Beiträge von Powerzwergenpapa

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    Zitat von Goodie

    noch längst keine Supertalente


    Genau wie du beschreibst, man kann auch bei den Kleinen Passspiel beobachten. Das sind aber in der Regel entweder Alibi-Pässe (nach dem Motto "Hauptsache weg mit dem Ball") oder die Kinder wurden entsprechend "gedrillt" (bzw. "instruiert"). Ich beobachte solche Pässe bei Mannschaften, deren Trainer am Rand jede Aktion kommentiert und vorgeben. Solche Mannschaften sieht man sehr häufig und die Trainer stehen am Rand und kommentieren und instruieren jede Aktion. Entweder ist dann Fußball-Sprech zu hören ("macht das Spiel breit") oder konkrete Handlungsanweisungen ("Pass zu Kevin").


    Das ist kein gutes Passspiel. Kinder, die aus Angst den Ball nur loswerden wollen, sollen, damit sie fußballerisch vorankommen, zu 1:1-Situationen und zum Dribbling motiviert und befähigt werden. In Bezug auf gelenktes Passspiel wurde hier ja schon auf wissenschaftliche Studien hingewiesen, dass das sogar schädlich ist für die fußballerische Entwicklung. Auch hier gilt: G- und F-Kinder sollen dribbeln und 1:1-Situationen im Spiel haben.


    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, wirklich sinnvolles, gutes Passspiel in einem Fußballspiel stellt sehr hohe Anforderungen: Unter Gegnerdruck muss das Kind in der Lage sein, den Ball zu beherrschen, sich mit dem Ball zu bewegen, dabei auch noch die Übersicht zu behalten und vorausschauend den Ball dann so passen zu können, dass der Mitspieler damit auch etwas anfangen kann und der Pass das Spiel der eigenen Mannschaft voranbringt. Welches Kind ist dazu in der Lage?


    Daher ja, das sind außergewöhnliche Talente, von mir aus kann man da von "Supertalenten" sprechen.

    Zitat von luibo

    Das es nicht möglich ist stimmt einfach nicht. Es gibt Kinder, die bereits bei den Bambinis einen Blick für den Nebenmann entwickeln. Es ist vielleicht nicht die Regel aber jetzt auch kein Anzeichen für einen Minimessi.


    Lt. Roland Kroos ist besonders die Fähigkeit zum Passspiel im frühen Alter ein besonderes Talentmerkmal, vielmehr als die üblichen Minimessi-"Dribbelkönige" (von denen man ja in jeder Mannschaft in dem Alter mindestens einen im Team hat).


    Meiner Erfahrung nach würde ich dir erstmal schon zustimmen. Grundsätzlich sind auch G- und F-Jugend-Kinder in der Lage zu passen. ABER ich beobachte das als instruiertes Passen. D.h. die Trainer fordern das von ihren Kindern inklusive extensivem Coaching, bis hin zu konkreten Handlungsanweisungen à la "Pass zu Kevin!"


    Ohne solche Instruktionen geht bei Kindern im G- und F-Bereich normalerweise nichts. Höchstens "Alibi-Pässe", also Pässe, bei denen es eigtl. nicht um einen gezielten und guten Pass geht, sondern darum den Ball möglichst schnell loszuwerden. Das ist aber ja kein Passspiel im eigentlichen Sinn, geschweige denn gutes Passspiel.


    Ballkontrolle und zielgerichtetes Bewegungsspiel unter Gegnerdruck fordern die Kinder schon sehr. Dazu kommt, dass gerade die guten Spieler den Ball haben wollen und nicht weggeben. Sie wollen dribbeln und Tore schießen und wenn sie erstmal in der schnellen Bewegung sind, wird es fast unmöglich, dabei noch den freien Mitspieler zu sehen; ganz abgesehen davon, dass sie dann auch noch die Einsicht im Spiel haben müssen, dass es sinnvoll ist, den Ball "weg"zugeben.


    Schließlich braucht es für gutes Passspiel noch eine Vorstellung von Fußball, eine Spielidee, wie sie G- und F-Kinder nicht haben können. Das geht praktisch nur mit Trainer, der eine Idee von gutem Fußball und die Übersicht hat und von außen entsprechende Kommandos gibt ("Spiel zu Kevin!")


    Wenn man all das bedenkt, welches Kind, 6, 7 oder 8 Jahre alt, ist da tatsächlich ohne Trainerlenkung zu sinnvollem Passspiel in der Lage? Das geht in dem Alter (normalerweise) nicht.


