Beiträge von Powerzwergenpapa

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    Und ja, ich sehe bei nahezu keinem Kind das große Bedürfnis, den Ball an einen Mitspieler abzugeben und wenn, dann nur, weil es in der Tat Angst haben muss, den Ball zu verlieren.

    Ich habe auch beim Lesen der Beiträge hier versucht, mir unser Abschlussspiel bei gestrigen Training nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Klar gab es da bei unseren Kids auch Pässe. Ich würde aber auch sagen, dass die allermeisten Pässe in diese von holzi hier beschriebene Kategorie fallen. Also weil dem Kind die Optionen ausgingen, hat es den Ball an den nächstbesten anspielbaren Mitspieler gepasst.


    Wann ist ein Pass ein guter Pass? Ich würde sagen:

    1. Wenn er nicht aus der Not heraus geschieht.

    2. Wenn er kontrolliert, überlegt und gewollt geschieht.

    3. Wenn er entscheidenden Raumgewinn bringt oder eine Tormöglichkeit eröffnet.

    4. Wenn er sauber ausgeführt wird.


    Nur wenn diese vier Punkte zutreffen, handelt es sich für mich bei einem Pass um einen guten Pass. Wenn solche Pässe gespielt werden, ist das schön. Mir ist es aber immer lieber, wenn die Kinder sich mit Ball versuchen zu behaupten und die Verantwortung nicht abschieben.

    Ich merke irgendwie, es fällt mir schwer auf eure Postings zu reagieren, weil ich nicht mehr verstehe, wo jetzt eigentlich hier das Problem liegt.


    dass ein Ball prinzipiell im Team zirkuliert

    Ist das ein Trainingsziel bzw. Lernziel bei euch?


    Bei uns nicht und das finde ich gut so. Natürlich ist es so, dass sich unsere Kids im Nahbereich zum Ball versuchen, sinnvoll zu positionieren. Klassisch, die 2 (mit Ball) gegen 1 Situation, wo sich die zwei Spieler natürlich nicht gegenseitig behindern sollen. Aber das ist ja eine Banalität.


    Ansonsten frage ich mich ernsthaft, wie dieses "Freilaufen" bei euch aussieht? Welche Räume sollen da besetzt werden? Was heißt das und wie trainiert ihr das?


    Wer den Ball unbedingt behalten will, wäre vielleicht bei der rhythmischen Sportgymnastik gut aufgehoben.


    Wenn ich diese Aussage von dir ernst nehmen würde, möchte ich nicht wissen, wie viele fußballbegeisterte Kids ihr zur rhythmischen Sportgymnastik weggeschickt habt.


    Für mich ist die Haltung "Ich will den Ball haben" die Basis des Fußballspiels. Ich würde auch 1 gegen 1 mittlerweile für mich so definieren: "Zwei Kinder wollen den einen Ball haben".


    Ich finde es fantastisch, wenn ein Kind den Ball haben und damit etwas machen will. Jeder F-Trainer sollte m.E. diese Freude am Ball nach Kräften fördern.


    Um das mal zu kontrastieren: Eine alternative Haltung könnte es etwa sein, dass ein Trainer es vorrangig fördert, dass seine Kinder Siegermentalität entwickeln oder viele Tore schießen wollen. Das finde ich aber gegenüber der Freude am Ball nicht so wichtig.


    Deswegen finde ich es auch immer gut, wenn Kinder versuchen, sich mit dem Ball im Spiel zu behaupten. Da ist es mir auch egal, ob das in der Gefahrenzone vorm eigenen Tor geschieht, ob das im freien Raum oder gegen drei Gegenspieler geschieht, oder ob das auch mal schiefgeht und der Ball an den Gegner verlorengeht.

    Trainer E


    Zuerst haben wir gezeigt, wo man den Ball treffen muss, um zu flanken. Das haben wir bei unserem Koordinations- / Technikparcours beiläufig als Variante eingebaut. Dann haben wir Verarbeitung hoher Bälle trainiert, Kopfball oder Volley (konnten die Kids selbst bestimmen).


