Beiträge von fak

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    Bei uns gibt es eine Mischregelung. Zum Beispiel spielen Kreismeister der D- und C-Jugend gegeneinander einen Bezirksligaplatz aus in einer Relegation. Dann gibt es diverse Regelungen mit bestplatzierten überkreislich spielenden Mannschaften aus dem Kreis usw. usf. Ist recht kompliziert, versucht aber dem Unsinn, den du beschrieben hast, zu begegnen. Führt dann allerdings auch wieder zu komischen Dingen; in diesem Jahr steigen wir sowohl mit der D-Jugend als auch mit der C2 auf, weil die D-Jugend im Kreis Dritter geworden ist hinter zwei Mannschaften, die weder im D-Jugend noch im C-Jugendbereich das sich daraus ergebende Aufstiegsrecht nutzen können, weil jeweils schon Mannschaften aus dem Verein in der entsprechenden Liga eingegliedert sind.


    Ich glaube, dass für unterschiedliche Vereine unterschiedliche Dinge sinnvoll sind. Bei den hochklassigen Vereinen macht das durchgängige System, wie es jetzt vielerorts ist, durchaus Sinn, weil da regelmäßig gute Mannschaften zusammenkommen. Bei Dorfvereinen, die mal einen guten und mal einen schlechten Jahrgang haben, ist es meist unsinnig. Eine weitere Art, dem zu begegnen, ist, dass im unteren Bereich (bei uns: bis einschließlich Bezirksliga) im ersten Halbjahr eine Qualifikation gespielt wird und dann die Mannschaften in Kreisstaffel, Leistungsklasse (=höchste Kreisklasse) und Bezirksliga sortiert werden. Wird bei uns in der A-Jugend praktiziert und soll in Kürze auf C- und B-Jugend ausgeweitet werden. Ich halte das theoretisch für ein gutes System, habe aber noch zu wenig Einblicke, um wirklich sagen zu können, welche Folgen das hat.

    Dass das ohne Regeln ausartet kann ich mir gut vorstellen. Bei uns ist klar, dass es keine Antworten auf Informationen geben soll - sonst hat man nämlich dann 30x "ok" in der Gruppe stehen und es vibriert alle 2 Minuten. Brauchte am Anfang ein paar Erinnerungen, läuft aber mittlerweile.

    Meine Beobachtung hier im Kreis ist, dass außer uns eigentlich niemand Verteidiger vernünftig ausbildet. Einerseits schon individualtaktisch nicht und dann spielen in der Regel auch die talentierteren Spieler in den meisten Vereinen nie in der Abwehr, sondern immer zentrales Mittelfeld oder Sturm. Auf Bezirksebene sieht es etwas anders aus, da sind wir vereinzelt schon Vereinen begegnet, bei denen sowas auch beigebracht wurde. Im Stützpunkt hier sieht es dann etwa so aus, dass da in dem Jahrgang, mit dem ich in unserem Verein mitgehe, genau ein Verteidiger im Stützpunkt ist und der ist von uns (und sah in dem einen Stützpunktspiel, das ich mir mal angeschaut habe, mehrfach schlecht aus, weil die anderen Verteidiger da vogelwild durch die Gegend rennen und er dann mit seinem trainierten Verhalten (etwa absinken, wenn kein Druck auf dem Ball ist) aus dem Verhaltensmuster der anderen rausfällt). Das Problem hier ist aus meiner Sicht eher, dass es keine guten Verteidiger gibt, weil keine ausgebildet werden; nicht, dass man sie beim Sichten übersehen würde.

    Das ist nur solange richtig, solange sie ihre Infos auf alternativen Wegen erhalten ;) Bei mir lesen sie die Mails nach dem letzten Training - sonst wüssten sie nicht wer spielt.


    Grüße
    Björn


    Nebenbei wird so gleich noch die Nutzung von vernünftigen Kommunikationsmitteln geschult *Daumen rauf*.


