haben. Alter Schwede...


    Hab ich doch weiter oben schon geschrieben: Es geht ausschließlich um den Aspekt des Schiedsrichters. Alle weiteren Aspekte der FPL werden als tragfähig angesehen.

    Bei uns pfeift in der D auch noch der Trainer, Vater oder sonstwer, der gerade am Platz verfügbar ist.
    Damit sprichst du nicht für ganz Bayern. Bevor man sich aufregt, sollte man, wenn man von Bayern redet, sich auch in ganz Bayern auskennen... ;)


    Gruß,
    sb

    Ok, man lernt ja nie aus. Ist mir neu.


    Wie stellt ihr sicher, dass keine Mauscheleien bzgl. Aufstiegen etc. passieren? Betrifft das auch höherklassige D-Ligen bei euch? (Sollten wir hier im Thread aber nicht in der Länge ausdiskutieren. Hat ja eigentlich nix mit FPL zu tun.)


    Aha, also der Vereinstrainer als Schiedsrichter wäre auch O.K., obwohl ihr ja genug Schiedsrichter habt? Oder will man manches doch besser nicht dem Zufall überlassen?
    Ich gehts auf'! Euch versteht niemand, weil ihr euch eure Realität so zusammen bastelt, wie sie euch paßt! Hier scheint die eigene Phanasie die Realität zu übertreffen?


    Zum Glück gibts ja auch noch genügend normale Bayern!


    Bevor man sich aufregt, sollte man die offizielle Regelung (für Bayern zumindest) kennen. Von E3-E1 wird mit Schiri nach dem Motto "Der Gast hat das Anrecht, den Schiri zu stellen, die Heimmannschaft hat die Pflicht ihn stellen" gespielt. Zu 90% pfeift da einer der Trainer oder Co-Trainer und das funktioniert gut. Ab der D-Jugend pfeifen offizielle Schiris.


    Und genau die gleiche Regelung, die aktuell für die E-Jugend gilt, galt vor der FPL-Zeit für die F-Jugend. Und die wollen wir gern wiederhaben.


    Ich (und da spreche ich auch für meine Trainerkollegen) würde mir nicht anmaßen, diese Leute als Idioten zu beschimpfen, sie aber sehr wohl als praxisfremde Theoretiker bezeichnen.


    Es geht auch nicht darum, einen Schiri als potentiell Schuldigen für Niederlagen zu haben (allein die Argumentation zeigt, wie wenig die Beweggründe der Gegner verstanden wurden), sondern um die Notwendigkeit der Existenz einer Entscheidungsinstanz. Ich habe diese Woche 2 Spiele meiner Jungs als Schiri gepfiffen (ja, bei Freundschaftsspielen arbeiten wir wieder mit Schiri). Dabei habe ich 2 Strafstöße gegen meine Mannschaft gepfiffen, die beide nicht zu 100% eindeutig waren, obwohl ich 2 m daneben stand. Gestern habe ich ein Tor meiner Mannschaft anerkannt, obwohl es ein Gerangel vor dem Tor gab. Was meint ihr, was da losgegangen wäre, wenn kein Schiri auf dem Platz gewesen wäre. Und ein Fair Play Leiter, der ja nicht auf dem Platz nahe am Geschehen stehen darf, hätte da gar nichts beurteilen können. Das ist die Realität.


    Wir sind in Bayern Gott sei Dank noch in der Lage, über genügend Schiris auch für unten Ligen zu verfügen. Mir fehlt jede Fantasie, wie ein Spiel ohne Schiris in Ligen, wo es beispielsweise um Auf- und Abstieg geht, funktionieren soll. Gibt's dann auch keine Karten mehr oder wie?
    Ich habe vor einigen Wochen den Aufstiegskampf unserer D-Jugend verfolgt. Da hatte der Schiri alle Hände voll zu tun. Das kann ohne gar nicht funktionieren.


    Was soll hier die Medienberichterstattung helfen? Fußball wird von 99% der Bevölkerung als Spiel um den Sieg auf dem Platz angesehen. Da kann berichterstattet werden, was man will. Bestenfalls erntet man ungläubiges Staunen, wahrscheinlicher ein Tippen gegen die Stirn.


    Den letzten Absatz verstehe ich nicht. Welche neuen Regeln darf ich sofort umsetzen? Wie schon geschrieben: Wir nehmen uns die Freiheit, schon jetzt die letzten Freundschaftsspiele der F-Jugend mit Schiri durchzuführen und kämpfen wie die Löwen darum, dass die E-Jugend den Schiri behält.


    Nochmal: Wenn 90% der Trainer offen gegen das Spiel ohne Schiri einstehen, sollten die Verantwortlichen überlegen, der auf dem Holzweg ist.


    Der Fair Play Leiter ist mir natürlich bekannt und wird auch pro Spiel benannt. Meint ihr den, wenn ihr von Fair Play Richter sprecht?


    Mir war allerdings nicht bewusst, dass dieser nach den Vorstellungen der FPL durch einen Jugendlichen oder eine Person von max. 25 Jahren (wer hat sich das ausgedacht ??) besetzt werden sollte. In der Praxis übernimmt diesen Job meist der Trainer der Gastmannschaft bzw. bei Turnieren einer der beiden Trainer nach Absprache.


    Warum sollte ich hier übrigens zurückrudern? Meine Meinung zur FPL hat sich bisher in keiner Weise verändert. Ich bin übrigens auch nicht der Petitions-Starter. Das ist ein anderer Trainer, den ich persönlich sehr schätze und mit dem ich eng zusammenarbeite. Dieser Trainer wird übrigens von den Eltern des Vereins einhellig als Traumbesetzung gesehen, weil er eine unglaublich geduldige und verständige Art hat, mit den Kindern umzugehen.

    Hattet ihr eine Einführungsveranstaltung? Beim BFV wurde der Fair-Play-Leiter doch angeboten/erwähnt: BFV Flyer

    Es gab Einführungsveranstaltungen. An die Erwähnung der Rolle des Fair Play-Richters kann ich mich aber nicht erinnern. Kann aber natürlich sein, dass ich das verpasst habe.
    Fakt ist jedenfalls, dass diese Rolle hier im mittelfränkischen Umfeld nicht oder kaum besetzt wird. Wir wurden da auch nie durch andere Mannschaften darauf angesprochen. Und wie gesagt: Auch bei offiziellen Turnieren ist so eine Person hier nie in Erscheinung getreten.