    Die Kinder haben das dann von sich aus zusammengebracht.

    G- und F-Jugend haben bei uns Turnierspieltage. Jeweils ca. 6 im Herbst und im Frühjahr. Immer 5 - 6 Mannschaften Jeder gegen Jeden.

    Das ist für mich ziemlich die optimale Form.


    Was meinst Du denn hier mit Taktik?

    Alles mögliche. Vieles ergibt sich durch die Schwerpunktsetzung im Training. Zum Beispiel: Nachdem wir hohe Bälle als Trainingsinhalt hatten, gab es im nächsten Spiel prompt zwei Kopfball-Chancen.


    Ich bin mir sicher, auch solche Sachen, wie dass die eigenen Spieler sich freilaufen und dann angespielt werden, ergibt sich über die Schwerpunktsetzung im Training. Oder wenn man in der F Passkombinationen sieht. Da kann man dann m.E. drüber streiten, wie sinnvoll das ist, aber das geht natürlich.


    Anderes ergibt sich durch die "Taktikbesprechung" vor dem Spiel. Ich denke mittlerweile, solange man die Kinder während des Spiels in Ruhe Fußballspielen lässt, ist da in der Vorbesprechung eigentlich fast alles erlaubt. Was die Kinder dann draus machen, steht auf einem andern Blatt :)


    Aber wenn etwa das Spiel der gegnerischen Mannschaft immer wieder über einen Spieler läuft, dann kann man da seine Kinder zum Beispiel mal drauf hinweisen. Wir hatten das kürzlich bei einem Turnier. Das ganze Spiel des Gegners war auf einen Spieler zugeschnitten. Also Ball immer zu ihm, der macht dann etwas draus. Der Gegner hatte zuvor alles gewonnen, gegen uns gab es eine Packung, weil sich einer unserer besten Spieler um besagten Spieler speziell "gekümmert" hat :)


    Auch über Positionseinteilung kann man das Spiel steuern. Auch gegenüber Taktiktafel bin ich mittlerweile aufgeschlossener. Usw.

    Ich könnte mich im Training auch darauf beschränken die Übungen mit den stärksten Kindern zu machen, während mein Co-Trainer an der schwächeren Gruppe verzweifelt. So würde ich natürlich eine Schere aufmachen, jedoch die Qualität in der Spitze und somit die Chance auf Siege deutlich steigern.

    Das wirkt sich meiner Meinung nach in einer F nicht spürbar aus, weil diese ganzen mannschaftstaktischen Dinge praktisch noch keine Rolle spielen. F ist darum m.E. auch zu früh für Selektion. Hauptsache die Kinder sind mit Freude und Lust dabei.


    Große Vereine mit selektierten F1-Mannschaften handeln m.E. verantwortungslos. Bei ihren eigenen Kindern gibt es praktisch keinen Mehrwert dieser Selektion. Vereine, die nicht über dieselben Möglichkeiten verfügen, werden dadurch aber zu nicht kindgerechtem Coaching verleitet, wenn nicht genötigt, um mithalten zu können.


    Ich könnte innerhalb des Spieles übermäßig coachen, ergebnisorientiert wechseln

    Alle Kinder durchwechseln ist m.E. ergebnisorientiert. Das hilft nämlich im Ergebnis den starken und den schwachen Spielern. Den schwachen Spielern hilft es, weil sie sich nicht immer hinter den Starken verstecken können. Den starken Spielern hilft es, weil sie Zeit zum Durchpusten bekommen. Ich erinnere mich an das Finale eines Turniers. Die beiden Angreifer des einen Finalisten, die jedes Spiel durchgespielt hatten, liefen mit hochrotem Kopf über den Platz und spielten total fahrig. Völlig sinnlos.


    Zitat von DFB

    Das Auswechseln von Spieler gibt ihnen Zeit kurz Luft zu holen, um dann kurze Zeit später wieder mit vollem Einsatz in das Spielgeschehen einzusteigen. Der Spieler hat somit mehr von seiner Spielzeit, da er sie mit vollem Engagement bestreiten kann und nicht müde über den Platz trottet.