    Wir benutzen allerdings auch whatsapp, da die Trainerkollegen da weniger Bedenken haben und ich auch keinen Bock habe, mich bei allen Dingen quer zu stellen, die halt sowieso alle machen, auch wenn ich's für problematisch halte. Ist bei uns auch getrennt in eine Gruppe mit den Trainern und eine Gruppe, die die Spieler untereinander haben, in der sie sich dann ihre 400 Nachrichten pro Tag um die Ohren knallen können, wenn sie Lust haben. Die Gruppe mit den Trainern ist meist nur für organisatorische Informationen, manchmal kommt auch mal ein kurzes Video rein, etwa vom eigenen Spiel, oder bei der WM letzten Sommer etwa haben wir während der Spiele manchmal auf bestimmte Dinge hingewiesen, die bei uns auch schon Trainingsinhalt waren.

    Geschlossene Fragen sind in deinem Beispiel aber dann ja kein Fehler, sondern Design. Und es gibt ja durchaus Kontexte, in denen geschlossene Fragen oder etwa Fragen mit Skalenbewertungen sinnvoll sind. Das ist aber natürlich nicht der Fall, wenn man neue Antworten haben will, wie es bei einer Umfrage, wie du sie vorschlägst, der Fall ist (wobei es natürlich, wenn man einen Statistiker im Verein hat, vielleicht ganz interessant sein könnte nach einer Ursprungserhebung mit offenen Fragen dann die Oberbegriffe/Kategorien die man bei der ersten, qualitativen Umfrage erhalten hat, quantitativ abzufragen). "Wie wohl fühlst du dich im Verein" ist aus meiner Sicht dabei keine wirklich offene oder zumindest keine gute offene Frage, weil darauf die Antwort "sehr wohl" oder "momentan nicht so besonders wohl" möglich ist, die einem dann nicht besonders weiter hilft. Also vielleicht eher sowas wie "welche Dinge im Vereinsleben führen dazu, dass du dich wohl fühlst/welche Dinge im Vereinsleben führen dazu, dass du dich nicht besonders wohl fühlst", vielleicht als Anschlussfrage. Ich wollte ja auch nicht darauf hinaus, dass eine Umfrage nicht helfen kann, aber mit der von dir spontan formulierten Frage geht's natürlich nicht (was aber ja auch normal ist, war ja wohl nur als generalisiertes Beispiel gedacht, wie jetzt klar wird). Generell können Umfragen sicherlich helfen, auch in Vereinen, aber ich wehre mich etwas dagegen, alle Bereiche des Lebens mit Daten erfassen zu wollen, auch einen Verein, in dem man sich in der Freizeit bewegt. Bin mir gerade nicht so sicher, ob das rational ist, aber irgendetwas sträubt sich bei mir dagegen.

    Naja, ganz so schwer ist das nicht, da kann man sich ja beispielsweise von Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit oder ähnlichen Publikationen inspirieren lassen. Wir kaufen recht regelmäßig die GEO Wissen, ich meine, da habe es auch schon mehrere Fragebögen zur Selbstauswertung in der Heftmitte gegeben. Und ansonsten könnte man ja auch mit den Spielern reden und sie fragen, was sie gut finden, was weniger, was sie sich vielleicht noch wünschen und auf welche Angebote sie gut verzichten könnten. Das könnte man auch schriftlich machen. Das ist aber halt ein bisschen Arbeit, sowohl im Entwurf als auch in der Auswertung. Und man muss natürlich auch kritikfähig sein, da könnten ja Dinge drin stehen, die man vielleicht nicht hören möchte. Außerdem werden sich womöglich die Befragten nach den Ergebnissen der Befragung erkundigen..


    Wobei ich denke, dass ich die wesentlichen Punkte bereits erwähnt habe. Man möchte Wertschätzung, Anerkennung und Respekt erfahren. Zentrale Punkte sind ja häufig die Berücksichtigung im Spielbetrieb und dass das Klima innerhalb der Mannschaft in Ordnung ist.