    Um das auch zu sagen: Ja, @luibo, du hast recht, es gibt trotz all dieser Schwierigkeiten Kinder die schon im ganz frühen Alter zu gutem Passspiel In der Lage sind. Toni Kroos war so ein Kind. Ich selbst habe mal bei einem Fußball-Camp einen 6jährigen Doppelpässe spielen sehen, genial. Ja, es gibt das. Aber das sind absolute Mega-Ausnahme-Talente. Erwarten kann man das nicht und trainieren sollte man das nicht, weil in dem Alter erstmal andere Dinge dran sind.

    Zitat von Gast321

    Wie gesagt, es würde mich interessieren, wie schwerwiegend ihr als Außenstehende diesen Vorfall einstuft.


    Durchaus schwerwiegend. Durch eine Aufsichtsperson gelenktes Mobbing. Das ist in doppelter Hinsicht missbräuchlich.


    Aber was kann man tun?


    Der erste Weg wäre für mich das Gespräch mit den Verantwortlichen: Mit dem Jugendwart, Vereinsvorstand. Wenn der Verein keine Einsicht zeigt, besteht die Möglichkeit, das Gespräch mit dem Kreis oder dem Verband zu suchen. Dabei würde ich erstmal auf einer informellen Ebene bleiben, also nicht schriftlich, erstmal das Gespräch suchen. Vermutlich wird das aber wenig bringen, aber es sensibilisiert zumindest die Verantwortlichen, das genauer im Blick zu behalten.


    Schließlich bleibt noch der Rechtsweg als Option. Je nach Umständen kann sich das aber als Boomerang mit nachhaltig schwerwiegenden Konsequenzen erweisen, daher möchte ich auch nicht leichthin dazu raten. Für diesen Weg brauchst du möglichst viele Verbündete.

    [quot=Goodie]augenscheinlich[/quote]
    Das ist ein wichtiges Stichwort. Woher, @Gast321, weißt du von diesem Vorkommnis? Du warst ja wohl nicht dabei, sonst hättest du sicher eingegriffen. Also ist es dir erzählt worden. Das macht es schwierig.


    Für uns hier, die wir diesen Fall im Internet so als erstes Posting von einem bis dahin unbeschriebenen User zugetragen bekommen, ist eine Beurteilung nochmal schwieriger. Wir bekommen die Geschichte nur noch aus dritter Hand.

    Ich denke es gibt da drei bis vier Faktoren.


    1. Größere Vereine spielen höherklassig, daher ist der Anspruch von vornherein höher. Dieser Anspruch fordert Trainer mehr, ein "besseres" Training anzubieten. Der Pool an Trainern ist größer und die Trainer-Kandidaten sind (potenziell) erfahrener.


    2. Größere Vereine haben ein größeres Einzugsgebiet. Sie haben mehr Kinder in mehreren Mannschaften, können früher selektieren. Die Kinder stehen dadurch einerseits früher schon unter größerem Druck und andererseits sind naturgemäß mehr begabte Kinder dabei.


    3. "Star-Ensembles" sind attraktiv. Praktisch überall gibt es solche Star-Ensembles und sehr häufig sind das die Mannschaften großer Vereine. Kinder und Eltern wollen dazugehören. Eltern wollen ihre Kinder siegen sehen, vor allem wenn sie vom "Talent" ihrer Sprösslinge überzeugt sind. Ohnehin sind mehr Kinder und dementsprechend mehr begabte Kinder im Pool, dann kommen eben noch solche (zumeist) begabten Kinder aus der Region dazu, deren Eltern sie in "Star-Ensembles" spielen (und siegen) sehen wollen.



    Diese drei Faktoren begünstigen eine größere Häufung von Talenten in großen Vereinen. Hinzu kommt ein Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, wie wichtig der im Bereich G-F-Jugend ist. @Chris hat das bereits oben angesprochen (allerdings für ältere Jahrgänge, da ist das auch ganz sicher so). Nämlich die höhere Trainingsintensität aufgrund von mehr guten Spielern im Team. Ich habe Zweifel, ob dieser Punkt im Bereich G-F-Jugend verfängt, aber das ist für mich auch eine Frage. Ich würde sagen, dass es in diesem Alter v.a. um individuelle Technik und 1:1-Situationen geht und da die Stärke der Mannschaft für die Entwicklung noch eine untergeordnete Rolle spielt.

