Du kommst an einem Tag zwischen dem 07.04. - 10.04. nach 35708 Haiger und machst ein 1vs1 defensiv Seminar. Alle Trainertalker können gerne kommen und daran teil nehmen. Spritkosten und Aufwandentschädigung bekommst du natürlich. Dir stehen ca. 25 einigermassen gut ausgebildete D-Jugendliche zur Verfügung inkl. 4 weiteren aufnahmefähigen Trainern die dir nach vorheriger Absprache helfen können.
Hi, wärest du hier unter 49477 in meiner Ecke, würde ich das gern versuchen...so kneife ich. Vielleicht wäre es ein Option, den/einen Stützpunkttrainer zu animieren, Euch da eine Vorstellung zu geben. Der müßte das draufhaben, weil er die Trainingsbroschüren des Stützpunktes aus dem FF können und leben sollte. Frag da mal in Eurem Bereich an. Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass er nicht nur die Einheit vorführt....sondern von unten nach oben erklärt, warum dieses Thema so wichtig ist....hin zur Viererkette...hin zum späteren Spiel im Raum. Ohne diese Individualtaktik des einzelnen Spielers...wird man immer wieder Unsicherheitsfaktoren in der Kette haben!!! Damit dann gleich zum nächsten Zitat....
Wie kann denn ein 1gg1 keinen taktischen Bezug haben?
Ernsthaft, ich verstehe nicht, was du damit meinst?
ich unterscheide zwischen dem 1 gegen 1...das manch einer ja noch üben lässt und dem taktischen 1:1 Devensiv.
Der Trainer der von zweiterem nichts kennt...wozu du wohl nicht gehören dürftest...legt im einfachsten Sinn einen Ball an den Fuß eines Angreifers und lässt ihn im Kleinfeld -besten Fall im schmalen Feld- im Grundlinienduell ohne Tore über die Ziellinie dribbeln, was der VT zu verhindern hat. So oder so ähnlich werden doch wohl die Trainings auf den Kreisligaplätzen zum Thema Verteidigen abgehalten. Erklärt wird nichts...keine Hintergründe, keine Taktik...nur mach mal...und wer gewinnt, verteidigt gut...aus meiner Sicht...Pustekuchen!!! Und das klappt in der Breite des tatsächlichen Feldes dann oftmals nicht mehr!
Das taktische Verteidigen erfaßt die INDIVIDUALTAKTIK des Verteidigers. Ich meine damit, dass diesem Verteidiger bewußt und gezielt in Theorie und Praxis gezeigt wird, was er persönlich WIE tun muß, um
Top 1....Zeitgewinn...zu erzeugen
und
Top 2....Ballbesitz erzielt
und dabei den Gegner mit Ball aus der Gefahrenzone zu boxieren.
Ihm wird über spielnahe Trainingseinheiten zunächst im 1:1 auf schmalem Raum mit zwei Grundlinien zunächst gezeigt, wie er persönlich durch sein akutes Tun den Gegner so beeinflusst, wie ER das will. Er bestimmt durch sein Tun.
Konkret....geht er - soweit der Raum hinter ihm zum Tor das noch zulässt (Spielsituation weiter vorm Tor)....zügig auf den ballführenden Gegner zu. ENTGEGEN den meisten Fehlern geht er aber NICHT mit diesem hohen Tempo bis an den ballführenden Gegner (meist noch Fehlerhaft mit gestrecktem Fuß zum Ball)....sondern er verlangsamt vorher in restloser Arroganz (übertrieben gesagt)...und restloser Überzeugung und restlosem Vertrauen auf diese Taktik....um Top 1 (z. B. bei Kontern) oder gar Top 2 (ohne Kontersituation)...zu parieren. Er wird also -so 5 bis max. 7 Meter vor dem frontalen ballführenden Gegner langsamer und zeigt ihm allein über seine Körperhaltung....wohin er ihn haben will. Er könnte ihn bestenfalls zum Rand ableiten....umleiten, indem er ihn leicht diagonal langsam anläuft....dann...ohne auch nur einen Augenblick stehen zu bleiben...rückwärts sichelförmig die Seite aufmacht...was das Ableiten noch deutlicher für den Gegner signalisiert. Der Gegner auf Kreisligabasis wird...zu geschätzt 80 ...eher 90 Prozent die Seitenauslinie ansteuern....also aus dem Gefahrenbereich mit Ball gehen.