    Natürlich kann man sich es - vielleicht - schon irgendwie denken. Aber sonst muss man schon, wie du schreibst, einen etwas größeren Aufwand betreiben, wenn sowas vernünftig sein soll. Einfach mal fragen, wer sich wohl fühlt und wer nicht führt halt noch zu nichts. Und da halte ich es dann im Fußballverein, wo man sich regelmäßig sieht, für wünschenswert, dass solche Dinge eher im Gespräch geklärt werden und im regelmäßigen Umgang, nicht mit Fragebögen. Wobei es vielleicht sinnvoll sein könnte, so eine Fragebogenaktion zu machen, wenn man das Gefühl hat, dass Dinge massiv falsch laufen.

    Wir hatten in der Saison nur einen einzigen Eckball :D Lag aber auch einfach daran, dass wir uns auf das übelste Kontern konzentriert haben und eigentlich die meisten Konter eben gesessen haben oder etwas anderes am Ende stand. Deswegen wurde das bewusst nicht trainiert, da wir körperlich einfach zu unterlegen waren und uns auf das spielerische Konzentriert haben... (erste Spiel 0:12, das Rückspiel dafür 3:1 gewonnen, klare Entwicklungen). Jetzt kommt so langsam die Zeit, wo wir das auch etwas öfters behandeln werden. Aber intensiv ist dafür keine Zeit. Ich bringe den Kids lieber das gute Passspiel bei. Aber die Version 2 von Björns Eckball Variante haben wir auch in etwa so zuletzt trainiert. Allerdings stellen wir auch einen Spieler auf den Torwart oft.

    Gerade wenn man körperlich unterlegen ist sind meines Erachtens Eckballvarianten wichtig. Wenn man fünf Ochsen drin hat und die in den Strafraum in nen hohen Ball reinlaufen lässt, kommen auch Tore bei raus (wobei auch da natürlich Varianten etwas bringen können), aber wenn man körperlich unterlegen ist, dann sind die Erfolgschancen mit nem einfachen hohen Ball ohne Plan äußerst gering. Ich werde zum Beispiel nächste Saison oft eine ziemliche Zwergentruppe, überwiegend jüngerer C-Jugend-Jahrgang betreuen und meistens gegen Mannschaften mit überwiegend älterem Jahrgang spielen und überlege deswegen gerade, ob ich den zwei kurzen Eckballvarianten, die wir im Trainerteam letzte Saison hatten, noch eine dritte kurze hinzufügen sollte. Eine von Björns finde ich dafür auch interessant.


    Diese Wertschätzung läßt sich auch ganz einfach messen, in dem man in regelmäßigen Vereinsumfragen die Antworten auf die Frage: "Wie wohl fühlst du dich im Verein" auswertet. Die Ergebnisse dieser Auswertung sollten widerum in Maßnahmen einfließen, dessen Wirksamkeit sich anhand der darauf folgenden Vereinsumfrage feststellen läßt.

    Äh...und wie schließe ich aus der Antwort auf die Frage auf Maßnahmen, die das Erleben dieses Spielers verbessern? Glaskugel?

    Bei euch werden Wechsel vorzeitig kommuniziert?Bei uns weiß man oftmals erst von einem Wechsel, wenn die Wechselkarte per Einschreiben kommt.

    Wurde vorher angesprochen, dass im Falle einer Wechselabsicht frühzeitig ein Gespräch gesucht werden sollte? Ich denke viele Jugendliche, gerade die, die sich auch gerne große Versprechungen machen lassen, machen sich da gar nicht so Gedanken drüber, dass das dann irgendwie doof für den abgebenden Verein ist, wenn er auf einmal vor vollendete Tatsachen gestellt wird, obwohl es aus Erwachsenen- und Trainersicht offensichtlich scheint.