    RAE = real age effect


    Die Jahrgänge werden ab Januar gezählt, d.h. dein Junge wird in seinem Jahrgang immer zu den ältesten gehören. Das kann bis zu einem realen Altersunterschied innerhalb eines Jahrgangs von einem ganzen Jahr gehen.



    Zitat

    Meines Wissens gibt es keine Kids die so stark sind wie er in der g Jugend.

    Prima, dann wird er in der g viele Dribbling-Erfahrungen machen können.


    Wie oft trainieren denn die g- und die f-jugend? Ich denke, in Rücksprache mit den Trainern sollte es eine Lösung geben können, dass er in beiden Mannschaften trainiert/spielt.

    Warum nicht beides?



    Coladose:

    Zitat

    Wir haben ihn auch nur hochsteigen weil sein Trainer unbedingt wollte das er bei ihm bleibt und er gesagt hat das er unterfordert wäre in der g Jugend.

    Gerade in der G ist die Altersspanne – und entsprechend das Leistungsgefälle – sehr extrem. Allerdings gibt es Turniere, zu denen gezielt die "großen Bambini" geladen werden. Da sind die Teams etwas näher beisammen, auch wenn da auch manche Kinder "ausreißen".


    "Unterforderung" ist nicht immer nur schlecht, weil die Kinder gegen schwächere Gegner weniger Druck haben und mehr ausprobieren können, z.B. das Spiel mit dem schwachen Fuß. Dazu braucht es natürlich entsprechendes Coaching.


    In der F hat dein Junge in jedem Fall den Vorteil des regelmäßigen Spielbetriebs, der in der G nicht überall gewährleistet ist (hängt vom Kreis ab).


    Aber das "auch nur" in deiner Aussage klingt verdächtig…


    Zitat

    Er gehört aktuell in der Mannschaft zu den 2-3 besseren Spielern.

    Das heißt, dein Junge ist aus Sicht seines Trainers eine "Verstärkung" für sein Team. Es stellt sich daher für mich die Frage nach der Motivation seines F-Trainers, ihn im Team zu behalten. Geht es ihm wirklich um das Kind? Oder darum, bessere Ergebnisse zu erzielen (und somit besser nach außen dazustehen)? Um das zu überprüfen, könnte man sich anschauen, wie sein Trainer in Spielen aufstellt. Spielen immer die besten? Worauf legt er im Training den Fokus? Welche Bedeutung haben Pass- und Positionsspiel?


    Zitat

    In der g Jugend sind einige seiner Freunde mit denen er sich auch privat trifft…

    Das spricht klar dafür, ihn in der G spielen zu lassen.



    Ich persönlich denke, bei G-Jugend-Kindern ist es noch gut möglich, sie bereits in der F mittrainieren und mitspielen zu lassen. Da ist ja auch Doppelgleisigkeit noch kein Problem. Wenn ein Kind ab der F in den regelmäßigen Spielbetrieb einsteigt, möchte ich das eher kritisch sehen. Ich weiß, dass das gängige Praxis ist, aber ich halte es im Blick auf die Kinder für suboptimal. Ich würde Altershomogenität höher gewichten als Leistungshomogenität.

    Zitat von BWZeus2007

    Denke, dass ein Elternabend mehr bringt

    Denke ich auch. Auch während der Spiele der Kontakt zu den Eltern bietet eine gute Möglichkeit, für die eigene Philosophie zu werben.


    Ich möchte davor warnen, in der G-Jugend die Ergebnisse zu sehr in den Fokus zu rücken. Auch in diesem Alter muss ein Trainer ein Spiel lesen und die Dinge einordnen können. Es gibt in G- und F-Jugend einfach bestimmte Dinge, die einerseits sehr einfach sind und gleichzeitig viel ausmachen und sich definitiv auswachsen werden. Das muss man bei der Bewertung in Betracht ziehen. Ein Ergebnis beispielsweise von 8:1 ist im Kifu kein dramatisches Ergebnis. Das kann u.U. monokausal erklärt werden. Dafür kann schon ein großes, dickes Kind mit einem ordentlichen wumms ausreichen, um auf sehr einfache Weise zu so einem Ergebnis zu kommen.


    Es macht Sinn, in bestimmtem Alter bestimmte Schwerpunkte zu setzen und da konsequent das Augenmerk drauf zu richten. Das lässt sich auch Eltern vermitteln und Eltern verstehen das.

