Beiträge von Strznievski

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    Für mich ist das ein Klugscheißer-Artikel. Danach ist man immer schlauer.


    Das ganze Rumgeblubber über Stellungsfehler etc. kann man eigentlich den Hasen geben. Der Fußball wird immer schneller und damit werden Torhüter immer mehr zum Spekulieren gezwungen. Das kann man dann auch seriöser als Antizipieren bezeichnen, aber im Prinzip ist es ein Katz- und Mausspiel mit den gegnerischen Feldspielern, das halt mal der eine und mal der andere gewinnt.


    Meiner Meinung nach gibt es einige Weltklassetorhüter und einen König der Torhüter, nämlich Manuel Neuer. Er hat das Torwartspiel eigentlich auf eine neue Ebene gehoben, da er aufgrund seines enormen fußballerischen Talents in wichtigen Situationen als 11. Feldspieler agiert. Das funktioniert aber nur, wenn die Talente eines Weltklassetorhüters mit denen eines (mindestens) 2. Bundesliga-Feldspielers zusammenfallen.

    Aber noch herausragender als seine Fähigkeit als "Feldspieler" ist seine Gabe Spielsituationen zu lesen. In 99 von 100 Fällen weiß er wann er wo zu sein hat. Das reicht so weit, dass er auch "Ausflüge" bis an die Seitenoutlinie machen kann.

    Wenn es noch mehr ins Detail (mit Übungen) gehen soll, dann benötige ich die Infos über die Quote der älteren F-Jugend-Spieler und den Zeitraum seit ihrem Vereinseintritt. Natürlich gibts auch Unterschiede bei den Mädchen (vorsichtiger, beweglicher) und Jungen (mutiger, dynamischer), aber das sollte im Rahmen einer Leistungsstreuung innerhalb einer Mannschaft zunächst einmal in dieser Altersgruppe unberücksichtigt bleiben.

    Ich trainiere mit dem Großteil meiner Mannschaft seit drei Jahren gemeinsam. Mädls und Jungs halten sich in etwa die Waage (obwohl mir nicht klar ist, was das bei den Grundlagen für einen Unterschied macht). Im Grunde kann man sagen dass meine 2009er, obwohl ein bisschen jünger, mindestens das selbe Niveau wie meine 2008er haben. Wenn du von geschickten 2009ern ausgehst, dürfte das halbwegs hinkommen.

    @TW-Trainer : Danke für deine Antwort. Ich kann mich noch an die von dir beschriebenen Sicherheitsübungen erinnern, habe sie aber beim durchforsten des Forums nicht mehr gefunden. Vielleicht weißt du noch, wo du das gepostet hast und kannst mir den Thread sagen, oder sogar einen Link reinstellen.


    Bevor man TW-Spielformen gestaltet sollten Grundlagen geschaffen werden.

    Dieser Meinung bin ich auch. Allerdings bekomme ich regelmäßig einen "Rüffel" (auch von dir), wenn ich behaupte, dass sich Übungs- und Spielformen abwechseln und gegenseitig ergänzen sollten.

    Auch Langeweile konnte ich dabei noch nicht feststellen. Denn da kennen Kinder kein Pardon. Da würde schon rasch die Frage: "können wir nicht mal was anderes machen" kommen! Als Spielfern würde ich die Grundlagenvermittlung auch nicht bezeichnen, denn es gibt zum Aufnehmen eines Balles immer einen "Ball-Absender", eine "Schußdistanz" und eine "Ballaufnahmetechnik", die hier simuliert wird.

    Das selbe würde dann ja auch für Pass-, Dribbling- und Schussübungen ohne Gegner gelten, oder?

    Spiele dieser Art, habe ich im Bambini-Alter viel angeboten. Mittlerweile muss ich sagen, dass ich fast ausschließlich fußballspezifische Spiele anbiete. Grundsätzlich gefällt mir die Idee ganz gut, allerdings weiß ich das die Kinder im Turnunterricht der Schule sowie beim wöchentlichen Kinderturnen viele Ballspiele spielen und somit diesbezüglich geschult werden.