    Ist alles richtig, man kann an allen Dingen auch in einer Platzhälfte arbeiten. Nichtsdestotrotz finde ich es vorteilhaft, wenn man auch mal den ganzen Platz hat und dementsprechend auch am richtigen Ort auf dem Platz trainieren kann. Gerade wenn etwas neu eingeführt wird kann ich so besser schon mal ansatzweise ein Gefühl dafür vermitteln, was wann an welchem Ort auf dem Platz zu tun ist. Diesen Aspekt habe ich nicht drin, wenn ich an einem anderen Ort auf dem Platz trainiere. Dabei ist es für mich auch nicht sinnvoll, von irgendjemandem zu erwarten, das alleine anhand von theoretischen Anweisungen umsetzen zu können. Unabhängig von der Qualität der Spieler ist es doch etwas anderes, ob ich etwas theoretisch verstehe oder ob ich es dann auf dem Platz richtig umsetze. Theoretische Anleitungen helfen, reines Training der Abläufe unabhängig vom Ort hilft immens, aber letzten Endes geht es um die Umsetzung am richtigen Ort im richtigen Moment und die kann ich im Detail nur am richtigen Ort üben. Was aus meiner Sicht vorrangig in Spielen geschehen sollte, aber auch mal im Training, wenn man die Möglichkeit hat. Wobei es da sicherlich auch wieder stark auf die Vorerfahrungen der Spieler ankommt. Ich argumentiere auch aus der Sicht eines C-Jugendtrainers, der letzte Saison viele Spieler auf das Großfeld geführt hat und jetzt wieder vor der Aufgabe steht. Insgesamt haben wir in der Saison wenig Zeit mit Spielen 11 gegen 11 verbracht, weil sie halt auch dem einzelnen Spieler auf Dauer wenig bringen für seine Entwicklung; aber gerade in der Vorbereitung haben wir einige Male 11 gegen 11 gespielt um ein Gefühl für den Platz zu bekommen.


    Aus meiner Sicht kann man jedes mannschaftstaktische Element auf einem halben Platz trainieren, man muss es nur aus dem 11vs11 herleiten und wettkampfnah bzw. wettkampgemäß in einem bestimmten Ausschnitt trainieren.

    Grundsätzlich stimme ich dem zu. Schwierig wird es aber aus meiner Sicht etwa beim Mittelfeldpressing bzw. überhaupt beim Verhalten im gesamten Verbund. Der Hauptfokus liegt darauf, die einzelnen Elemente hinzubekommen, aber ich finde es doch wünschenswert, die ganze Bewegung auch mal auf dem Platz durchzugehen (das reicht aber 1-2x in der Vorbereitung, nicht öfter). Und beim Mittelfeldpressing etwa finde ich es durchaus hilfreich, wenn man das auch an der Stelle auf dem Platz machen kann, wo es dann hinterher auch stattfinden soll. Natürlich kann man den Ablauf aber auch auf einer Platzhälfte machen.

    Problem ist bekannt ;-). Ich denke, dass du dann eben nur in Ausschnitten trainieren kannst. Also Spieleröffnung, Spielfortsetzung und Angriffsmittel separat bzw. Abwehrverhalten in verschiedenen Zonen separat. Ist natürlich suboptimal; wobei ja ein Großteil des Trainings sowieso eher in Ausschnitten stattfindet und nicht immer im ganzen Spiel. Trotzdem würde ich versuchen, mal irgendwann eine Zeit zu finden, zu der du auch mal alles zusammen auf dem Platz durchgehen kannst (mal samstags morgens trainieren? vor einem Freundschaftsspiel sehr früh anreisen, wenn klar ist, dass der Platz dann schon offen und nicht belegt ist?). Dann findet das zusammenfügen der Elemente aber halt hauptsächlich in Spielen statt. Einerseits notgedrungen, aber letztlich kannst du ja auch nur im Spiel unter Spielbedingungen die Anwendung im Kontext richtig lernen.

    @fakEuer Verhalten finde ich absolut vorbildlich! Leider findet man das viel zu selten, bzw. ich selbst habe noch keinen Verein erlebt, der das so umsetzt. Daher nochmal: Ganz großen Respekt!


