Und da konnte Sané kein Stück überzeugen.
Da muss man natürlich auch sehen, woran das lag ![]()
Und da konnte Sané kein Stück überzeugen.
Da muss man natürlich auch sehen, woran das lag ![]()
Meiner Erfahrung nach werden Kinder aus zwei Gründen hochgezogen:
Entweder um die Mannschaft "aufzufüllen", um genügend Spieler für den Spielbetrieb zu haben.
Oder weil ein Meister-Trainer sich jahrgangsübergreifend die Talente für sein Dream-Team sichern möchte.
Ich bin tatsächlich froh, dass das deutsche Team so früh ausgeschieden ist, denn dadurch ist es berechtigt, dass einige Fehlentwicklungen beleuchtet werden können.
Dazu gehört für mich zuallererst das, was Goodie oben schon angesprochen hat und was ich "Entfremdung" des DFB-Teams von seinen Fans nennen würde. Denn die Öffentlichkeitsarbeit des DFB-Teams ist ja an Abgehobenheit nicht mehr zu überbieten.
Dazu gehört für mich auch diese völlig überdrehte Marketing-Maschine. Dazu gehört für mich der Umgang mit dem Özil/Gündogan-Thema. Dazu gehört aber für mich insgesamt die Öffentlichkeitsarbeit. Ich habe das als eine einzige Katastrophe empfunden. Man schaue sich nur mal die PKs des Teams an. Oder die Verkündung des endgültigen Kaders. Der Umgang nach der Niederlage gegen Mexiko. Im Zusammenhang mit diesem frühen Ausscheiden kann es dafür nur ein Wort geben: peinlich!
Das sei gesagt, und doch sehe ich es wie Christoph Kramer in seiner Analyse, dass all diese äußeren Dinge am Ende keine hinreichenden Erklärungen sind. Also die Erdogan-Geschichte, die Fragwürdigkeit gewisser Entscheidungen (Neuer, Boateng, Wagner und Sané), die Wahl des WM-Quartiers, die unsägliche Öffentlichkeitsarbeit u.ä.
All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass genügend Qualität im Team und auch auf dem Platz war, um locker die Gruppe zu überstehen und eine gute Rolle bei dieser WM spielen zu können. All diese äußeren Dinge, so ärgerlich sie auch im einzelnen sein mögen, taugen da nicht als Erklärungen. Dafür muss man sich anschaun, was da auf dem Platz in den drei Gruppenspielen geschehen ist.
Und da würde ich sagen, dass die Balance im Team nicht gestimmt hat. Es waren sozusagen die falschen Spieler für das falsche System. Oder andersherum
Ich glaube nicht, dass es "Ballbesitzfußball" vs. Umschlatsspiel oder so heißen muss. Das ist nicht das Thema, sondern die Balance im Team stimmte nicht.
Es gab in meinen Augen nur eine wirklich gute Phase in diesem Turnier und das waren die 20 Minuten, in denen Sebastian Rudy auf dem Platz stand. Da hatte man nämlich mit Rudy jemanden auf dem Platz, der hinten die Löcher gestopft hat und auf einmal war die Sicherheit nach vorne da. Ansonsten war ständig die Unsicherheit spürbar, mal mit Risiko nach vorne zu spielen. Die Spieler waren da gehemmt, weil sie sich nach hinten nicht genügend abgesichert fühlten.
Meine Beobachtung: Spieler, die hochgezogen wurden (G- und F-Bereich), gewöhnen sich eine defensivere Spielweise an, gehen weniger ins 1gegen1, trennen sich gerne (zu) schnell vom Ball, tendieren eher zum Blindspiel.
luibo, mit Sicherheit waren auch 5jährige dabei. Der Altersunterschied betrug also mehr als 2 Jahre. Wenn du sagst, dass die 5jährigen bei so einem Altersunterschied körperlich mithalten können, dann muss ich sagen, das widerspricht meinen Erfahrungen.
F in Bambini heißt 8jährige gegen 5jährige. Selbst wenn der 8jährige ein Antifußballer und Bewegungslegastheniker ist, hat der 5jährige da im 1gegen1 keine Chance.
Aber wie soll der Entwicklungsstatus fair und für alle Kinder beurteilt werden?