    Ich glaube, dass man in diesem Alter ruhig schon ein bisschen spezifischer arbeiten/spielen kann.

    Meine Ausgangslage:


    - 12köpfige F Jugend
    - Jungs und Mädels gemischt
    - 1 TW der gerne (jedes Spiel) im Tor spielen möchte und 3 weitere die manchmal im Tor spielen wollen, aber grundsätzlich am Feld spielen möchten.


    Mein Wissen(?) bzgl TW Training:


    Lt diversen Medien soll in diesem Alter noch kein spezifisches TW Training stattfinden.
    Div YouTube Videos (Vorzugsweise von der Blauen Wand)


    Bis jetzt habe ich hin und wieder für das gesamte Team TW Training angeboten. Dieses Bestand im Grunde aus PartnerÜbungen wo ich versucht habe die Übungen der Blauen Wand anzubieten.


    Meine Fragen an die Allgemeinheit und besonders an @TW-Trainer:


    1. In welchen Abständen würdest du das TW-Training anbieten?
    2. Ganzes Team oder nur einzelne Spieler?
    3. Kennst du Spielformen zu diesem Thema?
    4. Wenn du dich in meiner Lage befinden würdest, wie würde die nächste TW-Trainingeinheit (Mustereinheit) bei dir aussehen?


    Danke schon mal im Voraus. Solltest du weitere Informationen benötigen, bitte sagen.

    Das Problem ist jedoch, dass es kaum kompetente Ansprechpartner im eigenen Umfeld gibt, mit denen man seine Beobachtungen beim Training und Spiel diskutieren kann. Auf diese Weise erscheint es außerordentlich schwierig und ein zeitraubender Prozeß, sich autodidaktisch gesicherte Fähigkeiten beizubringen.


    Wenn ihr wollt, dann können wir uns gern mit den Themen: Torwart-Anfänger, Fortgeschrittene, TW-Talente, Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Tor, usw. beschäftigen.


    Nur Mut!

    Na dann bin ich mal mutig und eröffne einen neuen Tread in dem ich meine Ausgangslage und Wünsche poste. Danke schon mal im Voraus :thumbup:

    Du hast natürlich recht TW-Trainer. Allerdings muss man sich auch Gedanken über die Möglichkeiten machen. Ich bin überzeugt davon, dass ein Fußballlehrer, welcher sich auf Kindertraining spezialisiert hat bessere "Arbeit" abliefert als ein 0815- Wald- und Wiesentrainer. Solch ein Topmann steht halt leider nur den wenigsten zur Verfügung.
    Genausowenig wie mir ein professioneller TW-Trainer zur Verfügung steht.
    Ich würde meinen TWs wirklich gerne ein "gutes" und kindgerechtes TW-Training ermöglichen. Allerdings habe ich null Erfahrung und höchstens theoretisches Halbwissen. Vielleicht kannst du ja ensprechende Literatur empfehlen.
    Wirklich cool wäre eine Broschüre mit absoluten Fundamentals, wie man Kindern das TW-Spiel vernünftig näher bringen kann. Diesbezüglich fand ich die Beiträge im ft-Junior eher schwach. Da wurde mit T-Shirts und so herumgeworfen.

    Ich finde gemeinsame Coachingzonen total geil. Es ist Klasse mit einem anderen coach zusammen ein Spiel zu leiten. Dazu gehört natürlich ein gewisses maß an Aufgeschlossenheit! Wer das nicht mitbringt und sich als Coach so verhält wie die Boxer beim einwiegen kann sowas nicht. Miteinander ist was anderes als nebeneinander!

    :thumbup:
    Auch wenn bei uns von FPL keine Rede ist, versuche ich trotzdem die "Nähe" zu meinem Trainerkollegen zu suchen. Mit der Zeit kennt man sich eh und mit 9 von 10 Kollegen funtioniert das Prima. Vor allem bei Heimspielen versuche ich wirklich als "Gastgeber" aufzutreten, der offen und freundlich auf die Gastmannschaft und deren Betreuer zugeht. Das wirkt Wunder! Da ist es dann auch kein Problem, den Co der Gastmannschaft freundlich aber bestimmt hinter dem Tor zu "verjagen".