    Grüße
    Oliver

    Naja, wir haben das so als grundlegende Haltung, die ich schon auch sehr gut finde. Ich kann das aber hier natürlich in der Kürze nur so in Grundzügen darstellen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es dann wirklich so gut umsetzen. Denn ich weiß ja nicht, ob ein Spieler nicht vielleicht doch besser gewechselt wäre und ob ich es wirklich schaffe, das neutral zu beurteilen. Aber wir versuchen es zumindest. Und diese Haltung geht aber vielleicht auch nur dann wirklich, wenn man insgesamt ganz gut aufgestellt ist. Wenn es darum geht, ob man überhaupt noch irgendwie eine Mannschaft gestellt bekommt oder dass einem regelmäßig viele Spieler abgeworben werden, dann ist es wahrscheinlich nochmal schwerer, zu Wechseln eine halbwegs neutrale Haltung einzunehmen.

    In höheren Jahrgängen sehe ich dass auch so. Allerdings bin auch da auch für eine kürzere Pause. Bei vielen Vereinen ist ja da oft 5 Wochen oder länger überhaupt kein Betrieb. Ganz klar ist die Sache, wenn auch mal der Trainer ne Pause braucht (ist ja durchaus legitim). Bei mir ist es allerdings noch immer so, dass ich das nächste Training gar nicht erwarten kann :D


    War bei uns auch nicht so, dass wir keinen Bock mehr gehabt hätten. Dazu sind der andere Haupttrainer und ich im Team viel zu verrückt. Aber wir hatten den Eindruck, dass nach einer Pause dann doch die Qualität wieder etwas besser wurde, man etwas entspannt hat und auch neue Ideen kamen. Das Gehirn hat ja zwei grundlegend verschiedene Modi, die eigentlich eher kurzfristig umgeschaltet werden, aber ich habe da auch den Eindruck, dass sich das langfristig auswirkt. Wenn man mal Pause macht kommt man aus dem fokussierten Modus raus, schaltet in den diffusen Modus und so wie einem die entscheidenden Ideen für eine Aufgabe auf der Arbeit oder für einen Umgang mit zwischenmenschlichen Dingen nicht beim Grübeln, sondern unter der Dusche oder so kommen, so kommen dann gute Ideen für Veränderungen beim Fußballtraining auch in der Pause und nicht im regelmäßigen Betrieb. Unter anderem deswegen haben wir dann jetzt zwei Wochen Pause über Weihnachten und zehn Tage bis zwei Wochen im Sommer. Längere Pausen halte ich auch nicht für sinnvoll; bei uns schaffen es die entsprechenden Kandidaten auch schon in zwei Wochen, die Hälfte dessen, was sie mal konnten, zu verlernen...

    Wir haben gerade in dem Altersbereich auch oft ohne Pause durchtrainiert. In höheren Jahrgängen haben wir gemerkt, dass es Spielern und vor allem Trainern aber gut tut, sowohl im Winter als auch im Sommer mal eine Pause einzulegen. Bin mir nicht ganz sicher, ob wir das in den früheren Jahren nur nicht so wahrgenommen haben, oder ob es tatsächlich anders war.

    Ich glaube gerade wenn man langfristiger mit einer Mannschaft zu tun hat, kann es helfen, immer wieder zu klar zu machen, dass man nicht grundsätzlich etwas gegen Wechsel hat und die Spieler dahingehend zu begleiten. Wir haben frühzeitig mit den besten Spielern und deren Eltern darüber gesprochen, dass irgendwann Anfragen kommen werden und sprechen auch bei jeder Anfrage dann wieder mit den Spielern darüber. Teil der ursprünglichen Ansagen war dabei, dass wir gerne schnell über Anfragen informiert würden, eben um den Spielern und Eltern unsere Einschätzung geben zu können und weil wir es als faires Verhalten ansehen. In zwei Fällen haben wir bislang auch schon Kontakte zu anderen Vereinen hergestellt, um Spieler dorthin zu vermitteln. Wenn man so verfährt kann es vielleicht klappen, dass man in dieser Hinsicht eine gewisse Glaubwürdigkeit bei Spielern bekommt und diese dann etwas darauf geben, wenn man sagt, dass ein Wechsel in einem bestimmten Fall nicht sinnvoll ist. Grundlage ist aber natürlich, dass man dann auch versucht, so neutral zu sein und im Sinne des Spielers zu denken, wie das in der Position als Trainer möglich ist.