Geht nicht.
Ist ja richtig, dass es Kinder gibt (ich spreche über G und F!), die körperlich so weit sind, dass sie mit den meisten Kindern, die ein Jahr älter sind, locker mithalten können. Klar.
Aber bei einem Altersunterschied von zwei Jahren ziehen selbst solche körperlich starken Frühentwickler den Kürzeren. Selbst wenn sie gute Fußballer sind, können sie in puncto Schnelligkeit und Kraft nicht mithalten. Sie können sich nur dadurch behaupten, dass sie den Ball wegspielen.
In meinen Augen ist daher die Einteilung im Zweijahresabstand zu grob. Und da mein Vertrauen in die Selbstregulierung des bestehenden Systems aufgrund meiner Erfahrungen nicht besonders ausgeprägt ist (ich habe etwa schon erlebt, dass F-Spieler auf Bambini-Turnieren eingesetzt wurden!), wäre ich – im G- und F-Bereich – für eine restriktive Handhabung, sprich: Ein Spieler darf ausschließlich in seinem Jahrgang eingesetzt werden. Das ist sicher nicht perfekt, aber meiner Meinung nach wäre es das beste.
Meine Meinung. Ich hoffe ja, dass sich durch die verkorkste WM ein Fenster öffnet, um über solche – meiner Meinung nach – systemisch bedingten Missstände zu diskutieren.
Meine Meinung:
Ich bin 1. für eine Orientierung bei der Einteilung am Schulsystem. Es stört mich massiv, dass die Kinder in ein- und dieselbe Schulklasse gehen, aber in verschiedenen Teams im Verein spielen müssen.
2. bin ich für altershomogene Teams im G- und F- Bereich und auch für ganz restriktive Regeln. Dass das zu praktischen Problemen führt ist klar. Aber das liegt meiner Meinung nach am Kirchturm-Denken der Vereine. Wenn man die Köpfe zusammensteckt und gemeinsam überlegt, sind da m.E. viele gute Lösungen vorstellbar.
Wenn man hier auf die kleinen Dörfer rausfährt, da gibt es viele Vereine, die schon in der D-Jugend keine Mannschaft mehr zusammenbekommen würden, wenn sie nicht zwei Jahrgänge mischen dürften.
Klar. Trotzdem sollte das meiner Meinung nach mal aus entwicklungsorientiertem Blickwinkel diskutiert werden.
Wir haben bei uns ein Kind, das zu uns gezogen ist und in seinem alten Verein als G-Kind bereits in der F gespielt hat. Der Junge ist das, was ich Mini-Messi nennen würde. Trotzdem kam er zu uns mit einer Reihe von "dummen Angewohnheiten", die m.E. daraus resultierten, dass er regelmäßig gegen erheblich ältere Kinder gespielt hat. Zum Beispiel tendierte er hinten heraus erheblich zum "Blindspiel". Auch sonst tendierte er dazu, sich zu früh vom Ball zu trennen, obwohl der Junge über ein für sein Alter herausragendes Ballgefühl verfügt.
Diese Tendenz beobachte ich auch bei anderen Kindern, die jahrgangshöher spielen. In unserem Nachbarverein zum Beispiel gibt es einen Jungen, der als 2010er jahrgangshöher in der F1 trainiert und spielt. D.h., der Junge wird jetzt in die E-jugend kommen! Ich kenne den Jungen gut und sehe ihn oft spielen, weil er zum Freundeskreis unseres Sohnes gehört. Von seinen Trainern wird er besonders gelobt, weil er für sein Alter so eine gute Spielübersicht habe und gute Pässe spiele. Das entspricht aber überhaupt nicht meinem Eindruck, wenn ich den Jungen auf dem Bolzplatz beobachte.
Wir werden im nächsten Jahr auch ein jahrgangsgemischtes Team sein. Ich muss sagen, ich bin damit überhaupt nicht glücklich.
Ich denke, jetzt nach der WM sollte auch dem letzten klargeworden sein, dass Ballhin- und -hergeschiebe für sich allein zu wenig ist. Und zum jetzt (etwa nach den Aussagen von Scholl) diskutierten Thema 1gegen1 gehört für mich definitiv auch das Thema "Körperlichkeit" und da macht es für mich per se keinen Sinn, wenn 2010er-Kinder (und seien sie noch so entwickelt und noch so talentiert) sich mit 2008er-Kindern messen sollen.