    Warum viele aber nicht ins Tor wollen? Weil du in dem Alter die ärmste Sau auf dem Platz bist. Kinder wollen spielen und die Action ist auf dem Feld. Da kannst du Tore schiessen, Zauberstückchen machen.


    Und als Torwart? Stehst du mit deinem im Verhältnis zum Tor winzigen Körper fast nur rum, holst die Bälle aus dem Netz und bist sonst meist Statist.
    Da kann ich schon verstehen wenn manche Kinder das ablehnen. Nicht zu vernachlässigen ist der Angstfaktor.

    Eigentlich witzig, dass mein TW genau aus diesem Grund im Tor spielen möchte. Auf die Frage warum er im Tor spielen möchte, hat er mir geantwortet:" Du Trainer, mit dem Laufen hab ichs nicht so."

    Ich möchte mal Pro und Contra (aus meiner Sicht) auflisten:


    Testspiel


    + Nettospielzeit im Verhältnis zur investierten Zeit
    + Im Normalfall kenne ich das Niveau der gegnerischen Mannschaft
    + Wenn ein gutes Verhältnis zum gegnerischen Trainer besteht, kann ich das Spiel effektiv "steuern"
    + Allgemein "freundschaftliche" Atmosphäre


    - (eventuell) fehlender Wettberwerbscharacter


    Turnier


    + Eventcharacter
    + Man hat auch mal Zeit sich mit Eltern und Spielern zu unterhalten


    - Nettospielzeit im Verhältnis zur investierten Zeit
    - kann Vorkommen dass man die gegnerischen Mannschaften und deren Niveau nicht kennt. Also kann es vorkommen, dass man gegen zu starke, bzw. zu schache Gegner antritt.
    - oft sehr "aufgeheizte" Atmosphäre". Zuschauer stehen direkt an der Bande am Spielfeld. Durch die Halle erhöht sich die Lautstärke der Rufe.


    Ich persönlich spiele lieber Freundschaftsspiele, nehme aber auch an dem einen- oder anderen Turnier teil.

    Ich verlange also von Ihnen nicht Pässe zu spielen, sondern ermutige Sie im Gegenteil dass zu machen, was sie für richtig halten. Dazu gehört auch viel Dribbling und Einzelaktionen. Ich finde es cool, wenn sie dann und wann den Pass spielen, aber eben weil sie das in diesem Moment am besten finden und nicht weil sie denken "ich muss jetzt dem passen".

    Das klingt schon recht vielversprechend.

    Jetzt habe ich beim Meisterschaftsspiel gestern einen meiner Jungs dazu ermutigt sich im Spiel den Ball einfach mal zu schnappen und dann zu versuchen das Ding alleine zu machen (er spielte Offensiv). Er war da bei den letzten Malen eher unsicher und hat eher den Pass versucht, als die Einzelaktion. Dazu muss man sagen, dass dieser "Pass" eher der Versuch war den Ball wieder los zu werden.

    Eine heikle Sache. Ich würde sagen, den Ball wegzubolzen, nur um den Ball wieder los zu werden, ist nicht in Ordnung. In diesem Fall würde ich den Spieler auch ermutigen, sich auch etwas mit dem Ball zu trauen. Allerdings - und da bin ich mir nicht ganz sicher - kann es ja auch ein Zeichen von Spielintelligenz sein. Den Ball abzuspielen weil man der Meinung ist seinem Gegenspieler unterlegen zu sein, klingt ja eigentlich recht vernünftig. Handelt es sich tatsächlich um einen kontrollierten Pass würde ich das unkommentiert akzeptieren.

    Wie haltet ihr das mit dem Passspiel in der F-Jugend. Schwerpunktmäßig integrieren?

    Den Pass an sich kann man durchaus mal - auch als Schwerpunkt - anbieten. Eines meiner derzeitigen Lieblingsspiele ist 2v1 auf Dribbellinien ala Horst Wein. Da kommen die Kids ganz von selbst drauf, wann ein Pass und wann ein Dribbling zielführender ist.