    Bei uns haben im Laufe der vergangenen Saison viele Spieler Anfragen bekommen, davon auch viele seltsame. Da wird zum Beispiel ein C-Jugendspieler angefragt, der dann 50 Minuten pro Tour zum Spiel fahren soll, um in einem anderen Verein (mit wesentlich größerem Namen als unserem) in derselben Spielklasse zu spielen, wie in seinem Heimatverein. Da hat dann der Trainerkollege, der die Gesamtorganisation bei uns macht, auch mal nachgefragt, wie sie auf den seltsamen Gedanken kommen. Immerhin hatte in diesem Fall der Verein über unseren Jugendleiter angefragt und nicht direkt den Spieler angequatscht. Das hatten wir beim selben Spieler mit einem der beiden Vereine, die im Fußballkreis so die Vormacht haben. Da wurde dann einfach mal der Spieler direkt per whatsapp bequatscht. In der B-Jugend haben wir ein Problem mit einem Nachbar(dorf)verein, der in der B- und A-Jugend recht hohe Spielklassen hat, aber etwa in der C-Jugend zuletzt gar keine Mannschaft stellen konnte. Die haben dann mal schön alles angequatscht, was halbwegs geradeaus laufen konnte, unter anderem fünf Spieler von uns und darüber hinaus Sichtungstrainings veranstaltet. Für selbige haben wir dann keine Erlaubnis erteilt, was ich prinzipiell problematisch finde, aber in so einem Fall für vertretbar halte, weil hier ein Verein, der keine besonders gute Jugendarbeit betreibt, im Prinzip bei anderen Vereinen schmarotzt. Ein anderer Verein ist dagegen schon massiv vorgegangen und hat dann auch mit dem Weg über die Presse gedroht; unsere Lösung war uns an den Jugendleiter zu wenden mit der Aufforderung, das massenhafte Ansprechen von Spielern zu unterlassen, da wir sonst auch mal so verfahren würden im unteren Jugendbereich, wo wir insgesamt und auch von den Spielklassen her besser aufgestellt sind. Das in Verbindung mit dem Auftauchen eines unserer Jugendtrainer beim nächsten D-Jugendspiel des betreffenden Vereins, schön in Vereinskleidung und mit gut sichtbarem Notizblock hat glaube ich ganz gut gewirkt...Für sowas muss man aber natürlich auch eine gewisse Stärke haben - und die Nerven, sich mit so einem Mist rumzuschlagen.


    Ich finde, dass man immer unterscheiden muss zwischen Vereinen, die gute Arbeit leisten und dann gezielt sichten und einige Spieler holen (ohne das ist es im ganz hohen Bereich ja gar nicht möglich) und solchen Vereinen, die im Prinzip nur von der guten Jugendarbeit anderer Vereine im unteren Bereich profitieren wollen und selbst nicht vernünftig arbeiten und mit ihren Methoden dann ggf. noch anderen Vereinen im Umfeld massiv schaden. Auch schön: ein größerer Verein, bei dem wir uns seit Jahren über die beschissene taktische Ausbildung der Spieler wundern (Manndeckung und Libero u.a.) und dem dann in der C-Jugend auffällt, dass wir ja ganz gut ausgebildete Verteidiger haben. Wohlgemerkt fällt ihnen das auch nicht selbst auf, sondern erst dann, wenn die Spieler in den Auswahlen eine entsprechende Rolle spielen...