Für mich scheint bei diesem Thema – wieder – durch, was für ein ebenso verbreitetes wie vermaledeites Übel die Vereinsmeierei nach dem Motto "jeder ist sich selbst der nächste" ist.
Eigentlich müsste doch alle Vereine das gemeinsame Interesse verbinden, möglichst viele Kinder für ihre Mannschaften möglichst gut auszubilden. Da sollte es doch eigentlich möglich sein, miteinander zu sprechen, um Spiele und Spielbetrieb möglichst entwicklungsorientiert zu gestalten. Schließlich sollte das doch in aller Interesse sein.
Die Frage, ob es nun Tabellen gibt oder nicht, ist da doch eher zweitrangig. Das Thema ist meiner Meinung nach vielmehr, dass sich eine auf das gemeinsame Interesse aller im Sinne der Kinder und des Sports ausgerichtete Haltung durchsetzt. Das ist für mich auch das Anliegen der FPL, das offenbar noch besser vermittelt werden muss.
Ich finde Tabellen, Pokale, Medaillen gar nicht so schlimm. Ich brauch's nicht, aber ist doch okay. Für die Kinder ist das eh schnell vergessen. Für mich ist wie gesagt ein großes Problem, dass "erfolgreiche" Teams oft mit mehr Spielzeit belohnt werden (etwa im WM-Modus).
Oder auch so etwas hier, aus oben verlinkten Artikel:
«Was der Kreis Diepholz hingegen selbstständig entschied, war die Erlaubnis von gemischten F- und G-Junioren-Teams. „Damit wollen wir der oft aus der Not geborenen Bildung von Spielgemeinschaften vorbeugen und die Chance für kleinere Vereine erhöhen, dass auf ihren Sportplätzen wieder Leben herrscht“, erklärte Meyer.»
Ein Zeichen gegen die Solidarität unter den Vereinen und für Lokalpatriotismus und "jeder ist sich selbst der nächste", hurra!
Das ist ja so eine Tendenz, dass sich überehrgeizige Trainer (meist sind das ja so Lokalmatadore) jahrgangsübergreifend ihr Starensemble selektieren. Da ist das Training einfacher und der Trainer kann sich in der Sonne guter Ergebnisse aalen und dafür im Verein auf der Jahreshauptversammlung feiern lassen.
Und große Vereine mit vielen Kindern je Jahrgang sind ja nicht besser. Da gibt es meistens dann je im G-Bereich, F-Bereich usw. eine jahrgangsspezifische Leistungsmannschaft und dann noch so eine jahrgangsgemischte Reste-Rampe. Finde ich keine vorbildliche Praxis, zumindest nicht in der G- und der F-Jugend. Da wird im Kifu schon selektiert und Druck ausgeübt, auf die eigenen Kinder und ja auch auf die kleineren Nachbarvereine.
Nicht die Kinder, sondern das eigene Ego und der eigene Verein. Aber so soll es doch nicht sein. Finde ich jedenfalls.
Um nochmal zum Thema zurückzukommen:
Für mich persönlich ist eigentlich weniger das Gewinnen oder Verlieren das Thema, sondern wenn erfolgreiche Teams mit mehr Spielzeit belohnt werden. Wir sind da auch schon von unseren Prinzipien abgewichen und haben nur unsere Besten spielen lassen, um das HF zu erreichen und so mehr Spielzeit für unsere Kinder zu bekommen. Das fühlt sich nicht gut an.
Ich freue mich immer, wenn der Turniermodus allen Teams gleiche Spielzeit ermöglicht.
Wir haben das Problem auch ![]()
Bei uns kommen zu unserem in dieser Zusammensetzung schon lange zusammenspielenden 2010er Team (13 Kinder) 4 Kinder aus der G hoch. Das ist nicht gut, was die Größe der Trainingsgruppe angeht; das ist nicht gut, weil die vier Kids, die jetzt dazukommen, nicht nur jünger, sondern auch keine Könner sind und im Vergleich ziemlich abfallen; und das ist nicht gut, weil zu den Spielen nicht mehr immer alle Kinder mitgenommen werden können.
