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    Die meisten Forennutzer hier dürften sich einig sein, dass in der Jugend in der Regel jeder Spieler in jedem Spiel, bei dem er dabei ist, Einsatzzeiten - und das auch in vernünftigem Maße, keine 2 Minuten - bekommen sollte. Zumindest, so lange wir uns nicht im absoluten Leistungsbereich befinden. Meine Frage wäre jetzt, ob es für euch Ausnahmen von dieser Regel gibt, oder ob ihr diese Regel absolut seht und auch immer so umsetzt. Gab es schon mal Situationen, in denen ihr aus bestimmten Gründen anders gehandelt habt?


    Hintergrund der Frage ist, dass es bei uns in der vergangenen Saison (D-Jugend) und jetzt einmal aktuell (C-Jugend) wenige Male den Fall gab, dass wir anders gehandelt haben. Ich halte das auch für begründbar und zu rechtfertigen, aber so ein wenig frage ich mich dann doch immer, ob wir da nicht unnötig inkonsequent waren. Die Situationen, in denen es vorkam, dass Spieler nur 5 Minuten oder gar nicht spielten, waren letzte Saison in den letzten Runden von Kreis- und Verbandspokal in Spielen, die sehr eng waren. Da haben wir dann zugunsten einer aus unserer Sicht höheren Siegchance und von weiteren tollen Spielerlebnissen (viele Zuschauer, im Kreispokal dann auch das (gewonnene) Finale in ganz nettem Rahmen) darauf verzichtet, noch wie sonst an jeden Spielzeit zu verteilen. Das Ganze vor dem Hintergrund, dass die jeweiligen Spieler in anderen Spielen der 1. Mannschaft sonst mehr Einsatzzeit bekamen bzw. auch oft 2. Mannschaft gespielt haben und dort dann viel Einsatzzeit bekamen. Daher fand ich es (trotz der sicher nicht ganz so tollen Botschaft, dass es für die ganz schwierigen Spiele dann doch noch nicht reicht) zu rechtfertigen. Ähnliches gilt für ein Meisterschaftsspiel am letzten Wochenende, in dem ein eher langsamer Spieler in einem Spiel mit hohem Tempo zwischen Tabellenerstem und -zweitem dann nicht mehr eingewechselt wurde. Wie in den anderen Fällen auch wurde das dem Spieler auch erklärt und er bekommt sonst regelmäßig längere Einsatzzeiten. In der von mir hauptsächlich betreuten 2. Mannschaft bekommt jeder in jedem Spiel mindestens 20 Minuten. Wie gesagt, ich halte die Vorgehensweise trotz gewisser Widersprüche zu unserer sonstigen Haltung für vertretbar, mich würde aber eure Meinung dazu interessieren.


    Edit: Die 1.Mannschaft spielt aktuell mit vielen Spielern im jüngeren Jahrgang Bezirksliga (3. von 5 Ligen) mit dem Potential, oben mitzuspielen. Das gehört ja vielleicht noch als Grundlage dazu.


    Mir wäre das zu viel Rumgedaddel. Du hast da 20 Minuten drin am Anfang, die meines Erachtens außer dem Aspekt sich so langsam auf Fußball und den Ball einzustellen noch wenig auf das Spiel vorbereiten. Es kann sein, dass deine Mannschaft das braucht, aber ich würde den Teil wesentlich kürzer halten. Punkt 1 machen wir mit unseren beiden Mannschaften auch, allerdings 2 bis maximal mal 5 Minuten lang. Dann ist da die Luft raus und es wird auch langweilig sonst. Ähnliches gilt für die 10 Minuten Ecke ohne hohe Intensität. Welchen Zweck hat das für dich in der Spielvorbereitung?


    Die letzten beiden Punkte passen dann so weit, finde ich.

    Offensichtlich ist ja eine Möglichkeit, 1 vs 1 zu trainieren mit Fokus auf Intensität, nicht auf Individualtaktik. Gerne zum Beispiel auch auf Ballhalten, in einem kleinen Quadrat. Dazu halt intensives Coaching in die Richtung.


    Wir haben, um den Spaß am Körpereinsatz zu fördern, auch schon mit American Football-Trainern zusammengearbeitet und Übungen ausgearbeitet, die dann auch mit Tackle-Kissen liefen. Da ist der Aufwand natürlich dann etwas höher, aber es hat vielen Jungs auch tierisch Spaß gemacht.

    Wie Don Quijote glaube ich auch, dass es an sich Spaß machen kann, im Jugendbereich Leistungsfußball zu spielen, unabhängig davon, ob nachher die große Karriere folgt oder nicht.