    Musste gerade sehr lachen. Sehr schöne Umschreibung des Phänomens; ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo anders ist. Ich ärgere mich auch darüber, weil es immer mal wieder zu Schwierigkeiten führt. Finde Vereinswechsel durchaus legitim und habe als Spieler auch im C-Jugend-Alter einen vollzogen; nichtsdestotrotz sollte es aber doch sinnvollerweise der Normalfall sein, in seinem Heimatverein zu spielen. Vereinswechsel sind sinnvoll, wenn:


    a) das eigene Leistungsvermögen deutlich das Niveau und die Spielklasse im eigenen Verein übersteigt. Wenn ich Verbandsliga spielen kann und der eigene Verein ist aber in der Kreisklasse, dann ist ein Wechsel möglicherweise sinnvoll bzw. wenn ich bestimmte sportliche Ziele habe ist der sogar angesagt. Wenn der eigene Verein aber unterste Kreisklasse spielt und ein Verein 10km weiter spielt zweitunterste Spielklasse und vielleicht kann ich mich ja auch da durchsetzen...solche Wechsel nerven mich.


    b) die Situation im eigenen Verein nicht stimmt. Ich komme in der Mannschaft nicht zurecht oder der Verein insgesamt ist schlecht aufgestellt, unorganisiert etc.



    Die Jungs müssen sich halt in dem Alter irgendwie ausprobieren und auch mal den eigenen Wert irgendwie abchecken. Das dann gepaart mit gerne mal auftretender völliger Selbstüberschätzung. Bei uns aktuell ein Spieler, der im älteren Jahrgang in der C-Jugend Bezirksliga nur sporadisch zum Einsatz kam, oft auch nur in der 2. Mannschaft in der Staffel. Der aber, nachdem ihn jemand bequatscht hatte, anscheinend der Meinung war, er könnte bei einem anderen Verein als jüngerer Jahrgang in der B-Jugend Verbandsliga spielen (tatsächlich hätte er da dann halt deren 2. Mannschaft aufgefüllt). Hat sich aber mittlerweile entschieden doch zu bleiben. Andersrum hatten wir es auch schon, dass mehrere Spieler von einem Nachbarverein zu uns kommen wollten, obwohl der Verein aus unserer Sicht zumindest in dem Bereich gut geführt war. Ist für mich schwer durchschaubar in dem Alter teils, ist halt die gewisse Unberechenbarkeit in der Altersklasse...

    Die Rolle (muss im Übrigen nicht unbedingt von Blackroll sein, man kann im Prinzip zum Beispiel auch einen Tennisball auf gleiche Weise verwenden) nutze ich seit einer Weile. Habe damit auch positive Erfahrungen gemacht; wir legen's auch unseren Spielern ans Herz und bauen das hin und wieder ins Training ein. Im Zusammenhang mit Faszien finde ich's mal wieder interessant, wie viel wir über die naheliegendsten Dinge noch nicht wissen. Man dachte ja lange, dass das Bindegewebe tatsächlich nur da wäre, um irgendwie was zusammenzuhalten - dass es darüber hinaus aber noch weitere Funktionen hat und unter anderem auch Ursache für Beschwerden sein kann, das kam ja dann erst in den ersten Jahren raus. Sau-weh tut's übrigens nur, wenn alles verklebt ist, André - wenn alles schön geschmeidig ist, dann geht's auch ohne große Schmerzen.


    Ist insgesamt ein interessantes Thema.


    Meine Informationen waren bislang auch so, dass man damit kaum etwas falsch machen kann; kannst du nochmal näher erläutern, wie es da zu welchen Problemen bei dir gekommen ist, Grätsche?

    Das Thema ist zwar etwas größer jetzt als bislang, aber ich halte es nicht für sonderlich wahrscheinlich, dass sich da viel ändert. Der Laden läuft schon so lange auf eine verquere Weise, dass auch in der zweiten Reihe sich wenige Leute finden dürften, bei denen man sicher davon ausgehen dürfte, dass die aus demokratischer Sicht vernünftige Abläufe in einem Verband sicherstellen würden oder es zumindest versuchen würden.


    Darüber hinaus hört man dann jetzt etwa, dass die Südamerikaner ihr Abstimmungsverhalten ernsthaft überprüfen (=es wird sich nicht ändern) und dass Sponsoren das ganze mit Sorge beobachten (= nichts machen werden). Das sind genau die Formulierungen, die es immer dann gibt, wenn jemand meint, irgendwie so tun zu müssen, als spielten moralische Erwägungen eine Rolle, sie es aber nicht tatsächlich tun.