Aber gut, niemand kann etwas dafür, dass es zuwenig 2011er Kinder sind, und jetzt müssen wir das beste draus machen.
Ich finde das eine interessante Frage, was denn im Kifu ein not-wendiger Pass ist.
Hier in dem Vid der Pass von der Nummer 11 bei Min. 13:10 sicherlich. Da hat der Spieler eigentlich nur die Alternative Pass oder Ballverlust.
Abspiel vom TW bei der Spieleröffnung, klar.
Aber etwa bei der Kombination in dem Vid zum 1:0 bei Min. 6:00, der Pass von der Nummer 9, der die Torvorlage ermöglicht hat. Ist das ein not-wendiger Pass? Meiner Meinung nach nicht. Der Spieler hätte auch selber mit einer entschlossenen Aktion, vielleicht auch nach einer Finte in dem Raum auf der (von dem Spieler aus gesehen) rechten Seite vorstoßen und zum Abschluss kommen können.
So ist es zwar eine tolle Kombination, die zum Torerfolg führt, aber das war keineswegs not-wendig. Aus Ausbildungssicht hätte mir persönlich eine gelungene (oder von mir aus sogar auch weniger gelungene) Einzelaktion besser gefallen. Gerade wenn man den Spieler mit der Nummer 9 in dem Vid beobachtet, fällt ja auf, dass er eine gewisse Unsicherheit in seinem Spiel zeigt. In Min 6:00 gibt er lieber die Verantwortung ab; an einer anderen Stelle scheut er den Rückpass und verliert dann die 1gege1-Situation; später läuft er das halbe Spielfeld ab auf der Suche nach einer Möglichkeit, einen sicheren Rückpass zu spielen.
Ich möchte einfach erstmal schreiben, dass es mich sehr freut zu lesen, wie positiv du diese beiden Kinder siehst
Das ist nicht selbstverständlich. Du siehst, was die Kinder können und die Frage, warum sich die beiden im Spiel so hängen lassen, ist berechtigt.
Die Leistungsschere bei F-Kindern ist normalerweise noch nicht so groß. Das heißt im Umkehrschluss, dass schon kleine Verbesserungen in diesem Alter einen großen Unterschied ausmachen können. Es hört sich so an, als müsste bei diesen beiden Kids nur ein Schalter umgelegt werden.
Wie du diese beiden Kids positiv beeinflussen kannst, kann man von außen schlecht sagen. Es gibt auch Kids, die eine klare, unmissverständliche Ansprache brauchen. Ich weiß nicht, ob das bei den beiden der Fall ist, aber ich möchte es zu bedenken geben.
ich will das gar nicht grundsätzlich hinterfragen, dass es natürlich beim Fußball auf Leistungsniveau hilfreich ist, schnell zu sein. Obwohl…
Aber es kann doch m.E. keine Frage sein, dass die deutsche Standard-Spielweise, sprich: Druck und nochmals Druck, Pressing bis zum Umfallen und möglichst schnelles Umschaltspiel, den Fokus auf Geschwindigkeit massiv verstärkt. Ich stelle daher die These in den Raum, dass der Fokus auf Geschwindigkeit durch diese Spielweise in einer Weise verstärkt wurde, die der fußballerischen Ausbildung und dem deutschen Fußball nicht gut tut.
2010 hat NL mit dem superschnellen Arjen Robben bekanntlich das WM-Finale gegen Spanien verloren. Das Tor schoss Andres Iniesta, über den sein Team-Kollege Messi sagt:
«Er ist nicht besonders schnell, aber er hat die Fähigkeit, dir mit seiner Technik immer zu entfliehen.»
Quelle: https://www.ran.de/fussball/sp…-mich-immer-wieder-100244
Ich denke, man muss immer sehen, welche Funktion ein Pass im Spiel erfüllt.
1) Pässe wie der im Vid vor dem Tor zum 4:0. Also ein Pass, der eine Offensivaktion, idealerweise eine Tormöglichkeit, einleitet und zu Raumgewinn für die eigene Mannschaft und/oder zum Überspielen von gegnerischen Spielern führt.