    Ansonsten habe ich den Thread jetzt nur mal überflogen; aus meiner Sicht ist es richtig, in dem Alter noch nicht zu wechseln, wenn es im eigenen Verein gefällt. Neben der diskutierten allgemeinsportlichen Ausrichtung, die ich für gut halte, gibt es für mich eine fußballspezifische Sache, auf die ich vielleicht achten würde, wenn das im Verein nicht oder nur inkonsequent geschieht: Beidfüßigkeit. Weil das meiner Ansicht nach eine Sache ist, bei der auch bei Bewegungstalenten der Zug zu einer richtig guten Entwicklung relativ früh abgefahren sein kann. Darauf würde ich schon sehr früh achten.

    Habe heute mit dem Trainer sprechen können. Er meinte es seien D-Jugendspiele (nicht mehr Bambini) und da geht es schon ums Gewinnen und nicht jeder muss immer rein.


    Da hat er natürlich Recht. In der untersten Klasse in der D-Jugend, da ist es schon unheimlich wichtig, wer gewinnt... :wacko: .

    Du bist immer noch selbst dafür verantwortlich, Regeln einzuhalten. Wenn du sonst gegen ein Gesetz verstößt und ein Polizist steht daneben, der dich vorher nicht auf das Gesetz hingewiesen hat, dann ist auch nicht der Polizist Schuld.


    Was die Regelkenntnis der Schiedsrichter anbelangt: ich wäre froh, wenn alle die Abseitsregelung richtig kennen würden. Das ist hier nicht immer der Fall. Gleichzeitig finde ich es aber bei Hobbyschiedsrichtern, die 3,50€ pro Spiel bekommen, durchaus lässlich, wenn die nicht jede Bestimmung für jede Altersklasse kennen. Dem Schiri sind mit hoher Wahrscheinlichkeit noch keine 11jährigen in einer U17 begegnet. Ihr habt es mehrfach so gemacht und kanntet die Regel ja auch nicht. Und mal grundsätzlich, bei solchen Beschwerden über Schiedsrichter: wer kümmert sich denn darum, Schiedsrichter gut auszubilden, in den Vereinen? Keine Sau. Man ist froh, wenn sich immer genug Dumme finden, die das machen, damit der Verein keine Strafe bekommt. Dann werden die, die sich breitschlagen lassen, noch regelmäßig beschimpft. Und dann wundert man sich, dass es zu wenig Schiedsrichter gibt und dass von denen viele schlecht sind.

    Aber warum hat nie ein Schiedsrichter etwas gesagt. Oder ein anderer Verantwortlicher?


    Weil die die Regeln auch nicht kennen. Es ist aber letztlich auch eure Verantwortung, zu wissen, wer eingesetzt werden darf und wer nicht. Unabhängig von unterschiedlichen Ansichten darüber, wie sinnvoll es ist, 11jährige in der U17 einzusetzen, müsste man da doch meiner Meinung nach von alleine auf die Idee kommen, mal nachzuschauen, ob das überhaupt erlaubt ist. Und dann stößt man auf die Regel und kann sich überlegen, wie man damit umgeht, aber wird nicht auf einmal davon überrascht.

    Günter weiß ja selber, dass er hier gegen die Regeln verstoßen hat. Ich traue aber jemandem, der so lange im Fußball unterwegs ist, durchaus zu, sowas nur dann zu machen, wenn er wirklich befürchtet, dass schlimmeres passiert ist. Und ich finde es in so einer Situation dann auch verständlich, wenn die Sorge um den Sohn Vorrang vor dem Einhalten der Regeln hat. Der Schiedsrichter hätte sich in der Situation vermutlich auch keinen abgebrochen, wenn er es akzeptiert hätte. Es ist eine Sache, es nicht zu erlauben, dass ständig Leute unaufgefordert auf den Platz rennen, eine andere ist es, über die Regel vielleicht auch mal hinwegzusehen, wenn jemand länger liegenbleibt. Ich habe es bislang eigentlich immer so erlebt, dass das in genau diesem Sinne flexibel gehandhabt wurde: im Normalfall rennt keiner auf den Platz und wenn einer doch will, dann wird er vom Schiri zurückgehalten - wenn aber, zum Glück nur selten, mal eine etwas heftigere Aktion vorkommt, dann sagt keiner etwas dagegen, wenn bei unterbrochenem Spiel jemand, der sich zuständig fühlt (das können Betreuer oder Eltern sein) auf den Platz kommt.