    Quelle: https://www.dfb.de/trainer/f-j…-ein-und-auswechseln-165/


    Außerdem hast du als Trainer die Möglichkeit, mit den ausgewechselten Spielern während der Spielbeobachtung Dinge zu besprechen.


    gewisse Mechanismen einüben, welche schnellen Erfolg erzielen usw.


    Auch im F-Bereich spielt Taktik m.E. eine große Rolle. Alles andere ist, denke ich, Illusion. Ich sehe auch überhaupt kein Problem darin, das für sich zu nutzen bzw. – so ist es besser formuliert – seinen Kindern durch taktische Maßnahmen eine Hilfestellung zu geben.

    Trainer E, ich will nicht dogmatisch rüberkommen. Natürlich gehört Freilaufen zum Fußball.


    Ich frage mich nur ernsthaft, wie ich das in der F trainieren soll. Bei Funino läuft es ja auch dann darauf hinaus, dass ein besonders schlaues Kind sich abseits des Spielgeschehens vors unbewachte Tor stellt in der Hoffnung, den Ball zugespielt zu bekommen. Das sehe ich, wie gesagt, nicht als sinnvoll an.



    Bennoah, ich würde mich auch als sehr ehrgeizig bezeichnen. Mich wurmt es auch extrem, wenn wir verlieren.


    Aber man muss das doch ganz nüchtern betrachten. Es gibt natürlich Trainer, die in großen Vereinen mit vielen Kindern oder auch, indem sie jahrgangsübergreifend die besten Spieler in ihrem Team versammeln, sich ihr Star-Ensemble zusammensuchen. Abgesehen davon hast du als Trainer aber ja praktisch keine Möglichkeit, auf die gegebene Leistungsstärke deines Teams Einfluss zu nehmen. Das ist dann Glück oder Pech, wie gut die Kinder, die sich in deinem Team versammeln, körperlich und koordinativ entwickelt sind. Einmal hast du Glück und ein andermal Pech.


    Also ein Trainer, der eine "erfolgreiche" G- oder F-Mannschaft trainiert, hat sich seine Mannschaft entweder aus einer Vielzahl von Kindern zusammenselektiert oder er hat einfach Glück.


    Deine Aufgabe als Trainer ist es unabhängig davon, gutes Training zu gestalten. Nicht mehr, nicht weniger. Und dann kommen auch die Erfolgserlebnisse, die dein Ego streicheln :)


    In der Hinrunde dieser Saison zum Beispiel hatte ich teilweise das Gefühl, dass wir von den anderen Vereinen belächelt würden. Das hat mich extrem gewurmt, hat sich meiner Wahrnehmung nach in der Rückrunde jetzt aber verändert, weil die Entwicklung unserer Kinder für Menschen, die Augen im Kopf und ein bisschen Sinn für guten Fußball haben, einfach unübersehbar ist.

    Zum Thema "Freilaufen":


    Es gibt natürlich immer wieder so kleine Schlauberger, die sich vors gegnerische Tor stellen und warten, dass der Ball zu ihnen kommt und sie dann als Torschütze glänzen können.


    Das will ich nicht sehen, weil sich das Kind damit vom Spielgeschehen abkoppelt. Die Kinder sollen mittendrin sein statt nur dabei. Das kennzeichnet für mich Lust auf Fußball.

    Das ist einfach zum Haare-Raufen. Da wird der WM-Hype bei den Kids für so eine schreckliche Veranstaltung genutzt <X


    Es ist das eine, dass der K.O. Modus den erfolgreichen Teams zu mehr Spielen verhilft und dadurch schon systematisch angelegt wird, dass die Trainer ihre Teams ergebnisorientiert aufstellen und spielen lassen.


    Das andere ist natürlich, dass es offenbar unzählige Vereine und Trainer gibt, die das geil finden und bei so etwas bedenkenlos mitmachen.


    Dass der Spaß im kifu die Maxime sein soll, ist in meinen Augen keine soziale Attitude. Es geht nicht um Verhätschelung oder allein darum, für den Verein auch die schwachen Kinder mitzunehmen. Auch den leistungsstarken Kindern tut man damit nach meiner Überzeugung überhaupt keinen Gefallen.