    Die Organisation des Ligabetriebs ist in den Kreisen sehr unterschiedlich geregelt.


    Zitat von Don Quijote

    Ich will hier niemandem etwas unterstellen, aber ob das wirklich "versehentlich" passiert ist, da habe ich Zweifel.


    Der Verdacht ist naheliegend. Hier im TT wurde so eine Strategie ja m.W. auch in der Vergangenheit schon offensiv propagiert; auch in den Lehrbüchern der MFS wird Meldung in der schwächeren Staffel nahegelegt.


    Wir hatten im letzten Jahr auch eine Mannschaft komplett älterer Jahrgang in einer Staffel aus ganz überwiegend jüngerer Jahrgang. Dieses Team hat auch alles weggefegt. Gegenüber den anderen Mannschaften finde ich eine solche Einteilung, gelinde gesagt, ziemlich ungehörig und auch ärgerlich.


    Allerdings gibt es natürlich dafür gute Argumente (deshalb geschieht es ja auch). Gegen erheblich schwächere Gegner lassen sich gewisse Dinge einfach sehr viel gezielter einüben. Umgekehrt kann es für jüngeren Jahrgang u.U.[!] durchaus auch sinnvoll sein, Erfahrungen gegen ältere Spieler zu machen. Allerdings machen da Spiele über 2x20 Minuten keinen Sinn. Hier bei uns im Kreis gibt es darum statt solcher Spiele regelmäßig kleine Turniere mit kürzeren Spielzeiten, eine Einteilung nach Stärke oder Alter spielt dabei keine Rolle. Dafür hat jede Mannschaft pro Spieltag mehrere Spiele. Dieses System finde ich aus den o.g. Gründen gut.

    Zitat von let1612

    sämtliche Privilegien


    Was heißt das in einer Fußballmannschaft? Dürfen die "altgedienten" öfter Trinkpause machen? Dürfen sie im Training sich selbst Übungen zusammenstellen oder sich im Spiel ihre Position selbst aussuchen?


    Integration läuft normalerweise Schritt für Schritt, beim einen schneller, beim andern dauert's länger. Und wenn's von 0 auf 100 klappt, ist das doch für alle okay. Da hat auch kein Arbeitgeber ein Problem mit, wenn ein neuer Mitarbeiter seinen Job beherrscht, ganz im Gegenteil.


    In einer U8 sollte es einem Kind noch ohne Weiteres möglich sein, in einen Fußballverein einzusteigen. Im großen Stadtverein oder im JFV geht es dann erstmal in die F3, das geht aber nunmal in einem normalen Dorfverein mit nur einer F nicht.


    Dann das Thema "Spiel", also den Neuling aufstellen oder nicht. Da sehe ich drei Punkte, die dagegen sprechen könnten.


    1. Den "altegdienten" würde Spielzeit "weggenommen". Aber da reden wir über wenige Minuten, das ist doch nicht der Rede wert.


    2. Der Neuling könnte "überfordert" werden. Klar wird es Situationen geben, in denen der Neue überfordert ist. Solche Situationen gibt es aber für alle oder wenigstens die allermeisten Kinder in einem Fußballspiel. Andererseits kann es nur so auch Erfolgserlebnisse geben, die man als Trainer positiv verstärkt. Ganz am Anfang ist ja schon allein die Tatsache, spielen zu dürfen, ein Erfolgserlebnis; ein Kind erlebt: "Mir wird etwas zugetraut", "ich darf dazugehören".


    3. Wg. des Neuen könnte man ein "Spiel verlieren". Klar kann das passieren. Na und?


    … sage ich. Andere sehen das anders und an dieser Stelle liegt m.E. das Hauptproblem bei diesem Thema.

    Ich kann @Ersatzbanks Reaktion nachvollziehen.


    Libra:
    Es hilft ja nichts.
    Die Kinder wollen im Verein Fußballspielen? Dann musst du sie "reinwerfen". Wenn sie Spaß am Fußball haben, werden sie die Rückstände schnell aufholen.


    Als Trainer gibst du den Kindern Hilfestellung.
    - Du vermittelst in der Zuwendung und Kommunikation, dass sie willkommen sind.
    - Du lobst sie viel und motivierst sie, sich etwas zuzutrauen.
    - Natürlich wirst du bei den Übungen unterschiedliche Maßstäbe ansetzen müssen. Das verstehen auch alle. Bei den Neuen wirst du bei den Übungen halt mehr durchgehen lassen als bei deinem Kinder-Messi, bei dem du pingeliger auf eine sorgfältige Durchführung der Übungen achtest. Meiner Erfahrung nach ist das kein Problem.