    Oder lieber spielerisch einbringen, aber nicht als Schwerpunkt?

    Ich würde sagen, dass das Eine das Andere nicht ausschließt. Ich kann ja Passspiel als Schwerpunkt anbieten und ausschließlich spielen lassen.

    Aber meinst du nicht, dass gerade aufgrund der fehlenden Autorität und Erfahrung bei einem 18-Jährigen das Delegieren und Kontrollieren von Aufgaben rund um den Fussball besonders schwierig wird?

    Natürlich wird das besonders schwierig. Ich schrieb auch, dass es nicht die Idealvoraussetzung ist. Aber dem jungen Trainerkollegen ist nicht damit geholfen, wenn er von allen nur hört, welche Versäumnisse die Vereinsleitung erbracht hat. Ich befand mich vor etlichen Jahren vor einer ähnlichen Situation und habe sie im Nachhinein betrachtet (sofern ich das beurteilen kann) mehr als gut gelöst. Irgendwie habe ich so das Gefühl, dass @MichaelW98 (so wie ich damals) gar keine Co-Trainer-Tätigkeit übernehmen will, sondern von Anfang an eigene Konzepte und Ideen einbringen will. Das kann auch funktionieren, wenn man vernünftig ist und die "Kirche im Dorf" lässt. Sofern die Kinder Spaß an Spiel und Training haben, ist das Meiste schon getan. Sie werden von sich aus lernen. Das kann man auch ohne Erfahrung machen. Wichtig ist dabei - und das kann ich nicht oft genug erwähnen - dieses Projekt auch als "Schule" für sich selbst als Trainer zu sehen. Ein unvoreingenommener Trainer, der sich selbst und seine Methoden reflektiert und die richtigen Schlüsse daraus zieht, wird innerhalb kürzester Zeit ein besserer Trainer sein, als der "alte Hase" der Stur seine Linie verfolgt.
    Ich habe das auch genauso mit meinen damaligen Spielereltern kommuniziert. Weil ich eben nicht der autoritäre Typ bin, habe ich von Anfang an gesagt, dass ich den Fußball nicht erfunden habe, aber bereit bin täglich zu lernen und mich weiterzubilden. Ich habe mit den Eltern, unter denen sich auch einige Ex-Kicker befanden, vereinbart, dass sie sich bei Bedenken bzgl meiner Methoden bitte an mich wenden sollen. Da kam einerseits manchmal Unsinn, wo man dann halt das Rückgrat haben muss um zu sagen, dass man das bestimmt nicht machen wird. Andererseits kam da auch recht oft, positiver Input den ich dann auch versucht habe zu berücksichtigen. Ich habe auch sehr oft die Eltern gefragt, was die Kids zu Hause vom Training erzählt haben. Da hört man oft sehr interessante Sachen.


    Ich glaube das diese Aufgabe - auch wenn sie sauschwer ist - auch von einem 18-Jährigen zu bewältigen ist. Auf jeden Fall ist sie "Lebensschule" im wahrsten Sinne des Wortes aus der man sehr viel mitnehmen kann.

    Oder glaubst du, dass es deswegen einfacher für ihn wird, weil er schon mal höher gespielt oder bei Bundesliga-Vereinen, wo andere Rahmenbedingungen herrschen, Praktika machen konnte?

    Ich versuche mal das bildlich darzustellen. Wenn man alle Trainerfähigkeiten zusammenfasst, erhält man ein großes Mosaik. Einmal höher gespielt zu haben ist bei weitem nicht alles (und bestimmt nicht das größte Teil), aber eines der vielen Teile die zum großen Ganzen beitragen. Genauso verhält es sich auch mit einem Praktikum.
    Ich glaube auch, dass wir uns alle einig sind, dass bei einer z.B. einjährigen Co-Trainer-Tätigkeit (beim richtigen Cheftrainer) schon so mancher Stein eine gewisse Kontur erkennen lässt.

    Bitteschön.


    Ein wichtiger Punkt ist mir noch eingefallen.


