Beiträge von Willi

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    @ Rosario:
    Ich trainiere eine B-Jugend. Ich habe Duschpflicht (zumindest kostet es einen Betrag in die Mannschaftskasse, wenn man nicht duscht). Ich habe kein Problem damit, wenn in Unterhose geduscht wird. Ich dusche mit der Mannschaft.
    Wenn ich lese, dass du mich (Aussage aus deinem ersten Posting in diesem Thema) in die Nähe eines Pädophilen rückst - da muss ich mich wirklich zurückhalten.
    In deinem zweiten Posting vergleichst du Duschen mit nackt durch den Park laufen.
    Versuch mal zu argumentieren, anstatt so einen dumpfen Unsinn abzulassen.
    Hier macht dich niemand an. Du bist bisher bloß kein kompetenter Gesprächspartner.



    @ Günter:
    Du schließt von einem bedauerlichen Einzelfall auf eine Regel für die breite Masse.
    "Keine Duschpflicht, weil ein inkontinenter Junge aufhörte Fußball zu spielen" ist genauso sinnvoll wie z.B. "alle Priester totschlagen, weil ein Priester ein Kind angefasst hat".
    (Das Beispiel ist krass, ich weiß, aber ich wollte nur das wissenschaftliche Prinzip verdeutlichen, dass von einer Einzelbeobachtung nicht auf ein allgemeines Verhalten rückgeschlossen werden darf.)
    Zum Zitat von dir "wir sind keine Weltverbesserer": Nein, das sind wir wahrlich nicht. Aber wir haben die Möglichkeit und meiner Meinung nach deshalb auch die Aufgabe, einen positiven Einfluss auf Kinder und Jugendliche auszuüben.



    Warum Duschen und warum Duschpflicht?
    Nun, ich bin überrascht, wie gering manche hier den Wert einer gemeinsamen halbe Stunde mehrmals pro Woche schätzen. Das sind unschätzbare soziale Kontakte, vor allem in einer Zeit, in der sich die meisten Gespräche in meiner Kabine darum drehen, ob man gerade einen Headshot bei Counterstrike gesetzt hat...
    Natürlich bringt ein Ausflug mehr für den Teamgeist - aber wie oft mache ich einen Ausflug, und wie oft wird pro Woche geduscht?
    Neben der Steigerung des Zusammengehörigkeitsgefühls lernt man als Trainer in verschiedenen Gesprächen beim Duschen seine Spieler auch mal ganz neu kennen. In meinem letzten Training führten z.B. sechs Spieler - ein Pfarrerssohn, ein Albaner, ein Kurde und drei Deutsche (nicht christlich) - eine Diskussion darüber, welchen Beruf Jesus gehabt habe, und beleuchteten die Hintergründe der christlichen Feiertage. Ich habe ungläubig zugehört, mich aber insgeheim sehr gefreut, dass ein Thema gefunden wurde, welches sechs von Haus aus sehr sehr unterschiedliche Jugendliche an eine Abend alle interessiert hat. Zudem stand ein Spieler, der sonst eher Außenseiter ist, mal im Mittelpunkt. Sowas würde nie passieren, wenn alle einfach nach dem Training verschwinden!
    Weiteres Argument: Duschen ist disziplinfördernd. Warum lassen z.B. Trainer, die nur zwei- bis dreimal die Woche trainieren und ein Spiel haben, auslaufen? Das bringt dem Körper nichts - führt aber dazu, dass die Spieler über das Spiel/Training reden und als Team nach dem Willen des Trainers auftreten. Und damit diszipliniert werden/auftreten.



    @ Günter: Jetzt warte ich auf deine Liste der 50 wichtigeren Dinge.

    @ TW-Trainer:


    Die Hallentaktik würde mich interessieren - obwohl es noch nicht Winter ist. Obwohl, gestern hab ich im Training gefroren wie ein Schneider... :rolleyes:


    Da ich die letzten Jahre (nach meiner Trainerausbildung) A und B trainiert habe und da wenig bis keinen Wert auf die Hallenrunde (mangels geeigeneter Trainingszeiten) gelegt habe, bin ich in diesem Bereich noch relativ blank.


