Alles anzeigenIch möchte mich gerne aus drei Blickwinkeln dazu äußern
Verein
Wir hatte die Erfahrung gemacht, dass es manchmal einfach nicht geht weil man mit dem Trainer der anderen vereinsinternen Mannschaft nicht mal annähernd auf einer Wellenlänge liegt. Insgesamt wurde ein Austausch im alten Verein überhaupt nicht gefördert und jeder kochte sein eigenes Süppchen. So konnte ein Trainer durchaus im jüngeren Jahrgang mal einen ausleihen aber ein System, etwa zur Förderung einzelner war da nicht dabei. Offiziellen Beschwerden über oben genannten "Kollegen" ging man übrigens auch nicht nennenswert nach.
Im neuen Verein scheint der Umgang sehr viel verbindender zu sein. So gibt es eine dreitägige Fahrt für alle Kinder der F-D Jugend bei der ein buntes Turnier gespielt wird. Sprich, die Kinder lernen sich kennen. Aushelfen war nach meiner Beobachtung nicht notwendig weil jeder Jahrgang eher zu voll als zu leer ist.
Trainer
Mir persönlich geht es so, dass ich schon ein Vertrauensverhältnis und somit eine Verbindung zu den Kindern aufbaue. Ein beliebiges hin und her wechseln wäre nicht so meins. Ich würde freilich Talente auch in einen höheren Jahrgang abgeben oder auch den ein oder anderen jüngeren mit dazunehmen aber ich möchte durchaus "meine" Kinder & Eltern haben.
Wobei ich mir langfristig vorstellen kann, mal der Bambinitrainer zu werden, der jedes Jahr neue Kinder bekommt. Aber das erst, wenn meine Jungs dem Kleinfeld entwachsen sind.
Kind
Mein Großer (08er) ist jemand, der sein festes Team und bestenfalls Freunde um sich herum haben möchte. "Du hast Talent, du trainierst einmal die Woche im Jahrgang über dir" wäre für meinen Jungen nix. So ein hin und her mag er überhaupt nicht und möchte seine festen Bezugspersonen.
Mit dem Weggang von meinem und einem weiteren Spieler sind die Trainer in die F2 (gleicher Jahrgang) marschiert und wollten dort die besten "hochziehen". Die Jungs wollten nicht! Sie würden dort keinen kennen und hätten in der F2 ihre Freunde.
Herzlichen Dank für die Ausführliche Antwort.
Generell sprechen ich hier auch nicht von beliebigem hin und her Wechseln und auch nicht von Zwang. Was uns hier vielleicht sehr zu Gute kommt ist der kleine Ort (1700EW) und die Tatsache das wir mit allen Kleinfeldteams (F und E) zur selben Zeit trainieren. Sind mal weniger Kinder anwesend werden beide Teams zusammen genommen. Zusätzlich werden bei uns alle Mannschaftsfeste (Grillen usw.), Übernachtungspartys und Ausflüge immer gemeinsam unternommen. Auch hierdurch werden werden viele Grenzen aufgebrochen.
Ich habe in dieser Saison bereits 8 verschieden Kinder aus der F-Jugend in meiner E-Jugend eingesetzt. Und natürlich hatte ich auch einen Jungen der nicht wollte. Das ist aber kein Problem, wenn ich Spieler brauche wird bei den Eltern angefragt ob der Spieler denn am Samstag Lust hätte bei mir zu spielen. Jede Antwort wird akzeptiert und gut. Gleichzeitig wissen die Kinder das auch in der E jeder Spieler min eine Halbzeit spielen darf und nicht ewig zusehen muss.
Gegen Vereinsmuster kann man sich natürlich nur bedingt auflehnen und auch ein Trainerkollege der all das nicht unterstützt ist beinahe unumgänglich. Ein "Die Kinder wollen das nicht" oder ähnliches ist meiner Erfahrung nach eher die Ausnahme oder eben von den Trainern oder den Eltern vor gelebt. Natürlich ist der kurzfristige Wechsel in ein völlig unbekanntes Team nicht für jedes Kind angenehm. Allerdings sehe ich auch hier den Verein und die Trainer in der Pflicht ihren Mannschafts-Protetionismus aufzugeben. Allein durch die jährlich neu eingeteilten Altersklassen habe ich immer einen gleitenden 3-Jahres Kader welche abwechselnd (spätestens ab der C-Jugend) zusammenspielen.
Gruß
Torsten