    - Halte die Eltern auf dem Laufenden. Erkläre deine Vorgangsweise (z.B. gleiche Spielanteile für alle, usw.), damit die Eltern die Hintergründe wissen und auch verstehen. Es ist eines den Eltern zu sagen, dass sie während des Spiels keine Anweisungen geben sollen. Wenn sie aber wissen, dass du z.B. einen flachen Spielaufbau von hinten bevorzugst und ihnen die Vorteile klar sind, wird niemand auch nur in Versuchung kommen, dem TW ein "Schieß doch endlich aus!" zuzurufen. Für mich hat sich dazu eine Art Newsletter bewährt, den ich ggf. schreibe und an die Eltern austeile. Viele hier im Forum bevorzugen einen Elternabend an dem solche Themen besprochen werden.

    Zunächst möchte ich mal eine Lanze für die jungen Trainer brechen. Natürlich ist es nicht ideal, wenn man gleich einen Cheftrainerposten übernimmt. Das hat aber nichts mit dem Alter zu tun. Der 37-jährige Spielerpapa der plötzlich eine Mannschaft übernimmt, wird mindestens genau so viele Probleme wie der 18-jährige Neuling haben. Leider ist es so, dass sich nicht genügend "Cheftrainer" in kleinen Vereinen finden. Umso bewundernswerter dass du dich das traust. Dass du so wenig Unterstützung bekommst, kann natürlich zu "wirklichen" Problemen führen.
    Mach dass beste aus deiner Situation und versuche jeden Tag zu lernen. Dazu ein paar Tips:


    1. Versuche von Anfang an möglichst viele Aufgaben an die Eltern und andere Vereinsverantwortliche zu delegieren. Du kannst nicht Schiri, Eingaben ins Online-System, Spielerpasskontrolle, Spielfeldaufbau, Umziehen, Kantine, Aufwärmen, Trikots waschen,... alles selbst erledigen. Im besten Fall hast du zwei Spielerpapas die dir am Spieltag und beim Training helfen.


    2. Versuche die Fußballwelt ab jetzt mit Traineraugen zu sehen und jeden Tag zu lernen. Im Positiven wie auch im Negativen. Beobachte die Kinder des Brüllaffentrainers. Wie verhalten sie sich im Gegensatz zu den Kindern des Trainers der überhaupt nichts sagt? Was hältst du vom Aufwärmprogramm deines letzten Kontrahenten? Ist dir aufgefallen, mit welcher Begeisterung der Trainer XYZ im Fernsehen von seiner Mannschaft gesprochen hat, obwohl sie verloren hat?


    3. Reflektiere dein Tun. Was hat beim letzten Training gut funktioniert? Was ist total in die Hose gegangen? In beiden Fällen ist unbedingt noch das Warum zu hinterfragen.


    4. Stecke sowohl bei Eltern, als auch bei deinen Kids die Grenzen ab. Damit meine ich, dass bei mir sachliche Kiritik von den Eltern z.B. unter vier Augen, mit mir überhaupt kein Problem ist. Allerdings will ich nicht, dass sich irgendjemand ins Spiel einmischt, geschweige denn meine Maßnahmen vor den Kindern in Frage stellt. Für die Kinder bin ich eher "Kumpel", wobei jeder genau weiß wo der Spaß endet.


    5. Zum Trainingsaufbau selbst, möcht ich dir nochmals "Spielintelligenz im Fußball" empfehlen. Außerdem finde ich die Technik- und Koordinationsparcours der MFS und die 1v1 Spiele von Coerver spitze.


    6. Ich habe das Glück, dass meine Frau Kindergärtnerin ist. Sie hat mir sehr viele Tipps im Umgang mit Kindern gegeben. Reden auf Augenhöhe, bildliche Sprache usw. Vielleicht hast du jemanden in deinem Freundeskreis der dir dabei helfen kann.


