Ja, guter Punkt. Aber was war das Thema noch mal...?
Am Anfang des threads steht "Die Zukunft des deutschen Fussballs", ein Buch, dass augescheinlich niemand, auch der threadsteller @Ralf K. selbst, wirklich gelesen hat - oder aber er hat es gelesen, liest aber Dinge heraus, die dort gar nicht stehen. Und hier offenbart sich das eigentliche Problem der Diskussion, jeder liest und hört nur das, was in die eigene Argumentation passt.
Ich möchte noch mal anders herum fragen - muss man, um Weltmeister zu werden und Spitzenfussball sehen zu wollen, einfach bestimmte "Auswüchse" in Kauf nehmen (um ein paar Beispiele zu nennen: frühe sehr hohe Leistungsorientierung und Selektion, NLZ mit U9-Mannschaften, die quer durch Europa touren, hoher Aufwand, Priorisierung des Sports über die Ausbildung, auch wenn dies routinemässig abgestritten wird) die dann für Einzelne tatsächlich der Grund sein werden, dem Sport den Rücken zu kehren? Ist vielleicht sogar das heutige System mit zertifizierten NLZs und Leistungszentren, mit allen seinen Schwächen, Nachteilen und Ungerechtigkeiten, die beste aller (nicht perfekten) Welten? Ist das Nebneinander einer "kuscheligen" FPL und einem leistungsorientierten NLZ in der gleichen Altersstufe überhaupt zu vermitteln?
Bzgl. Thread-Titel "Zukunft des deutschen Fußballs": Interessant fand ich den Beitrag von @st_84 im Thread http://www.trainertalk.de/fuss…?postID=113373#post113373 zitiert hat: "Der Cheftrainer am Stützpunkt sagt immer, sie suchen nur die ein, zwei Spieler die es ganz nach oben schaffen können, alles andere spielt keine Rolle."
Mit den Kinder die vor 15 - 25 Jahren F-Jugend gespielt haben sind wir 2014 Weltmeister geworden. Wie waren denn die Zustände 1996? Was hat sich seitdem getan? Allen ist klar: Stagnation bedeutet Rückschritt.
Die Profivereine entrücken mehr und mehr dem klassischen Fussballverein - auch den leistungsorientierteren.
Gleichzeitig lese ich oft, dass unsere Vereine im internationalen vergleich im Vergleich der Finanzmittel abgehängt werden. Ich erinnere: FC Bayern München liegt da nur im Mittelfeld. Die anderen deutschen Vereine "unter ferner liefen".
Trotzdem Weltmeister 2014.
Und auf der anderen Seite: Drop-Out Raten die es den kleinen Vereinen schwer machen eigenständig zu bleiben.
Ich komme mit der Idee uns von klein auf irgendwelche Gladiatoren für Arenen zu züchten nicht klar. Förderung ist natürlich OK. Und Selektion auch - man will sich ja auf Augenhöhe messen.
Für mich muss das Ergebnis "Weltmeister" nicht das Ziel sein, sondern eine Folge!
Also zuerst: Spass und Breitensport verbessern. An der Basis starten. Alles andere ist irgendwie kurzfristig gedacht.
In der SZ stand kürzlich der DFB investiert nur 11% seiner Gesamtausgaben in den Breitensport. Und schon habe ich mein Ergebnis über die Zukunft des Deutschen Fussballs: eine düstere! Denn wenn unseren Vereinen das Geld fehlt um international mitzuhalten, dann kann nur die günstige Variante langfrisitig an der Basis zu arbeiten helfen!
Ich bin immernoch nachhaltig geschockt, dass es keinen Kinderbeauftragten im DFB gibt - sowas wäre doch das billigste überhaupt ...