    Wenn die Kinder "nicht passen können", hat das normalerweise technische Ursachen, die sich mit ein paar Kniffs beheben lassen. Bei schwierigen Fällen muss man nach den Ursachen schauen. Wir hatten zum Beispiel ein Kind, das sich hartnäckig dem, was wir ihm gezeigt haben, verweigert und keinen einfachen Pass gebacken bekommen hat. Es war zum Verzweifeln. Dann hat sich herausgestellt, dass der Junge einfach eine Brille brauchte, ganz banal. Von solchen Erfahrungen her mache ich solche pauschalen Aussagen "er kann nicht passen" nicht mehr, sondern man muss halt kucken, woran's liegt.



    Bevorzugungen "altgedienter" Spieler bzw. "alter Hasen" finde ich sehr problematisch. Niemand sollte in einer Fußballmannschaft bevorzugt, sondern jeder auf seinem Niveau möglichst optimal gefördert werden.

    Zitat

    aber man sieht praktisch nie ein Kind mal einen Pass zurück spielen.


    Doch habe ich bei unsern Kindern schon gesehen, bis hin zu gutem Kombinationsspiel in der Gefahrenzone vorm eigenen Tor (da steht mir immer der Schweiß auf der Stirn :D aber ich lasse die Kinder gewähren).


    Allerdings muss man fragen, warum so ein Pass gespielt wird. Geht es darum, die Verantwortung abzugeben?


    Ich denke, ob Ballbesitz-Spiel oder Umschalt-Spiel, solche Dinge sind mir in der F egal. Ich achte auf die Technik, versuche die Kinder zum 1:1 zu ermuntern, lobe eigenständige Lösungen. Wenn die Kinder zusammenspielen, ist das gut. Aber sie haben die Freiheit, das selber zu entscheiden.

    Ich habe jetzt nicht an NLZ gedacht, sondern an ambitionierte lokale Vereine, die bereits bei den Kleinsten sich darum bemühen, die auffälligen Spieler in ihr Team zu locken. Eben wenn man so will "bessere Dorfvereine". Um solche Wechsel – in der F – ging es ja, wenn ich jetzt nichts durcheinanderbringe, bei Das_Huhn. Und den Sinn solcher Wechsel im F-Bereich bezweifle ich sehr.


    Ein Wechsel in der E (und erst recht in der D) in ein NLZ ist etwas ganz anderes.

    Gibt es eigentlich irgendwelche belastbaren Informationen dazu, dass solche "Meisterteams" für die Entwicklung und Förderung von Talenten wirklich förderlich sind? Ich bin da nämlich – zumindest im Bereich Bambini und F – nicht so sicher.


    Ich habe ein F-Kind vor Augen, der Star seiner Dorf-Mannschaft, der dann zum Ende der Saison in das "Star-Ensemble" des großen Stadtvereins gewechselt ist. Vom unangefochtenen Star seines Teams in seinem Dorfverein wurde er mit seinem Wechsel zu einem unter vielen im Stadtverein. Während er bei seinem alten Team im Training sich in großer Freiheit etwa im 1 gg. 1 ausprobieren konnte, war er im Wettkampf-Spiel hinten wie vorne außerordentlich gefordert. In seinem neuen Team hat er im Training nun weniger Freiheit, muss da viel mehr Alibipässe spielen, während er sich in den Wettkampf-Spielen entspannt zurücklehnen kann, sein Star-Ensemble hat normalerweise wenig zu befürchten. Was ist da für die Entwicklung besser?

    Ich denke, es geht nicht darum, nichts zu sagen und quasi apathisch ein Spiel zu begleiten. Es geht vielmehr darum, das Spiel positiv anteilnehmend zu begleiten, den Kindern Raum für Fußball zu geben, sie immer wieder zu ermutigen, das Spiel anzunehmen.


    Es geht darum, konkrete Handlungsanweisungen zu unterlassen. Weil solche die Kinder einschränken, sie verunsichern, ihnen die Möglichkeit nehmen, selbstständig Erfahrungen zu machen und entscheidungsfähig zu werden.