2) Sicherheitspässe wie der im Vid bei Min. 13:10 von der Nr. 11. Das ist ein Pass, der einen Ballverlust verhindern soll. Solche Pässe sieht man oft im Bereich vor dem eigenen Tor oder nach einem Ballgewinn im Aufbauspiel.
3) Pässe wie der im Vid vor dem Tor zum 1:0. Hier muss der Pass als Teil eines Spielzugs gesehen werden und ist von vornherein auch so gedacht.
1) und 2) lässt sich etwa durch Überzahlspiel mit neutralem Spieler trainieren. Die Angreifer lernen durch das Überzahlspiel sich sinnvoll freizulaufen und anzuspielen. Die Verteidiger lernen, nach Ballgewinn durch einen Sicherheitspass den Ballbesitz zu sichern, damit dann ein eigener Angriff eingeleitet werden kann.
3) lässt sich trainieren, indem Spielzüge eingeübt werden. Übungen mit Pass nach außen und dann ins Zentrum vor dem gegn. Tor habe ich schon oft im Training beobachten können; ist auch ein Klassiker beim Warmmachen vor einem Spiel.
Bei uns im Training, muss ich allerdings sagen, kommen diese Übungen nicht vor. Und ich sehe auch nicht, dass dieses Training zu uns im Moment passen würde. Denn anders als bei anderen Teams, sehe ich in Spielen unseres Teams auch selten (oder nie?) Überzahl-Situationen und ich habe mich gefragt, woran das liegt. Ich denke, das liegt auch besonders daran, dass unsere Kinder immer erst einmal den Ball annehmen und kontrollieren sollen. Der Fokus liegt bei uns definitiv nicht auf schnellem Umschaltspiel.
Eine Möglichkeit, dieses Verhalten zu ändern, wäre sicher, Druck in das Spiel unseres Teams hineinzupumpen, etwa durch engagiertes Coaching oder eine strikte Tempo-Vorgabe. Ich habe bei uns Trainer vor Augen, die das so machen, frage mich aber, ob das tatsächlich sinnvoll ist oder ob man den Kindern nicht erstmal ihr eigenes Tempo lassen und dafür mehr Wert auf kontrolliertes Spiel legen sollte.
Der Fokus auf schnelles Umschaltspiel befördert m.E. tendenziell die Gefahr, die immer besteht, dass der Pass als Mittel zum Anti-Fußball missbraucht wird mit dem Ziel, Ball und Verantwortung loszuwerden.
Dieses Thema wurde übrigens hier schon einmal so ähnlich diskutiert, allerdings in Bezug auf ältere Kinder. Mir geht es ja hier um G- bzw. F-linge. Nämlich hier: Analyse eines U11-NLZ-Spiels
Ich möchte hier mal etwas Anschauungsmaterial beibringen. Das macht es vlt. auch leichter, das Thema zu diskutieren.
Es handelt sich um ein Spiel der U7 von Real Madrid (also Bambini-Alter). Vorweg sei gesagt: Ich kann praktisch nichts weiter zu diesem Spiel oder zu den Mannschaften sagen. Ich wüsste etwa gerne, wie die Spieler von Real Madrid ausgewählt wurden (dass es sich hier um eine Auswahl-Mannschaft handelt, steht für mich außer Frage). Ich wundere mich darüber, dass es bei Real Madrid eine U7-Auswahlmannschaft gibt, aber ich weiß nicht, in welchen Strukturen diese Mannschaft trainiert wird. Beim FC Barcelona beispielsweise gibt es auch Bambini-Teams, aber die sind m.W. nicht an La Masia angegliedert.
Hier ist jedenfalls der YT-Link:
Ich selbst habe nicht das ganze Spiel gesehen, sondern etwa die ersten 15 Minuten. Ich möchte mal, um dabei auch an diejenigen zu denken, die keine Lust haben, sich das Spiel anzusehen, den Fokus auf ein paar Spielsituationen lenken.
Man sieht, dass einige Pässe durchaus aus der Not heraus geschehen. Eine Situation ist etwa in bei Min. 13:10 zu sehen, als dem Spieler mit der Nr. 11 nach einem technischen Fehler praktisch keine Wahl bleibt, als einen Rückpass zu spielen.
