Mein Vorschlag basiert auf folgender Grundlage:
Team A dominiert haushoch, Team B stellt überfordert jede Gegenwehr ein. Ab diesem Moment kann man auch Hütchen als Hindernis für Team A aufstellen. (Sorry aber ich habe aktuell genau solche Team B Kinder, die hören einfach auf, wenn der Gegner zu groß oder übermächtig ist). In diesem Fall ist Fritz schon mindestens 6 mal ohne Bedrängnis zum Tor gelaufen und hat ihn reingemacht.
Gerne dann auch diese Situation: meine holen den Ball aus dem Tor, bleiben erstmal stehen und die Gegner rennen schon wieder auf sie zu. Sie überlassen diesen Jungs kampflos den Ball. Hier schreiten häufig die Kollegen schon ein mit dem Satz: "jetzt lasst sie doch erstmal hinten raus kommen."
Das sind jedoch Spiele, die keinem was bringen! Und bei so gruselig heterogenen Spielfesten liegt das ja nicht in unserer Macht. Wir haben auf den Spielfesten auch schon Spiele getauscht und solche auf Augenhöhe einfach ein zweites mal abgehalten.
Zurück zu Fritz: an diesem Tag in diesem Spiel lernt er ohne Provokationsregel gar nix mehr. Der läuft noch 6 mal los und Otto sieht den Ball auch nicht.
Wenn die Trainerkollegen meinen Vorschlag aufgreifen, dann nehmen sie meist zuerst den zweiten Kandidaten - nennen wir den Karl. Nach Karl kommt dann Otto, danach darf Fritz wieder. (ich denke ihr versteht wie das gemeint ist.)
meine 6 jährigen sind leider nicht so nett
Das ist ne steile These und ich würde meinen, dass das eher ist, was du oder andere Erwachsene in die Kinder reininterpretieren.
Kinder sind eher kooperative und nette Wesen.
Du siehst es doch schon kommen: wenn deine Sechsjährigen gegen Fünfjährige antreten müssen, weißt du doch schon was passieren wird. Warum sollte man den Kindern nicht folgendes mit auf den Weg geben: "Wenn es 5:0 steht, dann machen wir folgendes Spiel: ich rufe den nächsten Torschützen auf und nur der macht das nächste Tor. Das geht dann reihum. Probiert das mal aus."
Ob die Eltern aus Team A sich über die Extrakurven aufregen weiß ich nicht. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, darauf zu achten. Bei den Kindern habe ich Pässe gesehen,
ich habe gesehen, dass der Kopf hochgenommen wurde um den Mitspieler zu finden.
Ich habe mitbekommen, wie die Mitspieler Otto animiert haben, nach vorne zu gehen
Ich habe gesehen, dass Otto im Grunde auch unbedrängt durch die Gegner ein Tor schießen konnte.
Ich habe gesehen, dass sich Otto total gefreut hat.
Und ich habe gesehen, dass die unterlegenen Kinder wieder etwas mehr mitgemacht haben.
Unterm Strich ist das eine viel bessere Lösung als einen Spieler mehr aufs Feld zu schicken (noch ein Hütchen mehr) oder das der Gegner gar einen runternimmt. (das mag ich gar nicht). Wenn andere Provokationsregeln schon klappen: super. Ich nehme was ich bekommen kann.
Was ich nicht mache sind Geschenke an die Gegner a la "lasst sie ein Tor schießen", das wäre eine Demütigung für die gegnerischen Kinder und deren Trainer:in.
Ganz ehrlich: Geschenke sind manchmal ne gute Sache. Die Kleinsten merken das doch gar nicht und freuen sich dennoch.
Ich kommuniziere das aber auch mit den anderen Trainern bei der Begrüßung ganz offen: "ich bin mit Totalanfängern hier, alle Jungjahrgang. Wenn wir irgendwie, gerne auch mit euer Mithilfe, auch ein Tor schaffen würden, wäre das echt cool." Die Antworten sind dann meist: "das sollte machbar sein" oder "mal sehen" (hier wird das meist nix)
Und warum sollte die McD-Geschichte gut sein aber dem Gegner so zu ermöglichen, mal 2 Min kein Gegentor zu kassieren nicht? Verstehe ich nicht.
Btw: ich hatte mal mit ner F2 ein Spiel gegen Totalanfänger, seinerzeit im 7vs7 mit zwei mal 20 Min. Nach der Halbzeit hatte ich Fritz ins Tor geschickt damit er vorne nicht noch mehr "unheil" anrichtet denn auch der linke Fuß hat ihn nicht aufgehalten. Otto musste das nächste Tor schaffen und wurde von seinen Mitspielern bedient und aufgemuntert. Außerdem bat ich den TW in den letzten fünf Minuten einen reinzulassen und habe zwei Kinder vom Platz geholt:
"Karl, komm mal her - dein Schuh ist offen!"
Antwort: "stimmt doch gar nicht."
Ich habe dann den Schuh aufgezogen: "doch" 

Meine Kinder haben alle nach kurzer Erläuterung verstanden warum wir das machen. ich habe sie an Spiele erinnert, die wir 16:0 verloren hatten und dass wir netter sind und dass wir den anderen einen Ehrentreffer ermöglichen. Alle sind mitgegangen und es ist in der Tat ein Tor gefallen.
Zwei Wochen später traf ich den Trainerkollegen zufällig außerhalb vom Fußballplatz. Er bedankte sich nochmals und erzählte, dass das die Kinder total beflügelt hätte.
Und ihr müsst bedenken, dass ich immer mit dem Jungjahrgang am Platz stehe. Dass sich das im Jahr drauf schon dreht, bekomme ich ja nicht mehr (live) mit.
Toll sind die Spiele gegen andere Jungjahrgänge. Hier hören die Kinder auch nicht auf mitzumachen. Gegen die Großen aber eigentlich fast immer.