    Heißt konkret: Keine konkreten Anweisungen à la "spiel zu Kevin" etc. aber viel Lob, immer wieder motivieren, den Kindern Freude am Fußball vermitteln.

    Zitat von Libra

    Für mich hört es sich so an, als wenn du mal böse auf die Socken bekommen hast von einem starken Gegner, der das dann anscheinend noch zelebriert hat.

    Nein, das war von mir einfach auf die Spitze getrieben, um zu die Probleme zu zeigen.


    Zitat von Libra

    Fehlt ja nur noch, dass wir uns bei einem Tor vom Gegner mit ihm zusammen freuen sollen.

    Warum nicht? Ich erinnere mich an ein Spiel, das wir unglücklich 4:3 verloren haben. Ich fand das ein richtig gutes Spiel, wo es munter hin und hergegangen ist, mit vielen guten Aktionen von beiden Teams. Das hat mich gefreut, auch wenn wir am Ende verloren haben.


    Bei guten Aktionen applaudiere ich auch dem Gegner oder lobe die Spieler. Insbesondere Torwartaktionen lobe ich oft (v.a. wenn die Torwarte oft hinter sich greifen müssen). Einmal haben wir 8:0 gewonnen, der Gegner hat keine Schnitte gesehen. Da habe ich die Kinder der anderen Mannschaft bei jeder gelungenen Aktion gelobt und versucht, positiv auf sie einzuwirken. Schnürsenkel habe ich auch schon beim Gegner zugebunden.


    Fairplay ist eine Haltung der Wertschätzung. Zum Fußball braucht es zwei Mannschaften und normalerweise Gewinner und Verlierer, aber beides hat seinen Wert und seine Würde, die respektiert werden sollte. Dass die Kinder sich nach einem Tor abklatschen oder in den Arm nehmen, finde ich okay. Aber inszenierte Jubelarien müssen nicht sein ("so sehn Sieger aus, schalalalala"). Nach der Teambesprechung im Kreis zusammenkommen, vlt. mit einem kleinen Ritual verbunden, von mir aus auch à la "call & response", okay. Aber ein inszenierter Schlachtengesang vor dem Anstoß, wo schon vor dem Spiel der Wettkampf losgeht, welches Team mehr Dezibel auf den Platz schreien kann, widerspricht für mich einem positiven und von gegenseitiger Wertschätzung geprägtem Sportsgeist.


    Es ist immer die Frage, wo solche Dinge auf Kosten des Gegners gehen. Da ist für mich die Grenze.

    Vielleicht ist das mein Problem, will ich nicht ausschließen.


    Zitat von Mike82

    Warum du da peinlich berührt bist erschließt sich mir auch nicht!


    Warum?
    1. Hat es für mich etwas Martialisches,
    2. etwas Uniformierendes;
    3. stärkt es eine "us against them"-Mentalität, während es doch im Kifu immer um alle Kinder auf dem Platz gehen sollte.


    Ist das Fairplay, wenn ein Team darauf wartet, endlich anzustoßen, während das andere Team erstmal ausgiebig demonstrieren muss, wie laut es seinen Schlachtruf über den Platz brüllen kann (und implizite wie geil sie sind und ihr Verein ist)? Und nachdem das Spiel mit 12:0 gewonnen wurde, muss das dann nochmal demonstriert werden "we are the Champions, those are the losers"?


    Zitat von Strznievsky

    Dieses Halbjahr gewinnen und dominieren wir falst jedes Spiel (teilweise mit hohen Siegen). Da wäre es mEn unpassend dem Gegener auch noch zu zeigen, dass man "ach so überlegen" ist.

    Sehr schön zu hören! Aber das heißt, ihr lasst das mit dem Schlachtruf jetzt bleiben? So fände ich es gut.

    Zitat von Ersatzbank

    Unbestreitbar ist: die Talente werden vei den Partnervereinen entdeckt.


    Läuft das bei euch so eindimensional?


    Ich wohne auch im Nahbereich zweier BL-Vereine. Da gibt es Probe-Trainingstage, bei den großen Turnieren sind Späher zugegen, sogar in den Schulen werden Trainings durchgeführt, damit auch ja kein Supertalent durchs Raster fällt.


    Wenn die Eltern so von dem Talent ihres Kindes überzeugt sind, sollen sie doch beim FCN oder bei Fürth vorstellig werden. Wenn sie mit ihrer Einschätzung richtig liegen, werden sie bestimmt nicht abgewiesen.