    Würdest du mich aufklären?


    Interessiert bestimmt nicht nur mich.

    Hallo Günter,


    ich möchte zu deinem Posting Stellung nehmen, weil ich zu großen Teilen mein "früheres Ich" wiedererkenne. Ich habe sieben Jahre lang nichts von einer Kette gehalten, so lange, bis ich mich per Trainerschein, Fortbildungen und eigener Recherche weitergebildet habe.


    "Für die Viererkette muss man die Abseitsfalle beherrschen"
    Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube unter Trainern, die keine Kette spielen. Ich trainiere oberste Staffel der B-Jugend im Bezirk - das ist immer noch soweit unten, dass keine Schiedsrichterassistenten kommen und die Schiedsrichtereinteilung ein Lotteriespiel mit gutem oder schlechtem Ausgang ist.
    Wir spielen schlicht und einfach nicht auf Abseits. Es wäre zu gefährlich. Die Kette funktioniert aber trotzdem.
    Ich bin mit einer eher nicht ligatauglichen Mannschaft momentan nicht auf einem Abstiegsplatz, was ich zu großen Teilen unserer Arbeit gegen den Ball zuschreibe.


    "Ich brauche auf den Außenpositionen fußballerisch starke Jungs"
    Die habe ich auch nicht. Geht trotzdem. Meine Sechs(er) müssen dementsprechend mehr arbeiten.


    "Wir sollten aber die Taktik im unteren Jugendbereich nicht überbewerten"
    Klares Nein. Man sollte wissen, was im oberen Bereich gespielt wird, und darauf vorbereiten. Eine Ausbildung im 1 gegen 1 bereitet super auf das ballorientierte Spiel vor und ist auch im Bereich der Taktik anzusiedeln.


    "Geht in kleinen Schritten voran"
    Warum soll ich als B-Trainer keine Kette spielen, wenn der C-Trainer sie nicht eingeführt hat?


    Generell versteht JEDER Fußballer, ob Holzfuß oder Profi, wie man sich in einer Kette bewegt. Das Problem liegt fast immer nur am Trainer, der sich nicht fortbildet, zu unsicher ist oder einfach faul (wie ich früher).


    Was mir in den Diskussionen über die Kette oft auch zu kurz kommt:
    Es ist unheimlich wichtig, dass die gesamte Mannschaft ballorientiert spielt, d.h. das ab einer festgelegten Zone Druck auf den Ball ausgeübt und entsprechend nachgeschoben wird.
    Eine Kette allein ohne ballorientiertes Spiel mündet in eine Katastrophe.


    Die Frage "spielst du mit Kette?" beweist eigentlich nur die Unkenntnis eines Fragenstellers. Es müsste heißen "spielst du ballorientiert?"

    Hallo Tub92,


    zunächst fände ich es höflich von dir gegenüber den anderen Forumsmitgliedern, Großbuchstaben zu verwenden. Das liest sich einfach besser.


    Pro Rückpass:
    - Unterlegene Teams bekommen so eine Chance, wenigstens mal ein bisschen Richtung Mittellinie zu kommen


    Contra Rückpass:
    - Spielerische Entwicklung des ganzen Teams wird gebremst. Erfolgsgeilheit + schusskräftiger Torspieler + schneller Stürmer = immer der gleiche weite Abschlag nach vorne
    - Fußballerische Ausbildung der Torspieler (insofern es hoffentlich konzeptuell mehrere sind) wird gebremst


    Insgesamt kommt es aber einfach auf den Trainer und nicht auf die Regel an. Einer der Mitersteller unseres Jugendkonzepts propagiert ganz klar, dass in der F und E jeder Abstoß und Abwurf aus Ausbildungsgründen hinten ausgespielt werden soll.

    Wir haben im Moment 2xA, 1xB, 3xC und 3xD.


