Es ist halt nicht so einfach, das zu finden, wofür das Herz schlägt.
Bei mir war es Jahrzehnte Volleyball: diese Mischung aus aggressivem Spiel ohne jegliche Aggression war absolut meins.
Man kann den Kindern nur Angebote machen. Zugreifen müssen sie schon selber. Wenn man in einem "alle kicken" Umfeld groß wird, wird man schon ne ganze Zeit lang mitmachen. Der Dropout in der D-/C-Jugend hat ja auch(!) mit dem gestiegenen Bewusstsein der eigenen Wünsche zu tun.
Ich hatte mal ein ganz süßes Gespräch mit einem sehr passiven F-ling:
ich: X, versuchst du heute mal ein Tor zu schießen?
X: kopfschütteln
ich: Warum nicht?
X: da sind so viele Kinder!
Ach so, ich Dummi. Hätte ich ja selber drauf kommen können. Ganz ehrlich: Fußball in den unteren Jahrgängen ohne Schiris gleicht gerne mal einem Schulhof: der stärkere gewinnt. Das geht mit der Frage "wer wirft ein" los und Foul ist nur wenn einer heult. Der aggressive Schubser kann im wesentlichen ziemlich frei schalten und walten. Die Kinder kommen vom Platz und jammern: die spielen so hart. Wild am Rand gestikulierende Trainer machen es nicht besser. Aber die Kinder werfen sich beim nächsten Spiel erneut ins Getümmel. Soweit so gut, sollte man also meinen.
Was für alle zu klappen scheint, muss aber nicht für jeden gut sein. Zarter besaitete Kinder gehen bei diesem Modus gerne mal unter.