    7. Zu deiner Frage bzgl Aufwärmen vor dem Spiel, möchte ich dir erklären, wie ich das momentan mache. Ich nutze das Aufwärmen vor dem Spiel, als dritte Trainingseinheit. Dafür ist eine halbe Stunde eingeplant, wobei die Hälfte der Zeit ein 1v1 bzw. 2v2 Spiel einnimmt und die andere Hälfte ein Technik/Torschussrundlauf. Wichtig dabei ist, immer Spiele bzw Übungen zu nehmen, die die Kinder schon kennen, damit du am Spieltag nicht auch noch alles lang und breit erklären musst. Bei mir wiederholt sich meistens etwas, dass wir im Training, die Woche zuvor gemacht haben.


    8. Beziehe die Kinder mit ein. Aufbau und Wegräumen. Immer wieder mal nachfragen was ihnen besonders gut gefallen hat und was nicht.


    9. Ein Schritt nach dem anderen. Du wirst unmöglich alles, jetzt, sofort umsetzen können. Mache dir bei Training und Spiel Notizen zu einzelnen Punkten die du Umsetzen möchtest. Danach auf die Reflexion nicht vergessen.

    Wesentlich sinnvoller wäre eine wirkliche Teambuildingmaßnahme. Der Überhammer ist ein gemeinsamer Nachmittag im Klettergarten mit gemeinsamen Grillen am Lagerfeuer. Dagegen spricht die Jahreszeit und dass es relativ Kostenintensiv ist (Ist aber jeden Cent wert). Außerdem kann ich dir das EBook Teambuilding4Kids aus dem Coachshop ans Herz legen. Für diese "Spiele" sind deine Schützlinge im richtigen Alter.

    Wie schon erwähnt wurde, kann der Schuss nach hinten losgehen. Es gibt Menschen (wie mich :whistling: ) die empfänglich für pathosgeschwängerte Sportfilme sind. Hast du ein paar dieser Typen, kann ich mir schon ganz gut vorstellen, dass ein "Kino-Abend" was bewirken kann. Filme in diese Richtung gibt es ja viele (Remember the Titans, Coach Carter, Rocky,An jedem verdammten Sonntag, Goal,...). Allerdings gibt es viele, die statt Gänsehaut einen Lachkrampf bekommen (in diesem Alter ist bald mal was lächerlich). Das wäre natürlich kontraproduktiv.

    Wieder einmal viele interessante Beiträge, die manchmal schon fast philosophische Ausmaße haben. Ich würde auch noch gerne ein wenig meinen Senf dazu geben.


    1.) Mehrere schrieben davon, dass Anerkennung die Triebfeder des (ehrenamtlichen) Trainers ist. Dem möchte ich widersprechen. Natürlich ist Anerkennung etwas schönes. Etwas dass ich persönlich unheimlich zu schätzen weiß und für das ich dankbar bin. Denn Anerkennung ist keinesfalls selbstversändlich, weil viele gar nicht mitbekommen wie viel "Arbeit" und Herzblut hinter dieser Tätigkeit stecken. Aber niemand wird Trainer, weil er Anerkennung sucht. Viele hören auf als Trainer, weil sie keine Anerkennung bekommen und dadurch frustriert sind. Ich glaube, dass man Trainer aus Spaß an der Sache wird. Das ist sogar beim Vatertrainer der Fall. Ich verstehe auch, dass bei vielen dann irgendwann der Frust überwiegt. Das kann viele Gründe haben, aber wenn wir ehrlich sind, sind viele Probleme hausgemacht und können vermieden werden.
    Ich persönlich finde es einfach saucool mit anderen (kleinen) Menschen ein gemeinsames (und auch individuelles) Ziel zu verfolgen. An diesem Ziel zu arbeiten. Die Entwicklung jedes Einzelnen aus körperlicher, technischer und auch menschlicher Sicht zu beobachten. Dieses Gefühl tatsächlich etwas bewegen zu können.


    Ich finde auch, dass der "Neid" auf das Honorar des Seniorentrainers fehl am Platz ist. Nicht falsch verstehen, ich würde das Geld natürlich auch nehmen. Bei mir ist es aber so, dass mir mein Hobby derart viel Spaß macht, dass ich gerne bereit bin Geld dafür auszugeben (Literatur, DVD, Internet, Sprit,...). Dass macht jeder Modellbauer, Golfer, oder Tennisspieler auch. Ich möchte aber nicht mit unserem Seniorentrainer tauschen. Selbst wenn ich das selbe Geld wie er verdienen würde. Weil ich meine "Aufgabe" als wesentlich wichtiger und befriedigender ansehe.