Danach läuft er -wiederum ohne eine Sekunde zu stehen- aus dem sichelförmigen aufmachenden Rückwärtslaufen in das Vorwärtslaufen und rennt den Ball ab.
Nun kommt das, was viele gemeinhin als Zweikampfverhalten definieren. Erst wenn er die Geschwindigkeit des ballführenden abgeleiteten Gegners aufgenommen hat...zwängt er sich mit massivst maximalem angelegten Arm und Schulter sich zwischen Ball und Gegner und übernimmt die Pille bzw. klärt sie zum Seitenaus.
Der Spieler der das verstanden hat und umgesetzt hat und über ausreichend viele positive Erfahrung in der Praxis sich auf diese Taktik verlässt, dem wird dann weiter und darüber hinaus gezeigt, dass man den gleichen Gegner im Frontalen 1:1 taktisch auch zur Mitte ableiten kann, um ihn
1. so einem Mitspieler in der Kette zu übergeben
oder
2....ganz wichtig näher vor dem Tor (dann ggf. ohne Sichel beim Aufmachen im Rückwärtslaufen....entsprechend ohne Rückwärtslaufen bei einer frontalen nahen Situation vor dem Tor)....den Gegner dazu zu bringen, den Ball mit dem "schwachen/schlechten" Fuß weiter zu führen.
Das bedeutet konkret...das dieser ballführende Gegner der meist nicht beidfüßig ist....so nicht zum Torabschluß, sprich Torschuss ansetzt, sondern den Ball abspielen wird.
Ich möchte nun nicht weiter philosophieren, weil ich denke, dass das schwierig zu lesen ist und zuviel wird. Die CD aus dem Buch "taktisches Verteidigen" von Herrn Peter....zeigt das was ich schreibe sehr gut...von oben videografiert, passend zur Broschüre "taktisches Verteidigen" des DFB und führt durch das Programm zum Verteidigen zu zweit..zu dritt...zu viert...bis zum Verteidigen zu Viert.
Das ist für mich das TAKTISCHE ....INDIVIDUALTAKTISCHE Verteidigen des einzelnen Spielers, das umpfangreicher ist, als nur ein Verteidigen ohne theoretischen Hintergrund.
P.S. (Ergänzung von 19.18 h) Zum individuellen taktischen Verhalten gehört für mich auch ...ab der D...dass der Verteidigende Spieler beim 1 VT gegen 2 Angreifer....auch erkennt (gerade näher vor dem Tor)...dass er den ballführenden Gegenspieler nicht immer (weitere Alternative) direkt wie beschrieben anläuft, sondern zunächst erst DESSEN Passweg zum nächsten Gegenspieler vor dem diagonalen Ballablaufen zustellen kann. Hierzu gehört auch die Erfahrung und das Wissen darauf, wann er das macht und in welcher Höhe er den Passweg zustellt.
Das hört sich schwierig an, ist es aber nicht. Einmal verstanden und gemacht in der Praxis...erzeugt ein geiles Gefühl und garantiert Erfolge und Ballbesitz und Sicherheit...und mehr Zeit für das Spiel nach vorne. Darüber definiert sich sogar ein ruhiges Aufbauspiel, statt ständig hinten Brände zu löschen oder einem vermeidbaren Negativergebnis hinterher zu rennen. Es sorgt für das Funktionieren des Spiels im Raum...so meine gefestigte Meinung...und ist Grundlage dafür. Gr. Andre