Ganz so abwegig finde ich Revilo's Idee nicht. Bei uns im Verein spielen ab der D-Jugend durchgehend Mächenmannschften. In meiner E- und in der F-Jugend haben wir derzeit erneut sieben Mädchen in den Kadern. Warum das ganze? Ich würde jetzt gerne schreiben weil wir so tolle Trainer sind, das ist aber leider nicht der Hauptgrund. In erster Linie liegt es daran das wir ein Dorfverein sind und gleichzeitig Ersatz fürs Kinderturnen, die Sportgynmastik oder was es sonst in den Städten noch alles gibt. Alle Kinder welche sich bewegen wollen (oder sollen) kommen daher zu uns. An uns liegt es dann oft diese für unsere Sportart zu begeistern und zu halten.
Ich stelle aber bei vielen (den meisten) Mädchen fest das diese viel mehr Fokus auf die Gruppe als auf den Sport an sich haben. Hier lautet das Motto einfach "Bewegung mit Freunden". Ich denke mir daher sehr oft wenn die ein/zwei Leitmädchen morgen beschließen würden nun ins Volleyball zu wechseln wäre die Halbe Mannschaft dabei und ebenso glücklich mit dem neuen Sport. Natürlich gibt es auch Fußball verrückte aber deutlich weniger als bei den Jungen.
Ob dies nun an fehlenden Vorbildern (Mutter hatte nie Bezug zum Fußball) oder anderem liegt möchte ich gar nicht beurteilen. Nur meine Erfahrungen einbringen.
In die gleiche Kerbe schlägt auch dass meine Trainerkollegen aus anderen Vereinen, welche ein breiteres Angebot an Aktivitäten bieten, mir erzählen das eher selten Mädchen auf der Matte stehen. Woran das liegt steht für mich fest. Der Gesellschaftliche Status von Fußball ist für Mädchen geringer, weshalb die Freundinnen bereits in anderen Sportarten sind. In Kombination mit der "Bewegung mit Freunden" wird es dann eben nicht der Fußball sondern Tanzen, Volleyball oder anderes.
Rivelo's Schlussfolgerung viele Mädchen spielen/spielten Fußball obwohl Sie vielleicht am Sport an sich wenig Interesse haben ist daher sicherlich etwas überspitzt aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen.
Gleichzeitig führt das oben beschriebene dazu das der Mädchenfußball sehr viel mehr gegen andere Sportarten konkurriert als es bei den Jungs der Fall ist. Nicht nur das für Mädchen ganz andere Sportarten als gängig angesehen werden, zusätzlich hat der Mädchenfußball sehr viel weniger vom "Gesellschaftsbonus" welchen er für Jungs besitzt.
Gruß
Torsten