    Prinzipiell spielen von A bis C die stärksten Spieler in der 1er-Mannschaft. Die Jugendleitung gibt die Kadergröße dieser Mannschaft vor (normalerweise ca. 18 Spieler). Der 1er-Trainer hat das Recht, sich aus allen Spielern seinen Kader zusammenzuholen. Der Rest geht in die weiteren Teams, hier können sich die Trainer absprechen, wie aufgeteilt wird.
    Diese Regelung wird bereits bei den ersten Personalgesprächen mit den Jugendtrainern (wer macht weiter, wer nicht) so bekanntgegeben und ist auch akzeptiert.
    Meist wird eine gemeinsame Vorbereitung abgehalten und dann entschieden, oder es werden sogar Trainings vor den Sommerferien noch in der alten Saison organisiert, damit ein Trainer alle Spieler sehen kann.
    Wir hatten bisher wenig bis keine Probleme damit, auch weil wir in diesem Bereich keine Väter als 1er-Trainer haben.


    In der D haben wir die Regelung, zwei bis drei starke Spieler des jüngeren Jahrgangs in die D1 zu ziehen. Das sehen wir als weichen Übergang von den Jahrgangsteams in F und E zur Leistungstrennung ab der C.
    Das gibt aber immer mal wieder Stress mit den Eltern, wenn die Jungs zum ersten Mal getrennt werden... komischerweise werden die größten Motzkis im ersten D-Jahr aber zu Befürwortern im zweiten D-Jahr. 8)

    Mehrere meiner Fehler:


    Ich war sieben meiner zehn Trainerjahre schlicht zu faul, um mich weiterzubilden. "Ein Schein garantiert keinen guten Trainer", "keine Zeit" (als Schüler und Student!), "die Fortbildungen liegen zeitlich doof" - das waren meine (Pseudo)-Argumente.
    Ich habe sieben Jahre lang Leute hinter Gegenspielern hergehetzt, nur weil ich es von meinen ehemaligen Trainern nicht anders kannte.


    Ich habe mich fünf meiner zehn Jahre als Trainer nicht auf das Training vorbereitet und alles nur "aus dem Bauch heraus" gestaltet.


    Ich war (und bin es wahrscheinlich noch) zu konfliktscheu. Als Jugendleiter meines Vereins sollte ich teilweise deutlichere Worte sprechen, als ich es tue.


    Ich dringe als Jugendleiter meines Vereins zu wenig auf den Aufbau einer Gesamt-Vereins-Philosophie (fußballerisch und konzeptuell), weil ich mich damit zufrieden gebe, dass es in der Jugend ganz ok läuft. So verpufft die taktische Ausbildung teilweise - die soziale sowieso.

    Der elektronische Spielbericht ist ein Thema, mit dem man sich beschäftigen sollte. Denn: er wird kommen. Über kurz oder lang wird jedes Spiel in Deutschland damit abgewickelt werden.
    Ich denke, bis in 10 Jahren dürfte es spätestens soweit sein.


    Organisatorisch muss man es sich so vorstellen, dass die Spieler aus einer Dropdown-Liste ausgewählt werden können.


    Ich sehe darin nur Vorteile. Z.B.:
    - Lästige Schreibarbeit entfällt
    - nur "freie" Spieler können ausgewählt werden - gesperrte Spieler sind automatisch nicht auswählbar
    - Die Sportgerichtsverfahren werden zeitlich sehr verkürzt - mit einem Klick geht die Stellungnahme des Schiedsrichters an Staffelleiter und Sportgericht, evtl sogar zur Info an beide Vereine
    - usw usw


    Zwar wird es wieder großes Geschrei geben - "der Verband macht so einen Scheiß und die Vereine sollen es bezahlen" - aber ich denke, in der heutigen Zeit ist es jedem zuzumuten, einen Laptop mit Netzanschluss anzuschaffen. Zumal dann eine Massenbestellung über den Verband gesteuert werden könnte.
    Ich denke hier an den Aufschrei, der damals durchs Land ging, als die elektronische Ergebnismeldung Pflicht wurde. Heutzutage ist das normal und alle finden es gut, die Ergebnisse zeitnah abrufbar zu haben...

