Da meine aktive Zeit eine Ewigkeit her ist, bin ich in taktischen Belangen ziemlich ahnungslos.
Das ist überhaupt kein Problem. Du solltest dir ins Bewusstsein rufen das ein neuer Mourinho, der glaubt 8-jährigen Kindern irgendwelche taktischen Finessen beibringen zu müssen, eher kontraproduktiv ist. Dein Thema sollte 1v1 und viele Kleingruppenspiele (Funino, Horst Wein) sein.
Wir haben alle Leistungsstärken dabei und rotieren meistens auch.
Ich würde dir wärmstens ans Herz legen unabhängig vom Ergebnis immer zu rotieren. Auf keinen Fall geht es, dass Kinder im Trikot nicht spielen.
Allerdings schaffen wir es häufig einen deutlichen Vorsprung von 3 und mehr Toren zu verspielen, diese Saison schon 4mal.
Persönlich würde ich einen 3-Tore Vorsprung im Kinderfußball nicht als deutlich bezeichnen. Auf dem kleinen Feld kann das verdammt schnell gehen.
Vielleicht rufe ich bei Gegentreffern zuviel in Spiel (mache ich leider manchmal) und übertrage meine Aufregung unbewusst auf die Kinder ?
Außerdem würde ich dir raten, dich von der Illusion zu trennen am Spieltag großartigen Einfluss auf deine Spieler zu haben. Während ein Trainer einer Erwachsenenmannschaft vielleicht durch Systemumstellung, oder Spielerwechsel ein glückliches Händchen beweisen kann, sollte der Kindertrainer die Kids lediglich loben und nur ganz vereinzelt Kritik (am besten als Tipp verpackt) üben. Fällt dir am Spiel wirklich etwas auf, dass du ändern willst, solltes du das Thema als Traininsschwerpunkt, bei den nächsten Trainings einbauen (sofern das auch wirklich dem Alter der Kinder entspricht). Ich kann dir versichern, dass du durch wild gestikulierendes Reinrufen nach Gegentreffern, den Kindern bestimmt keinen Gefallen tust. Mit einem Gegentreffer geht die Welt nicht unter. Ein Gegentreffer sollte vielmehr als notwendiges Übel für den Lernprozess gesehen werden. Die Kinder lernen daraus, auch ohne Trainer.
Ich möchte den Kindern Individual- und Mannschaftstaktisch Tipps geben können, wobei ich nicht weiss, was sie in dem Alter umsetzen können.
Brauchst du nicht. Vor allem Mannschaftstaktik hat bei dieser Altersgruppe nichts verloren. Die meisten Trainer in diesem Forum, sowie die meisten Lehrbücher sind der Meinung dass die Devise "Alle greifen an, alle Verteidigen" als taktische Marschroute genug ist. Persönlich würde ich sagen dass man vereinzelt auch mal Tipps geben kann. Außerdem stelle ich den Kindern immer wieder Aufgaben, die sie im Spiel umsetzen sollen. Das ist aber maximal eine Aufgabe pro Spiel. Ein Bespiel wäre das sofortige Anbieten der Verteidiger, wenn der Tw den Ball hat, damit das Spiel wieder flach eröffnet werden kann.
Im Zweifelsfall die Kinder spielen lassen und sich erstmal Wissen in diese Richtung aneignen. Heißer Tipp: Spielintelligenz im Fußball.
Meine Überlegung ist sich bei der Ballannahme möglichst vom Gegner weg zu bewegen, um nicht ständig in den Zweikampf zu kommen.
Lass den Kindern die Zweikämpfe. Gerade die Zweikämpfe sind das große Thema in diesem Alter. Die Ballannahme aus technischer Sicht kann man immer wieder mal einstreuen, aber die richtige Anwendung im Spiel halte ich für viel zu früh.
Vielleicht auch lange Bälle über die aussen um den Gegner auszukontern ?
Lass die Kinder entscheiden. Meine Kids würden ein energisches Dribbling einem langen Ball vorziehen.
Zweitens sollten Sie vermeiden mit Rücken zum Gegner den Ball länger zu halten, F-Jugend Spieler bearbeiten dann häufig die Beine des Ball führenden Spielers.
Gegner dann mit viel Einsatz in das Spiel geht, haben einige unserer Spieler offensichtlich Angst. Oft muss ich einen dann weinend vom Feld nehmen.
Ich würde sagen: Aufdrehen und ab geht die Post! Blaue Flecken gehören mal zum Spiel dazu und es kann immer mal irgendwo ein Bein dazwischen sein. Allerdings liest es sich so, als ob du der Meinung bist, dass deine Jungs absichtlich umgetreten werden. Da gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Ich kenne viele Trainer (oft auch Zuschauer, manchmal auch Spieler) die nicht in der Lage sind ein Spiel objektiv zu beurteilen. Sie fühlen sich ständig benachteiligt und wittern hinter jedem Körperkontakt böse Absicht. Das meine ich jetzt nicht wertend sondern ist einfach eine Beobachtung meinerseits. Wenn du dich vielleicht auch in dieser Rolle siehst, solltest du dieses Verhalten zum Wohle aller so gut es geht in den Griff bekommen.
2. Vereinzelt aber doch gibt es nach wie vor Idioten, die den Kindern Anweisungen in diese Richtung geben. Das ist dann ein Fall, wo ich den Trainer zu reden stellen würde. Freundschaftsspiele, Turniereinladungen usw. hätten sich dann natürlich erledigt.