Hier noch ein Thema was mich derzeit wieder vermehrt beschäftigt und wo ich mich sehr kritisch hinterfrage.
Man hört immer wieder man soll Kinder (G und F, vielleicht noch E) nicht in Positionen stecken und sie frei spielen lassen,
wie toll ballorientiert Kinder dann verschieben.
Spätestens ab 1+6 kommt man um Positionen nicht herum. Alles andere macht meines Erachtens nach keinen Sinn. Die entscheidende Frage ist eigentlich nur welche Aufgaben z.B. der Verteidiger in deinem "System" hat. Wenn er am eigenen Strafraum warten soll um alle Bälle zu klären ist das natürlich vollkommen sinnfrei. Wird er allerdings Schritt für Schritt an seine Aufgaben (Spieleröffnung, Unterstützung der Stürmer, Balleroberung, Absicherung...) herangeführt sehe ich kein Problem, sofern er natürlich auch auf anderen Postitionen zum Einsatz kommt.
Aus den gleichen Quellen sprudeln dann aber Vorschläge für kindgerechte Spielsysteme wie 3-3 oder 3-2-1.
Da frag ich mich wie das funktionieren soll? Meiner Meinung nach beißt sich das.
Ich versuche immer den Spielern konkrete Aufgaben für das Spiel zu geben. Z.B. Versuche heute, immer wenn unser TW den Ball hat, dorthin zu laufen, wo er dir den Ball problemlos zurollen kann. Das wird am Anfang natürlich nicht funktionieren (der Spieler wird sich einen halben Meter neben dem TW anbieten), aber durch geschicktes Fragen kann man den Spieler relativ schnell zu einem vernünftigen Verhalten motivieren.
Nehmen wir nur mal den Torabstoss. Den darf der Keeper aus der Hand machen. Mache ich den Kindern keine Vorgaben,
steht jeder Gottweisswo und der Torwart kloppt aller Wahrscheinlichkeit nach den Ball einfach blind vor. Das mag eine erfolgversprechende
Möglichkeit sein Tore zu machen wenn man "Erfolg" über Ausbildung stellt.
Ich bin auch ein Freund von flachem Spielaufbau, allerdings hat auch der Auswurf/Ausschuss auf jeden Fall seine Daseinsberichtigung. Ich habe dieses Problem auch wieder mit Aufgaben in den Griff bekommen. Erste Option ist immer der kurze Pass zum Verteidiger. Wobei ich den Verteidigern nicht sage wo sie sich positionieren sollen. Sie entwickeln da mit der Zeit eigentlich sehr gute Varianten selber. Sind alle zugestellt ist es natürlich schlau, den Ball weit zu spielen.
Schöner wäre es doch wenn die Spieler sich breit stellen, ein flaches Zuspiel vom Torwart kriegen und versuchen (je nach Alter und Fähigkeit)
durch ein Dribbling oder einen Pass die Situation zu lösen. Das mag oft in die Hose gehen, bringt aber letzten Endes mehr als langer Hafer vor.
Schöner in dem Sinn sie versuchen es spielerisch zu lösen, machen Erfahrungen im Zweikampf, Dribbling und Spielaufbau.
Richtig. Sehe ich auch so.
Um das zu erreichen müsste ich aber sagen: Fips du bist links hinten, Fino, du bist rechts hinten. Seppel, Kasper und Hotzenplotz ihr seid links vorne, mitte, rechts vorne (wir spielen 5+1). Sinnvoll erachte ich hier alle Positionen zu rotieren, damit jeder mal überall war.
Nein, muss man nicht. Mit diversen Spielformen kann man die Spieleröffnung toll "proben" ohne den Kindern sagen zu müssen wer wann, wo zu STEHEN hat. Das Zauberwort heißt abermals: Fragen! Z.B.: "Seppel, glaubst du wirklich, dass du deinem TW helfen kannst, indem du hier stehst und wartest?" Was könntest du machen um ihn den Abstoß zu erleichtern?"
Wie gehts jetzt weiter? Lässt man sie frei übers Feld wetzen und bei eigenem Abstoss oder Anstoss, bzw. bei gegnerischem Anstoss oder Abstoss sollen sie wieder "ihre" Positionen einnehmen, oder gibts einen anderen Ansatz?
Meine Verteidiger haben als oberste Aufgabe natürlich Tore zu verhindern. Allerdings sollen sie sich auch ins Offensivspiel einschalten. Dribbeln, oder kombinieren sie sich in der Aktion nach vorne ist das Prima und wird natürlich gelobt. Allerdings soll er sich sofort nach Ballverlust, sofort wieder seiner ursprünglichen Aufgabe widmen. Durch entsprechende Fragen (Was passiert, wenn du als Verteidiger vor dem gegnerischen Tor stehen bleibst?, Was könntest du machen damit das nicht passiert?) werden sie dass auch machen. Ist es dem Verteidiger zu viel Risiko mit nach vorne zu gehen, weil z.B. der beste Spieler des Gegners auf den langen Ball wartet, ist es natürlich auch in Ordnung.
Ganz wichtig ist mir, dass die Kinder wissen, warum bestimmte Sachen zu machen sind. Wenn ich den Verteidger frage, warum er sich hinten, seitlich anbietet, will ich keinesfalls hören: "Weil mirdas der Trainer so gesagt hat."