    Hallo zusammen,


    ich habe vor, demnächst die Ballorientierung bei gegnerischen Standards einzuführen.
    Hat hierzu jemand besondere Erfahrungen / Lehrmethoden / Tipps?


    Theoretische Grundlagen sind bekannt und müssen nicht diskutiert werden. Mir geht es rein um die Umsetzung im Training.
    Z.B. als Station im Stationentraining oder als Teil eines Trainings, in dem nur Standards trainiert werden?
    Z.B. Wie vermeidet man, dass das langweilig wird?

    Ich trainier die Mannschaft wie gesagt seit 3 Jahren, mit den üblichen Höhen und Tiefen, eigentlich wie überall anders auch, nur das es manchmal halt bischen härter zugeht, den ein oder anderen Spielabbruch wegen Hauerei, zwischen Eltern, Spieler und Fans der Mannschaft mit den Gegner gabs schon. Aber nicht in dem Maße, das man sagen müsste es wäre irgendwie mords bedenklich...


    JEDE Hauerei ist mordsbedenklich.



    Zu den vorher gesagten, klar ist auch, das den Jungs die 1. Mannschaft in der ich auch spiel, die im Viertel über allen steht, ein schlechtes Vorbild ist mit ihren 7 Spielabbrüchen in einer Spielrunde mit etlichen Polizeieinsätzen.


    Du arbeitest bei diesem Verein wirklich freiwillig?



    Unter anderem Spielabbruch verusacht, weil er Schiri umgehaun hat, hier und da eine Schlägerei mit dem Gegnern angefangen


    Soll ich ihm noch einmal eine Chance geben ?


    Mal ganz ehrlich: Wenn du auf diese Antwort die Frage selbst nicht weißt, bitte ich dich inständig, SOFORT als Trainer aufzuhören.


    Klar, ein Verein hat immer auch soziale und integratorische Aufgaben. Ich bin immer einer der Ersten, die sich hierum kümmern und diese Ansicht vertreten.
    Wo aber die Gefahr besteht, dass andere in Mitleidenschaft gezogen werden, da ist ein Schlussstrich zu ziehen.
    Er hatte bei dir (zuviele) Chancen - er hatte Chancen beim Bundesligisten - er hat alle weggeworfen. Irgendwann ist es dann mal gut.



    Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob du nicht ein Fake bist, wenn ich ganz ehrlich bin.

    Istzustand


    Unsere Gemeinde (ca. 8000) Einwohner hat für unseren Verein eine tolle Sportanlage zur Verfügung gestellt. Zwei Rasenplätze und ein Hartplatz am Sportzentrum (bei der Sporthalle), ein Rasenplatz im Ort. Der Hartplatz wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in einen Kunstrasen umgewandelt.
    Wir haben also prinzipiell sehr gute Rahmenbedingungen.
    Unsere Aktiven spielen Bezirksliga und Kreisliga A, ein Aufstieg wird angestrebt. Die Quote eigener Jugendspieler in der Ersten liegt bei ca. 60%, in der Zweiten bei ca. 80%.
    Unsere Jugend hat sich stetig entwickelt. Als ich vor ca 18 Jahren anfing, in der E-Jugend selber Fußball zu spielen, hatte unser Verein genau eine C-, eine D-, eine E- und eine F-Jugend. Durch einige Engagierte zur rechten Zeit hat sich das ausgebaut bis heute: Wir können z.B. im Moment sogar zwei A-Jugenden stellen.
    Der Mädchen- und Frauenfußball wurde implementiert.
    Durch einige Weiterbildungen hat der moderne Fußball bei uns Einzug gehalten. Wir versuchen, im ballorientierten Spiel auszubilden.
    Ein Jugend-Sportkonzept wurde entwickelt. Dieses fasst fußballerische (was wollen wir wem wann und wie beibringen) und soziale (wie sollen sich unsere Mitglieder verhalten und welche "soft skills" wollen wir ihnen beibringen) Ziele zusammen.
    Die Qualität des Trainings wird durch Schulungen verbessert.
    Die Organisationsseite ist durch den Verein sehr gut abgedeckt. Z.B. kümmert sich ein Jugendausschuss mit 11 Mitgliedern um alle Belange der Jugend. Die Arbeit ist nach der "Salamischeibchentaktik" verteilt. Einer bearbeitet die externen Turniere, einer die internen, einer macht den Materialeinkauf, einer ist Bewirtungschef, es gibt vier Organisationskoordinatoren für unterschiedliche Altersbereiche, usw. usw.
    Der Verein refinanziert sich zu einem Großteil über die Durchführung von Veranstaltungen (Faschingsbälle, Hobbyturnierwoche, Jugendturnierwoche, Jugendfußballcamp, viele kleinere Aktionen).



