@Strznievski
Wäre dir diese Antwort lieber gewesen auf deine Frage, was du falsch gemacht hast?
Nein! Mit einer Antwort die keinen Sinn ergibt, bzw keine Antwort auf meine Frage(n) gibt, habe ich genauso wenig etwas, wie von einer Antwort die ich nicht verstehe.
Jein, es gibt Unterschiede, aber ob sie genau in deinem Fall den großen Unterschied ausgemacht haben, kann man "von außen" gar nicht beurteilen, weil ja auch die Stärken des Gegners zum Ergebnis beigetragen haben. Du schreibst ja selbst, dass ihr sonst andere Ergebnisse erzielt. Und vermutlich wärst du gar nicht auf die Idee gekommen, deine bisherige Arbeit zu hinterfragen, wenn es nicht diese hohe Niederlage gegeben hätte?
Ich mag ja auch nicht zu sagen, ob es in diesem speziellen Fall, ganz einfach so war, dass bei (z.B.) zwei Gegenspieler ein Entwicklungssprung stattgefunden hat, oder ob dort ganz einfach so gut trainiert wurde, dass sie uns komplett einteilt sind. Mich hat lediglich interessiert, ob jemand (vielleicht mit wissenschaftlichem Background) bestätigen kann, ob es solche Entwicklungssprünge in diesem Alter gibt.
Aus der eigenen Schwäche seine Stärken zu ziehen, hieße für mich zu schauen, was der Gegner besser macht und was davon sinnvolle Ziele für das eigene Team sein könnten. Sicher ist, dass Kinder sehr gut von anderen Kindern lernen können. Bei uns Erwachsenen ist diese Fähigkeit leider teilweise verloren gegangen. Dabei geht es gar nicht darum etwas zu kopieren, sondern zu kapieren.
Das mache ich doch hier in diesem Thread. Das ich gewisse Fehler gemacht habe, ist mir durchaus bewusst. Darum gilt es ja jetzt aus dieser Situation zu lernen. Ob ich mir von den Kollegen, bei denen wir verloren haben etwas lernen kann, weiß ich nicht so genau. Wenn ich mir das Aufwärmprogramm von denen ansehe und mit meinem vergleiche, würde ich sagen das meines um Längen besser ist. Allerdings ist mir nicht bekannt wie dort das Training aussieht. Wenn ich mir die "Leistung" der Jungs ansehe müssen sie so einiges richtig machen. Vielleicht hospitiere ich dort mal eine Woche...
Für eine tiefere Analyse deiner Situation werden weitere Informationen, insbesondere über Trainingsinhalte sowie die Trainingssteuerung benötigt.
Das Grundgerüst meines Trainings, sind momentan die Kleinfeldspiele von Horst Wein, die von Koordinations- und Technikübungen wie auch @Zodiak sie praktiziert ergänzt werden. Bin gerade dabei, meine heutige Trainingseinheit aufzubereiten und hier reinzustellen.
Darüberhinaus wollte ich dir den Rat geben, dich zunächst einmal ein stückweit von diesem einen Spiel zu entfernen, um zu einer besseren perspektivischen Sicht zu gelangen. Sonst besteht die Gefahr mich für einen falschen Weg und falsche Ziele zu entscheiden.
Zu dieser Erkenntnis bin ich mittlerweile auch gelangt. Ich habe mein Handeln nochmal überdacht. Wenn ich mit meinen 2009ern gegen Gleichaltrige antrete, gewinnen wir so gut wie alle Spiele. Bei unserem Jugendtag (alle Mannschaften des Bezirks, treten in einem Turnier gegeneinander an) haben wir souverän (ohne Punkteverlust) gewonnen. So verkehrt kann also meine Herangehensweise auch nicht sein. Was ich in Zukunft auf jeden Fall wieder ändern will, ist das ich wieder mit mehr "Feuer" an die Sache herangehen will. Die Routine wieder durchbrechen um den Kindern wieder etwas Besonderes zu bieten.
Worin liegt deiner Meinung nach der Unterschied, ob meine Mannschaft das Spiel gewinnt und/oder ob sie den "schöneren Fussball" spielt, wenn beides das gleiche Ziel verfolgt, denn Gegner zu dominieren?
Der "schönere Fußball", wie du so schön schreibst, verfolgt (zumindest bei mir) nicht das Ziel den Gegner zu dominieren. Das ist eine Unterstellung, die ich so weder behauptet, noch angedeutet habe. Mein Ziel ist es, den Kindern Fußballspielen beizubringen. Und zwar über lange Sicht. Ich will, dass meine Kinder angreifen UND verteidigen. Ganz allgemein gesagt. Im Detail will ich, dass sie den Ball so vom Gegner erobern können, dass sie ihn im Anschluss verwerten können. Verwerten bedeutet für mich, dass sie sowohl technisch, als auch taktisch in der Lage sind selbst zu entscheiden, ob es jetzt besser ist den Ball zu passen, oder ins 1v1 zu gehen. Ich will, dass sie sich nach Ballabgabe wieder aktiv ins Spielgeschehen einschalten. Das ist nur mit "schönem Spiel" möglich.
Ich will nicht, dass hinten ein Ausputzer steht, der darauf spezialisiert ist die Bälle lediglich wegzudreschen. Bei Bedarf auch ins Out. Ich will nicht, dass mein Wunderwuzzi immer Freigeist ist, der sich dort aufzuhalten hat, wo der Ball ist. Ich will nicht, dass mein schnellster Spieler vorne herumsteht und lediglich auf die weiten Bälle des Ausputzers wartet. Das alles hätte kurzfristig gesehen bestimmt einen positiven Effekt auf das Ergebnis.
Kommt nicht zu allererst der Respekt vor dem Gegner, durch den man sich auf Augenhöhe partnerschaftlich und ohne Hintergedanken trifft?
Das ist wieder so ein Satz den ich nicht verstehe. Welchen Hintergedanken meinst du?
Die Neugier als Triebfeder besteht ja nicht nur beim Trainer, sondern auch bei den Spielern. Man kann sie nutzen oder mißbrauchen. Weil ja auch viele Eltern entweder Laien sind oder ihre Weisheiten aus dem Erwachsenen-Fussball haben, lassen sie sich z.T. sogar als nützliche Handlanger der eigenen Erfolgstheorien verwenden. Irgendwann werden die Kinder jedoch so selbständig, als das sie mit den Füßen entscheiden, ob sie dem Fussball weiterhin treu bleiben wollen oder sie für etwas anderes entscheiden.
Auch mit diesem Absatz tue ich mir schwer. Willst du damit behaupten, dass ich Eltern und Spieler manipuliere, weil ich von Anfang an klipp und klar kommuniziert habe, was ich im Kinderfußball als Erfolg betrachte?