    2.) Öfters fiel auch der Vergleich zwischen Senioren- und Jugendtrainer. Ich finde sehr interessant, dass in diesem Forum fast ausschließlich Kinder- und Jugendtrainer unterwegs sind. Warum?


    3.) Zu der Frage, wann denn endlich die guten Kindertrainer kommen, möchte ich sagen, dass sie langsam und schleichend, aber immer mehr werdend daherkommen. Ich hatte schon vor zehn Jahren, eine Kindermannschaft und habe damals ein paar wenige gute Trainer, viele die es nicht besser wussten und ein paar fürchterliche Idioten kennen gelernt. Mittlerweile muss ich sagen, dass fast alle zumindest mit den Kindern vernünftig umgehen. Die Trainingsmethoden kann ich natürlich nicht beurteilen. Man kann sich aber schon anhand des Aufwärmprogramms ein Bild davon machen, wie das bei "denen" so grundsätzlich aussieht. Das sieht mittlerweile viel besser aus, als noch vor zehn Jahren. Ich bin überzeugt davon, dass sich das auch noch weiter bessern wird. Vielleicht gibt es ja irgendwann in naher Zukunft auch schon ein paar Dorfvereine, mit einem rudimentären Ausbildungskonzept?

    Bitte um Verzeihung, irgendwie funktioniert die "zitieren"-Sache bei mir nicht so richtig.


    Goncare schrieb:


    Macht ihr ständig andere Übungen mit ähnlichen Schwerpunkten oder eher gleiche Übungen, bis die Kids diese können?



    Ja und nein. Ich mache niemals zwei gleiche Trainings hintereinander. Allerdings gibt es viele Übungen und vor allem Spielformen von denen ich derart überzeugt bin, dass ich sie immer wieder (vielleicht eine Variation davon) anbiete. Ich möchte mich da einigen, der Kollegen anschließen und (wieder einmal) Horst Wein empfehlen. Mit diesen Spielformen hat man schier unenendliche Möglichkeiten. Großer Vorteil von bekannten Übungen/Spielformen ist, dass man keine wertvolle Trainingszeit mit erklären "vergeuden" muss. "So Jungs, wir spielen zwei gegen zweimal eins!" ... Und ab geht die Post.


    Erkenne ich aber, dass die Spielform, die Spieler nicht mehr so fesselt, wird sie beim nächsten Training nicht mehr angewandt. Das selbe passiert natürlich auch, wenn ein großteil der Spieler, die Lernziele die ich selbst gesetzt habe erfüllen.



    Außerdem, versucht ihr Fehler die im Spiel passiert sind schon im KiFU im Training aufzugreifen? Wenn ja bis zu welchem Punkt.
    Ein Beispiel: Beim Einwurf versuche meine Jungs immer die gleichen anzuspielen. Auch wenn andere Spieler sich viel besser positioniert oder frei gelaufen haben. Ansprechen und ins Training integrieren oder lieber erst später in der D-Jugend?




    Ich hatte heute eine ähnliche Situation. Allerdings ging es in diesem Fall um meinen TW. Heute hat er (fast) jeden Ball per Ausschuss auf unseren "Mini-Messi" gespielt. Es hat nicht lange gedauert, bis der Gegner das geschnallt hat. Also wurde mein Bester von vier Gegnern umzingelt. Der Ball kam postwendend wieder retour. Das ist auf jeden Fall ein Thema, dass ich ansprechen werde. Ich möchte dass mein TW bewusst eine Entscheidung trifft, wie und zu wem er den Ball spielt. Ich möchte nicht, dass er es sich leicht macht und den Ball aus Bequemlichkeit immer nur zu einem bestimmten Spieler spielt. Ich werde aber bestimmt nicht sagen, dass er das nicht mehr machen darf. Gemeinsam mit der Mannschaft, werden wir verschiedenste Möglichkeiten besprechen und ausprobieren. In Training und im nächsten Spiel.