Dadurch wird er auch möglicherweise weniger in Spielen, die wichtig erscheinen, nicht eingesetzt.
Hallo,
ein Bambini sollte immer spielen, vollkommen unabhängig vom können. Sollte ein Trainer eine größere Gruppe teilen und die schwächeren gegen vermeindlich schwächere spielen lassen, so macht er ja nix falsch. Jedes Spiel ist wichtig denn in dem Alter geht es einzig und alleine um Ballkontakte, Spaß und dem Sammeln von Erfahrungen.
Trainingsinhalte sollten unter dem Aspekt "der Ball, mein Freund" liegen und wenn ein Erstklässler (oder jünger) den Ball nicht hergeben mag, dann entspricht das vollkommen dem normalen Entwicklungsstand.
Ja, es gibt immer wieder Kinder die das Abspielen oder angreifen schon raus haben und auch schon wissen, wie sie sich freilaufen müssen. Diese Kinder haben zumeist einen großen Bruder...
Im Spiel gegen bekannte Gesichter ist es auch immer ganz anders, als gegen wildfremde Kinder. Das ganze Getöse mit Trikots, "anfeuernde" (oder fordernde) Eltern am Rande, Trainer die Anweisungen rufen, Gegenspieler die einen umrennen... auch hier ist eine Zurückhaltung bei vielen Bambinis vollkommen normal. Ihr selber formuliert ja auch einen gewissen Anspruch ans Kind.
Überlege dir immer folgendes: würdest du das alles auch machen, wenn dein Sohn Klavierunterricht nähme? Oder beim Schreiben lernen?
"er hält den Stift technisch wirklich sehr gut und beim Malen eines Hauses sieht das auch schon gut aus. Aber die Silben en und ge könnte er schneller und geschwungener schreiben. Sagt mein Mann auch, der ist Lehrer für Physik und Mathe in der Oberstufe."
Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Freude dabei, deinen Sohn beim kicken zu begleiten und ohne aktive Eltern und deren Unterstützung geht es ja nicht! Aber ich rate dir zu einer größtmöglichen Gelassenheit. Bis er auf dem Großfeld spielen muss und die Technik beherrschen sollte, ist er in der 7. Klasse. Reichlich Zeit, oder? Sei geduldig.
Und zu deiner Frage, was man im Training mit solchen Kindern macht... Geduldig sein
, die Kinder immer wieder animieren und in die Situation schubsen und warten, dass der Knoten platzt. Wenn er wirklich (!) gerne kicken geht, dann wird der Knoten platzen. Keine Sorge.
Ich habe vor geraumer Zeit einen Knirps gefragt, der immer hinten stehen bleibt und sich nicht nach vorne traut:
"Schießt du heute mal ein Tor?"
Antwort kopfschüttelnd: "nein"
ich: "warum denn nicht?"
er kleinlaut: "da sind so viele Kinder"
Ach so, ja klar, ich Depp.
Hätte ich auch sehen können. Ein paar Wochen später wars schon viel besser.
Nur mal so zu den Entwicklungsschritten:
ein Vierjähriger hasst idR. Wettkampfspiele. Die Kinder verweigern sich meist, manchmal sogar unter Tränen. Spiel mal mit einem Vierjährigen Mensch ärgere dich nicht! Das geht nicht lange gut. Daher ist das Training auf Kooperation und nicht auf Wettkampf ausgerichtet. So mancher Vierjähriger spricht das erste halbe Jahr nicht mal mit mir. (nur mal so am Rande)
Ein gutes Jahr später und zahlreiche altersangemessene Spiele weiter funktionieren einfache Wettrennen oder Staffelläufe auf einmal. Idealerweise ergattern die Kinder Teampunkte und gewinnen so gemeinsam oder eben nicht. Das macht es leichter Misserfolge zu akzeptieren. (und inzwischen müssen mir die meisten Kinder von ihrem Tag erzählen)
Am Ende der Bambinizeit sind die meisten schon erfahrene Schulkinder - ein Umstand der wie ein Katapult auf die Entwicklung der Kinder wirkt. Die Schritte sind riesengroß. Wettkämpfe wie 1vs1 werden mit großen Spaß und Ehrgeiz geführt.
Und dennoch gibt's in jedem Entwicklungsschritt Kinder die weiter sind und welche die sich noch zurückhalten.
Wenn wir Erwachsenen endlich mal die Interessen der Kinder in den Vordergrund stellen (und Tabellen und somit "wichtige" Spiele gehören sicher nicht dazu) und uns entspannen, dann würde sich vieles verbessern. Die neuen Kifu-Spiele gehen in die richtige Richtung aber es sind noch dicke Bretter zu bohren.