Das wie ist natürlich schon erschreckend, wenn man die Jungs so viele Jahre aufwachsen gesehen hat und auch Werte vermitteln wollte und erlebt genau das Gegenteil.
[...] genau diese Werte wie Verbindlichkeit und Zusammengehörigkeit und gegenseitige Wertschätzung
Fantomas
Ich habe durchaus auch eine Haltung und biete damit (hoffentlich) meinen Kindern Orientierung. Das sehe ich aber nicht auf den Moment bezogen sondern im Großen und Ganzen.
In der Pubertät gelten aber relativ plötzlich ganz andere Mechanismen. Der Einfluss von Erwachsenen sinkt, die Peergroup wird wichtiger. Unsicherheiten, eher niedrigeres Selbstbewusstsein, Aggressionsschübe, Leichtsinn, irrationale Entscheidungen und genervt sein - all das kann diese Zeit prägen.
Echte Erziehungsarbeit ist abgeschlossen, man versucht noch mit Regeln und Absprachen den gesteckten Rahmen zu verteidigen. Bei allem anderen muss man sich wohl eher auf die Rolle des Beraters zurückziehen.
Dass Jugendliche bezogen auf einen Wechselwunsch den scheinbar leichteren Weg des geringsten Widerstandes (heimlich, unter Vorwand) versuchen, wundert mich nicht. Dass die Jungs unangenehmen Gesprächen lieber aus dem Weg gehen ist verständlich. Die Werte der "Alten" spielt in dem Alter eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn genau diese später dann angenommen werden. In sofern ist das - ohne die handelnden Personen zu kennen - alles nicht so sehr von Drama und die Wertevermittlung war längst erfolgreich. Auch wenn diese bei den Jugendlichen ein paar Jahre pausiert.
Wenn ich die Vereinsbrille aufziehe, dann dürfte ein Trainerwechsel rund um die C/B-Jugend sinnvoll sein. Gelingt es hier noch jemanden zu finden, der eher zwischen 20-30 ist an statt die Elterngeneration zu verkörpern, hat man wohl das Optimum erreicht.
Ich habe kürzlich mit einem 14 Jährigen gesprochen, der nach nunmehr 11 Jahren im Verein sagt: ich will einfach mal was anderes sehen/machen.
All das ist doch eher Ausdruck von "ich will in die Welt hinaus" als mangelnder Werte.
Ich kann verstehen, dass sich die Jugendlichen vor solchen Gesprächen drücken.
Sehr oft habe ich schon erlebt das diejenigen die sich so wegschleichen wollen schneller wieder zurück wollen als man für möglich hält.
Der Spruch man sieht sich immer zweinmal im Leben macht selten soviel Sinn wie in der oft kleinen Fußballwelt.
Deswegen kann man den Spielern nur mitgeben das wenn sie den Verein wechseln auf einen fairen Umgang achten sollten.
100% Zustimmung. Aber so weit denkt ein Jugendlicher wahrscheinlich gar nicht.
Würde einer meine Söhne kommen und sagen: "ich will den Verein wechseln", dann bekäme er genau diesen Rat von mir.
Aber was willste machen wenn er käme mit den Worten: "ich wechsle den Verein, ich habe schon alles geklärt" und es wäre genau so mies wie oben beschrieben gelaufen?