    Eines von vielen Beispielen, wie sich Ergebnisorientierung m. E. negativ auf die Spielerentwicklung auswirkt, ist, dass nicht selten um der Ergebnisse willen schon bei den Kleinsten schnelles Umschaltspiel gefordert und gefördert wird. Natürlich ist es erfolgversprechend, wenn ein Team nach Ballgewinn schnell und zielgerichtet in die Spitze spielt.


    Aber dann muss sich ja immer die Frage nach den Trainingsinhalten stellen. Was muss dabei für eine solche Spielweise im Fokus stehen? Es muss trainert werden, dass die Kinder 1. den Ball so schnell wie möglich von sich weg spielen und 2. dass die Kinder von Ball und Spielgeschehen weglaufen (um sich freizulaufen). Das sind aber keine sinnvollen Lernziele für eine F-Mannschaft, bei denen erstmal die Entwicklung des Körper- und Ballgefühls im Mittelpunkt stehen muss.

    @TrainerE, nö, ich unterstelle euch nichts.


    Das tut mir ernsthaft leid, wenn es so rüberkommt, dass ich irgendwem hier eine falsche Haltung unterstelle!


    Es ist halt WM-Zeit. Da ist wieder Zeit, grundsätzlich über Fußball nachzudenken. Meiner Meinung nach läuft im deutschen Team einiges nicht gut. Meiner Meinung nach läuft im deutschen Fußball einiges nicht gut. Das betrifft die Bundesliga. Das betrifft auch den Nachwuchsfußball. Das betrifft auch den Kifu.


    Beim Kifu ist meiner Meinung nach das Hauptproblem der Leistungs- und Ergebnisdruck. Da sehe ich hier im TT ganz viele Mitstreiter, diesen Druck abzubauen bzw. dagegen zu wirken.

    Meiner Meinung nach ist dieses Thema, was wir hier diskutieren, von ganz grundlegender Bedeutung. Es geht um unsere Haltung als Trainer und um unseren Fokus bei der Spielerentwicklung. Ich will das mal an unserem Team verdeutlichen.


    Wir sind eine 2010er Mannschaft (+ drei 2011er Kinder, insgesamt 12-13 Kinder). Wir sind eine Mannschaft, die von ihrer Zusammensetzung nicht unbedingt als Kifu-Erfolgsteam prädestiniert ist. Dafür fehlen uns meiner Ansicht nach die großen, massigen, körperlich weit entwickelten, schussstarken Kinder. Unsere Kinder sind alle eher klein. Unsere drei großen Kinder sind alle dürr und schlaksig.


    Wir spielen bei uns im Kreis nicht nur gegen 2010er, sondern auch gegen 2009er Teams. Eine Leistungseinteilung gibt es bei uns nicht.


    Unsere Ergebnisse sind okay. Wir haben es nicht in die Meisterschafts-Endrunde geschafft. Wir haben aber auch oft mithalten und fast in jedem Spiel mindestens ein Tor schießen können. Gegen die Jungjahrgang-Teams haben wir zumindest in der Rückrunde immer gut ausgesehen. Bei uns haben immer alle Kinder gespielt, auch unser "dicker Paule". Einige Spiele haben wir dadurch verloren bzw. nicht gewinnen können, dass alle unsere leistungsstarken Kinder ausgewechselt waren, damit die schwächeren Spieler Verantwortung übernehmen müssen.


    Unsere Kinder sind definitiv nicht die besten bei uns im Kreis, wenn es um die Themen Pass- und Stellungsspiel geht. Tolle Kombinationen sieht man bei uns eher nicht. Hinten stehen auch schonmal 2-3 Gegner völlig frei, passiert. Unsere Spielphilosophie besteht aus Haufenbildung :)


    Hört sich nicht so toll an, okay.