    Sollzustand


    Die große Frage ist: Wird unser Konzept auch umgesetzt? Wir sind ein ehrenamtlich strukturierter Dorfverein (und solange ich hier Jugendleiter bin, werden wir das wohl auch bleiben). Ich kann nicht einfach Jugendtrainer vom nächsten Baum schütteln. Die große Frage ist also: Was mache ich mit einem, von dem ich den Eindruck habe, der kann oder will unser Konzept nicht umsetzen? Was mache ich mit einem zu ehrgeizigen Kindertrainer? Wir können momentan nur mit dem Faktor "Überzeugung" arbeiten, um den Trainern unser Konzept nahe zu bringen. Und den einen erreichen wir damit eben mehr, und den anderen weniger...
    Ein weiteres aktuelles Sorgenkind ist der Mädchenbereich. Wir kommen hier trotz großer Bemühungen einfach nicht auf die Zahlen, die wir gerne hätten. Zur Zeit gibt es nur eine C-Mädels-Mannschaft, in der 25 Spielerinnen vom Jahrgang 92 bis 99 trainieren - die eine mehr, die andere weniger. Schnuppertrainings werden, trotz persönlicher Einladung jedes im Ort wohnhaften Mädchens im Jahrgang, nicht angenommen.



    Verbesserungsvorschlag/Fazit


    Bezüglich der Umsetzung unseres Konzepts:
    Es müsste ein Jugend-Sport-Koordinator her, der keine anderen Aufgabe hat als die Umsetzung unseres Konzepts. Der müsste die entsprechende fachliche Befähigung haben sowie in den Ansichten über Kinderfußball und die Wichtigkeit sozialer Förderung mit unseren Ansichtsweisen übereinstimmen. Dieser Koordinator müsste aber wohl bezahlt werden. Hierzu bräuchten wir wohl zusätzlich 3000 bis 5000 € im Jahr. Im Moment sehe ich keine Chance, dies in der Gesamtabteilung durchzusetzen.
    Bezüglich der Verbesserung der Situation im Mädchenfußball bin ich ehrlich gesagt ratlos.

    @ DSV: Gutes Posting. Kann mich anschließen.



    Erfahrungen im eigenen Verein haben wir noch nicht gesammelt. Hier im Süden haben wir nicht wirklich viele 1€-Jobber - ehrlich, mit dem Thema sind wir bis jetzt auch nicht ansatzweise in Berührung gekommen.
    Bei der Teilnahme an einem Sportkreisaustausch mit Torgau (Sachsen) konnte ich mich aber mit einem dortigen Trainer über diese Problematik unterhalten. Der Verein hatte einen 1€-Jobber, der zugleich Platzwart und Trainer der D-Junioren war. Im Dezember lief seine Maßnahme aus. Und was passierte: Schwupps, weg war er und der Verein saß in der Tinte.
    Ich möchte dieses Beispiel nicht verallgemeinern, aber mir wäre als Jugendleiter irgendwie unwohl, jemanden als Jugendtrainer zu beschäftigen, der es nur macht weil er es muss. Etwas anderes wäre es, wenn der Verein so jemandem helfen könnte, der sich vorher bereits im Verein engagiert hat.



