Ja, bei uns auf dem Dorf ist das auch noch so. Entweder sprechen sich die Kids in der Schule ab oder über whatsapp.Meine Beobachtung ist, dass die Kids auf dem Bolzplatz an ihren Stärken arbeiten, aber nicht an ihren Schwächen. Der Dribbelkönig versucht alle im Alleingang zu lösen, der Junge mit den dicken Oberschenkeln schießt aus allen Lagen und der Paule geht am liebsten ins Tor, weil er so auch mitspielen darf und sonst eh keiner ins Tor möchte.
Ich kann nicht erkennen, dass das Spielen auf dem Bolzplatz allgemein gültige Rückschlüsse auf irgendeine bestimmte Entwicklung zu lässt. Dies gilt allerdings für unseren Dorfbolzplatz. In den Großstädten, wo teilweise um Geld gezockt wird, ist es sicher anders. Hier besteht letztlich auch ein andere Antrieb an den Schwächen zu arbeiten, sei es Geld oder sei es einfach nur, um einen Platz im Team zu erspielen. Eine solche Konkurrenzsituation gibt es bei uns nicht. Es sind nie zu viele für zwei Mannschaften.
Um auf das eigentliche Thema Handlungsschnelligkeit zurückzukommen: Spielformen oder Übungsformen mit Entscheidungsdruck. Entscheidungen zu treffen lernen die Kids nur, wenn sie sie auch treffen müssen.
Bei uns ist auf den Bolzplätzen auch viel los. Manchmal verabreden sich Eltern mit den Kindern auch um ein wenig gemeinsam zu spielen. Auf 3 von 4 Bolzplätzen die ich kenne kommt man auch mit fremden schön zusammen und kickt immer mal wieder in total bunten Haufen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene bunt gemischt - die Teams werden manchmal (selten) richtig groß! Komischerweise gibt es einen Bolzplatz auf dem das nie passiert: Wenn man da nicht verabredet ist bleibt da immer jedes Grüppchen für sich.