    Sicherlich ist das in der A-Jugend grenzwertig und wir können anhand der Beschreibung nicht ganz sicher sein, wie der Lauf auf den Platz in der Realität gewirkt hat und ob er aus der Situation heraus tatsächlich berechtigt war, aber ich kann mir da schon souveräneres Verhalten eines Schiedsrichters vorstellen und habe ein gewisses Verständnis für Günters Verhalten.


    Berichte doch mal.

    Wenn man die vorgegebenen Spielfeldgrößen einhält, ist das überhaupt kein Problem.


    Das sehe ich anders. Die Erwachsenen decken zu viert 70m ab, aber der Vergleich mit der D-Jugend hinkt da doch gewaltig, weil das Laufvermögen doch in der D-Jugend in der Regel deutlich geringer ist. Mir ist zumindest in zwei Jahren D-Jugend keine Mannschaft begegnet, die mit einer Dreierkette vernünftig die Breite abgedeckt hat. Das führte immer, gewollt oder ungewollt, zu drei Innenverteidigern, vom Spielverhalten her. Die Breite des Spielfelds wurde meiner Erfahrung nach immer nur dann richtig ausgenutzt offensiv und abgedeckt defensiv, wenn es eine Viererreihe gab (wobei die auch im Mittelfeld sein kann, dann müssen aber die Außen halt richtig defensiv mitmachen).

    Ok, ich ziehe meine Aussage zurück. Für mich ist es so rüber gekommen das diese 2 Spieler neben dem Rest trainieren mussten ohne irgendwas vom Teamtraining mitzubekommen.


    Das ging ja auch aus meinem vorherigen Beitrag nicht so richtig hervor, muss ich zugeben. So weit dein Beitrag darauf abhob, dass man niemanden vom normalen Training mehr oder weniger ausschließen sollte, hast du selbstverständlich Recht.

    Vergiss es, nie im Leben darfst du 2 oder 3 separieren!!!! Damit sagst du ihnen eigentlich schon direkt das sie wechseln sollen weil man sie nicht gebrauchen kann. Wenn die Jungs den Wille haben sich verbessern zu wollen und was zu lernen werden sie sich durchbeißen wenn sie mit der Mannschaft trainieren. Wenn jemand separiert wird... Da wird dauerhaft nur mit 2 Leuten trainiert???? Sorry, aber absoluter Schwachsinn in meinen Augen.
    Ich kann so Spieler mal auf die Seite holen und mit ihnen 10-15 Minuten nochmal ne grundlegende Passübung machen und ihnen erklären was der Standfuß machen muss, wie die Fußhaltung beim Pass sein muss, Zehenspitzen durchdrücken oder anziehen etc. und danach gehts zurück ins Mannschaftstraining wo sie genau die erklärten Dinge umsetzen sollen.


    Einem solchen separierten Training habe ich bereits einmal entgegen gewirkt, allerdings zu spät. Diese Kinder spielen mittlerweile keinen Fußball mehr.


    Anders herum kann ich dir auch einige Beispiele aufzeigen wo es funktioniert hat, die Spieler haben sich im Mannschaftstraining durchgebissen, obwohl sie teilweise wenig bis gar keine Spielzeit in den Pflichtspielen hatten, und sind jetzt richtig stark. Ich gehe sogar weiter und bin ein absoluter Fan von ihrer Entwicklung und genau so sage ich es auch diesen Spielern weil ich beeindruckt bin von dem was sie leisten. Andere Spieler haben auch aufgehört, sie gehen jetzt einer Sportart nach in der sie mehr Talent haben und mehr Begeisterung finden.