    @ Chris:
    Natürlich müssen wir nicht über Roland Koch sprechen. Jeder vernunftgegabte Mensch wird hier die entsprechende Meinung haben.
    Was ich aber überwunden glaubte, ist dieses (ich überspitze jetzt absichtlich) "Arbeitslager-Denken". Dieses "die sitzen mir nur auf der Tasche, die sollen gefälligst arbeiten" sichert zwar an jedem Stammtisch Beifall, hat mit der Praxis aber wenig zu tun. Irgendwie hatte ich dir hier eine differenziertere Meinung zugetraut.
    Seien wir mal ehrlich: Diejenigen, die gerne arbeiten würden, über die ärgern wir uns nicht. Die würde ich aber im Verein nicht haben wollen - den stelle ich z.B. als F-Trainer ein, der mittags um 16 Uhr trainieren kann, dann findet er einen Job, und weg ist er und ich stehe dumm da.
    Und diejenigen, die nicht arbeiten wollen, will ich in meinem Verein ganz sicher nicht haben...

    @ mib1987:
    Ganz einfach: Dein Verein verarscht dich. Die Strafen gehen an den Verein und der muss sie auch zahlen. Dass die Trainer für Nichtmeldungen zahlen müssen, kann höchstens eine vereinsinterne Absprache sein. (Haben wir übrigens auch in ähnlicher Form: Nichtmeldungen gehen aus der Mannschaftskasse raus bzw. die Mannschaften bekommen am Saisonende weniger Geld von uns in dieselbe).


    Beim Fußball scheint "was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht" ganz extrem ausgeprägt zu sein. Groß war das Geheule, als vor drei Jahren in Württemberg die Meldepflicht eingeführt wurde. Heutzutage ist das alles normal und jeder Trainer ab der E bis zu den Herren / Damen freut sich darüber, eine Stunde nach Spielschluss das Ergebnis der Konkurrenten zu kennen. Wenn ich da an früher denke... teilweise wusste man am letzten Spieltag nicht, ob man Meister werden kann oder absteigt...


    Hallo TRPietro,


    wir waren ja bis jetzt nicht die besten Freunde in diesem Forum.


    Bezüglich diesem Punkt kann ich dir aber ganz klar sagen: Respekt! Du hast das gemacht, was Aufgabe des Jugendleisters gewesen wäre. Nämlich deutliche Worte gesprochen.


    Meiner Meinung nach kommt Drop-Out zu 20 % von den Spielern und zu 80 % vom Verein oder den Trainern. Eine Situation, wie du sie bei eurer B1 schilderst, schreit ja geradezu nach Problemen.
    Ich hatte aus deinen anderen Postings eigentlich entnommen, dass ihr relativ hochklassig spielt? In der B1 nicht, oder wie? So eine Lösung könnte ich mir nichtmal für unsere Bezirksniveau-Mannschaften vorstellen...

    Schwieriges Thema. Was mir beim Durchlesen in den Sinn kommt:


    1.
    Wie koeppchen schon schrieb: Warum muss sich die Jugend nur über Beiträge finanzieren? Wir sind ein Verein mit 20 Jugendteams, der Ausgaben im unteren fünfstelligen Bereich pro Saison für seine Jugendmannschaften hat. Diese Ausgaben werden bei uns durch Beiträge allein nicht gedeckt. Deswegen gibt's im Winter eine Hallenturnierwoche und im Sommer ein Jugendfußballcamp. Durch diese Einnahmen decken wir unseren Finanzbedarf ziemlich komplett ab. Jedes Kind hat einen Ball, fürs Hallentraining gab es kürzlich 60 Futsalbälle, wir haben insgesamt 11 bewegliche Trainingstore...
    Würde man einige Sponsorenverträge der Gesamtabteilung, die vor allem wegen der Jugend sponsern, noch in die Zahlen mit hineinrechnen, subventionieren wir sogar noch andere Bereiche quer.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Für die niedrigen Beiträge helfen die Eltern eben bei den Veranstaltungen. Das Argument überzeugt jeden, der nachfragt. Im Großen und Ganzen haben die Trainer auch keine Probleme, die Helfer zusammenzubekommen, manchmal eben mit mehr Mühe, manchmal mit weniger.