    Aber unsere Kinder sind meiner Meinung nach bei uns im Kreis unangefochten die besten am Ball (bis auf 1-2 Kinder, die erst später zu uns gekommen sind; die sind technisch noch nicht so weit, was ja auch normal ist). Also in Bezug auf Spiele, also unter Gegnerdruck, behaupte ich: Fast alle unsere Kinder haben eine sehr schöne, enge Ballführung. Fast alle unsere Kinder beherrschen verschiedene Techniken der Ballführung. Fast alle beherrschen auch mehrere "Tricks". Fast bei allen ist der Ball erkennbar ihr Freund. Technische Fehler, wie etwa dass der Ball verspringt oder zu weit vorgelegt wird, kommen so gut wie nie vor.


    Ja, ist angeklungen, unsere Kinder fummeln viel, sind dabei auch nicht immer wirklich effektiv (who cares?). Sogar unter Gegnerdruck direkt vorm eigenen Tor wird gefummelt. Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, dass wir da mal ein Gegentor bekommen hätten, dafür sind sie einfach zu stark am Ball.


    Kurzum: Das ist für mich Freude am Fuß-Ball. Es ist einfach ein Riesenspaß, unseren Kindern beim Fußballspielen zuzuschauen.


    Da sieht man, meine ich, welch ungeheure Bedeutung die Haltung des Trainers und das Training hat und worauf man als Trainer den Fokus legt.

    Ich habe geschrieben: Wenn man 2-3 Kinder hat, die es können sieht man Doppelpässe.

    Es kommt schon vor, auch in Jungjahrgang F, dass man regelrecht Kombinationsfußball sieht. Ist mehr erst kürzlich bei dem 2010er-Star-Ensemble unseres Kreises aufgefallen. Das kommt aber ja nicht von den Kindern, sondern ist vom Trainer instruiert. Dafür wäre mir die Trainingszeit aber zu schade.

    -wer passt, will den ball loswerden- ?!? wer Ihn ins tor schießt dann auch.

    Gute Frage. Also ich sehe es so, dass immer die Gefahr besteht, dass ein Kind irgendwie aufs Tor wämmst, weil es nichts Besseres zu tun weiß. Oder dass es den Ball an seinen Mitspieler abgibt, weil es dann die Verantwortung los ist. Da hat das Kind nichts falsch gemacht, Trainer und Eltern finden's normalerweise toll.


    Ich finde es aber gar nicht toll, wenn ein Kind nichts Besseres mit dem Ball anzustellen weiß, als ihn in Richtung Tor zu bolzen bzw. zum nächstbesten anspielbaren Mitspieler zu passen.


    Ich rede von Spielsituationen in denen sich ein Kind freigelaufen hat aber vom anderen nicht den Ball bekommt weil er gerade so viel Spaß am Dribbeln hat. Da wäre bei uns Rambazamba auf dem Platz. Nicht beim erstenmal. Aber spätestens beim 4. oder 5. mal würde das nicht angespielte Kind recht deutlich seine Meinung sagen.


    Da frage ich mich, was ihr für einen Fußball spielt, dass ihr ständig so viele Kinder völlig frei stehen habt?


    In der von mir beschriebenen Situation war das so, dass der Junge schon andere Mitspieler hätte anspielen können. Aber es standen da auch überall Gegenspieler herum. Er hätte vlt. zurückspielen können, aber das hätte doch auch nur bedeutet, dass er die Verantwortung abschiebt. Ich finde Rückpässe sollten in der F möglichst nicht vorkommen.

    Dann frag doch mal seine Mitspieler, die sich jedesmal freigelaufen haben wie viel Spaß Ihnen das gemacht hat.

    Bei uns wollen alle Kinder immer den Ball haben :) Wenn nur ein Ball im Spiel ist, geht das nicht. Müssen und können bei uns alle mit leben.


    Bei uns im Training haben bei den meisten Übungen und Spielen alle oder zumindest viele Kinder ihren eigenen Ball. Da gibt es dieses Problem daher nicht :)

    aber dein letztes Posting hat ja einiges relativiert.