    Wer sagt mir, dass ich das nicht darf? Wir haben es genau so gemacht und es war gut so. Wie ich schon schrieb haben wir das je nach Trainingsinhalt gemacht, aber je nachdem auch mal ganze Einheiten. Wir trainieren zwei Mannschaften zusammen, letzte Saison war das D-Jugend. Unsere Mannschaften setzen sich zusammen aus Spielern aus dem eigenen Verein, die seit spätestens F-Jugend ein hervorragendes Training bekommen und aus einigen Spielern, die von außerhalb dazu gekommen sind, das sind dann in der Regel einigermaßen talentierte Sportler. Obwohl wir nach oben hin im Leistungsspektrum durchaus einen gewissen Anspruch haben, sind wir ein Dorfverein, in dem jeder spielen kann, der will. Als jetzt also zum zweiten Jahr D-Jugend drei neue Spieler dazu kamen, haben wir die selbstverständlich aufgenommen. Einer der neuen Spieler war ein Bewegungstalent, die beiden anderen sind es nicht und haben auch sonst kaum gekickt. Wir haben die Spieler die ersten Einheiten normal mitmachen lassen und am Ende waren Spieler wie Trainer frustriert, weil selbst einfachste Passformen aufgrund mangelnder Fähigkeiten und teilweise mangelnder Aufmerksamkeit kaputt gingen. Da wir einen ganz guten Betreuungsschlüssel haben war unsere Lösung dafür, dass wir, wenn es von den Trainingsinhalten schwer war, die neuen Spieler einzubinden, in manchen Trainingseinheiten die beiden über größere Strecken separat betreut haben, um mit ihnen intensiv Dinge nachzuholen und zu üben, die andere Spieler bei uns in vielen Jahren gelernt hatten. Das hat sich erstens meines Erachtens bewährt, ich brauche keinen, der mir erzählt, dass das Schwachsinn wäre. Einer der Spieler hat wieder aufgehört, das hat aber auch keinen überrascht, der den Jungen vorher aus anderen Bereichen kannte. Im Übrigen entspricht die Vorgehensweise auch ziemlich genau dem, was in der Pädagogik aktuell ist, nämlich innerhalb einer Gruppe auf unterschiedliche Entwicklungsgrade flexibel einzugehen. Die gebildete Zweiergruppe war nämlich ein Teil der großen Gruppe, die wir mit beiden Mannschaften bilden und innerhalb derer es ohnehin je nach Trainingsinhalt immer Untergruppen gibt; mitnichten ein irgendwie abgeschobener Ausschuss, wie du zu denken scheinst.


    Selbstverständlich ist es schöner, wenn man neue Spieler gleich in den möglichst normalen Betrieb integrieren kann. Das haben wir zum Beispiel mit dem dritten Neuzugang zum selben Zeitpunkt so gemacht. Das gilt für mich aber nur mit der Einschränkung, dass sie nicht Welten von dem entfernt sind, was gemacht wird. Dann kann ein in Teilen separates Heranführen meines Erachtens sinnvoll sein.

    Wir haben letzte Saison ganz gute Erfahrungen damit gemacht, 2 neue Spieler, die weit hinter allen anderen waren, je nach Trainingsinhalt separat trainieren zu lassen. Das geht natürlich nur, wenn man ausreichend Trainer hat. Einer hat so Fortschritte gemacht, dass er Ende der Saison zwar am unteren Ende des Leistungsspektrums war, aber nicht mehr Welten von den anderen entfernt. Der andere Spieler hat Hälfte der Saison wieder aufgehört.


    Im Prinzip wäre es natürlich zur Integration förderlicher, alle zusammen trainieren zu lassen, das war aber in dem Fall eher kontraproduktiv, weil die Spieler aufgrund der Niveauunterschiede ständig die Übungen zerschossen haben.

    Zusätzlich zu den körperlichen Eigenschaften, die trainierbar sind, kann man sicher auch im mentalen Bereich etwas machen (Vorstellungstraining o.ä.). Und dann gibt es auch noch Wissen um Möglichkeiten aus unterschiedlichen Positionen, das man als Trainer durchaus vermitteln kann. Etwa aus spitzem Winkel entweder auf das kleine Netz in der langen Ecke zu schießen oder hoch auf die kurze Ecke, bzw. je nach Torhüterverhalten auch durch die Beine. Das klingt banal, aber es gibt genug Spieler, die einfach irgendwas machen und irgendwie draufhauen. Die Kenntnis erfolgversprechender und weniger erfolgversprechender Vorgehensweisen ermöglicht es erst, eine gute Entscheidung zu treffen. Die wird letztlich natürlich spontan fallen, aber auch gelernte Dinge fließen darin mit ein.

    Ich finde 40 Minuten Ansprache direkt vor einem Spiel absurd. Wie von anderen schon erwähnt, sollten die meisten Dinge im Training abgehandelt sein. Dann muss ich vor dem Spiel nicht jedem Spieler positionsspezifische Dinge erklären, höchstens auf einzelne Punkte nochmal kurz hinweisen und für Standards brauche ich erst recht keine 20 Minuten (wir haben aktuell drei Eckballvarianten, einen Freistoß und zwei Defensivformationen, aber selbst bei den ersten Saisonspielen haben 5 Minuten gereicht, um das nochmal kurz durchzugehen). Eine so lange Ansprache direkt vor dem Spiel mag vielleicht für einmal ok sein (wobei ich selbst das bezweifle), aber ansonsten bin ich mir recht sicher dass du damit Spieler eher einschläferst und langweilst als ihnen zu helfen.