Ich glaube, dass man im Thema Torchancenauswertung -jeder für sich- in die Tiefe schauen muß, um letztlich alle in Frage kommenden Facetten des Themas abzuleuchten. Es gibt nicht die Empfehlung, sondern es werden möglicherweise ein Vielzahl von Antworten zutreffen, ...ich versuche mal:
1. Technik
Wissen/kennen die Spieler die Torschusstechniken (Fußstellung zum Abschluss)?
Kennen die Spieler die Körperhaltung (Kopf hinten, Kopf gebeugt usw.)
Wie laufe ich zum Abschluss an )frontal zum Ball/diagonal zum Ball usw.)
2. Druckverhalten
Viele Trainings basieren nicht auf die Spielsituationen. Man lässt nicht spielgerechte Trainingsformen abhalten und wundert sich dann, wenn der gute Spieler in der Echtzeit plötzlich ein ganz anderes Bild zeigt, als das was man von ihm kennt. Deswegen plädiere ich für viele Trainings im Hauptteil die Spielnahe sind. Das erzeuge ich über SPIELFORMEN und um Druck zu erzeugen, baue ich je nach Möglichkeit und Entwicklungsstand der Spieler...PROVOKATIONSREGELN ...ein.
3. Druck
Handlungsmöglichkeit und Handlungsschnelligkeit fallen als Begrifflichkeiten und Themen für mich unter diesen Begriff.
Hierzu fallen mir für den Warmmachteil oder einen Zwischenteil zwischen zwei Hauptteilen kinetische Trainingsübungsformen ein. Z.B. sich erschwerende Passübungsformen allein, zu zweit, zu dritt oder zu viert....wo DABEI auch noch leichte bis schwere Rechenaufgaben oder andere Fragen gelöst werden müssen und das ganze dann noch in Wettkampfform. So ermögliche ich dem Spieler eine/die Chance darauf, die viertel Sekunde schneller zu reagieren als der Gegenspieler und das unter höchstem Druck. Also unter höchstem Druck noch -zum Bauchgefühl- denken zu können, ...ist schon ein wichtiger Faktor/Baustein und Vorteil in Sachen Handlungsschnelligkeit. Es bringt mir die Ruhe die ich in einer Drucksituation benötige.
4. Rotation
Wer den Spieler immer auf einer festen Position spielen ließ (schon ab der F), der muß sich nicht wundern, dass sein Stürmer/sein z.B. im 1 gegen 1 auf den gegnerischen TW zulaufender Spieler ebend NICHT weiss, wie der gegnerische Torwart sich gerade fühlt und auch nicht weiss, wohin er nun schießen soll, weil der TW bei mittigem Stand ebend nicht in die Ecke zu springen vermarg und er weiss dann möglicherweise auch nicht, wie es für den gegnerischen TW ist, wenn der Ball dabei auch noch technisch sauber (siehe Punkt 1) unter der Möglicheit auf die Handlungssicherheit und Handlungsschnelligkeit (Punkt 2 und 3) mit viel Geschwindigkeit ins Eck hämmert.
Das kann der Spieler nicht wissen, wenn er nie z.B. Torwart war!
5. Trainereinstellung
Ein Trainer der über Mimik, Gestik oder Ton oder alles zusammen...eine Stimmung von
-Spieler darf keinen Fehler machen
-Spieler darf keine Schwächen zeigen oder haben
Angst vor Bloßstellung, vor Sanktion usw. erzeugt (verstärkt in bestimmten Altersgruppen/Pupertät usw.)...der darf sich zudem nicht wundern, wenn Spieler jeglichen Mut auf das Tun des erlernten (siehe 1 bis 4) in den entscheidenen Momenten nicht zeigt!
Fehlen die Punkte 1 bis 4 ganz oder teilweise, dürfte Jedem klar werden, warum eine Chancenauswertung so miserabel ist.
Zudem der Gedanke, dass man als derzeitiger Trainer nie genau oder überhaupt nicht weiss, wie schlecht die Vorgängertrainer trainieren ließen/wie groß dessen Anteil an den Fehlern war! ![]()