    Dann hast du mich missverstanden, ich will da nichts relativieren :)


    im zweiten Post wollte ich nur mal das Ideal beschreiben, das ich im Kopf habe, wenn es um Spaß im Spiel miteinander geht. Im Kifu bekommt man aber das, was ich da beschrieben habe, nicht zu sehen, jedenfalls nicht in der F. Habe ich zumindest noch nie so gesehen.


    Mir geht es vor allem darum, warum für mich der Druck im Fußball und das Ergebnis-Erfolgs-Denken so ein Problem ist. Das hat auch, aber nicht nur und auch nicht in erster Linie damit zu tun, dass es ja Kinder sind und dass auch die Schwachen mitgenommen werden sollen. Sondern es geht darum, Kindern – auch den starken, begabten Kindern! – die richtigen Lernerfahrungen zu ermöglichen.


    Das geht eben nicht, wenn die Kinder v.a. lösungsorientiert Tore schießen und verhindern sollen. Sondern die Kinder sollen in meinen Augen in erster Linie ungezwungen Erfahrungen mit dem Ball machen, eben Spaß am Fuß-Ball haben. Das ist eine Zielsetzung, die sich meiner Meinung nach nicht mit Ergebnisdenken und Erfolgsdruck verträgt. Also auch nicht "sowohl als auch" ;)


    Lernziel: Die Kinder lernen unter Raum-, Zeit- und Gegnerdruck sich mit dem Ball zu behaupten sowie Techniken der Ballführung, die ihnen dabei helfen. Sie sollen ein gutes Körper- und ein gutes Ballgefühl vermittelt bekommen.

    betreuer72,


    natürlich ist es das geilste, wenn die Kinder miteinander spielen. Aber auch hier darf es meiner Meinung nach erstmal nicht um "Lösungen" gehen, sondern um den Spaß im Spiel miteinander.


    Zum Beispiel teile ich da gerne die schönste Kifu-Erfahrung, die ich bisher gemacht habe: Ich war bei einem Fußballcamp dabei. Zum Abschluss wurde altersgemischt in verschiedenen Formationen gespielt. F-Kind war dann mit einem D-Kind zusammen im Team und es war Wahnsinn, den beiden zuzusehen. Die harmonierten so gut, persönlich und auf dem Platz. Es funktionierte alles. Das Ergebnis war zweitrangig (konnte es auch sein, so überlegen waren die zwei, die haben praktisch alleine gespielt, alle anderen waren Zuschauer); die beiden hatten einfach Spaß, miteinander Fußball zu spielen. Doppelpässe, Kabinettstücke, Hackenzuspiele, Tricks - alles dabei. Abfällig würde man das "Hacke, Spitze 123" nennen. Für mich war das richtig Spaß am Fußball.


    Aber da muss man sagen, normalerweise können F-Kinder das noch nicht. Aber sie können es nur lernen, wenn sie entsprechend Lust auf den Ball haben und mit dem Ball auch technisch etwas anfangen können.

    luibo,


    du schreibst, die Kinder sollen "Lösungen finden". Für mich bringt diese Formulierung mein Problem gut zum Ausdruck.


    Ist ja irgendwie richtig. Aber eigentlich doch auch wieder nicht. Fußball ist doch kein "Problem", für das die Kinder Lösungen finden müssen. Wenn es heißt, dass nicht Ergebnisse im Vordergrund stehen sollen, sondern der Spaß am Fußball, dann geht diese Forderung für mich sehr viel tiefer als nur dahin, auch die leistungsschwachen Kinder mitzunehmen. Es kann dann für mich auch nicht in erster Linie um den lernpsychologischen Faktor gehen, dass die Kinder besser lernen, wenn sie mit Spaß dabei sind (was natürlich trotzdem völlig richtig ist).


    Spaß am Fußball => nicht wegen des Tore Schießens und Tore Verhinderns, erst recht nicht um des Gewinnens willen. Sondern eben wirklich Lust auf den Ball! Das möchte ich jedenfalls vermitteln.


    Wer passt, will den Ball loswerden. Das kann's bei Kindern doch nicht sein. Kinder sollen meiner Meinung nach den Ball haben wollen! Sie sollen Spaß daran haben, etwas mit dem Ball zu machen. Sie sollen idealerweise gerne Fuß-Ball spielen.



