Ich habe meine Spieler auch immer wecken müssen....und wir spielten kurz vor dem Spiel eine Runde irgendwas...und in der Hallensaison...da gings für einen Kursprint nach draussen in die Kälte, danach eine knackige Ansprache und fertig....
...so gings damals los.
Über einige Kopfwäschen von Trainerkollegen hier änderte ich meine Meinung und erkannte für mich, dass ich bestimmte altersbezogene machbare Ausbildungsziele für die von mir zu bedienende Altersgruppe gibt. Diese sind festgelegt, da sie an bestimmte - für mich - unumstößliche Machbarkeiten angelehnt und damit festgelegt sind. Das sind Fakten, über die ich nicht mehr nachdenken muß, weil sie feststehen.
Es ging/geht nur noch darum, wie ich das - trotz meines elenden in mir schlummernden Gewinndenkens - in die Praxis umgesetzt bekomme.
Ich wollte nicht mehr allgemeine nicht altersgerechte Dinge sprachlich benennen oder in meinem Kopf bewerten, wenn sie nicht Thema der Altersgruppe waren. Dazu muß ich aber als Trainer das Gesamtpaket der Themen kennen und mit den Fakten eine Freundschaft eingehen und dazu gehörte, dass ich meinen dämlichen idiotischen Dickschädel...meine Ignoranz und meine Egobefriedigung beiseite schob.
Deshalb legte ich mir die im Forum hart erkämpften Kifu-Relgularien auf die für mich, den Verein und die Eltern unumstößlich mit mir gebucht wurden (Rotation, ähnlichste Spielzeiten für jeden Spieler, an das Alter angelehnte Trainingsthemen, die ich erschwerte oder vereinfachte, um sie interessant zu gestalten...kein Gebrüll vom Rand und eben auch...dass ich nur das bewerte, was zur Altersgruppe gehörte und nur das anmerkte, was im Training altersangemessen behandelt und nicht oder gut vom Spieler im Spiel gezeigt wurde!!!).
Diese "Philo" wurde den Eltern pro beginnender Saison erklärt. Da sie mit den Ausbildungsrichtlinien des DfB konform waren und mein Verein dieses in seinem vorhandenen Konzept von mir als Trainer erwartete, hatte ich diesbezüglich auch den Rückhalt des Vereins, was sehr wichtig war.
So kam es, dass ich in der Traineransprache ein Schauspiel lieferte, denn - bis auf das Derby/Asche auf mein Haupt - waren mir die Spielausgänge so gut wie egal. Ich entwickelte diesbezüglich eine gewisse Leichtigkeit die mir ermöglichte, den von mir erzeugten Druck auf die Spieler zu senken...vielleicht sogar zu verbannen. Ich erntete Spieler, die mir zuhörten, augenscheinlich was lernten...mein Steckenpferd war das taktische 1:1 in der Defensive, was für mich wichtigste Vorstufe für das Spiel in der Kette, ...Spiel im Raum war...also ein individualtaktisches Verhalten...als Grundlage für alle weiteren Ausbildungsstufen in späteren Jahren....und auch das entsprach dem Ausbildungssystem. Niemand erlernt in der Klasse 5 den Stoff aus 13, nur genau das geschieht sehr oft da draussen, denn Trainer erklären Dinge für das anstehende Spiel, die dort noch lange Zeit nichts zu suchen haben. Trainer bewerten Dinge, die ebenfalls noch nichts in der von ihnen zu bedienenden Altersgruppe zu suchen haben. Würden sie darauf verzichten und sich auf das besinnen, was Thema ist...so würden sie auf Spieler treffen, die ihnen folgen könnten...die Lob und sachliche Kritik verstehen und den Umgang damit zusätzlich erlernen würden.
Spieler die dementgegen ständig Kritik hören, die sie inhaltlich nicht verstehen können (weil es für sie NOCH nicht machbar ist vom körperlichen und geistigen Entwicklungsstand...weswegen es ja auch NOCH nicht Ausbildungsthema sein soll!!!)...empfinden solche Kritik als Übel,....erlernen so nicht damit positiv umzugehen..denke ich.
Deshalb...spielte ich einen Teil im Bereich des "Wachredens" und des "Mutzusprechens"...beim "Aktivieren". Ich integrierte dabei aber auch, dass ich an die Trainingsthemen erinnerte...z.B....das man sich auf die erlernte Individualtaktik (z.B. die verschiedenen Formen des Ballablaufens...Thema ab der D) erinnerte. Ich erfreute mich daran, dass die Spieler es in manchem Jahr in der obersten Jugendliga schafften, mit max. 18 Gegentoren am Ende der Saison auf einem vierten Platz zu landen und es war mir egal, ob es der zweite, erste oder dritte Platz war...mein innerer Schweineprister war deshalb aber auch nicht weg, denn ich hatte mir immer zwei Ziele gesetzt...so und nicht anders...in die oberste stärkste Gruppe zu kommen (mit der Akzeptanz darauf, das ich nichts gegen die Kifu-Grundsätze zu unternehmen, wenn das nicht klappte...denn ich wollte dort spielen, wo sie leistungsmäßig hingehören, und zwar als Team...als gesamtes Team und nicht das Team plus die drei oder vier derzeit Schwächeren). Und...ich wollte möglichst wenig Gegentore, was für mich die Meßlatte meines Tuns war...denn...rannten sie den Ball ab, gab es kaum Gegentore, was mein Steckenpferd war!
Im Spiel am Rand lernte ich, dem Spieler in diesem Thema gut zuzureden. Ich erinnerte mal - nur für die Ohren dieses Spielers gedacht - manchmal laut und sachlich an den Ablauf...und lobte auf verschiedene Arten wenn es klappte, selbst dann, wenn er den Ball nicht eroberte. Und...ich lernte auch, dass ich den Spieler mal an den Rand holte, wenns passte, um kurz in sein Ohr zu sprechen.
Und wenn alles gut am Thema entlang lief, sparte ich das auch mal für die Pause auf, dafür ist die nämlich da.
Übrigens ..zur mal am Rand...in fand am Schluß meiner Trainerzeit dazu, dass meine Spieler ab der Mittellinie das tun durften, was sie meinten..freies Spiel nach ihren Augen, ihrem Bauch, ihrem Mut. Sie durften sich offensiv auch des erlernten aus den Trainings bedienen. Damit sie das taten, lernte ich von einem jungen Trainerkollegen, welche Trainings dort zu installieren sind (viele Spielformen...Provokationsregeln) und dazu gehörte auch, dass ich ruhig blieb und alles zu beließ, wie ich es hier zuvor schrieb. Alles andere erzeugt Angst, Frust, hemmt, verhindert Spielintellingenz und Spielwitz. Wer darauf verzichten will, möge sich nicht ändern, denke ich heute. Gruß Andre