Ich denke aber Du hast was nicht richtig gelesen. Es geht darum, dass die Mannschaft von NF 2x1,5h trainiert und ein Spiel macht. Die Mama von Kind2 sagt: Mir ist das zuviel - er kommt nur einmal weil er noch Auswahltraining hat. Das heißt 1mal von 2mal = 50%
Ja - aber das Kind macht doch trotzdem zweimal die Woche Training. Es trainiert also genau so viel wie die anderen Spieler. Du erweckst immer den Eindruck, der Spieler mache weniger.
Kind2 kann meinet wegen noch 5 Trainingseinheiten pro Woche bei Bayern München direkt bei van Gaal trainieren. Das interessiert mich als Trainer der D-Mannschaft (wie NF das ist) nicht. Ich habe eine (meine!) Mannschaft zu betreuen, auszubilden und aufzustellen. Ich bin der Mannschaft verpflichtet. Sie vertraut mir und ich vertraue ihr. Die Aufstellung mache ich nach für jeden nachvollziehbaren und Kriterien wie z.B. Trainingsteilnahme und Leistung.
Hierzu zwei Dinge:
Erstens sehe ich hier Kirchturmdenken. "My team is my castle." Du hast ein talentiertes Kind - das kann sich am Stützpunkt weiterentwickeln. Warum willst du ihm diese Chance verwehren?
Zweitens kann man doch auch nach den von dir genannten Kriterien aufstellen, wenn man weiß, dass das Kind zweimal die Woche trainiert und bei dem einen Mal, bei dem es bei mir trainiert, sauber mitarbeitet. Am Stützpunkt wird es sich wohl auch nicht hängen lassen.
Hier gibt es keine Aufweichung. Wer einmal damit anfängt hat spätestens nach 3 Monaten ne Horde Mamas und Papas im Genick, die Mannschaft fängt zu nörgeln an und an ein ruhiges Arbeiten ist nicht mehr zu denken.
Genau das meinte ich mit schwarz und weiß.
Wenn ich sauber und nachvollziehbar argumentiere und hinter meinen Entscheidungen stehe, aber trotzdem für sachliche klärende Gespräche zur Verfügung stehe, bekomme ich als Trainer erfahrungsgemäß keine Probleme.
Gerade wir, die wir eher im "Breitensport" tätig sind - keines unserer zu betreuenden Kinder wird später sein Geld mit Fußball verdienen - sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass unsere Hauptaufgabe letztendlich in Vermittlung von sozialer Kompetenz liegt. Hört das Kind wegen dir auf und treibt dann keinen Mannschaftssport mehr - wo soll es die dann lernen?
Was mich bei solchen Eltern voll ankotzt ist, dass sie die Kinder meist überall reindrücken. Der Filius muss alles machen. Englisch im Kindergarten, Skikurs mit 5J., Musikinstrument spielen spätestens in der ersten Klasse, Schwimmkurs auch im Kindergarten, im Fußballverein mitmischen, ins Sommer-Ferien-Camp des BFV gehen, Auswahlspieler sein und dann damit angeben
Jo - ich kann diese Eislaufeltern auch nicht leiden - und ich habe in 10 Jahren Jugendtrainer und Jugendleiter durchaus einige kennengelernt. Schlimmer finde ich allerdings Menschen, deren Kinder ich teils mehrere Jahre trainiert habe, aber sie noch nie auf dem Sportplatz gesehen habe.
Aktuell sehe ich aber als viel größeres Problem die schulische Belastung, Stichwort G8, und der "Zwang zum Gymnasium". Wird hier ja in einem anderen Thema diskutiert.
Interessant wäre für mich, wenn du kurz auf meine These eingehst, dass der Verein mit der Meldung zur Sichtung eine Entscheidung getroffen hat und der Trainer die Folgen damit implizit zu tragen hat. Wie siehst du das?