    Um dem mal etwas Fleisch zu geben, was das für mich konkret heißt: Letztes Spiel eines unserer 2010er-Kinder, total ballverliebt ist es am Fummeln. Das war super-ineffektiv. Es hat viele Möglichkeiten gegeben, den Ball abzuspielen oder mal aufs Tor zu schießen. Egal, ich fand's supergeil dem Jungen dabei zuzusehen, was er mit dem Ball am Fuß technisch angestellt hat. Das ist für mich Spaß am Fuß-Ball, dass der Junge den Ball haben, ihn am liebsten ihn gar nicht mehr hergeben wollte und dabei mit dem Ball am Fuß technisch richtig gut etwas anzufangen wusste.


    "Lösungsorientiert" ist das nicht. Aber so macht für mich Fußball Spaß und deshalb soll meiner Meinung nach auch der Spaß im Kifu im Vordergrund stehen.

    die schwächeren Kinder haben in den Spielen die Chance ohne Druck ausprobieren zu können

    Sollten deine starken Kinder nicht genauso das Recht haben, sich in Spielen ohne Druck ausprobieren zu können? Wieso mutest du deinen starken Spielern zu, immer wieder Leistungsdruck ausgesetzt zu sein?

    Hier im Thread ist ja auch von "Dribbeln" die Rede. Wir hatten vor einiger Zeit mal die Diskussion, ab wann man eigentlich bei Kindern wirklich von "Dribbeln" sprechen kann oder ob das nicht einfach Laufen mit dem Ball ist.


    Das mag jetzt etwas kleinkariert erscheinen, aber für mich steckt in dem Begriff "Dribbeln" immer so etwas Funktionales drin. Für mich steckt da drin, Gegner ausspielen und hinter sich lassen zu wollen. Darum geht es ja letztlich auch.


    Aber bei Kindern, finde ich, sollte es erstmal noch um etwas Anderes gehen, nämlich um die Freude, den Ball zu haben und damit etwas anstellen zu können. Früher gab es dafür den Ausdruck "fummeln".


    Ich sehe das bei unseren Kindern in unserem Team, die von Trainern und Eltern praktisch keinen Druck bekommen und technisch sehr viel gelernt haben, dass sie ganz zweckfrei Freude am Ball haben. Egal wo sie sich auf dem Feld befinden, sie freuen sich, wenn sie den Ball haben und zeigen können, was sie mit dem Ball anstellen können. Die "Ziel" ist in solchen Momenten überhaupt nicht, ein Tor zu erzielen oder das Spiel zu gewinnen, sondern die Freude im Spiel mit dem Ball ist Selbstzweck.


    Ralf Peters äußert sich in dem Video ja ziemlich zufrieden über die Nachwuchsarbeit in Deutschland. Für mich ist im Kifu aber immer noch viel zu viel Druck drin. Ich erlebe das jede Woche und wenn man hier mitliest, bin ich da ja kein Einzelfall. Fairplay hat daran offensichtlich nichts geändert.

    Libra, was erwartest du?


    Ich persönlich bin da nach einigen Erfahrungen für Klarheit. Für mich hieße das ganz klar, dass bei solchen Grenzüberschreitungen der Junge sich umziehen und – Papa sei Dank – nach Hause gehen kann.


    Ich finde es zwar durchaus sympathisch, dass du sagst, der Junge könne ja nichts für seinen Vater. Aber der Junge ist bei dir im Team, nicht der Vater. Meiner Meinung nach hilft da – wenn überhaupt – nur eine ganz klare, unmissverständliche Sprache, die unmissverständlich signalisiert: Was abseits von Fairness ist, wird hier nicht geduldet!


    Das Problem muss weg vom Fußballplatz. Sollen die das als Familie diskutieren.


    Gut, jetzt ist es, wie es ist. Aber ich würde das klar sagen, dass du das nicht nochmal duldest und dass beim nächsten Mal der Junge nach Hause gehen wird.