    2.
    Es wurde in diesem Thread geschrieben: Man sollte die Finanzsituation von Aktiven und Jugend trennen. Warum denn das? Ich als Elternteil würde auf die Barrikaden gehen, wenn ich mehr Beitrag bezahlen soll, die Abteilung sich aber gleichzeitig einen Herrentrainer leistet, der im Monat vierstellig verdient. Ich würde - meiner Meinung nach zurecht - darauf hinweisen, dass zuerst über die vereinsinternen Prioritäten nachgedacht werden sollte, bevor alle mehr zahlen. Für mich gilt: Jeder Bereich sollte sich bemühen müssen, einen zumindest ausgeglichenen Deckungsbeitrag zu leisten.

    Hallo Uwe,


    ist es technisch möglich, dass man direkt von der Themenansicht auf z.B. die letzte Seite eines Threads klicken kann?
    Das kenne ich aus anderen Foren.
    Wäre eine kleine Erleichterung - würde immer einen Klick sparen.

    Man kann doch nicht jedwede Entwicklung - egal in welche Richtung sie geht - als modern und richtig bezeichnen, und die, die eine andere Auffassung haben, als antiquiert sehen. Gerade bei gesellschaftlichen Entwicklungen finde ich das höchst problematisch. Von denen hat es schließlich schon zahlreiche gegeben, die auch wieder rückgängig gemacht worden sind (68er jetzt mal als Beispiel). Jede davon hat einen wichtigen Beitrag geleistet. Es wünscht sich wohl kaum einer die Gesellschaft vor den 68ern zurück, doch wird wohl auch kaum einer die Gesellschaft wünschen, die den 68ern so vorschwebte. Ein bisschen ähnlich verhält sich das meiner Meinung nach hier: Es war gut, dass für dieses Problem, das früher zu sehr unter den Tisch gekehrt wurde, sensibilisiert wird. Es wäre vielleicht gut, wenn das Pendel jetzt aber auch wieder ein wenig in die andere Richtung schwingt.


    Klasse Posting von Chris, dem ich mich nur anschließen kann. Man muss sich der "Gefahr" bewusst sein - aber seinen ganzen Alltag danach auszurichten, halte ich für deutlich übertrieben.


    Eine Geschichte aus unserem Verein, die vielleicht nachdenklich macht:
    Ich (Jugendleiter) wurde vom mir persönlich bekannten Polizisten aus der Polizeistation unseres Dorfes angerufen. Seine Frau sei in der S-Bahn neben ein paar Kindern gesessen, diese hätten darüber gesprochen, ihr Trainer habe Nacktvideos von ihnen gedreht und sie ins Internet gestellt. Er konnte mir einen Namen eines der Jungen nennen, da dieser eher selten war, wusste ich wer gemeint sein musste - ein Spieler unserer D-Jugend.
    Ich war natürlich erstmal geschockt. Nach langem Nachdenken habe ich die Trainer informiert und einen Termin mit dem entsprechenden Jungen gemacht. Im Gespräch mit ihm stellte sich heraus:
    Ein Spieler wollte total witzig sein ( wie gesagt - D-Jugend-Alter :) ) und hat mit seinem Fotohandy ein Foto duschender Mitspieler gemacht. Diese haben sich dann beim Trainer beschwert - "wir haben Angst, der könnte die ja ins Internet stellen" und der Trainer zwang den Spieler, das Foto zu löschen.
    Diese Geschichte wurde am nächsten Tag in der Bahn erzählt - die Frau des Polizisten hat nur die Hälfte mitbekommen - so schnell sind Trainer Kinderschänder!!
    Ein damaliger Trainer sagt noch heute zu mir, dass er diese Geschichte damals immer noch nicht verwunden hat - das man das überhaupt von ihm glaubte. Er war noch einige Zeit als Trainer aktiv, war nach dem Training aber immer spätestens nach fünf Minuten weg und hat immer daheim geduscht - einfach weil er zu viel Angst hatte.