Es ist aber keineswegs so, dass alle Pässe "aus der Not heraus" gespielt werden. Ein schönes Beispiel für einen richtig guten Pass ist bei Min. 15:45 vor dem Tor zum 4:0 zu sehen, als der Spieler mit der Nr. 10 nach einer tollen Balleroberung mit einem einzigen Pass praktisch die komplette gegnerische Mannschaft überspielt.
Eine weitere schöne Situation sieht man bei der Entstehung des Tores zum 1:0 bei Min. 6:00. Da sieht man bei den Kids ein Passspiel, das bereits eine Idee von Fußball impliziert. Also bei den Pässen (v. a. von Nr. 9 und von Nr. 7) liegt die Idee des Spielzugs zugrunde. Das ist bei den Kindern in der Mannschaft von Real Madrid in der ersten Viertelstunde so öfter zu sehen, i.d.R. klappt es nicht so gut, weil dann doch auch diesen hochbegabten Kids Fehler passieren (ist bei U7 ja auch nicht anders zu erwarten).
Man sieht auch ein paar Rückpässe, insbesondere von der Nr. 5, der nicht nur wegen seiner schönen Haarpracht sehr auffällig ist. Immer wieder ist aber auch zu erkennen, dass die Kinder versuchen, den Rückpass zu vermeiden, weil sie nach vorne spielen wollen. Zum Beispiel in Min. 11:10 (Spieler Nr. 9).
Es macht alles in allem Spaß, den Kids zuzuschauen. Allerdings behaupte ich, dass die Basis des Zusammenspiels, das in diesem frühen Alter hier in diesem Vid zu sehen ist, kein spezielles Pass- und Freilauf-Training ist, sondern das gute Körper- und Ballgefühl dieser Kinder. Zu ihrer sehr guten Kontrolle von Körper und Ball kommt ein Bild von Fußballspielen, das sie im Kopf haben, hinzu. Deshalb haben die Kinder Freude am Zusammenspiel. Sie entwickeln das Fußballspiel sozusagen gemeinsam auf dem Platz, indem sie ihre gemeinsame Vorstellung von gutem Fußball im Zusammen-Spiel umsetzen.
Goodie, ich weiß nicht, wie du darauf kommst, dass ich auf dich oder deine Beiträge irgendwie allergisch reagiere? Eigentlich lese ich deine Beiträge hier immer gerne. Aber hier:
Ein Grundschüler ist idR. zwischen 6 und 10 Jahren alt. In dieser Zeitspanne sollte ein Fußballer gelernt haben, dass der Ball nicht immer beim gleichen sein kann und ein Ball PRINZIPIELL im Spiel vom einen zum anderen wandert. Sorry, aber Kinder sind doch nicht doof und gucken auch mal Sportschau. Wem das Grundverständnis in der 3./4. Klasse immer noch fehlt... uiuiui... Und wenn das ein oder andere Kind dieses Verständnis schon hat, dann finde ich das gut!
Da frage ich mich schon, worüber wir hier eigentlich reden.
"Flanken und Kopfbälle", nebenbei bemerkt, das hat wohl irgendwie Bilder in euerm Kopf erzeugt, die ich zurückweisen möchte.
Ich meine, dass Kinder im Kifu nicht zum Pass-Spiel aufgefordert werden sollen. Daher finde ich eine Spielform 3 gegen 0 auch sinnlos. Spiel 2 gegen 1 haben wir in der Bambini-Zeit auch mal gemacht; da ging es aber darum, dass sich die Kids dann nicht gegenseitig auf den Füßen stehen und behindern sollen. Ansonsten ist das bei uns auch kein Thema. Dass die Kinder vor Ball und Spielgeschehen weglaufen sollen, um sich freizulaufen, ist bei uns auch kein Thema.
Ich meine, Kinder sollen darin bestärkt werden, sich etwas zuzutrauen, den Ball auch unter Druck behaupten zu wollen und Verantwortung auf dem Platz zu übernehmen.
Wenn sie dann trotzdem manchmal passen, gleich Liegestützen und Strafrunden ![]()
Neeeeiiiiiiin, natürlich nicht. Wenn sie dann trotzdem manchmal einen Pass spielen, ist das natürlich auch okay. Und wenn es ein im oben beschriebenen Sinne guter Pass ist, kann ich mich da auch drüber freuen ![]()
